Die Chinesen kopieren nur die Besten

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neuester Beitrag: 23.02.06 23:14
eröffnet am: 23.02.06 23:08 von: lead Anzahl Beiträge: 3
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23.02.06 23:08

3123 Postings, 6031 Tage leadDie Chinesen kopieren nur die Besten

?Die Chinesen kopieren nur die Besten?

Von Andreas Hoffbauer und Andreas Rinke

Ningbo ist für Heribert Rohrbeck ein rotes Tuch. Denn in der chinesischen Stadt südlich von Schanghai kopieren sage und schreibe 18 Firmen die Produkte des mittelständischen Unternehmens Bürkert aus Ingelfingen ? mit bemerkenswerter Dreistigkeit.

Original oder Fälschung? China verspricht immer wieder, den Kampf gegen die Produkt- und Markenpiraterie zu verschärfen.
Original oder Fälschung? China verspricht immer wieder, den Kampf gegen die Produkt- und Markenpiraterie zu verschärfen.

PEKING. ?So hat etwa die Firma Yuyao Yongchuang nicht nur unser Schrägsitzventil für Wasseraufbereitungsanlagen illegal nachgebaut, sondern auch von den technischen Datenblättern bis hin zu den Bestellnummern alles kopiert?, meint der Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens.

Das Beispiel Bürkert zeigt, dass sich im China-Geschäft nicht nur die großen Konzerne Sorge um den Schutz geistigen Eigentums machen müssen. Deshalb sind viele deutsche Manager in China fast froh über die Aufregung um den möglicherweise ?kopierten Transrapid?. Denn nun steht das Thema auch weit oben auf der Tagesordnung beim Besuch von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Peking. Rechtsstaatliche Probleme gibt es in China nicht nur beim Umgang mit den Bürgerrechten. Immerhin hat auch der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) nun ganz offen von einem ?Technologieklau? gesprochen.

Anscheinend sind die Warnungen in Peking bereits angekommen: Chinas Außenminister Li Zhaoxing habe eine Kampagne angekündigt, damit die seit November in China geltende schärfere Rechtslage zur Produktpiraterie nun auch beachtet werde, sagte Steinmeier nach einem Gespräch mit seinem Amtskollegen. Die Bundesregierung will das Thema zudem auch in den bilateralen Gesprächen auf Staatssekretärsebene ansprechen, die Steinmeier und sein Kollege vereinbarten. Und bei den Besuchen von Wirtschaftsminister Michael Glos (März) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (22. und 23. Mai) wird es wohl auch eine Rolle spielen.

Dass Peking nun ernsthafter als zuvor Besserung gelobt, hat offenbar auch mit der Sorge vor dem Verlust von Auslandsinvestitionen zu tun. Immerhin investieren einige japanische Konzerne wieder verstärkt in ihrer Heimat ? aus Sorge vor dem Technologieklau. Auch Walter Hess aus Burbach-Wahlbach hat negative Erfahrungen in China gemacht. Der Chef der Hess Maschinenfabrik macht schon lange Geschäfte in der Volksrepublik. In der Provinz Hebei baut Hess seit gut zehn Jahren Spezialmaschinen für die Fertigung von Betonsteinen.

Das Geschäft läuft gut, doch auch Hess ist Opfer der Kopierer. Als der deutsche Unternehmer bei der letzten Reise des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder in China dabei war, hatte er ein chinesisches Fachmagazin im Gepäck. Das zeigte die Hess-Maschine groß auf dem Titelblatt. Doch im Heft war das gleiche Produkt noch etliche Male zu finden, mal in Gelb, mal in Rot. ?Immer unsere Maschine, aber alles andere chinesische Anbieter?, seufzt der deutsche Mittelständler. Ein chinesischer Manager aus der Autobranche kann über die Aufregung nur schmunzeln: ?Das ist doch ein großes Lob?, sagt er. ?Die Chinesen kopieren nur die Besten.?

Bisweilen aber auch die Sorglosesten. ?Es wird schon manchmal recht gutgläubig vorgegangen, gerade bei deutschen Mittelständlern?, sagt Expertin Ulrike Glück, Partner der internationalen Anwaltskanzlei CMS in Schanghai. Zu oft vertrauten die Deutschen darauf, dass der chinesische Partner schon nicht kopieren werde. Viele Firmen schrecken auch vor den Kosten einer Registrierung in China und vor den bürokratischen Patenthürden zurück.

Chinesische Firmen drängen zudem meist vehement auf Zugang zur Technologie. ?Da stellt sich dann schnell die Frage, Geschäft oder nicht Geschäft?, sagt Glück. So werden viele Unternehmen immer wieder schwach, auch große Konzerne: Airbus wird bald Flugzeuge in China bauen, Siemens seine ICE-Züge.

Dass ausländische Firmen wie Starbucks, Ferrero, Gucci oder Burberry jüngst vor chinesischen Gerichten in Prozessen gegen Kopierer erste Etappensiege feierten, sehen Experten zumindest als gutes Zeichen. Doch einen vollständigen Kopierschutz wird es in China so schnell nicht geben. ?Wer hier einsteigt?, sagt ein deutscher Manager in Peking, ?muss einfach mit Nachahmern rechnen.?
 

23.02.06 23:14

3123 Postings, 6031 Tage leadWir zahlen für den eigenen Untergang! o. T.

23.02.06 23:14

29689 Postings, 5638 Tage ScontovalutaHaste im Fernsehen gesehen oder?

Fernsehen is too late!  

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