Die Hybriden kommen

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 10.09.05 08:49
eröffnet am: 10.09.05 08:49 von: flamingoe Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 10.09.05 08:49 von: flamingoe Leser gesamt: 241
davon Heute: 1
bewertet mit 1 Stern

10.09.05 08:49
1

3243 Postings, 7457 Tage flamingoeDie Hybriden kommen

von Martin Brust

Umweltaspekte spielen beim Fahrzeugkauf eine immer größere Rolle, unter anderem angesichts stetig steigender Spritpreise und der Feinstaubdiskussion. Mitte August stellte der Verkehrsclub Deutschland seine neue Auto-Umweltliste vor.

Klare Sieger waren Autos mit Hybridantrieb. Sie landeten auf dem ersten Platz der Gesamtwertung sowie in den Klassen "Kompakt" und "Familienautos". Es handelt sich um den Toyota Prius und den Honda Civic IMA.

Der Hybridantrieb ist eine Kombination aus Benzin- und Elektromotor. Durch den Einsatz wird der Verbrauch um 15 bis 40 Prozent gegenüber konventionellen Vergleichsfahrzeugen gesenkt, der Schadstoffausstoß verringert und die Fahrleistung verbessert. Denn der Elektromotor hat im unteren Drehzahlbereich - beim Anfahren oder Beschleunigen - eine höhere Dynamik. Das Bundesforschungsministerium schreibt in einem Positionspapier vom November 2004: "Untersuchungen zur Verifizierung der Vorteile von Hybridkonzepten haben gezeigt, dass die alleinige weitere Verbesserung des Verbrennungsmotors nicht ausreicht, sondern erst die Einbeziehung von Hybridkonzepten zu nachhaltigen Einspareffekten führt."

Hybridmodelle sollen auf der IAA ein Schwerpunkt sein. Nach Angaben von Eckehart Rotter, Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), werden mehrere deutsche Hersteller entsprechende Modelle zeigen. "Es wird nicht nur Studien zu sehen geben, sondern auch Fahrzeuge, die in absehbarer Zeit im Markt auftreten können", sagt er.

Auto mit eingebauter Steckdose

Bislang können deutsche Autobauer fast nur Experimente in der Hybridtechnik vorweisen - davon aber viele. Volkswagen hat die Technik schon in den 80er Jahren erprobt, Audi in den 90ern. Mercedes zeigt seit 1969 immer wieder Prototypen, so auch auf der Automesse in Detroit Anfang dieses Jahres. In den USA startete der Konzern Ende 2004 die Serienproduktion des Dodge Ram Diesel HEV, ein Pick-up. Dabei kann der Elektromotor auch als Stromlieferant für externe Geräte dienen - also ein Auto mit eingebauter Steckdose.

Ein Transporter der "Sprinter"-Reihe mit Hybrid-Dieselmotor befindet sich in der "kundennahen Erprobung". Ende August schloss der Konzern eine Vereinbarung mit dem amerikanischen Autobauer General Motors. Mehrere Hundert Mio. $ sollen in die gemeinsame Entwicklung von Hybridmotoren fließen. Beide Konzerne hatten mit Blick darauf bereits im Dezember eine gemeinsame Absichtserklärung vorgelegt.

Führend bei der Technik sind aber asiatische Autobauer: Honda brachte mit dem Insight bereits 1999 einen Zweisitzer mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 Litern auf den Markt. Der Honda Civic IMA schluckt knapp 5 Liter auf 100 Kilometern und verkaufte sich rund 100.000-mal. Der Prius von Toyota, in den USA bereits seit 2000 zu haben, verbraucht 6 Liter. Im vergangenen Jahr wurden rund 120.000 Fahrzeuge statt der geplanten 80.000 abgesetzt. In diesem Jahr will der Konzern weltweit 360.000 Stück verkaufen. Ähnlich hohe Zahlen erwartet Toyota für den Absatz seines mit Hybridantrieb ausgestatteten Lexus, der seit Juni auch in Deutschland zu erwerben ist.

Das Geheimnis des Hybrid-Rausches liegt, neben den Vorteilen der Technik, auch darin, dass Teile der Gesellschaft in den USA auf dem Ökotrip sind. Leonardo Di Caprio, Cameron Diaz oder Harrison Ford fanden es bei der Oscar-Verleihung 2004 chic, weder im Geländewagen noch mit der Stretchlimousine vorzufahren, sondern im Toyota Prius.

http://www.ftd.de/ub/in/21509.html

 

   Antwort einfügen - nach oben