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15.12.06 16:44

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und keiner will sie haben.

SPIEGEL ONLINE - 15. Dezember 2006, 13:05
URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,454797,00.html


DRAHTLOSES NETZ

Fünf Anbieter kaufen Wimax-Frequenzen

Fünf Unternehmen haben Frequenzen für die drahtlose Internet-Technologie Wimax ersteigert. Seit Dienstag lief die Auktion für die Frequenzen, die das schnelle Netz in Deutschland aufs flache Land bringen sollen. Viele Frequenzpakete blieben allerding liegen.

Nach einem mehrtägigen Bietergefecht erhielten die luxemburgische Clearwire Europe sowie die deutschen Firmen Deutsche Breitband Dienste (DBD) und Inquam Broadband jeweils Frequenzen für die gesamte Bundesrepublik. Regionale Frequenzen in Nieder- und Oberbayern ersteigerten die italienische MGM Productions sowie das deutsche Unternehmen Televersa.

Wie die Bundesnetzagentur in Mainz mitteilte, kommen durch die Auktion insgesamt 56 Millionen Euro in die Kasse des Bundes. Der Erlös der Auktion bleibt damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das Mindestgebot für alle 112 Frequenzpakete in 28 deutschen Regionen hatte bei knapp 60 Millionen Euro gelegen. Die Versteigerung der Frequenzen für die ebenfalls fürs mobile Netz gedachte UMTS-Technik hatte vor einigen Jahren noch etwa 50 Milliarden Euro eingebracht.

Bei der jetzigen Auktion wurden kleinere Brötchen gebacken - die ganz großen Anbieter hatten sich aber auch aus der Versteigerung herausgehalten. Die ursprünglich sechs an der Versteigerung beteiligten Unternehmen hatten zudem für 25 Frequenzpakete gar keine Gebote abgegeben. In jeder Region der Bundesrepublik Deutschland haben den Angaben zufolge drei Unternehmen den Zuschlag erhalten.

Besonders begehrt waren die vier Frequenzpakete für die Region Oberbayern, zu der auch die Millionenstadt München zählt. Hier wollten alle fünf Unternehmen je ein Frequenzpaket ersteigern. Beim Frequenzpaket D konnte sich am Freitag schließlich MGM mit einem Höchstgebot von 1,2 Millionen Euro gegen Televersa durchsetzen.

cis/AP
 

16.12.06 14:09

3483 Postings, 6443 Tage ich_willIEEE 802.16 / WiMAX

IEEE 802.16 / WiMAX
Worldwide Interoperability for Microwave Access

WiMAX unterstützt variable Kanalbreiten von 1,25 MHz bis 20 MHz und eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 75 MBit/s. Je Nutzer sind wohl 2 bis 4 MBit/s realistisch. Die Basisstationen dürfen mit 30 W EIRP (Equivalent Isotopic Radiated Power) senden. Bis zu einer Entfernung von 48 km ließe sich so überbrücken. Je höher die Reichweite, desto geringer die Übertragungsgeschwindigkeit.
WiMAX wird einerseits als stationäre Funkalternative zum Festznetz-DSL gesehen. Gerne wird es als W-DSL / Wireless-DSL bezeichnet. Im Gegensatz zu WLAN ermöglicht WiMAX einen erheblich größeren Durchmesser des Versorgungsbereichs einer Basisstation. Mehrere Kilometer Reichweite lassen die letzte Meile zwischen Netzbetreiber und Kunden schrumpfen. Vor allem in Gegenden, wo DSL oder Kabel keinen Internet-Zugang bieten können, ist WiMAX eine Alternative und wird dort auch schon vermarktet.
Frequenzvergabe in Deutschland

Im Rahmen der Versteigerung von UMTS-Lizenzen zur Nutzung eines reservierten Frequenzspektrums wurden auch Lizenzen zur Nutzung für Punkt-zu-Punkt-Richtfunk (PmP-RiFu) namens Wireless Local Loop (WLL) versteigert. Mehr als 50 Firmen nahmen daran teil und waren bestrebt eine Infrastruktur auf Basis von Richtfunk für einen schnellen Internet-Zugang und Standortvernetzung aufzubauen. Kurze Zeit später waren fast alle Provider wieder verschwunden, ohne das jemals ein realistisches Produkt auf den Markt gekommen ist. Die Geschäftsmodelle stellten sich als nicht wirtschaftlich heraus.
Zwischenzeitlich wurden technische Fortschritte erzielt und mit WiMAX eine flexiblere Funktechnik entwickelt, die auch als Standard festgelegt ist.
In Deutschland wurde von der RegTP im 3,5-GHz-Bereich für WiMAX zwei Frequenz-Blöcke zwischen 3410 bis 3452 MHz und 3510 bis 3552 MHz frei gegeben.
Bis Ende Februar 2006 lief in Deutschland die Ausschreibung für WiMAX-Frequenzen zwischen 3,4 und 3,6 GHz. Rund 900 Anträge sind bei der Bundesnetzagentur bis dahin eingegangen. Pro Region wird mit 4 bis 5 Anbietern gerechnet, die eine Lizenz haben werden. In Ballungsgebieten mit mehr Anträgen als verfügbare Lizenzen soll erst ein Einigungsverfahren unter den Antragstellern für Klärung sorgen. WEnn das nicht hilft ist eine Versteigerung der Frequenzen vorgesehen. Für die Frequenzvergabe ist die Bundesnetzagentur (BNETZA) zuständig.
Entwicklung

Parallel zu IEEE 802.11 für Wireless LAN entwickelte das IEEE 802.16 für Broadband Wireless Access bzw. ein drahtloses Metropolitan Netz (MAN). Beim ETSI ist der entsprechende Standard unter dem Namen WiMAX (ausgesprochen: waimäx) - Worldwide Interoperability for Microwave Access - oder Hiper-MAN bekannt.
Die erste Standardisierung im Jahr 2001 legt die Funkschnittstelle für die Richtfunk-Frequenzen zwischen 10 und 66 MHz fest. Diese Technik sollte eine Reichweite von 50 Kilometer bei 70 MBit Übertragungsrateerreichen. Natürlich nur im Idealfall, bei direkter Sichtverbindung und stationären Empfängern. Später verschob sich das Interesse in den Frequenzbereich zwischen 2 und 11 GHz ohne Sichtverbindung zwischen Basisstation und Empfänger. Der Standard wurde 2003 als 802.16a fertiggestellt. Im Jahr 2004 wurden dann beide Standards überarbeitet (802.16d) und als 802.16d-2004 bzw. "WiMAX fixed" zusammengefasst.
In der Untergruppe 802.16e wurde an einer Erweiterung gearbeitet, die für mobile Anwendungen bei niedrigen Geschwindigkeiten in lizenzfreien und lizenzpflichtigen Frequenzspektrum unterhalb von 6 GHz arbeitet. Dieser Standard wird "Wimax mobile" genannt und ist noch nicht verabschiedet.
Unabhängig vom IEEE und dem WiMAX-Forum hat Südkorea mit einem parallelen Projekt WiBro (Wireless Broadband) eigene Schritte unternommen. 2004 erklärte sich Südkorea bereit an der IEEE-Standardisierung mitzuwirken. WiBro ist deshalb erst unter 802.16e in den Standard eingeflossen.
Aufgrund der vielen verschiedenen Arten von Zugriffsverfahren auf die Funkschnittstelle ist die Kompatibilität innerhalb des Standards gefährdet. Die Gefahr für WiMAX ist Hardware, die untereinander nicht kompatibel ist. Für die Netzbetreiber wird so die Entscheidung schwerer, in welche Hardware investiert werden soll. Hardware mit einem Combo-Chipsatz, der mehrere Standards beherrscht ist da eine teure Möglichkeit.
Stand der Technik

Im Gegensatz zu WLL (Vorgänger der WiMAX-Frequenzen) und UMTS (teure Frequenzen) sind die Voraussetzungen für WiMAX optimal. Doch bisher hat noch kein Run auf die Frequenzen und die Technologie stattgefunden.
Verschiedene Feldversuche haben bereits einige Ergebnisse gebracht, die auf den praktischen Einsatz Einfluss haben:

   * Im Indoor-Bereich kann es je nach Standort zu unterschiedlich starken Empfangsqualitäten kommen.
   * Für optimalen Empfang wird in vielen Fällen eine Fensterantenne notwendig sein.
   * WiMAX hat wie WLAN und UMTS die gleichen Probleme im Bereich von Abschattungen (Funklöcher).
   * Ist die Funkverbindung optimal lassen sich bis zu 3 MBit/s übertragen.

Die Umsetzung von WiMAX erfordert Netzbetreiber mit Mobilfunkerfahrung. Die Mobilfunknetzbetreiber der GSM- und UMTS-Netze in Deutschland sind aber nicht an WiMAX interessiert. Sie setzen auf UMTS als mobilen und stationären Breitband-Anschluss als Konkurrenz zu DSL.
Anwendungen

Zur Zeit beschränkt sich der Einsatz von WiMAX als DSL-Ersatz in Gebieten, wo DSL von der Deutschen Telekom nicht ausgebaut ist. Zum Beispiel in den OPAL-Netzen mit Glasfaser-Infrastruktur, die hauptsächlich in den neuen Bundesländern vorkommen. Netzbetreiber, die mit WiMAX Abhilfe schaffen wollten haben dan festgestellt, dass die Deutsche Telekom auf einmal bereit war DSL nachzurüsten. In den meisten Fällen war das Interesse an dem Aufbau einer Funkinfrastruktur mit WiMAX nicht mehr von Interesse.
Da die Entwicklung der DSL-Anschlüsse in Richtung 16 MBit/s und mehr geht ergeben sich dabei auch Anwendungen, die diese Bandbreite notwendig macht. Mit "Triple Play" wird Internet-Zugang, Telefonie und Fernsehen über ein Übertragungsmedium umgesetzt. Doch mit WiMAX ist das nicht möglich. Da reicht die Bandbreite einfach nicht aus. Schwierig ist auch die Verfügbarkeit der Modems und deren Preis. Die Eintrittskosten und der Aufwand für WiMAX liegt relativ hoch für die Anwender. Bei den meisten DSL-Anschlüssen bekommt der Kunde das Modem kostenlos dazu. Von Massenmarktfähigkeit ist WiMAX also noch weit entfernt.

   * Mobilfunkbetreiber können ihre Mobilfunk-Basisstationen über Funk mit einer dem Festnetz vergleichbaren Zuverlässigkeit anbinden. So lassen sich teure Kabelverbindungen sparen.
   * Drahtlose Standleitungen zur Standortvernetzung von Firmen, bei denen WLAN von der Reichweite nicht ausreicht und der klassische Richtfunk zu teuer ist.

Zukunftsaussichten

Die Anzahl installierter Systeme wächst weltweit. Allerdings handelt es sich um Pilotversuche und Testprojekte mit proprietären Systemen, die mit dem WiMAX-Standard nicht kompatibel sind. Bisher ist noch wenig Hardware zertifiziert. Erst seit Juli 2005 gibt es dafür ein Labor.
Ob WiMAX ein mit einheitlicher Technik ein weltweiter Erfolg wird, ist stark von den staatlichen Regulierungsbehörenden und deren Frequenzvergabe abhängig. Die Frequenzzuteilung in den USA, Europa und Asien ist weitgehendst uneinheitlich. Zu viele Frequenzbänder möchten die Hersteller von WiMAX-Geräten vermeiden. Multiband-Geräte sind aufwendiger in der Entwicklung und Herstellung. Das macht die Geräte teurer, drückt dadurch die Verkaufszahlen und macht WiMAX weder für Hersteller noch für den Handel interessant.
Fraglich ist das Interesse der Anwender. WiMAX ist auf lizenzpflichtige Frequenzen angewiesen, die von kommerziell ausgerichteten Netzbetreibern verwendet werden. Diese bieten einen Zugang nur gegen Bares an. Ein offenes System, wie es von WLAN bekannt ist, wo jeder einen Access Point oder Hotspot betreiben kann, ist eher unwarscheinlich. Somit reduziert sich der Nutzen für den Anwender, sich ein mit WiMAX integriertes Notebook anzuschaffen. Das bedeutet eine geringe Marktdurchdringung und wenig Kunden für die Netzbetreiber. Mobilfunk-ähnliche Angebote mit subventionierten Datenkarten sind die Folge, was die Nutzung von WiMAX auf einen DSL-Ersatz reduziert.
WiMAX wird als Konkurrenz zu UMTS gesehen. Zumindest, was die mobile Variante (802.16e-2005) angeht.

Der größte Markterfolg und Nachfrage wird in Entwicklungsländern mit starkem Wirtschaftswachstum erwartet, gefolgt von dünn besiedelten Gebieten der Industrienationen und auch als Backbone-Netz für Mobilfunkbetreiber.
IEEE-WiMAX-Standards

   * IEEE 802.16a
   * IEEE 802.16d-2004 / WiMAX fixed
   * IEEE 802.16e-2005 / WiMAX mobile

Weitere verwandte Themen:

   * IEEE 802.11 / Wireless LAN (WLAN) / HiperLAN
   * UMTS - Universal Mobile Telecommunications System

   * business mobile: WLAN - Wireless LAN
   * business mobile: SSID
 

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