Die Krise der Kommunen

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eröffnet am: 27.08.03 08:23 von: JoBar Anzahl Beiträge: 1
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3010 Postings, 6415 Tage JoBarDie Krise der Kommunen

Neumarkt - die reichste Stadt Bayerns

Die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz beweist, dass eine Stadt auch in schwierigen Zeiten solide wirtschaften und sogar Schulden abbauen kann. Neumarkt ist auch der Beleg dafür, dass die Taktik vieler Kommunen, die Schuld für die Finanzmisere allein auf Berlin zu schieben, so nicht haltbar ist.


In Neumarkt ist die Welt noch in Ordnung
Stolze 50 Millionen Euro soll Neumarkt auf der hohen Kante haben. Oberbürgermeister Alois Karl (CSU) will die Summe zwar nicht bestätigen, die geplanten Investitionen lassen jedoch erahnen, dass die Zahl so falsch nicht sein kann: So soll für 2,5 Millionen Euro ein Museum für moderne Kunst entstehen, für 15 Millionen Euro eine Stadthalle und selbst ein Erlebnisbad ist angedacht.

Dickes Plus bei der Gewerbesteuer
Anders als in anderen Städten sprudelt in Neumarkt sogar die Gewerbesteuer. 2002 nahm Neumarkt rund 13 Millionen Euro aus dieser Quelle ein - rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sanken die Einnahmen der Kommunen aus der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr um 40 Prozent.

Mittelstand statt Großkonzern
Die Hauptgründe für diese Entwicklung sind der gesunde Branchenmix in der Stadt und die starke Stellung des Mittelstandes. In Neumarkt ist man froh, dass sich hier viele Mittelständler und nicht etwa nur ein paar multinationale Konzerne angesiedelt haben. Denn während große Unternehmen ihre Gewinne in Deutschland häufig einfach mit Verlusten im Ausland verrechnen und so keine Gewerbesteuer zahlen müssen, tragen die Mittelständler aus der Region nach wie vor ihren Teil zu den kommunalen Finanzen bei.

Günstiges Bauland
18.000 Arbeitsplätze gibt es in der 40.000-Einwohner-Stadt. Damit wohnen heute doppelt so viele Menschen in der Stadt wie vor 25 Jahren. Und mehr Einwohner bringen der Stadt auch mehr Einkommenssteuereinnahmen - neben der Gewerbesteuer die zweite finanzielle Säule für die Kommunen. Außerdem tut die Stadt einiges, um weitere Steuerzahler - zum Beispiel aus Nürnberg - anzulocken: 90 Hektar Wohnbaugebiet wurden in den vergangenen Jahren ausgewiesen und zu einem Quadratmeterpreis angeboten, der zum Teil um die Hälfte billiger ist als in den Nachbargemeinden.

Niedrige Verwaltungskosten

Die Stadtverwaltung selber gilt als sparsam und beschäftigt nur 300 Angestellte. In vergleichbar großen Städten sind es 400 bis 500. Entsprechend geringer sind auch die Personalkosten. 18 Millionen Euro im Jahr werden in Neumarkt aus dem knapp 100-Millionen-Euro-Haushalt für Löhne und Gehälter ausgegeben. Mit dieser Personalquote kann sich Neumarkt mit jedem mittelständischen Unternehmen messen lassen.

Nur 28 Euro Schulden pro Einwohner
Und auf noch etwas kann die Stadt Neumarkt stolz sein: auf die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung in Bayern. Sie beträgt nur 28 Euro pro Einwohner. Das sind sogar rund 3,50 Euro weniger als vor einem Jahr. Vergleichbar große Städte in Bayern haben 600 Euro Schulden pro Bürger - also zwanzig Mal so viel wie Neumarkt in der Oberpfalz.

Sparsam wirtschaften und das Ersparte dann investieren. Das ist die Devise in Neumarkt. Nur deshalb sind Stadthalle, Kunstmuseum und Erlebnisbad auch in Neumarkt finanziell machbar.


 

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