Dran denken: 31.05.2003

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neuester Beitrag: 30.05.03 15:50
eröffnet am: 24.04.03 22:18 von: Happy End Anzahl Beiträge: 10
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24.04.03 22:18

95440 Postings, 7087 Tage Happy EndDran denken: 31.05.2003





Am 31. Mai streift die Verbindungslinie Sonne ? Mond die Erde bei Island. Der Mond befindet sich jedoch in den erdfernsten Teilen seiner Bahn. Er kann deshalb die Sonne nicht vollständig bedecken. Von Grönland über Island bis an die Küste Schottlands wird man bei sehr tiefem Sonnenstand eine ringförmige Sonnenfinsternis sehen. Am höchsten steht die Sonne an der Ostküste Grönlands. Dort wird die nicht konzentrische ringförmige Finsternis etwa eine Handbreit über dem Horizont zu sehen sein. Deutschland erlebt bei Sonnenaufgang eine tiefe partielle Sonnenfinsternis.

Island wäre touristisch problemlos erreichbar. Dort führt auch die Zentrallinie (der Ort, wo Sonne und Mond genau hintereinander stehen) über festes Land. Die Sonne steht dabei  kaum zwei Finger breit über dem Horizont. Bei dem in Island oft nicht unerheblich bewölkten Himmel ist es sehr unwahrscheinlich, die ringförmig verfinsterte Sonne zu sehen. Eine Finsternisreise lohnt unter diesen Umständen wenig.

Der deutsche Sprachraum befindet sich bei Sonnenaufgang sehr tief im Halbschatten des Mondes. Die Sonne geht deshalb als recht dünne Sichel auf, die im Verlauf des Morgens immer dicker wird. Wenn die meisten Leute zur Arbeit gehen, ist die Sonnenfinsternis bereits vorbei sein.

Solch eine ringförmige Sonnenfinsternis findet an einem bestimmten Ort der Erde etwa genauso selten statt wie eine totale Sonnenfinsternis, in Mitteleuropa z.B. zuletzt im Jahr 1912 und das nächste Mal erst 2075.  

WANN UND WO IST DIE SOFI ZU SEHEN?

Die Sonnenfinsternis am 31.05.2003 ist als mehr oder weniger tiefe partielle Verfinsterung überall in Europa (Ausnahme: Spanien, Portugal) und Kleinasien zu sehen, außerdem im äußersten Nordosten Afrikas, im Westen und in der Mitte Asiens, im Norden Grönlands, in den arktischen Regionen Kanadas und in ganz Alaska (Karte der NASA, 71kb, Artikel von Sky & Telescope). Dabei erreicht die Finsternis eine Magnitude (Größe) von 0,93, d.h es werden bis zu 93% des Sonnendurchmessers vom Mond bedeckt. Der verfinsterte Flächenanteil ist geringer, nämlich maximal 88%. Die meisten der vom Halbschatten des Mondes überstrichenen Orte bekommen eine wesentlich bescheidenere partielle SoFi zu sehen. Nur dort, wo die Magnitude größer ist als 0,6 (entspricht etwa 50% der Sonnenfläche), bemerkt man die von Beobachtern immer wieder beschriebene seltsame, bisweilen gespenstisch anmutende Veränderung des Tageslichtes. Richtig auffällige Lichtabschwächungen sind jedoch erst ab einer Magnitude von etwa 0,8 (entspricht etwa 74% der Sonnenfläche) zu verzeichnen. Eine so tiefe partielle Sonnenfinsternis wird in Mitteleuropa, den Ländern an der Ostsee, Skandinavien, Großbritannien, Nordgrönland und auf den Inseln der kanadischen Arktis erreicht.

Je nach geographischer Lage findet die SoFi zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten statt (Karte der NASA, 41kb, Animation von A. Sinclair, 197 kb). So ist sie in Mitteleuropa bei Tagesanbruch bereits in vollem Gange, weshalb die Sonne z.B. in Frankfurt als schmale Sichel aufgehen wird. In Sibirien ist die Finsternis um die Mittagszeit zu sehen, während sie in Alaska bei Sonnenuntergang in den späten Abendstunden stattfindet. Dort schreibt man wohlgemerkt noch den 30.05.2003. Die wenigen Einwohner Grönlands erleben die SoFi zu einer Tageszeit, zu der man sonst eher Mondfinsternisse erwartet, nämlich gegen Mitternacht. Aufgrund der hohen nördlichen Breite geht die Sonne dort Ende Mai bereits nicht mehr unter.

Wesentlich weniger ausgedehnt ist die Zone, in der der Mond vor der Mitte der Sonnenscheibe zu sehen ist, es also zu einer ringförmige Sonnenfinsternis kommt. Dieser Bereich zentraler Verfinsterung erstreckt sich halbkreisförmig vom Norden Schottlands, über die Orkney-, Shetland- und Färöer-Inseln und Island bis zur Westseite Grönlands. Der Punkt maximaler Verfinsterung liegt fast genau auf dem Polarkreis zwischen Island und Grönland.
Im Bereich der ringförmigen Verfinsterung werden etwa 88% der Sonnenscheibe vom Mond überdeckt - entsprechend empfängt die Erdoberfläche nur noch gut 10% des üblichen Sonnenlichtes, eine Abschwächung, die sich sehr deutlich bemerkbar macht.





 

24.04.03 22:19

95440 Postings, 7087 Tage Happy EndNicht zu vergessen: 16.05.2003

Die Mondfinsternis am 16.05.2003 findet für uns in Mitteleuropa leider unter recht ungüstigen Voraussetzungen statt. Mal abgesehen davon, dass sie auf die frühen Morgenstunden eines Werktages (Freitag) fällt, geht der Mond etwa zur Mitte der totalen Verfinsterung unter. Bereits zu deren Beginn ist es so hell, dass - abgesehen von der Venus - keine Sterne oder Planeten mehr sichtbar sind. Falls die Atmosphäre nicht ganz klar ist, kann der vollständig verfinsterte und entsprechend lichtschwache Mond im horizontnahen Dunst nur noch mit einem Fernglas, vielleicht auch gar nicht erkannt werden. Unter Umständen müssen Sie sich also bei dieser MoFi mit einer Beobachtung der partiellen Phasen zufrieden geben. Auf jeden Fall gilt dies, wenn Sie ziemlich weit im Osten Deutschlands leben. An einem Ort 51 Grad nördlicher Breite und 14,5 Grad östlicher Länge beginnt die totale Phase erst wenige Minuten, bevor der Mond den Horizont berührt. Deutlich besser sieht es ganz im Westen (51 Grad Nord, 6,5 Grad Ost) aus, denn hier tritt der Mond bereits eine gute halbe Stunde vor seinem Untergang vollständig in den Kernschatten der Erde ein. Und hier können Sie bei wirklich absolut klarem Himmel etwas sehen, was Sie vielleicht nie für möglich gehalten hätten: eine Mondfinsternis bei Sonnenschein! Die Sonne geht nämlich bereits einige Minuten vor Monduntergang auf. Ein Lichtbrechungseffekt in der horizontnahen Atmosphäre, die sogenannte Refraktion, führt zudem zu einer scheinbaren Anhebung beider Himmelskörper um etwa den eigenen Durchmesser. Man sieht die Sonne also bereits, bevor Sie geometrisch über dem Horizont steht, und den Mond noch, wenn er eigentlich bereits unter den Horizont gesunken ist.  

13.05.03 11:11

95440 Postings, 7087 Tage Happy EndLesezeichen! o. T.

13.05.03 12:01

10296 Postings, 7021 Tage chartgranatedran denken!

aktuelle Tippauswertung....... ;-)  

13.05.03 12:38

9123 Postings, 7185 Tage ReilaHab grad mal den 2. Monitor danebengestellt.

Jetzt paßts. Kann bis 5 erweitern, falls Du mal den Kölner Dom in Originalgröße posten möchtest.  

13.05.03 12:44

21368 Postings, 6917 Tage ottifantHey Reila

wo bekommst du die 21" Monitore her???
Kölner kennt der Happy nicht eher den aus Speyer!  

13.05.03 12:45

3051 Postings, 7499 Tage ruhrpottgut dass ich einen 18" TFT habe

Viele Grüße



aus dem Ruhrpott  

30.05.03 07:19

95440 Postings, 7087 Tage Happy EndHeute Abend früher schlafen gehen....

...und morgen früh nicht verschlafen  

30.05.03 07:31

19279 Postings, 7470 Tage ruhrpottzockerAlso ich habe heute nacht


das Licht ausgeknipst und hatte so auch einen ähnlichen Effekt ! *gg*  

30.05.03 15:50

95440 Postings, 7087 Tage Happy EndMorgenstund' bringt Dunkelheit

SONNENFINSTERNIS AM SAMSTAG

Morgenstund' bringt Dunkelheit

Von Alexander Stirn

Frühaufsteher bekommen am Samstagmorgen ein ganz besonderes Himmelsschauspiel geboten. Von Teilen Europas aus lässt sich eine ringförmige Sonnenfinsternis bestaunen. In Deutschland verdeckt der Mond immerhin noch 80 Prozent der Sonne.

Flash-Animation: Alles zur Sonnenfinsternis am 31. Mai 2003

DPA
Ringförmige Sonnenfinsternis: Feuerring über Island
Wenn am Samstag die Sonne über Deutschland aufgeht, dann strahlt sie nicht mit gewohnter Kraft. Der Mond, der sich zu diesem Zeitpunkt genau zwischen Erde und Sonne geschoben haben wird, verdeckt einen Teil der hellen Scheibe - die Sonne geht als Sichel auf, Astronomen sprechen von einer partiellen Sonnenfinsternis.

Mit bloßem Auge ist davon allerdings wenig zu sehen. Selbst die vom Mond angeknabberte Sonnenscheibe ist noch so hell, dass ein direkter Blick ins Licht zu schweren Augenschäden führen kann. Beobachter des Himmelsschauspiels sollten daher, wenn sie über kein Teleskop mit Sonnenfilter verfügen, nur mit einer speziellen Sonnenfinsternis-Brille in den morgendlichen Himmel blicken.

Und sie müssen früh aufstehen. Abhängig von der geografischen Lage des Beobachtungsortes kann die teilweise Finsternis schon eine Stunde nach Sonnenaufgang wieder vorbei sein. Der Norden Deutschlands hat dabei die besseren Karten: In Berlin beispielsweise soll die abgedunkelte Sonne am Samstag um 4.51 Uhr aufgehen. Der Höhepunkt der Verfinsterung wird für 5.28 Uhr erwartet, dann sind gut 80 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt. Das Schauspiel endet um 6.27 Uhr.

In München dagegen hat die Sonne, wenn sie sich um 5.23 Uhr über den Horizont schiebt, die maximale Verfinsterung gerade einige Minuten hinter sich. Bereits 57 Minuten später ist das kosmische Versteckspiel dort vorbei.

Wegen des niedrigen Sonnenstandes sollten Beobachter darauf achten, einen guten Standort zu wählen. Astronomen empfehlen einen erhöhten Punkt, beispielsweise einen Hügel oder ein hohes Gebäude. Auf jeden Fall sollte der Blick zum Horizont frei sein.

Feuerring im Nordwesten

Ein deutlich faszinierenderes Schauspiel bietet sich im äußersten Nordwesten Europas. Dort ist eine seltene ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen. Wenn Sonne, Mond und Erde exakt auf einer Linie stehen, trifft der Kernschatten des Mondes in der Regel direkt auf die Erde - es kommt, wie im August 1999 in Deutschland, zu einer totalen Sonnenfinsternis.

IN SPIEGEL ONLINE
· Interaktive Grafik: Alles zur Sonnenfinsternis am 31. Mai 2003
· Archiv: Totale Sonnenfinsternis begeisterte Zehntausende [?] (04.12.2002)
 
Der Mond hat allerdings nicht immer denselben Abstand von der Erde; er zieht seine Spuren auf einer leicht elliptischen Umlaufbahn. Die Distanz zwischen Mond und Erde schwankt dabei zwischen rund 350.000 und 400.000 Kilometern. Von der Erde aus betrachtet ändert sich die scheinbare Größe des Trabanten um bis zu 13 Prozent.

Verfinstert der Mond die Sonne ausgerechnet dann, wenn er weit von der Erde entfernt ist, reicht sein Durchmesser nicht aus, um die gesamte Sonne zu verdecken. Zwar bleibt das Zentrum der Sonnenscheibe schwarz, doch außen bildet sich ein dünner, hell strahlender Feuerring.

Als erste Europäer können die Schotten am Samstag diese ringförmige Sonnenfinsternis bewundern. Der 1200 Kilometer breite Schatten nimmt dann einen ungewöhnlichen Kurs: Während sich eine Finsternis normalerweise von West nach Ost über die Erdoberfläche bewegt, zieht sie dieses Mal direkt nach Westen - von Schottland über Island bis nach Grönland und Nordkanada.

 
IM INTERNET
· Ringförmige Finsternis: Live-Übertragung aus Island
· Astroninfo: Die Sonne geht als Sichel auf
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Den imposantesten Blick auf den leuchtenden Sonnenkranz dürften dabei die Isländer haben. Rund 200 Kilometer vor der isländischen Küste wird mit dem Höhepunkt der Verfinsterung gerechnet. Viele Wissenschaftler und Touristen sind auf die Insel mit ihrem wechselhaften Wetter gereist, um die Finsternis zu studieren. Auch im Internet soll das Spektakel übertragen werden.

Zwar wird es während einer ringförmigen Sonnenfinsternis auf der Erde merklich dunkler, durch den hellen Kranz kommt allerdings noch immer genug Licht auf der Erdoberfläche an. Astronomen warnen daher auch hier nachdrücklich, mit bloßem Auge in die teilweise verfinsterte Sonne zu blicken.

Totale Finsternis: Warten oder reisen

Wer den verdunkelten Sonnenaufgang am Samstag verschläft, hat in Deutschland erst wieder in zwei Jahren die Chance, ein vergleichbares Schauspiel am Himmel zu sehen. Für den 3. Oktober 2005 haben Astronomen die nächste partielle Sonnenfinsternis vorausberechnet.

Auf die nächste totale Finsternis müssen die Deutschen entweder noch lange warten - bis 2081 - oder weit reisen: Die einzige vollständige Verdunkelung in diesem Jahr kann im November ausschließlich in der Antarktis bestaunt werden.

 

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