Deutsche Börse startet neuen "Neuen Markt"

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neuester Beitrag: 23.08.05 15:37
eröffnet am: 23.08.05 08:17 von: EinsamerSam. Anzahl Beiträge: 2
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23.08.05 08:17

24466 Postings, 5840 Tage EinsamerSamariterDeutsche Börse startet neuen "Neuen Markt"

Kleine Wachstumsfirmen sollen sich günstig Eigenkapital beschaffen

Deutsche Börse startet neuen ?Neuen Markt?

Die Deutsche Börse will Wachstumsunternehmen wieder eine Plattform für Börsengänge bieten. Das geplante Kapitalmarktsegment innerhalb des Freiverkehrs dürfte sich vor allem an erfahrene Anleger richten.

FRANKFURT. Dies geht aus Unterlagen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen. Wichtige Anlegerschutzregeln anderer Börsensegmente, die Ad-hoc-Mitteilungen, Pflichtangebote für Kleinaktionäre beim Einstieg eines Großinvestors oder umfangreiche Quartalsberichte betreffen, gehören demnach nicht zu den Voraussetzungen, um sich in dem neuen Segment notieren zu lassen. ?Damit richtet sich das Ganze vor allem an Profis, die sich am Kapitalmarkt auskennen?, sagte Reinhild Keitel, Sprecherin der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger (SdK).

Seitdem die Deutsche Börse den ?Neuen Markt? wegen der Bilanzskandale einiger dort notierter Firmen als Börsensegment für junge Unternehmen 2003 geschlossen hatte, sucht sie nach einer neuen Plattform. Innerhalb des Freiverkehrs, dem am wenigsten regulierten Teil des deutschen Aktienmarktes, wird nun ein Sektor mit etwas höheren Transparenzanforderungen definiert. Kleine Firmen könnten sich so zu günstigeren Bedingungen Eigenkapital beschaffen. Anleger sollen ihrerseits mehr Einblick in die Unternehmen bekommen, als dies bei den 180 deutschen Freiverkehrswerten der Fall ist. Mit diesem Konzept orientiert sich die Börse am erfolgreichen Londoner Alternative Investment Market (AIM), einem Börsensegment für kleine Unternehmen. Die Deutsche Börse könnte dabei die Euphorie im Freiverkehr für sich nutzen. In diesem Jahr nutzten bereits elf Firmen dieses Segment für einen Börsengang. Experten rechnen bis Jahresende mit einem weiteren Dutzend Neuemissionen.

In dem neuen Segment der Deutschen Börse sollen die Firmen nach Handelsblatt-Informationen als Ersatz für Ad-hoc-Mitteilungen ?wesentliche? Nachrichten auf der Internetseite veröffentlichen. Dort ist auch ein testierter Jahresabschluss spätestens sechs Monate nach Geschäftsjahresende zu publizieren. Statt aufwendiger, testierter Quartalsberichte soll den Aktionären zum Halbjahr ein kurzer Zwischenbericht ?ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild des Geschäftsgangs ermöglichen.? Außerdem ist vorgesehen, dass eine Bank oder eine Rechtsanwaltskanzlei als ?Kapitalmarkt-Coach? die Betreuung übernimmt. Zudem werden eine Reihe von Verhaltensvorschriften für Konzernvorstände, die außerhalb des Freiverkehrs gesetzlich geregelt sind, der Freiwilligkeit unterliegen. Dazu gehören Stellungnahmen zu Übernahmeangeboten durch andere Firmen. Auch die Veröffentlichung von Wertpapiergeschäften von Vorstand und Aufsichtsrat auf der Website ist nur auf freiwilliger Basis vorgesehen.

Derzeit liegen diese Regularien der Finanzaufsichtsbehörde BaFin zur Prüfung vor. Diese entscheidet später bei einem öffentlichen Angebot von Aktien über eine Billigung des Wertpapierprospekts. Die Deutsche Börse wollte sich zu den Details ebenso wenig äußern wie zu Spekulationen, denen zufolge das Projekt am 1. Oktober startet.

Am Kapitalmarkt treffen die Vorstellungen der Börse auf ein positives Echo. ?Wir rechnen mittelfristig mit einer dreistelligen Anzahl von Unternehmen, das Potenzial im mittelständisch geprägten Deutschland ist riesig?, sagte Thomas Stewens, Vorstandsmitglied beim Wertpapierhandelshaus Concord Effekten. Allerdings sei dabei sicherzustellen, dass die Publikationspflichten beachtet und seriös verfolgt werden. Vor allem Firmen mit einem Platzierungsvolumen von weniger als 30 Mill. Euro, bei denen die Kosten eine große Rolle spielten, kämen dafür in Frage. Diese profitierten vor allem davon, dass die laufenden Kosten für die Kapitalmarktkommunikation geschätzte 30 000 Euro nicht überschreiten müssten. Im Prime Standard, dem Top-Segment der deutschen Börse für Unternehmensnotierungen, lägen diese Kosten wegen der höheren Auflagen bei mindestens 200 000 Euro, könnten aber auch sogar ein Vielfaches erreichen.
Nachfrage

Unternehmen: Seit dem Untergang des Neuen Marktes fehlt es kleinen, jungen Wachstumsunternehmen an einer Plattform zur Eigenkapitalbeschaffung. Das neue Segment schließt diese Lücke.

Private Equity: Finanzierungsfirmen, die in den vergangenen Jahren junge Unternehmen finanziert haben, benötigen ein Börsensegment zum Weiterverkauf der Start-ups. Rund 100 börsenreife Jungfirmen warten in den Portfolios der Private-Equity-Spezialisten auf den Ausstieg.

Anleger: Angesichts der Kursentwicklung beim Deutschen Aktienindex (Dax) und seinem kleinen Bruder MDax suchen immer mehr Anleger zusätzliche Investitionschancen bei überschaubarem Risiko.

Quelle: HANDELSBLATT, Dienstag, 23. August 2005, 07:38 Uhr

...be invested
 
Der Einsame Samariter

 

23.08.05 15:37

3516 Postings, 7464 Tage baanbruchOch, nö, muss nicht sein !


So ne Verarsche klappt in 20 Jahren nur einmal.

Da muss erst ne neue Generation nachkommen, die nicht
aus den Fehlern der Eltern lernen will.

Na ja, mir geht's rechts und links vorbei, was die Spinner sich wieder
ausdenken.
Hoffentlich werden jetzt ein paar bei Daimler aus dem Verkehr
gezogen.
Solange da ungestraft Insider-Handel im grossen Stil ablaeuft,
brauchen wir keine weiteren Abzocke-Platformen.
Das Daxle tut's auch.
 

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