Die Zeit wird knapp für SMAX-Unternehmen

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eröffnet am: 03.05.01 02:42 von: tom68 Anzahl Beiträge: 1
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IAS oder US-GAAP - Die Zeit wird knapp für SMAX-Unternehmen

 
Weniger als ein Zehntel aller SMAX-Unternehmen haben ihr Rechnungswesen bisher auf IAS oder US-GAAP umgestellt. Das ist umso bemerkenswerter, als für knapp drei Viertel dieser Unternehmen die Rechnungslegungsumstellung eine hohe bis sehr hohe Priorität besitzt. Dies ist ein wesentliches Ergebnis einer Andersen-Umfrage unter den 124 SMAX-Unternehmen in Deutschland, die das internationale Beratungsunternehmen Anfang des Jahres durchgeführt hat. "Der ungewöhnlich hohe Rücklauf von 60 Prozent zeigt uns, dass das Thema bei den Befragten zurzeit "heiß" ist und dass es für die Unternehmen wichtig ist zu wissen, wo sie im Vergleich zu den anderen stehen", sagt Samy Walleyo, Manager bei Andersen in Frankfurt.

"Die Anzahl an fertigen Umstellungen ist sehr niedrig, wenn man bedenkt, dass die in diesem Börsensegment notierten Unternehmen ihre Berichterstattung nach dem 31.12.2001 nach den internationalen Rechnungslegungsstandards offen legen müssen", so Walleyo weiter. Wie die Umfrage zeigt, befinden sich zurzeit jedoch fast alle Unternehmen im Umstellungsprozess. Etwa 85 Prozent der Befragten meinen, für die Umstellung weniger als zwölf Monate zu benötigen. "Derartige Zeiträume sind unrealistisch. Wenn aus heutiger Sicht nicht bereits eine Umstellung erfolgt ist, so müssen sich die Unternehmen bei der Erstellung ihrer ersten Quartalsberichte 2002 die obligatorischen Vergleichszahlen des Vorjahres meist mühsam aufbereiten", warnt Walleyo. Es sei daher sinnvoll, bereits zwei Jahre vor der eigentlichen Offenlegung mit der Umstellung zu beginnen.

Unvorhergesehene Hindernisse wie Strukturänderungen, Software-Umstellung oder Mitarbeiterfluktuation seien dabei noch nicht berücksichtigt. Für die meisten der befragten Unternehmen komme die Umstellung demnach zu spät. Der Mehraufwand, um derartige Versäumnisse in der laufenden Berichterstattung aufzufangen, ist immens. "Daher ist wie am Neuen Markt auch hier mit Unternehmen zu rechnen, die ihre Berichtsfristen nicht einhalten können", meint daher Walleyo.

Rund ein Drittel der befragten Unternehmen sind auch in ihrer momentanen Berichterstattung nach HGB nur knapp innerhalb der Berichtsfristen. Dennoch wird der Status Quo weithin als zufriedenstellend angesehen: Mit ihrem momentanen Rechnungswesen unzufrieden sind nur 16 Prozent, hinsichtlich des Controlling sind dies 29 Prozent. Nur insgesamt 37 Prozent der befragten Firmen sehen ihr momentanes Rechnungswesen als nicht ausreichend an, um den künftigen Anforderungen gerecht zu werden.

Die aufkommenden Probleme sind vielfältig: Insbesondere bei einer hohen Anzahl an ausländischen Tochtergesellschaften, bei der Bilanzierung von Projektgeschäft oder der Umsatzrealisierung kann es zu Überraschungen kommen. Ein für gewisse Bilanzierungssachverhalte notwendiges Controlling exitisiert häufig nicht, historisch weit zurückliegende Zahlen, die für Sachverhalte wie Goodwill-Abschreibungen notwendig werden, sind häufig nicht mehr verfügbar. Auch die so genannten Softfacts werden nach den Erfahrungen der Berater häufig unterschätzt. "Profit Center Leiter haben kein Verständnis, wenn sich altbekannte Ziel- und Steuerungsgrößen ohne ihr zutun über Nacht verändern, eine Umstellung muss daher frühzeitig unternehmensweit kommuniziert werden", rät Walleyo.

Knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen rechnen bei der Umstellung denn auch mit Kapazitätsengpässen. Rund ein Drittel von ihnen erwartet zusätzliche Probleme bei der Mitarbeiterqualifikation. Hinsichtlich der Wahl der Rechnungslegungsstandards ist ein klarer IAS-Trend erkennbar. 76 Prozent bevorzugen diesen gegenüber den US-GAAP. 12 Prozent haben hierüber noch keine Entscheidung gefällt.
(as)  
 
 

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