Der Teufel hat einen Namen.

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Sunniten bekennen sich zu blutigem Anschlag in Bagdad


Beim schwersten Anschlag seit Monaten kamen heute im von Schiiten bewohnten Bagdader Stadtteil Sadr City mindestens 66 Menschen ums Leben, mehr als 80 wurden verletzt. Militante Sunniten bekannten sich zu dem Anschlag.

Bagdad - Der in einem geparkten Auto versteckte Sprengsatz detonierte auf einem belebten Markt im schiitischen Stadtteil Sadr City. Überlebenden, Helfern und Schaulustigen bot sich ein Bild des Grauens. Neben den Toten gab es mindestens 87 Verletzte, wie aus dem nahe gelegenen Imam-Ali-Hospital verlautete. 22 Geschäfte und Marktstände gingen nach Polizeiangaben in Flammen auf, 14 Fahrzeuge brannten ebenfalls aus.

Eine militante sunnitische Organisation bekannte sich am Abend zu dem Bombenanschlag. Die Erklärung der Gruppe "Unterstützer von Sunna" wurde im Internet verbreitet. Den Schiiten wurde darin die Tötung und Folterung von Sunniten vorgeworfen.

Es war der bisher blutigste Anschlag seit dem Tod von Abu Mussab al-Sarkawi, dem al-Qaida-Führer im Irak, der am 7. Juni einem gezielten amerikanischen Luftangriff zum Opfer fiel. Seitdem häuften sich die Attacken Aufständischer auf Schiiten. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP wurden vom 8. bis 30. Juni mindestens 631 irakische Zivilpersonen oder Sicherheitsbeamte getötet. Der Anschlag vom Samstag bringt diese Zahl auf rund 700.

ANSCHLAG BAGDAD: DUTZENDE TOTE, BRENNENDE HÄUSER UND AUTOS

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Trotz verstärkter Sicherheitsmaßnahmen verschlechtert sich die Situation im Irak zusehends. Die neue irakische Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki geht seit drei Wochen härter gegen Extremisten in der Hauptstadt vor. Wie das US-Militär nun eingestand, stieg die Anzahl der Angriffe in dieser Zeit jedoch. Je mehr Sicherheitskräfte auf den Straßen seien, desto mehr Angriffe gebe es gegen sie, sagte ein US-Vertreter.

Für die Ergreifung des neuen Chefs von al-Qaida im Irak wollen die USA bis zu fünf Millionen Dollar (3,9 Millionen Euro) zahlen. US-Außenministerin Condoleezza Rice setzte eine entsprechende Belohnung für Hinweise auf Abu Ajjub al-Masri aus, wie ihr Sprecher Adam Ereli in Washington bekannt gab. Al-Masri gilt als Nachfolger al-Sarkawis. Der aus Ägypten stammende Sprengstoffspezialist soll in Lagern von al-Qaida-Chef Osama bin Laden in Afghanistan ausgebildet worden sein.

Dieser wollte sich nach Angaben seiner Anhänger in einer weiteren Stellungnahme zu Wort melden. Bin Laden werde sich dabei auf den Irak und Somalia beziehen, hieß es im Internet. Der al-Qaida-Chef hatte erst am Freitag in einer Erklärung al-Sarkawis Operationen im Irak gerechtfertigt. Er nannte ihn einen Ritter.

Parlamentarierin von zehn Bewaffneten entführt

Bewaffnete entführten in Bagdad eine sunnitische Parlamentsabgeordnete sowie deren Leibwächter. Tajsir Maschhadani sei mit drei Fahrzeugen aus der östlichen Provinz Dijala nach Bagdad gekommen, um an der für Sonntag anberaumten Parlamentssitzung teilzunehmen, erklärte die Irakische Islamische Partei, der die Abgeordnete angehört. Ihr Konvoi sei dann an einem Kontrollpunkt von etwa zehn Bewaffneten in Zivilkleidung gestoppt worden.

Die irakische Polizei entdeckte die Gräber von mindestens sechs Irakern, die offenbar schon vor gut einem Monat in Bagdad erschossen wurden. In Kirkuk im Norden des Landes wurden die Leichen von drei am Freitag verschleppten irakischen Soldaten sowie eines weiteren Mannes aufgefunden. Schüssen aus vorbeifahrenden Autos fielen in Bakuba ein ehemaliger Polizeioffizier unter dem gestürzten Staatschef Saddam Hussein sowie ein Polizist in Kirkuk zum Opfer.

Aus Gefängnissen der amerikanischen und irakischen Behörden wurden unterdessen 495 weitere Häftlinge entlassen. Nach Angaben des Justizministeriums wurde damit das Versprechen von Ministerpräsident Nuri al-Maliki erfüllt, insgesamt 2.500 Gefangenen bis Ende Juni eine Amnestie zu erteilen. Weitere mögliche Freilassungen würden geprüft. Al-Maliki wollte damit die Stimmung im Lande verbessern, um ein Ende der Gewalt zu ermöglichen.

reh/asc/AP/Reuters


 

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