Der große ARIVA-Parteienvergleich

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neuester Beitrag: 13.09.05 10:22
eröffnet am: 12.09.05 16:21 von: Happy End Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 13.09.05 10:22 von: tafkar Leser gesamt: 4459
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12.09.05 16:21
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95440 Postings, 7271 Tage Happy EndDer große ARIVA-Parteienvergleich

Am 21.Juli gab Horst Köhler den Startschuss für den größten Wettstreit seit Pepsi gegen Coca Cola. Mit der Auflösung des 15. Deutschen Bundestages und der Ansetzung von Neuwahlen für den 18. September erwartet das deutsche Volk die vielleicht heftigste politische Schlammschlacht der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Waffen sind gewählt: Arbeitslosigkeit und Haushaltsdefizit. Doch für welche Vertreter sollt Ihr Euch in knapp zwei Monaten entscheiden? Wählt Ihr Protest genug, wenn Ihr Euch für die Linke/WASG entscheidet? Seid Ihr schon zu rechts, wenn Ihr der CDU Eure Stimme gebt? Wie verzweifelt müsstet Ihr sein, um FDP zu wählen?


Fragen, die einen Großteil der Bevölkerung auch in diesem Jahr bis zum traditionellen Verschlafen des Wahltermins völlig egal sein werden. Wer es trotz aller Politikverdrossenheit schafft zwischen ALGII-Termin und Vera am Mittag wählen zu gehen, sollte unbedingt den ARIVA-Parteienvergleich lesen:


  
CDU:

Die Verlierer der letzten Wahl wollen zu den Gewinnern dieser Wahl werden, und um an ihr Ziel zu gelangen ziehen die Christ-Demokraten jegliche Register. Der alte, bissige, graue Wolf aus dem Freistaat Bayern musste gegen die von Udo Walz frisierten Pudeldame aus dem Osten weichen. Unter dem Leitsatz "Sozial ist, was Arbeit schafft" (der bereits mit "Arbeit macht frei" vergleichen wurde - der verantwortliche Bayer hat seine Stockschläge auf die nackte Eichel bereits erhalten,) stellten Edmund Stoiber und Angie Merkel das Unionsprogramm "Deutschlands Chancen nutzen" vor.

Das alles teurer wird, haben inzwischen auch führende Unionspolitiker erkannt und setzten dem ganzen mit ihrem Wahltprogramm noch einen drauf: Wer der CDU Mitte September sein Kreuz schenkt, sagt ja zu 18% Mehrwertsteuer. Die effektivste Art sich von der bald breitesten Bevölkerungsschicht, den Arbeitslosen, möglichst effizient Geld wieder zu holen, denn schließlich wäre auch unter der CDU-Regierung die Arbeitslosigkeit weiterhin die größte Wachstumsbranche: Mit der Einschränkung des Kündigungsschutzes bekräftigt Merkel ihre Linie "Ich will Kanzlerin aller Deutschen werden". Auch die Westdeutschen sollen die Angst um ihren Arbeitsplatz kennen lernen, wie sie im Osten die Menschen seit der Wende in größerer Breite verunsichert.

Außenpolitisch wird es weg gehen vom Drei-Mächte-Pakt des 21. Jahrhunderts: Frankreich-Deutschland-Rußland. In weiser Voraussicht weitete Merkel bereits die letzten Jahre den Anus des amerikanischen Regierungschefs und Edmund Stoiber kündigte bereits an, den eisernen Vorhang zu neuem Leben erwachsen zu lassen. - Wenn schon nicht an Bayerns, dann wenigstens an der EU-Grenze.

Zur Wahl einer Frau als Spitzenkandidatin kam es jedoch nicht nur in der Hoffnung auf Sympatiestimmen unter den Unentschlossenen: Wenn die Regierung in vier Jahren auf eine gescheiterte Legilaturperiode zurückschauen sollte, könnte man immer noch den Wählern selbst die Schuld zu schreiben.

Oder glauben sie ernsthaft, dass jemand, der im Sitzen pinkelt, wirklich Politik machen kann? (



FDP:

Die Liberalen, die die letzten Jahren personell wie prozentual so einige Abstürze zu verkraften hatte, versucht unter der Führung von Guido W. im Sturm der Neuwahl eine gute Brise für den eigenen Kahn zu erwischen.

Mit der Erhöhung der Sozialtransferleistung "Wohngeld" um 500%, auch luxusrenovierte Wohnungen müssen für den Hartz IV Empfänger bezahlbar bleiben; sonst wären die Steuersparmodelle für Besserverdienende nicht mehr attraktiv, somit würde die Investitionsneigung sinken.

Die liberale Einkommensteuer ist einfach.

Vereinheitlichung der Steuersätze, Eingangssteuersatz: Senkung auf 15%. Mittlere Einkommen werden nur noch mit 25% besteuert, Senkung des Spitzensteuersatzes auf 35%.
Die liberale Einkommensteuer ist niedrig.

Durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 20% ergibt sich eine gerechtere Besteuerung des Existenzgrundbedarfes, welcher der Bodensatz des Bruttosozialproduktes darstellt. Konsumiert wird immer, somit wird mehr Geld in die Kassen gespült.

Weiterhin strebt die FDP eine Abschaffung der Steuerklasse V an. Sie vermindert die Arbeitsanreize für den geringer Verdienenden unter Verheirateten, um so mehr, je weiter die Einkommen auseinander liegen. "Und bei der Unzahl an neu erschlossenen Arbeitsplätzen wäre dies so wichtig wie ein vernünftiger Image-Berater für Angie.", so ein FDP-Sprecher.

Mit Hilfe einer Subventionierung des Arbeitsplatzexportes werden schließlich durch die Auffangs- bzw. Auflösungsgesellschaften neue Arbeitsplätze geschaffen.

Mehr FDP für mehr FDP.



SPD:

Die SPD schickt erneut ihr bisheriges Zugpferd ins Rennen: den Medien-, Flut- und Bundeskanzler Gerhard "Gerd" Schröder. Mit dem Leitspruch "Vertrauen in Deutschland" wollen die Sozialdemokraten nach dem ausgesprochenen Misstrauen des Bundestages und diversen Pleiten nun wie Phoenix aus der Asche deutscher Wahlurnen steigen. Der Slogan ist schlau gewählt: wie oft ver-schreibt, ver-spricht oder ver-wählt man sich ? wieso also nicht auch mal ver-trauen? Zum Beispiel in die Agenda 2010.

Die Agenda 2010 besagt nichts anderes, als dass sich in gut vier Jahren alle Deutschen lieb haben, es jedem gut geht und keiner ohne Arbeit ist. Die Rentner müssen nicht mehr unter Brücken schlafen, obgleich unter diesen Brücken nun tiefblaues, quellreines Wasser fließt. Bundeswehrsoldaten sitzen mit ihren Wandergitarren um Lagerfeuer und trällern vergnügt "ein bisschen Frieden" während die Wirtschaft boomt und der Staat Zahlen schreibt die so tiefschwarz sind wie die ungefärbte Haarpracht des Hannoveraners Schröder. Paradies Deutschland!

Für diese ehrenwerte Ziele ackern der Kanzler und sein Team, allen voran SPD-Chef Franz "Münte" Müntefering, derzeit buchstäblich bis zum Umfallen. Doch der Dank der Bevölkerung hält sich in Grenzen: viele Wähler und Arbeitslose wollen einfach nicht einsehen, dass es ihnen mit Hartz IV, der Ökosteuer und der Gesundheitsreform bereits heute schon viel besser geht und jammern statt dessen hemmungslos vor sich hin.

Wo aber bleibt gefälligst die grenzenlose Freude über den Erhalt der Arbeitnehmerrechte, Ausbildung und BAföG für alle, einer stabilen Mehrwertsteuer und den EU-Beitritt der Türkei? Jedes Volk hat eben doch die Regierung, die es verdient ? für die Sozialdemokraten ein Grund mehr, am 18. September auf großes Vertrauen der Wähler zu hoffen.



Die Grünen:

Dereinst traten sie mit Stricknadel und Turnschuh und ohne Respekt vor den Mächtigen an. Da flätzte sich schon mal einer ungewaschen und unrasiert im Plenum rum, es wurde öffentlich gestillt und die Krawatte war verpönt (Otty Schily passte das Übrigens nicht, deshalb wechselte er 1989 die Partei um endlich Krawatte zeigen zu dürfen).

Ach ja die achtziger, da war die heutige Partei der Besserverdienenden ein Haufen junger Wilder. Dumm nur, dass auch junge Wilde alt werden.

Im letzten Jahrhundert war die Rente für die meisten Parteimitglieder nur ein fernes Gepenst. Politische Arbeit beschränkte sich auf das Dagegen sein - dabei kamen so krude Vorschläge wie das Abschaffen der Weihnachtsbäume zustande.
"Da könnte man ja gleich Verlangen die Atomkraftwerke abzuschaffen", soll damals ein CSU Politiker gesagt haben.

Im Jahre 2005 kurz vor den Wahlen sieht das Programm der Grünen etwas anders aus. Vorbei die Zeiten als sich Fundis und Realos heftige parteiintere Schlachten lieferten. Vor dem Tod und dem Rentenproblem sind alle gleich. Dementsprechend zahm gestaltet sich das Wahlprogram.

Weil, wie erwähnt, die Grünen die Partei der Besserverdienenden sind wollen sie die private Altersvorsorge weiter stärken. Darüber wie das von Arbeitslosen geleistet werden soll, schweigen sie sich allerdings aus. Internen Konzeptpapieren, die dem ARIVA-Politbüro vorliegen, zufolge sollen Weihnachtsbaumplantagen eingerichtet werden um die Leute in Beschäftigung zu bringen. Irgendwie Diffuso.

Im Rahmen der Energiepolitik setzen die Grünen ebenfalls auf die Besserverdienenden , die sich Ökostrom leisten können. Wer zu wenig Kohle für keine Kohle hat, hat ein Problem. Um das zu lösen greifen die Grünen auf einen alten Vorschlag der SPD zurück (ARIVA berichtete)

Bei den Steuern wird es etwas komplizierter. Die Partei der Besserverdienenden (Die Grünen) will - einfach gesagt- die Steuern privatisieren. Hört sich schwachsinnig an. Ist Schwachsinnig. Aber schwachsinnig ist das deutsche Steuerrecht sowieso. Von daher soll im Rahmen des großen Parteienvergleiches auch gar nicht erst versucht werden, das zu erklären. 



Linkspartei:

Die Linkspartei-Spitzenfunktionäre Lafontaine, Gysi und Bisky planen, wie in den Medien in der Vergangenheit vermehrt an den Pranger gestellt wurde, den Postkommunismus im Falle eines Wahlsiegs.

Neben allerlei sozialistisch gefärbten Sofortmaßnahmen ist dabei auch die "bauliche Lösung des Globalisierungsproblems" vorgesehen, womit die Schließung der deutschen Außengrenzen und deren Sicherung mit einem "Anti-Globalisierungs-Schutzwall" gemeint ist. Durch diese neue Mauer sollen die deutschen Arbeiter vor der Billiglohnkonkurrenz aus dem Ausland geschützt werden und die Abwanderung von Arbeitsplätzen gestoppt werden. Auch heimtückische "Heuschrecken"-Investoren aus dem Ausland könnten mit der Mauer effektiv ausgesperrt werden.

Zudem sollen durch kapitalistische Propaganda verführte hochqualifizierte Arbeitskräfte, die ins "neoliberale" Ausland abwandern wollen, mit Hilfe des Schutzwalls vor der kapitalistischen Ausbeutung beschützt werden. Den Arbeitern, die in Deutschland bleiben wollen, soll es dafür richtig gut gehen: Es soll nicht nur einen Mindestlohn von 1500 Linksmark geben, sondern auch die 31-Stunden-Woche eingeführt werden. Auch die Autos sollen billiger, besser und für Arbeiter erschwinglicher werden. Deswegen plant man die Karosserie des VW Golf zukünftig aus Pappe zu fertigen.

Den Reichen soll es dafür an den Kragen gehen: Alle Vermögen über 20000 Linksmark werden dem Gemeingut zugeführt und für den Mauerbau verwendet werden. Sollte das Geld dennoch knapp werden, so will man auf die altbewährte Methode des Gelddruckens zurückgreifen. Und sobald mehr Geld da ist, kann man auch mehr davon ans Volk verteilen und so jeden glücklich machen.

Für diejenigen, die Geld allein nicht glücklich macht, hat man sich einen ganz besonderen Coup einfallen lassen: Man will einfach alle Drogen freigeben. Demoskopen gehen davon an, dass die Zufriedenheit in der Bevölkerung mit diesem Schritt sprunghaft ansteigen würde. Sogar HartzIV-Empfänger sollen davon profitieren, zukünftig ist das Sozialamt auch für kostenlose Drogenausgabe zuständig.



Die Wahl(alter)na(t)iven:

Doch auch wenn sie generell dagegen sind und die fünf etabliereren Parteien ihnen nicht zu sagen, oder sie sich einfach nur denken, schwarz-gelb gemischt ergibt auch nur braun, gibt es rechts wie links eine Unzahl an Alternativen.
Ein kleiner Überblick, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, soll schon einmal für etwas Verwirrtheit sorgen.


MLPD:

Die Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschland stellt sich die Aufgabe, die jahrzehntelange Wirkung der Spaltung der Arbeiterklasse in Deutschland zu überwinden als ein wichtiger Beitrag für die Vorbereitung einer internationalen sozialistischen Revolution. Der Gelsenkirchener Aussensitz der ehemaligen SED wirbt dabei mir 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, den Wegfall von Hartz IV und besseren Sex für alle Genossen. 


 

 



Die Grauen Panther:

Wie der Name bereits vermuten lässt, richten sich die zahnlosen Raubtiere an die Generation, welche dank Rentenanspruch jeder großen Partei in Deutschland zur Zeit finanziell ein Dorn im Auge ist. Mit mehr Renten und Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln auf der einen Seite, sowie bessere einkommensabhängige Unterstützung junger Familien sollen nicht nur die Bettpfannenpinkler, sondern auch gleich der Zivi, der diese umsorgt, am 18. September gelockt werden.



NPD:

Die Sachsenparrrtei NPD grrreift nun nach einem errrfolgrrreichen Einzug ins Landesparrrlament nach den Sterrrnen und will ganz Deutschland unter ihrer politischen Flagge verrreinigen. Durrrch den Tod derrr NPD-Dirrrektkandidatin Kerrrstin Lorrrenz zehn Tage vorrr derrr Wahl, spielt die NPD zumindest jetzt schon einige grrrößerrre Rrrolle im gesamtdeutschen politischen Geschehen, als die SPD in Bayerrrn.



PBC:

Voll auf den Schwung des Welt Jugend Tages und des inzwischen etwas abgeflauten "WIR SIND PAPST"-Gefühls setzt die ParteiBibeltreuerChristen.
Wie die PBC schon auf ihrer Homepage andeutet: "Die Bibel ist Gottes Wort und damit Wahrheit. Alle Dinge in Naturwissenschaft und Gesellschaft lassen sich auf biblische Worte zurückführen und die Wahrheit der Schöpfung damit vertiefen. ? Die Bibel sollte nicht nur in den Kernaussagen ernst genommen werden sondern in allen Aussagen." Im Falle eines Wahlsieges ist ein Bibelgeführter Staat, ähnlich den östlichen Koran-Staaten, angedacht.



Wie auch immer Ihr Euch entscheiden solltet - ob Ihr am Sonntag noch völlig stoned oder hackedicht seid. Ob mit Pilzerkrankung im Intimbereich oder Mundgeruch:


Wichtig ist, dass Ihr am 18. September von Eurem Recht zu wählen Gebrauch macht!

 

12.09.05 16:31

7885 Postings, 7653 Tage Reinyboyvvv o. T.

12.09.05 17:15

13475 Postings, 7821 Tage SchwarzerLordDiesen Aufruf unterstütze ich.

Geht und wählt. Denn Nichtwählen ändert weder das System noch ist es ein Denkzettel. Maximal wird sowas für 3 Sek. am Abend erwähnt, das wars dann. Die längste deutsche Schlammschlacht nähert sich dem Ende. Was die Wortwahl angeht, war es der unangenehmste Wahlkampf, den ich bislang mitbekommen habe, leider.

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"Wir machen keine Schulden, das haben wir immer klar gemacht, wir weichen nicht in Schulden aus.?
(Hans Eichel , 01.09.02, ARD-Sendung Christiansen)

"Wir machen keine unbezahlbaren Versprechungen, und wir rütteln nicht an den Kriterien des europäischen Stabilitätspaktes.?
(Gerhard Schröder am 19.06.2002 vor der Bundespressekonferenz in Berlin)


 

12.09.05 17:18

5883 Postings, 6244 Tage tafkarist das von dir, happy?

  ralph kabot :: zeitgeist :: mediengestalt

 

12.09.05 17:19
1

21799 Postings, 7674 Tage Karlchen_IHappy und SL: ein Herz und eine Seele ;o)

12.09.05 17:30

8001 Postings, 5587 Tage KTM 950Du hast noch eine vergessen

http://www.appd.de

:-))))  

12.09.05 19:38

95440 Postings, 7271 Tage Happy Endnatürlich nicht,tafkar

13.09.05 09:40

21880 Postings, 6846 Tage utscheckKTM, er versichert sich immer rück...

Deshalb:
Ein kleiner Überblick, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, soll schon einmal für etwas Verwirrtheit sorgen.

So issa eben *fg
utscheck
 

13.09.05 10:22

5883 Postings, 6244 Tage tafkar@7: happy, lerne endlich, quellen reinzuschreiben

das ist geistiger diebstahl und kann sehr teuer werden!

  ralph kabot :: zeitgeist :: mediengestalt

 

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