Die Belgier sind ja gut drauf...

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neuester Beitrag: 14.12.06 19:17
eröffnet am: 14.12.06 17:47 von: Karlchen_II Anzahl Beiträge: 6
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14.12.06 17:47

12175 Postings, 7155 Tage Karlchen_IIDie Belgier sind ja gut drauf...

Belgien: Abspaltung Flanderns


RTBF meldete "einseitig ausgerufene Unabhän­gig­keits­er­klärung" - Heftige Kritik aus der Politik - Tausende Anrufe bei Sender

Brüssel - In Belgien hat eine erfundene Fernseh-Reportage über die Spaltung des Staates landesweit Aufruhr und Empörung ausgelöst. Das französischsprachige öffentlich-rechtliche Fernsehen (RTBF) hatte am Mittwochabend zur besten Sendezeit in falschen Live-Reportagen berichtet, das flämische Regionalparlament habe die Unabhängigkeit des niederländisch-sprachigen Landesteils erklärt. Heftige Kritik an dem Bericht, das unter den Zuschauern große Aufregung auslöste, kam aus der Politik, darunter von einem Sprecher von Premier Guy Verhofstadt. Vertreter des Senders verteidigte hingegen die Sendung.

"Einseitig die Unabhängigkeit erklärt"

Es klang überzeugend: "Das flämische Parlament hat einseitig die Unabhängigkeit Flanderns erklärt", teilte ein Nachrichtensprecher den Zuschauern im französischsprachigen Teil des Landes am Mittwochabend mit. König Albert und seine Gattin Paola hätten in einem Flugzeug der Luftwaffe das Land verlassen, meldete RTBF weiter, der für diese "exklusive" Nachricht eigens das laufende Programm unterbrach. Dazu wurden unscharfe Bilder von einem Militärflugplatz und eine Gruppe Monarchie-treuer Demonstranten vor dem Palast gezeigt.



Erst nach einer guten halben Stunde klärte der RTBF darüber auf, dass das Drama nur inszeniert war. Bis dahin hatte der Sender schon einige Aufregung ausgelöst: So häufig ist in der Vergangenheit über einen Zerfall der zweisprachigen Nation Belgien spekuliert worden, dass die Falschmeldung auf einige Zuschauer durchaus realistisch wirkte. Denn in Flandern, dem niederländischsprachigen Nordteil Belgiens, treten rechte Politiker seit Jahrzehnten für eine Unabhängigkeit ihrer wirtschaftlich starken Region ein. Das einst entwickeltere französischsprachige Wallonien hängt seit dem Niedergang der Kohl- und Stahleindustrie am finanziellen Tropf.


RTBF-Fernsehdirektor Alain Gerlache verteidigte die fiktive TV-Reportage am Donnerstag im flämischen Radiosender VRT. Man habe zeigen wollen, "dass politische Debatten keine Luftschlösser sind, dass sie konkrete und praktische Folgen für die Bevölkerung haben können". Die Sendung war Gerlache zufolge "spektakulär", weil "nicht allein die Zuschauer des öffentlichen Senders, sondern auch Politiker, ausländische Journalisten, Botschafter und internationale Organisationen" an die Behauptung von der beschlossenen Spaltung des Landes geglaubt hätten.

Das zeige, dass diese Annahme sehr glaubwürdig sei, meinte der Fernsehdirektor. Man habe "die Wichtigkeit einer aktuellen politischen Debatte, der Debatte über die Zukunft Belgiens" herausstellen wollen, sagte RTBF-Sprecher Yves Thiran.

"Ein schlechter Witz"

Politiker sowohl der flämischen als auch der wallonischen Seite fanden diesen Beitrag allerdings gar nicht hilfreich. "Ein schlechter Witz, der für schlechten Geschmack spricht", urteilte Didier Seeuws, der Sprecher des (flämischsprachigen) belgischen Ministerpräsidenten Verhofstadt. Der französischsprachige Verteidigungsminister André Flahaut bezeichnete den gefälschten Bericht als "widerwärtig, inakzeptabel und skandalös" und forderte eine Abmahnung der verantwortlichen Journalisten.

"Zu einem Zeitpunkt, wo unser Land von separatistischen Bestrebungen erschüttert wird, ist es unverantwortlich und nicht staatstragend, glauben zu machen, dass die Flamen für ihre Unabhängigkeit gestimmt haben", sagte der einflussreiche Chef der frankophonen Sozialisten, Elio Di Rupo. Die für Medien zuständige Ministerin der französischsprachigen Gemeinschaft, Fadila Laanan, forderte eine Untersuchung des Falls und bestellte den RTBF-Chef ein.

"Dies ist vielleicht keine Fiktion"

Zu Beginn der Ausstrahlung hatte der Sender die Worte "dies ist vielleicht keine Fiktion" eingeblendet - in Anspielung auf das berühmte Bild des belgischen surrealistischen Malers René Magritte, "Ceci n'est pas une pipe" (Das ist keine Pfeife), das eine Pfeife darstellt. Es dauerte eine halbe Stunde, bis auf Betreiben der zuständigen wallonischen Medien-Ministerin stattdessen die Zeile "dies ist eine Fiktion" erschien.

Der Fernsehbericht vor dem Hintergrund des erbittert geführten Sprachenstreits in Belgien erschien so echt, dass tausende Zuschauer bei der RTBF anriefen. "Meine Eltern sind völlig durcheinander", erzählt einer von tausenden Anrufern beim eigens eingerichteten RTBF-Sondertelefon.

Die Webseite des Senders war noch am Donnerstag überlastet. Am Vorabend hatten sich vor dem Königspalast in Brüssel spontan Dutzende Belgier versammelt, um mit Landesfahnen für die Einheit des Landes zu demonstrieren. 89 Prozent der Zuschauer hätten die Nachricht von der Spaltung für wahr gehalten, ergab eine RTBF-Umfrage. (APA)  

14.12.06 17:49

26159 Postings, 6116 Tage AbsoluterNeulingWissen wir schon

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Unter 4 Millionen Arbeitslose:
Danke, Münte!  

14.12.06 17:57

12175 Postings, 7155 Tage Karlchen_IISorry.

Auch wenn ich mich bei einem Dämelack entschuldige, der Münte das Sinken der Arbeitslosenzahlen zuschreibt.  

14.12.06 18:43

26159 Postings, 6116 Tage AbsoluterNeulingNa Karlchen?

Mal wieder nicht ganz im Bilde?
*gg*
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Unter 4 Millionen Arbeitslose:
Danke, Münte!  

14.12.06 18:49

12175 Postings, 7155 Tage Karlchen_IIDoch doch - ich mach nur dasselbe wie Du. o. T.

14.12.06 19:17
2

26159 Postings, 6116 Tage AbsoluterNeulingWas? Ehrlich?

Du popelst, denkst an Camilla Parker-Bowles und atmest schwer?
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Danke, Münte!  

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