Der Suff und die Verblödung der Wirtschaftswoche

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neuester Beitrag: 02.02.08 12:58
eröffnet am: 02.02.08 12:28 von: Libuda Anzahl Beiträge: 4
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02.02.08 12:28

53123 Postings, 5781 Tage LibudaDer Suff und die Verblödung der Wirtschaftswoche

geht ungebremst weiter, den lässt man in dieser Woche einen gewissen Bert Loose über Lange Wellen stümpern. Die dabei vorgenommene Vermengung von Wachstum und Konjunktur ist derart grausam, dass die beiden in der Überschrift vorkommenden Faktoren zusammengekommen sind. Für den Autor sind Abschwünge von Langen Wellen und Rezessionen identisch. Dass man zwischen der unterschiedlichen Auslastung eines Produktionspotenzials und der Wachstumsrate des Produktionspotenzials unterscheiden muss, geht an diesem Wiwo-Schreiberling völlig vorbei.

Leider ist auch das Handelsblatt inzwischen mit Räuberpistolen-Berichterstattung auf dem miesen Niveau der Wirtschaftswoche angekommen. Noch vor vier Jahren konnte zumindest das Handelsblatt ganz anders, wie ein Artikel zum 80. Geburtstag von Robert Solow beweist, denn dort wird sehr gut  aufgezeigt, wie wichtig es ist, zwischen Wachstum und Konjunktur zu differenzieren. Wer das nicht kann, kann mit Sicherheit Anleger keine Ratschläge machen und hat als Autor in einer Wirtschaftzeitung nicht zu suchen.

HANDELSBLATT, Montag, 23. August 2004, 08:32 Uhr

Robert M. Solow, Begründer der modernen Wachstumstheorie, wird am Montag 80 Jahre alt

Von Dietrich Creutzburg, Handelsblatt

Mit seiner Theorie über die Bedeutung des technischen Fortschritts für das Wirtschaftswachstum hat er etwas geschaffen, das heute zum Kern der Volkswirtschaftslehre gehört. Sie lieferte, ähnlich der keynesianischen Makroökonomik, nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Fortschritt der Wissenschaft, sondern zudem gutes Anschauungsmaterial zur ökonomischen Theoriebildung. Solow hat mit seiner bereits 1956 entworfenen neoklassischen Wachstumstheorie gewissermaßen einen optimistischeren Zugang zur Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung geschaffen, nimmt man die keynesianische Theorie zum Maßstab, die vor allem auf die akuten Krisenphänomene der „Great Depression“ zielte. Zwar steht auch Solow, ganz in Tradition des MIT, einer aktiven Konjunktursteuerung aufgeschlossen gegenüber. Doch konnte er mit ungeahnter Präzision zeigen, dass Konjunktur – sprich: Schwankung der Nachfrage – nicht alles ist, was die Wirtschaft bewegt.

Dass technischer Fortschritt überhaupt so stark ins Zentrum ökonomischer Forschung rückte, ist Solows Verdienst. Er zeigte bereits 1957 mit seinem neuen Modell, dass sieben Achtel des US-Wirtschaftswachstums seit der Jahrhundertwende eben darauf zurückzuführen seien. Somit ist der langfristige Wachstumspfad weniger durch bloße Kapital-Akkumulation (die in 11/II bei der Besprechung der Industrialisierung und der Theorien von Adam Smith und Karl Marx von uns noch stark in den Vordergrund gestellt wurde) bestimmt, die eigentliche Triebkraft für das Wachstum ist, folgt man den Untersuchungen Solows, die Verbesserung der Produktionstechnologie. Denn nur damit wird es möglich, dass dieselbe Zahl an Arbeitskräften durch mehr Kapitaleinsatz tatsächlich auf Dauer ein höheres Gesamteinkommen erzielt.

Die offene Flanke des Modells ist allerdings, dass es nicht erklärt, wie der technische Fortschritt in die Wirtschaft kommt – sein Segen ist quasi eine unerklärbare Restgröße des Wirtschaftswachstums, das sich statistisch messen lässt. Was dem Makroökonomen Solow Kopfzerbrechen bereitete, störte den Statistiker Solow freilich wenig. Dessen Hauptziel war erreicht: Das Modell ebnete den Weg für eine viel detailliertere Datenanalyse und damit für eine neue Fachdisziplin, das so genannte „growth accounting“. Im Übrigen mehrte sogar der scheinbare Mangel des Modells Solows Bekanntheit: Während die Theoretiker noch über Jahrzehnte an Lösungen tüftelten, setze sich ein fester Begriff für technischen Fortschritt als Restgröße durch: das „Solow-Residuum“.

Kurz bevor Solow 1987 den Nobelpreis erhielt, gelang dem heutigen Stanford-Ökonomen Paul Romer ein erster Durchbruch, wie man das technischen Fortschritt als „endogene Variable“ in das Modell integrieren kann. In der Konsequenz rücken die Bildungspolitik und, noch allgemeiner, die Qualität des staatlichen Ordnungsrahmens stärker ins Blickfeld als zuvor.
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02.02.08 12:38
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1889 Postings, 6083 Tage gamblelvDer Abschwung muss einem Bullen wie

dir schwer zugesetzt haben. Nun aber nur austeilen zu wollen, alles mies zu reden macht dein Konto auch nicht wieder voll. Ich lese nur selten mit aber wenn ich deine Anfeindungen gegenüber AntiLemming und seinen Gesellen die, die aktuelle Situation viel realistischer beurteilungen immer lese dann kann ich deine Angriffe auf die Wirtschaftswoche auch nur noch mit einem lächeln aufnehmen.

Armer kleiner Gilftzwerg der alleine in seinem Elend sitzt.

mfg

 

02.02.08 12:40

1889 Postings, 6083 Tage gamblelvEin User der unter realitätsverlust leided

http://www.ariva.de/Panikmache_fuer_Kaeufe_nutzen_t299389

Wie viel haben dir deine Käufe denn gebracht.

Ach doch vielleicht den Titel als größten Geldvernichter bei Ariva.

mfg

 

02.02.08 12:58

53123 Postings, 5781 Tage LibudaWer seit Frühjahr 2003 beim DAX-Stand von 2.300

permanent kauft, hat sein Geld vervielfacht. Und der momentane Rücksetzer ist eine Gelegenheit bis zum Jahresende 2008 sein Kapitaleinsatz um 40% zu erhöhen - mein Kursziel von 10172 für den DAX zum Jahresende steht nachwievor.

Ich habe ja hier schon oft die verschiedenen Threads von Anti-Lemming aus den Jahren 2003 und folgende hier vorgestellt. Fast alle hier am Board wissen, wie die Leser darin abgehalten wurden, ihr muhsam verdientes Geld zu vermehren oder im schlimmsten Fall mit Puts zu vernichten.

Was z.B. der Wirtschaftswoche und neuerdings auch dem Handelsblatt völlig abgeht, ist die Perspektive der mittel- und längerfristigen Perspektive der Entwicklung des Produkitonspotenzial. Und selbst ihre kurzfristigen Betrachtungen sind stumperhaft, denn bei der Analyser von Konjunkturschwankungen sollte man sich auch schon zumindest etwas mit der Ursachenanalyse beschäftigen. Denn die Ursachen für Konjunkturkrisen können unterschiedlich sein: Es kann Nachfrageschwäsche oder Überinvestition als Hauptauslöser in Frage kommen. Wie wir aus der Erfahrungen wissen, sind von allgemeiner Nachfrageschwache ausgelöste Krisen mild, von Überinvestitionen ausgelöste Krisen heftiger. Fakt ist, dass es im Produktionsbereich auch nicht die geringsten Anzeichen von Überinvestitionen gibt, da allen die noch die Überinvestitionskrise der Jahrtausendwende in den Knochen steckt.

 

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  2 Nutzer wurden vom Verfasser von der Diskussion ausgeschlossen: unratgeber, irgendwie