'## Der Preiskampf tobt ##

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eröffnet am: 07.07.04 19:37 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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Preiskampf setzt Volkswagen unter Druck

von Jochen Steffens

Manche Nachrichten ergeben im Zusammenhang gelesen ein etwas dubioses Bild. So war gestern zu lesen, dass Volkswagen in China Probleme mit der Konkurrenz hat. Im Juni hat der US-Hersteller General Motors (GM) Volkswagen nach den neusten Absatzzahlen von der ersten Stelle verdrängt - Volkswagen landetet jedoch nicht auf Platz zwei, sondern sogar auf Platz drei - auf Platz zwei befindet sich nun das Gemeinschaftsunternehmen von Honda und der Hongkonger Denway Motors.
Mit anderen Worten: Die Konkurrenz schläft nicht.

Es ist etwas bitter für VW, mittlerweile ist der Marktanteil in China von zuvor fast 50 % auf nunmehr 34 % gesunken.

Ein Grund für dieses schlechte abschneiden in China ist, dass General Motors in China die Preise um 11 % (!) gesenkt hatte. Kurze Zeit später hat auch Volkswagen reagiert und ebenfalls die Preise gesenkt, allerdings um 11,7 %.

Die Rabatt/Preisschlacht, die seit einigen Jahren in den US tobt, scheint nun auch den chinesischen Markt zu erobern. Es sind die ersten Zeichen, dass China nicht nur die positiven Aspekte einer freier werdenden Marktwirtschaft erlebt, Investitionen und Wohlstand, sondern damit sofort auch "negativen" Aspekte importiert, wie Preiskrieg und erbarmungslose Konkurrenz.

Dabei hat GM eine nicht zu leugnenden Vorteil in diesen Rabattschlachten. Die hohen Einnahmen aus dem Finanzgeschäft des Unternehmens gleichen die geringeren Margen (die wohl fast auf Null hinauslaufen) der Rabattschlacht aus. Das kann natürlich die Strategie von GM sein, diesen Vorteil auszuspielen.

Nun kommt heute eine zweite Nachricht über die Ticker und die lässt den geneigten Leser ein wenig aufhorchen!

Nach einem Artikel der "Financial Times" bietet Volkswagen nun in den USA bei zwei seiner Modelle, dem Jetta und dem Passat, eine Nullzinsfinanzierung für 60 Monate an und steigt damit jetzt doch in die Rabattschlacht in den USA ein. Bisher hatte sich Volkswagen immer geweigert, diese Rabattschlacht mitzumachen - das hatte auch damit zu tun, dass Volkswagen sich auf den chinesischen Mark konzentrierte.
Quartal für Quartal hatte Volkswagen dadurch Boden in den USA verloren, sich darum jedoch nicht weiter geschert.

Jetzt steigt Volkswagen in den Preiskampf in den USA ein - einer der Konkurrenten in den USA: General Motors.

Man darf sich nun fragen, ob Volkswagen hier etwas vergrätzt auf die 11-prozentige Preissenkung von General Motors in China reagiert, frei nach dem Motto: Spukst Du mir ins Süppchen, spuk ich Dir ins Süppchen.
Es hat so ein wenig den Anschein. Wenn man ein wenig mehr dem Genre der Wirtschaftsthriller zugeneigt ist, könnte man auch spekulieren, ob es hier vielleicht sogar Absprachen gegeben hat, die verletzt worden - wer weiß.

Aber auch das ist ein Zeichen der Globalisierung, der Preiskrieg ist nicht mehr nur auf einzelne Märkte konzentriert, sondern weitet sich immer mehr als globaler Preiskrieg aus.

Unsere Welt ist kleiner geworden und sie wird von Tag zu Tag immer kleiner und kleiner - man hat mittlerweile fast schon ein wenig das Gefühl, wir leben alle nur noch in einer Großstadt - Chinatown, Slums, die Bronx, das Bankenviertel, die Wohngebiete - irgendwie könnte man dass alles bestimmten Regionen in der Welt zuordnen ...

Der Dax krebst wie gewohnt an der Nulllinie herum, ohne die Amis geht nichts. Etwas belastend hat sich eine Gewinnwarnung von Peoplesoft ausgewirkt, die das Unternehmen mit den Auswirkungen des feindlichen Übernahmeversuchs von Oracle begründet. Die Amis hingegen scheint das weniger zu betrüben, sie starten wie gewohnt etwas freundlicher als der Dax in den Tag - noch ist jedoch auch hier keine richtige Dynamik zu erkennen. Es ist Sommerzeit und die Monate Juni und August sind bekannt und berüchtigt für ihre Langeweile ...
 

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