Dow Jones verliert fast 400 Zähler

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Dow Jones verliert fast 400 Zähler auf ein Vier-Jahrestief

19. Juli 2002 Die Standardwerte an Wall Street haben am Freitag nach einer atemberaubenden Talfahrt auf einem Vier-Jahrestief geschlossen. Der Dow Jones ging mit einem Abschlag von 4,6 Prozent mit 8.019 Zählern aus der Sitzung. In der Schlussviertelstunde der Sitzung beliefen sich die Verluste des Index kurzzeitig auf mehr als 400 Punkte. Damit hatte der Dow vorübergehend die wichtige Unterstützung bei 8.000 Punkten durchschlagen, um dann allerdings über diesem Niveau zu schließen.

Allerdings liegt der Dow Jones damit auf Schlusskursbasis unterhalb des seit 1987 gültigen Aufwärtstrends, der bei 8.200 Punkten verläuft. Für den Fall eines nachhaltigen Bruchs dieser Marke befürchten einige Analysten gar einen weiteren Kurssturz bis auf 7.500 Zähler. Der S&P-500-Index sank um 3,8 Prozent auf 848 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index büßte 2,8 Prozent auf 1.319 Stellen ein.

Teilweise panikartige Verkäufe

Marktteilnehmer verwiesen zur Begründung der teilweise panikartigen Verkäufe auf die verhaltenen Ausblicke von Microsoft, Sun Microsystems sowie Ericsson. Eine Erholung stünde wohl auch in der kommenden Woche nicht bevor, sagten Beobachter. ?Die Nachrichtenlage wird sich über das Wochenende kaum aufhellen. Womöglich steht der Konkurs von WorldCom unmittelbar bevor und bei US Airways sieht die Lage wohl ähnlich aus?, kommentierte Michael Sheldon, Chefstratege bei Spencer Clarke.

Zu den deutlichsten Verlierern der Freitagssitzung gehörten PepsiCo, Procter & Gamble sowie Annheuser-Busch. Belastet durch eine Zurücknahme des Kursziels durch Salomon Smith Barney und eine Senkung der Gewinnschätzung durch Morgan Stanley verloren Procter & Gamble 7,4 Prozent auf 74,46 Dollar. Annheuser-Busch verbilligten sich um sieben Prozent auf 44,00 Dollar, PepsiCo fielen um zehn Prozent auf ein 52-Wochentief von 36,20 Dollar.

Johnson & Johnson mit starken Kursverlusten

Johnson & Johnson war das Geschäftsthema an der Wall Street, nachdem der Pharma- und Medizintechnikkonzern bestätigt hatte, das ein J&J-Werk von der Gesundheitsbehörde wegen Unregelmäßigkeiten untersucht werde. Johnson & Johnson sagte, bestätigte die Ermittlungen auf Grund von Vorwürfen eines früheren Mitarbeiters des Konzerns im Werk Puerto Rico, wonach das Unternehmen Unterlagen gefälscht habe. Die Aktien des Dow-Wertes verloren rund 16 Prozent auf 41,85 Dollar und waren damit der größte Verlierer im Dow-Jones-Index.

Besonders unter Druck gerieten die Aktien des Herstellers von Netzcomputern, Sun Microsystems, die um rund 27 Prozent auf 4,25 Dollar einbrachen. Der Konzern hatte nach der Rückkehr in die Gewinnzone in seinem vierten Quartal für das laufende Quartal erneut rote Zahlen angekündigt. Der Softwaregigant Microsoft hatte zwar den Gewinn im vierten Quartal 2001/2002 deutlich gesteigert, seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2002/2003 aber gesenkt. Die Aktien fielen rund drei Prozent auf 49,56 Dollar.

Technologie- und Medienwerte stark im Minus

Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson hatte am Vormittag den siebten Verlust in Folge ausgewiesen und für das Gesamtjahr die Umsatzprognose für sein Kerngeschäft mit Mobilfunksystemen gesenkt. An der Stockholmer Börse fielen die Aktien zeitweise auf ein Acht-Jahres-Tief, was Händler auch auf den verwässernden Effekt der geplanten Kapitalerhöhung im Volumen von rund 3,2 Milliarden Dollar zurückführten. In New York gab die Aktie rund 17 Prozent auf 1,26 Dollar nach.

Die Aktien des Medienriesen AOL Time Warner verloren rund sieben Prozent auf 11,58 Dollar. Die Anleger seien nach den Personaländerungen im Vorstand verunsichert, sagten Analysten. ?Die Nachrichten über Umstrukturierung, den Weggang von Pittman und die Richtungslosigkeit bei AOL werden kurzfristig weiter den Aktienkurs überschatten", sagte Youssef Squali, Analyst bei FAC Equities. Der für das Tagesgeschäft verantwortliche Chief Operating Officer von AOL Time Warner, Robert Pittman, war am Vortag von seinem Amt zurückgetreten. Die jeweiligen Chefs der Tochterunternehmen HBO, Jeff Bewkes, und Time Inc, Don Logan, wurden zu Stellvertretern von Konzernchef Richard Parson ernannt.

Staatsanleihen profitieren von Kursverlusten der Aktien

Vergleichsweise leichte Kursgewinne verzeichneten die  US-Anleihen trotz der dramatischen Einbrüche an der Wall Street am Freitag.  Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,875 Prozent gewinnen 17/32 auf  102-18/32. Die Rendite fiel von 4,608 auf 4,538 Prozent. Der Longbond mit einer  Zinsausstattung von 5,375 Prozent steigt um 1-1/32 auf 100-20/32. Die  Rendite liegt bei 5,330 Prozent, nach 5,404 Prozent am Donnerstag. Marktteilnehmer begründeten das angesichts des aktuellen Ausmaßes der  Aktienschwäche nur moderate Plus unter anderem mit Gewinnmitnahmen vor dem  Wochenende. Der Dollar neigt weiter zur Schwäche.

 

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