Diese sehr fragwürdigen amerikanischen

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neuester Beitrag: 22.08.05 22:54
eröffnet am: 22.08.05 19:53 von: Pate100 Anzahl Beiträge: 4
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22.08.05 19:53

15130 Postings, 6939 Tage Pate100Diese sehr fragwürdigen amerikanischen

wenn es den Immobilienbereich nicht geben würde...
da braut sich was ganz großes zusammen. Mal sehen wie lange es dauert bis
es ausbricht. ein bis zwei Jährchen wird das Baby wohl noch brauchen.

Diese sehr fragwürdigen amerikanischen Beschäftigungszuwächse

Nach der allgemeinen Meinung tendieren Geschäftsmänner dazu unredlich zu sein, sind Anwälte Lügner, religiöse Menschen "gut", die Armee ehrenhaft und mit einem hohen Standard an Führung und Moral und die Regierung vertritt die Menschen.

Ich stimme zu, dass einige Geschäftsleute (die meisten davon) nicht besonders ehrlich sind und das Anwälte die Wahrheit verdrehen müssen um einige ihrer schuldigen Klienten aus der Patsche zu bekommen. Wir wissen jetzt ebenfalls, dass die militärische Führung - unabhängig davon, ob sie von einem Haufen Terroristen oder West Point Absolventen gemacht wird - alles ist, außer ehrenhaft.

Was immer noch gedämpft gehört, ist der Glaube der Menschen an die Regierung - im speziellen, der Glaube der Investoren an die Korrektheit, der von den Regierungsagenturen veröffentlichten Statistiken, gehört schwer aufgerüttelt. In der Tat glaube ich, dass die Regierungen von China bis zur USA endlos Statistiken verdrehen, damit sie zu ihrer politischen Agenda passen und, am schlimmsten ist, dass die Öffentlichkeit und die Investmentgemeinde ihnen das dann abkauft.

Ich habe einen Freund in den USA, Bill King (billking@ramkingsec.com), der ein tüchtiger Statistiker ist und einen beachtlichen täglichen Kommentar für institutionelle Investoren für die amerikanischen Wirtschaft und den Kapitalmarkt herausgibt. Bill King, mit dem ich kürzlich das Vergnügen hatte in Chicago zu essen, nimmt die Zahlen, die von der amerikanischen Regierung veröffentlicht werden, nicht zum scheinbaren Wert sondern analysiert die Details der Wirtschaftsindikatoren sehr gründlich.

Beispielsweise warf er Anfang Juli einen genaueren Blick auf die Beschäftigungszahlen des Monats Juni, welche zeigten, dass im Juni 146.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft von der amerikanischen Wirtschaft geschaffen wurden. Der erste Punkt den er notierte, war, dass die Schaffung von 146.000 Stellen schon von sich aus eine Enttäuschung darstellte, da man 200.000 Jobs erwartet hatte. Zusätzlich dazu war dies die dritte aufeinander folgende Enttäuschung bei der Anzahl neu geschaffener Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Laut King kreierte das "Nettoarbeit Geburten/Tote Modell" des Büros für Arbeitsstatistiken (BLS) 184.000 fiktionale Jobs.

Dies sind fiktionale Jobs. Jobs, die niemand zählt, aber vom BLS als von kleineren Unternehmen geschaffene Stellen angenommen werden (Diese Praxis des BLS, erfundene Jobs zu erzeugen, wurde 1996 unter der Annahme eingeführt, dass Angestellte, die von großen Unternehmen entlassen wurden, ihr eigenes Unternehmen gründen würde und von der BLS unbeachtet bleiben würden.).

Etwas, worüber ebenfalls kaum jemand sprach, war, dass allein im Juni 24.000 Stellen im verarbeitenden Gewerbe verloren gingen, was den vierten Monat in Folge mit Stellenverlusten im verarbeitenden Gewerbe darstellt. Bill bemerkte ebenso, dass seit August 2004 96.000 Stellen im verarbeitenden Gewerbe verloren gingen.

Bill King schrieb auch, dass die Kategorien, Ex-Bausektor, in denen Stellen geschaffen wurden, im Juni über weniger Einkommen als im Mai verfügte. Die führenden stellenschaffenden Kategorien beinhalteten: Bausektor 18.000, Geschäftsservice 56.000, Ausbildungs- und Gesundheitsservice 38.000 und Freizeit und Bewirtung 19.000.

Überdies steuerte, laut King, der Bereich "Freizeit & Bewirtung" wieder einmal die meisten der (81.000) Stellen durch das Geburten/Tote Kunststellenmodell der BLS bei. Diese Jobs verdienen laut dem BLS 9,10 USD pro Stunden bzw. 235,16 USD in der Woche. Das ist weniger als die 236,08 USD, die im Monat Mai verdient wurden. Ein Einkommensrückgang fand ebenso im Einzelhandel, einer weiteren Kategorie die eine große Menge Jobs produziert, statt. Einzelhandelsangestellte verdienten 12,32 USD in der Stunde oder 379,46 in der Woche im Vergleich zu 380,99 USD im Monat Mai.

King listete dann einige zusätzliche Einkommensrückgänge in Sektoren auf, die Jobs produzierten: Die Einkommen beim Geschäftsservice fielen auf 610,47 USD pro Woche im Vergleich zu 621,69 USD im Mai. Das Einkommen bei Ausbildungs- und Gesundheitsservice fiel auf 537,84 USD pro Woche von 541,19 USD. Das Einkommen beim Finanzservice fiel auf 636,51 USD pro Woche von 656,64 USD.

Zusätzlich hebt der BLS-Bericht das Problem der amerikanischen Wirtschaft hervor. Hochbezahlte Jobs gehen verloren während Niedriglohnjobs entstehen. Somit verzeichnen Jobs bei Freizeit und Bewirtung, die nur 240 USD pro Woche verdienen starke zuwächse, während Stellen im verarbeitenden Gewerbe, die 669 USD pro Woche verdienen, also ein Vielfaches der Jobs, die Ex-Bausektor geschaffen wurden, verloren gehen.

Bill King zitiert dann den Chefvolkswirt von Merrill Lynch, David Rosenberg, der anmerkte, dass in Bereichen in denen die Industrie am heißesten ist, schauen sie nicht über den Eigenheimmarkt hinaus, der direkt und indirekt mehr als 40.000 Jobs zum Beschäftigungsstand letzten Monat hinzufügte oder ca. einen von vier Jobs erzeugte. Mit anderen Worten, dies wäre wieder nur ein lauwarmer Stellanstieg ohne Landwirtschaft um knappe 100.000, wenn man die Immobilienblase herausrechnet, welche die Fed so verzweifelt einzudämmen versucht. Was fängt dann die laxe Disziplin auf, wenn der Immobilienmarkt einbricht?

Na gut, schauen Sie nicht weiter als diese anderen Segmente der Wirtschaft, die primär für die neu geschaffenen Stellen verantwortlich sind, die wir letzten Monate gesehen haben: Restaurant, Vergnügungsparks, Spielcasinos, Verwaltung/Abfallverwaltung, Mitgliedschaftsorganisationen, Regierung und Lagerverwaltung, welche kollektiv für die Hälfte des gesamten Stellenwachstums im Juni verantwortlich waren ...

Die durchschnittlichen Wochenlöhne für die meisten Arbeiter stiegen im Juni um 1,01 USD auf 541,22 USD. Dies folgte auf einen Einbruch um 59 Cent im Mai, berichtete das Ministerium, nachdem es seine früheren Zahlen revidiert hatte. Nach Einberechnung der Wirkung der Inflation, waren die Löhne für Produktion und nichtverwaltende Arbeiter, die über 80% der Arbeitskraft ausmachen, um 0,6% niedriger als im Mai des Vorjahres.?

Es sollte ebenfalls beachtet werden, dass laut einem Forschungspapier der Federal Reserve Bank von Boston, die Arbeitslosigkeit weit höher liegt (bei ca. 8%), als die amerikanische Regierungsstatistik zeigt.

Ich habe zuvor betont, dass die amerikanische Wirtschaftsexpansion nicht durch Investitionen, Industrieproduktion und Beschäftigungszuwächse angetrieben wird, sonder nur durch real steigende Immobilienpreise, die den Haushalten erlauben Geld, durch Erhöhung und Refinanzierung ihrer Hypotheken, aus ihren Häusern zu ziehen. Ich denke, dass die oben genannte Statistik, die den Rückgang beim realen Einkommen und eine Verschlechterung bei der Qualität der Beschäftigung zeigt, indem hochbezahlte Jobs durch Niedrigbezahlte ersetzt werden, diese Sichtweise bestätigt.

Außerdem ist ein Sektor, in dem die Beschäftigung stark wächst und in welchem die wöchentlichen Einkommen hoch sind, der Bausektorsektor. Im Juni wuchs der Bausektorsektor um 18.000 Jobs und die wöchentlichen Einkommen stiegen laut Bill King von 751,16 auf 757,37 USD im Juni. Aber da die Jobs im Bausektor mit der größten Immobilienblase in der modernen Geschichte in Zusammenhang stehen, kann man sich nur vorstellen, was mit diesen relativ hochbezahlten Jobs passieren wird, wenn die Immobilienblase platzt ...

Ich bin immer kritisch gegenüber Analysten, aber einige Male analysiert jemand etwas wirklich tief und detailliert und bringt Licht in die Lügen, welche die Regierung, im Auftrag, Dinge rosig erscheinen zu lassen, verbreitet. Bill King ist einer dieser bemerkenswerten Personen. Erst vor ein paar Tagen nahm er sich auch den CPI (=Konsumentenpreisindex der USA) vor und zeigte, dass die Inflation unmöglich so niedrig sein konnte wie die Regierung behauptet.

Was es bedeutet, wenn der CPI in der Tat höher ist als die Regierung vorgibt, ist dass das reale BIP (nominales BIP-Wachstum minus Inflationsrate) kaum wächst!


© Dr. Marc Faber

Der Originaltext ist am 13. August 2005 auf www.ameinfo.com erschienen. Diese Übersetzung wurde mit freundlicher Genehmigung von Dr. Marc Faber (Marc Faber Ltd. / Hong Kong ) auf GoldSeiten.de veröffentlicht.  

22.08.05 20:06

20752 Postings, 6151 Tage permanentpassend hierzu

http://www.ariva.de/board/228984

gruss

permanent  

22.08.05 22:35

63903 Postings, 7638 Tage Kickydas ist ne arabische Homepage ,die du zitierst

Ame Info Middle East business resource http://www.ameinfo.com/
ich sag das nur ,weil man da vielleicht etwas vorsichtiger sein muss bei der Tendenz der Aussage  

22.08.05 22:54

15130 Postings, 6939 Tage Pate100@kicky

ich kenne die Seite nicht, aber finde auch nix unseriöses auf den ersten Blick.
Ich habe aber nicht alle Zahlen überprüft:-)

Dieser Artikel bestätigt aber eher meine Meinung das der momentane Anstieg nicht
nachhaltig sein wird.
Mittel/langfristig sehe ich schwarz!


Gruss Pate


 

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