Der nächste Hurrikan lauert vor der US-Küste

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HANDELSBLATT, Freitag, 09. September 2005, 07:50 Uhr


Washington bewilligt Hurrikan-Opfern Milliardenhilfe


Der nächste Hurrikan lauert vor der US-Küste


Washington hat den Opfern des Kurrikans ?Katrina? insgesamt 62,3 Milliarden Dollar zugebilligt. Es dürfte jedoch weit mehr Geld nötig sein, zumal sich auf dem Meer schon der nächste schwere Sturm zusammenbraut.

 

HB WASHINGTON/NEW ORLEANS. Das Hurrikan-Zentrum in Miami beobachtet derzeit gespannt den Wirbelsturm ?Ophelia?, der sich am Donnerstag rund 115 Kilometer von der Weltraumbasis Cape Canaveral entfernt befand und mit Windgeschwindigkeiten von 115 Kilometern im Zentrum zum Hurrikan der schwächsten Kategorie 1 wuchs. Meteorologen erwarten, dass der Sturm in den kommenden 24 Stunden nordöstlich zieht. Danach könnte er ins Meer abdrehen oder die US-Staaten Georgia oder South Carolina treffen. Auch eine ?Pirouette? und damit eine Rückkehr in Richtung Florida wird von den Meteorologen für möglich gehalten.

Der Sturm könnte die US-Küste damit schneller erreichen als die Hilfsmaßnahmen für Vorgänger "Katrina". Das US-Abgeordnetenhaus und der Senat bewilligten am Donnerstag 51,8 Milliarden Dollar. US- Präsident George W. Bush unterzeichnete umgehend ein entsprechendes Gesetz. Bereits in der vergangenen Woche hatte Washington 10,5 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern genehmigt. Schätzungen gehen jedoch davon aus, dass "Katrina" bis zu 150 Milliarden Dollar verlangen könnte.

Bush, der wegen der langsamen Reaktion auf die Katastrophe unter schweren Beschuss geraten ist, trat am Donnerstag vor die Fernsehkameras, um mehrere Sofortmaßnahmen zur Hilfe für die Hurrikan-Flüchtlinge bekannt zu geben. Er verlas sogar Telefonnummern, über die die Betroffenen nähere Auskünfte erhalten können. Bush teilte unter anderem mit, dass jede vom Hurrikan ?Katrina? vertriebene Familie 2000 Dollar Nothilfe erhalten solle, um sich mit dem Nötigsten versorgen zu können.

Verwirrung herrschte aber um die angekündigte Ausgabe von Geldkarten im entsprechenden Wert durch die Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA). Nachdem sich die Verteilung zunächst verzögert und deshalb das Rote Kreuz das Heft in die Hand genommen hatte, teilte die FEMA am Donnerstagabend mit, dass ein Großteil des Geldes möglicherweise in Form von Schecks ausgegeben werde.



Bush erklärte den Freitag der kommenden Woche zum nationalen ?Tag des Gebets und Gedenkens?. In den Überschwemmungsgebieten ging die Suche nach Überlebenden und Toten weiter. Aber wie hoch die Opferzahl am Ende sein wird, ist weiter völlig ungewiss.

Eine Suchmannschaft entdeckte am Donnerstag allein in einem Krankenhaus in New Orleans (Louisiana) 14 Leichen - ein Hinweis darauf, was in den kommenden Tagen noch bevorsteht. Kühltransporter brachten nach Angaben einer Sprecherin bis zum Donnerstagabend 118 Tote in die zentrale Leichenhalle in Saint Gabriel bei Baton Rouge (Louisiana), wo die Hurrikan-Opfer identifiziert werden sollen.

Das Spezialistenteam des Technischen Hilfswerks (THW) in New Orleans ist nun komplett. Am frühen Freitagmorgen landete auch die zwei US-Militärmaschine mit deutschen Helfern an Bord in dem Katastrophengebiet. Das teilte das THW in Bonn mit. Das erste Flugzeug hatte bereits am späten Donnerstagabend Spezialpumpen, Lastwagen und 54 Experten nach New Orleans gebracht. Die insgesamt 90 Spezialisten des THW sollen die amerikanischen Behörden bei der Bekämpfung der Wassermassen und der Instandsetzung von Stromleitungen unterstützen. Mit 15 Hochleistungspumpen werden sie vor allem helfen, die überschwemmten Gebiete trockenzulegen.





 

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