Der deutsche Markt ist der billigste in Europa

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eröffnet am: 26.08.05 09:25 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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8970 Postings, 6215 Tage bammieDer deutsche Markt ist der billigste in Europa

In den vergangenen Monaten sind deutsche Aktien nach Angaben von Marktteilnehmern vor allem von Ausländern gekauft worden. Von Jahresbeginn bis Ende Mai sollen allein amerikanische Investoren 130 Milliarden Euro in deutsche Aktien investiert haben. Trotz der seit Jahren lahmenden Konjunktur, der trüber Verbraucherstimmung und der hohen Arbeitslosigkeit gilt Deutschland als attraktives Anlageziel. Morgan Stanley bringt es in einer neuen Studie auf den Punkt: ?Der deutsche Markt ist billig.?

Analyst Ronan Carr meint, mit Blick auf die nächsten zwölf Monaten seien die Bewertung und die fundamentale Entwicklung unter den börsennotierten Unternehmen ?zwingend?. Er verweist auf Kostensenkungen in Unternehmen und die Aussicht auf weiter steigende Gewinne und verbesserte Gewinnmargen. Angetrieben werde dieser Prozeß vor allem durch aktive Anleger, Private Equity-Firmen, billige Konkurrenz aus Osteuropa und Wechsel in Chefetagen. Dieser Trend dürfte anhalten, meint Carr.

Wirtschaftsreformen auf der Regierungsebene sind für den Strategen der amerikanischen Investmentbank dagegen nicht der Grund für die wohlwollende Sichtweise. Reformen würden hierzulande schrittweise verwirklicht - und dies dürfte auch nach einem Regierungswechsel so bleiben. ?Das heißt auch, sollte es nach der Bundestagswahl zu enttäuschenden Ergebnissen kommen, wäre dies kein Grund, deutsche Aktien zu verkaufen?, so Carr.

Profiteur des weltweiten Wachstums

Obwohl der deutsche Aktienmarkt in der jüngsten Zeit deutlich zugelegt hat - in den vergangenen drei Monaten ist der Dax um 11,6 Prozent gestiegen und der MDax um gut 15 Prozent, der britische ?Footsie? aber nur um 6,2 Prozent -, bleibe dieser attraktiv. Die relative Stärke deutscher Aktien erklärt Carr mit dem wirtschaftlichen Aufschwung auf der Welt, vor allem in China/Asien und Amerika. ?Deutsche Unternehmen hängen sehr stark an weltweiten Konjunkturzyklen.? Somit profitierten sie von Wachstum in anderen Ländern.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Dax für die nächsten zwölf Monate beziffert der Stratege mit 13, kommt also zu fast dem gleichen Ergebnis wie etwa die DZ Bank, die deutsche Standardwerte ebenfalls als unterbewertet bezeichnet und schon seit Monaten empfiehlt; besonders Adidas-Salomon, Eon und Lufthansa. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt liege der Dax 3,6 Punkte darunter. Und gemessen am Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,8 sei Deutschland sogar der ?billigste Markt in Europa?, schreibt der Mann von Morgan Stanley. Der Abschlag beim KBV betrage 26 Prozent. Da Morgan Stanley weiter steigende Gewinne und Margen erwartet, sei eine Neubewertung im Sinne kletternder Kurse gerechtfertigt.

In der Bundestagswahl sieht Carr ein ?kurzfristiges Abwärtsrisiko?. Er erwartet wie viele Beobachter einen Wechsel hin zu einer schwarz-gelben Regierung mit Angela Merkel an der Spitze. ?Die allgemeine Sichtweise ist, daß eine von Angela Merkel geführte Regierung stärker zu struklturellen Reformen bereit sein wird.? Gleichwohl könnten die Reformen enttäuschen. ?Falls Merkels Machtbasis schwach ist - schon während des Wahlkampfs haben Rivalen ihre Kandidatur unterminiert -, würde dies ehrgeizigere Reformen behindern?, urteilt Carr.

Favoriten: Bayer, Daimler-Chrysler und Siemens

Unter den Dax-Werten ragen derzeit fünf Titel für den Strategen heraus. An erster Stelle nennt er den Arzneimittelhersteller Bayer. Carr verweist auf fortschreitende Kostensenkungen und die Prognose, daß die Gewinne in den nächsten beiden Jahren um 19 Prozent steigen. Ein neues Management, Kostensenkungen und Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die über den Tarif hinausgehenden Vergütungen nennt er als Gründe, die Siemens-Aktie zu empfehlen. Für Daimler-Chrysler sprechen aus seiner Sicht der Chefwechsel vom vielkritisierten Detlef Schrempp zu Dieter Zetsche und mögliche Gewinne aus der Restrukturierung bei Chrysler und Mercedes.

Die Commerzbank gilt auch ihm als potentieller Übernahmekandidat und deshalb als interessant; zudem nennt der Analyst die Ausgabendisziplin desInstituts. Schließlich hebt Carr die Lufthansa hervor, die zuletzt mit guten Geschäftszahlen überrascht hat. Mit Blick auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis sei die Aktie der Kranichlinie für Morgan Stanley der Top-Titel im Dax. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen unter zehn sei der Titel sehr günstig und dürfte von einer wie auch immer ausgeprägten Belebung des Konsumklimas in Deutschland profitieren.  

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