Die revolutionäre Gesinnung des John Lennon

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eröffnet am: 21.12.06 08:00 von: quantas Anzahl Beiträge: 1
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FBI gibt Akte des ehemaligen Beatle frei

Die amerikanische Bundespolizei FBI hat eine Akte über das ehemalige Beatles-Mitglied John Lennon freigegeben. Die Dokumente sind zum Teil bereits bekannt und wenig aufsehenerregend.

(sda/afd) Nach fast drei Jahrzehnten unter Verschluss hat die amerikanische Bundespolizei FBI zehn Akten über Beatles-Legende John Lennon freigegeben. Der Veröffentlichung im Internet am Mittwoch war ein zäher Rechtsstreit vorausgegangen, der bis in das Jahr 1981 zurückreicht.

Der kalifornische Historiker Jon Wiener und mehrere Bürgerrechtsgruppen hatten auf Freigabe der Akten geklagt, die vom FBI als möglicherweise die Staatssicherheit der USA gefährdend eingestuft worden waren. Allerdings sind die nun veröffentlichten Dokumente zum Teil bereits bekannt und wenig aufregend.

Interviews und eine Petition

Die FBI-Dossiers enthalten unter anderem Aufzeichnungen über ein Interview Lennons, der ein bekennender Friedensaktivist und Liberaler war, mit einer Underground-Zeitung aus dem Jahr 1971. In dem Interview betont der Musiker seine «proletarische Herkunft» und bekundet «Sympathie mit den unterdrückten und unterprivilegierten Menschen in Grossbritannien und in der Welt».

Ausserdem notierte das FBI, dass Lennon und seine Frau Yoko Ono eine Petition zugunsten des kambodschanischen Königshauses zu jener Zeit unterzeichneten, als das südostasiatische Land während des Vietnamkriegs von den USA bombardiert wurde.

Angst vor Vergeltung gegen die USA

In den FBI-Dokumenten heisst es unter Anspielung auf Lennons Song «Power of the People», der Ex-Beatle wecke den Eindruck, eine revolutionäre Gesinnung zu haben. Der Freigabe der Akten hatte sich das FBI während einer Gerichtsverhandlung 1983 mit dem Hinweis entgegengestemmt, eine Veröffentlichung könne im Ausland zu «diplomatischer, wirtschaftlicher und militärischer Vergeltung gegen die USA» führen. Obwohl die vom FBI erwähnte Regierung im Ausland nicht namentlich genannt wurde, gehen viele Experten davon aus, dass London gemeint war.

Wiener bezeichnete die Haltung des FBI in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der amerikanischen Menschenrechtsorganisation ACLU als absurd. Er glaube nicht, dass die Regierung von Premierminister Tony Blair wegen dieser Dokumente einen Vergeltungsangriff gegen die USA starten werde. Wiener hatte bereits 1997 300 Seiten gesperrter Lennon-Dokumente vom FBI erstritten.  

 
 
 

 http://www.nzz.ch/2006/12/21/vm/newzzEVYRHESH-12.html

 
 

 

 
 

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