Deutschland mit vorbildlicher Reformpolitik

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neuester Beitrag: 13.09.05 16:26
eröffnet am: 13.09.05 11:40 von: Happy End Anzahl Beiträge: 12
neuester Beitrag: 13.09.05 16:26 von: bullybaer Leser gesamt: 377
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13.09.05 11:40
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95440 Postings, 7262 Tage Happy EndDeutschland mit vorbildlicher Reformpolitik

Überraschende Spitzenplätze

Wahlkampf-Hilfe aus Washington

Deutschland hat im weltweiten Vergleich eine vorbildliche Reformpolitik umgesetzt - dies ist das erstaunliche Ergebnis eines neuen Ländervergleichs, den die Weltbank-Tochter IFC heute vorlegt. Die Rahmenbedingungen für die deutsche Wirtschaft haben sich der IFC-Studie zufolge stark verbessert.
  
Die Arbeit von Michael Klein ist eigentlich recht dankbar. Er lässt hunderte lokale Experten auf 155 Länder los. Dort überprüfen sie, wie es sich für Unternehmen wirtschaften lässt: Wie leicht kommen Firmen an einen Kredit, sind die Gerichte fair, die Verfahren überschaubar? Wie viel Schutz müssen sie Arbeitnehmern gewähren, wie umständlich ist es, Produkte zu exportieren? Ausgestattet mit diesem Wissen verfasst Klein, Chefvolkswirt der Weltbank-Tochter IFC, seit drei Jahren einen der aufwändigsten Ländervergleiche überhaupt, die "Doing Business"-Studie. Mit Ranglisten und vielen Zahlen will die International Financial Corporation IFC belegen, wer in der Welt reformfreudig ist und wer nicht - mit dem Ziel, die Langsamen aufzuscheuchen.

Was Deutschland angeht, scheint dies gelungen. "Wenn man in der Welt nach Vorbildern für Reformen sucht, dann sollte man auch Deutschland besuchen" sagt Klein - in der Selbstwahrnehmung vieler Deutscher ein erstaunliches Ergebnis.

Platz eins beim Arbeitsmarkt

Beispiel Firmengründung: Nirgends dauert sie der Studie zufolge länger als in Haiti (203 Tage), nirgends kürzer als in Australien (zwei Tage). In Deutschland zählten die Experten noch vor zwei Jahren bis zur Eröffnung eines neuen Gewerbes 45 Tage. Jetzt waren es nur noch 24. So etwas, sagt Klein, schafft irgendwann auch neue Arbeit.

An diesem Dienstag soll der Bericht nun vorgestellt werden, erstmals samt Rangliste der Reformländer: Mit Deutschland auf Platz fünf insgesamt und Platz eins beim Thema Arbeitsmarkt. "Wir sind selbst überrascht über das Ergebnis", sagt Klein. "Relativ zu dem, was in anderen Ländern geschah, waren die deutschen Reformen radikal."

Die Studie, die der SZ vorliegt, dankt es mit Spitzenplätzen. So zähle Deutschland zu den Ländern, in denen Investoren vergleichsweise problemlos Kredite erhalten und sowohl Schuldner als auch Gläubiger gut geschützt sind. Mit elf Verfahrensschritten und einer Dauer von durchschnittlich 165 Tagen sind behördliche Zulassungen überdurchschnittlich schnell erreicht, und der internationale Handel, so fanden die Prüfer heraus, werde durch schnelle und unbürokratische Verfahren beschleunigt. So viel Lob war selten.

Im letzten Jahr ist viel geschehen

Noch vor einem Jahr sah das alles ganz anders aus. Viele Länder Europas hatten auf die Osterweiterung reagiert und die Bedingungen für Unternehmen deutlich gebessert, Deutschland aber nicht. Auch Klein wählte damals andere, sehr harte Worte: Das Land stehe nur noch im Vergleich zu Entwicklungs- und Schwellenländern gut da. Dass die Weltbank nun ausgerechnet in der Woche vor den Wahlen mit der Kehrtwende herausrücke, sei reiner Zufall, heißt es im Hauptquartier in Washington.

Allzu heftig sollte das Dankeschön aus Berlin ohnehin nicht ausfallen. Was etwa die Bedingungen für Unternehmen insgesamt angeht, landen die hiesigen Rahmenbedingungen nur auf Platz 19, weit hinter Spitzenreiter Neuseeland, den USA (Rang drei), Dänemark (acht) und Großbritannien (neun), aber immerhin: noch vor Österreich oder Frankreich - auf den Rängen 32 und 44.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/439/60379/    

13.09.05 11:42

95440 Postings, 7262 Tage Happy EndWahlkampf-Hilfe ausgerechnet aus den USA

Wenn das Frau Merkel hört... *g*  

13.09.05 11:46

95440 Postings, 7262 Tage Happy EnddZdM wird das auch nicht gerne lesen

13.09.05 11:48

10041 Postings, 6734 Tage BeMiGibt es bei diesem Ranking

auch das Kriterium:
"Wie geht eine Gesellschaft mit ihren
sozial Schwachen um?"
Das müßte doch für Sozialdemokraten und Linke
und die Anhänger des Sozialstaates (Artikel 20 GG)
und der sozialen Marktwirtschaft ein sehr wesent-
licher Gesichtspunkt sein.
Für die Neoliberalisten - die auch in der Weltbank
dominieren - ist dies unwesentlich.
Es zählt vor allem die verfügbare preiswerte Arbeitskraft.

Ciao
BeMi  

13.09.05 11:51

7203 Postings, 6977 Tage bullybaerWahlkampfhilfe ??

Ich zweifle stark an, dass die grosse Masse des rot/grünen Wählerklientels
einen Artikel aus dem Wirtschaftsteil der Süddeutschen liest.


mfg
bb  

13.09.05 13:15

95440 Postings, 7262 Tage Happy EndIch dachte, die Grünen

sind die Besserverdienenden?  

13.09.05 13:19
doch hab ich gelesen allerdings in einem Thread vor diesem hier. Und sogar mit informativ bewertet. Doch auch hier gilt: nicht immer nur das herauskehren, was die eigene Argumentatation stützt sondern auch den Rest lesen. Ist in dem anderen Thread etwas objektiver gehalten als bei dir.  

13.09.05 13:21

95440 Postings, 7262 Tage Happy EndNa ja

"Objektiver" heißt dann "es passt besser in mein Meinungsbild"

;-)  

13.09.05 13:36
heißt man sieht alle Aspekte  

13.09.05 15:14

5261 Postings, 6522 Tage Dr.Mabusebullybaer: da wäre ich mir nicht so sicher.

Bei unserer Pommesbude wird die Currywurst fast ausschließlich in die Süddeutsche eingewickelt.  

13.09.05 16:14

95440 Postings, 7262 Tage Happy End*g*

Siehste bullybaer ;-)  

13.09.05 16:26

7203 Postings, 6977 Tage bullybaer#10 - Ohhhh stimmt, und ich hab ganz vergessen,

dass bei so manchem überzeugten GRÜNEN die Süddeutsche
auf dem stillen Örtchen hängen könnte.

Glaube aber das selbst die keine Augen am A..ch haben. ;-)

Aber wie gesagt, auf die Masse kommt es an. Das beziehe ich jetzt aber nicht
auf das oben erwähnte Örtchen.

mfg
bb  

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