Die beste Steuerstrategie bei Spekulationsverluste

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neuester Beitrag: 23.04.03 17:09
eröffnet am: 22.04.03 14:41 von: das Zentrum. Anzahl Beiträge: 3
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22.04.03 14:41

3357 Postings, 7151 Tage das Zentrum der M.Die beste Steuerstrategie bei Spekulationsverluste

22. April 2003 Die geplanten Steueränderungen für Kapitalanleger sind vom Tisch. Anfang April hat das Steuervergünstigungsabbaugesetz die parlamentarischen Hürden genommen - ohne die gravierenden Änderungen. Damit bleibt vorerst alles beim Alten.

Grund genug sich einmal Gedanken über die beste Steuerstrategie in Sachen Spekulationsgeschäfte zu machen. Steuerliche Gedankenspiele von Lutz Schumann, Herausgeber des Steuer-Schutzbriefs (siehe Link).

Spekulationsgeschäfte werden schwerpunktmäßig geprüft

Eines vorab: Deutsche Finanzämter haben einen neuen Prüfungsschwerpunkt: Gewinne oder Verluste aus Spekulationsgeschäften. Die neue Bezeichnung lautet: private Veräußerungsgeschäfte. In zahlreichen Ämtern schauen sich die Finanzbeamten in diesem Jahr das Formular SO der Einkommensteuererklärung 2002 besonders genau an. Der Grund: Viele Kapitalanleger, die in den fetten Börsenjahren gut verdient haben, möchten nun den Fiskus an ihren Verlusten beteiligen. Doch manche haben ?vergessen?, ihre Spekulationsgewinne in den Vorjahren anzugeben. Tipp: Betroffene sollten vor Abgabe der Steuererklärung mit ihrem Steuerberater sprechen. Meist lässt sich das Malheur durch ein simples Nacherklären beheben.

Wer seine Spekulationsgewinne in der Vergangenheit versteuert hat, braucht nichts zu befürchten. Dennoch sollten auch diese Kapitalanleger bei ihrer Steuererklärung 2002 strategisch vorgehen, sonst verschenken sie bares Geld. Denn mit eventuell vorhandenen Spekulationsverlusten der Jahre 2001 und/oder 2002 lassen sich die versteuerten Gewinne der Vorjahre entscheidend drücken - auch rückwirkend. Der Grund: Spekulationsverluste können Sie zwar nicht mit anderen positiven Einkünften wie Gehalt, Mieten oder Zinsen verrechnen. Auch ein Ausgleich unter Ehegatten ist nicht möglich. Sie können sie nur mit eigenen Spekulationsgewinnen verrechnen.

Verluste lassen sich zeitlich vor- und zurücktragen

Dennoch sind Verluste nicht verloren, falls Sie im selben Jahr keine Gewinne gemacht haben. Sie dürfen die Verluste mit eventuell vorhandenen Gewinnen im zurückliegenden Jahr verrechnen - selbst wenn Sie dafür schon Steuern gezahlt haben. Fehlen im Vorjahr Spekulationsgewinne oder bleiben nach der Verrechnung Verluste übrig, können Sie die Verluste mit in die Zukunft nehmen und mit eventuellen Spekulationsgewinnen verrechnen.  
Achtung! Seit 2002 gilt auch bei Spekulationsgewinnen und -verlusten das Halbeinkünfteverfahren. Das bedeutet, dass der Anleger nur die Hälfte der mit in- und ausländischen Aktien innerhalb der Spekulationsfrist erzielten Gewinne versteuern muss. Im Gegenzug kann er jedoch auch nur die Hälfte der Verluste und Werbungskosten geltend machen.

Beispielrechnung:

Max Clever hat im Jahr 2001 Spekulationsgewinne in Höhe von 10.000 Euro angegeben und versteuert. 2002 hatte er kein so glückliches Händchen. Er gibt Spekulationsverluste in Höhe von 25.000 Euro an.

Spekulationsverlust 2002        - 25.000 Euro
davon steuerlich abzugsfähig    - 12.500 Euro
Spekulationsgewinn 2001           10.000 Euro
Verlustrücktrag nach 2001        - 9.488 Euro
                              (10.000  - 512 Euro)
Spekulationsfreigrenze             - 512 Euro

                             ----------------------
Steuerpflichtig                        0 Euro
Verlustvortrag nach 2003         - 3.012 Euro
                             (12.500 - 9.488 Euro)

Fazit: Durch den Verlustrücktrag erhält Max Clever die im Jahr 2001 gezahlten Einkommensteuern - rund 5.117 Euro* - komplett zurück. (* 48,5% Spitzensteuersatz inklusive 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag)

Steuerbescheid nicht rechtskräftig werden lassen

Tipp: Achten Sie darauf, dass auch beim Verlustrücktrag die Freigrenze von 512 Euro berücksichtigt wird. Der Fiskus rechnet den Gewinn bis auf Null herunter. Damit verschenken Sie Verlustpotenzial. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Az.: 2 K 1545/02) hat entschieden, dass die Freigrenze auch bei Verlustrückträgen gilt. Nun hat der BFH das letzte Wort. Legen Sie Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid ein und beantragen Sie ein Ruhen des Verfahrens.
Wer in seiner 2002er Steuererklärung Spekulationsgewinne oder -verluste angibt, sollte zudem darauf achten, dass sein Steuerbescheid nicht rechtskräftig wird. Ob die Besteuerung von Spekulationsgewinnen verfassungsgemäß ist, muss demnächst der BFH entscheiden (Az.: IX R 62/99).

Extra-Tipp: Umstritten ist noch, ob Sie Verluste aus dem Verkauf privater Gebrauchsgegenstände wie Pkw, Oldtimer, Kunst, Antiquitäten et cetera mit anderen Spekulationsgewinnen verrechnen dürfen. Sowohl der entsprechende Paragraf des Einkommensteuergesetzes als auch ein Hinweis in den Erläuterungen des Finanzamts zur Anlage SO legen diesen Schluss nahe. Das Finanzamt verneint eine Einkunftserzielungsabsicht und berücksichtigt den Verlust nicht (OFD Hannover, S 2256 - 57 St 233/S 2256 - 79 STH 215). Doch gerade diese muss laut Gesetz nicht vorliegen. Namhafte Steuerexperten sehen das genauso und halten einen Verlust zum Beispiel aus dem Verkauf eines Pkws innerhalb der Spekulationsfrist von zwölf Monaten für absetzbar.

Wenn Sie 2002 durch den Verkauf privater Gebrauchsgegenstände innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist einen Verlust gemacht haben, sollten Sie diesen in Ihrer Steuererklärung angeben und sich alle Möglichkeiten durch einen Einspruch innerhalb von vier Wochen nach Zugang des Steuerbescheids offen halten. Nur so profitieren Sie von einer eventuell positiven Entscheidung.

@cri


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22.04.03 16:04

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