Demnächst: Windows für arme Länder

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neuester Beitrag: 12.09.05 01:04
eröffnet am: 11.09.05 23:55 von: Karlchen_I Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 12.09.05 01:04 von: kiiwii Leser gesamt: 410
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11.09.05 23:55

21799 Postings, 7668 Tage Karlchen_IDemnächst: Windows für arme Länder

Windows Vista Starter Edition: Aimed at beginner computer users in emerging markets who can only afford a low cost PC. As with the XP version, Windows Vista Starter Edition is a subset of Home Edition, and will ship in a 32-bit version only (no 64-bit x64 version). Starter Edition will allow only three applications (and/or three windows) to run simultaneously, will provide Internet connectivity but not incoming network communications , and will not provide for logon passwords or Fast User Switching (FUS). Windows Vista Starter Edition is analogous to XP Starter Edition. This version will only be sold in emerging markets.

 http://www.windowsitpro.com/windowspaulthurrott/...hurrott_47665.html  

12.09.05 00:04
2

69017 Postings, 6233 Tage BarCodeManchmal glaube ich,

dass ich schon die Version "Windows für Arme" erwischt hab.

Gruß BarCode  

12.09.05 00:17

4572 Postings, 6081 Tage pinkie12345und nicht nur du, was

ich schon für Zeit in dieses Programm investiert habe´...
 

12.09.05 00:24

13436 Postings, 7469 Tage blindfishtja, so ist das...

je komplizierter und technischer es wird, desto zeitaufwändiger halt auch... denkt als vergleich mal an ein schönes motorrad von 1950 o.ä... das ding ist zeitlos, nackt - und vor allem ehrlich und einfach! reparaturhandbuch, schraubenzieher, schraubenschlüssel und loslegen: ganz ohne diagnose-laptop und sonstigem blubb...

die frage ist: braucht man mehr zum fahren!? -> nö...

gruß :-)  

12.09.05 00:30
1

129861 Postings, 6220 Tage kiiwiitja, nur mal ne Frage: warum wurde eigentlich eine

neue Rechtschreibung eingeführt ? Brauchte man das für irgendwas ?
Ich finde es zu aufwändig...
und außerdem dachte ich immer, aufwendig hätte was mit "aufwenden" bzw. "Aufwendungen" zu tun. Also wozu der ganze Aufwand ?


MfG
kiiwii  

12.09.05 00:36

13436 Postings, 7469 Tage blindfishschön, daß du es richtiggestellt hast, kiiwii...

klugscheißer! sowas kann nachts um 00.30 in der eile immer mal passieren - aber irgendeinen muß es ja immer geben, der heute noch nicht gepimpert hat und es irgendwie anders abreagieren muß...  

12.09.05 00:40

2728 Postings, 7211 Tage soulsurferLOL blindfish


danke für den Lacher ;-) jetzt roll ich mich ins Bett ...  

 

12.09.05 00:44

1768 Postings, 6704 Tage kunibertwo kiiwii

recht hat, hat
er recht.
lool  

12.09.05 01:04

129861 Postings, 6220 Tage kiiwiiKein Sex mehr

Kein Sex mehr

Die Primitiven sind ausgestorben - nur Schmalenbach hat es noch nicht bemerkt


Ist dir schon mal aufgefallen, daß die meisten Paare nicht mehr miteinander schlafen?" fragte Elke eines Tages.

Schmalenbach bekam einen gehörigen Schreck. "Das höre ich zum ersten Mal. Ich kann es mir auch gar nicht vorstellen - wo diese Gesellschaft doch so übersexualisiert ist."

"Papperlapapp", sagte Elke. Das sagte sie immer, wenn ihr Schmalenbach zu theoretisch kam. Wie viele Frauen tat sie gerne so, als sei ihr Lebensgefährte ohne sie in den normalen Vollzügen des Alltags verloren. Natürlich stimmte das nicht. Schmalenbach mochte (wie viele Männer) etwas reflexiv veranlagt sein. Aber das hieß noch lange nicht, daß er deshalb die Wirklichkeit aus den Augen verloren hätte.

"Es ist eher eine Seltenheit, daß ein Paar noch regelmäßig Sex hat - wie wir", behauptete Elke.

Schmalenbach fand, daß sie eher unregelmäßig Sex hatten, vor allem in viel zu langen Abständen, aber das wollte er jetzt nicht zur Sprache bringen. "Dann nenn mir doch mal ein paar Beispiele! Welche Paare aus unserem Freundeskreis haben keinen Sex mehr miteinander?"

Elkes Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: "Germersheimer und seine Gattin. Da weiß ich es definitiv."

"Die beiden sind seit Jahren geschieden. Das ist kein gutes Beispiel, Elke."

"Na gut, dann die Pfeifenbergers. Er hat sie schon seit Monaten nicht mehr angerührt."

Schmalenbach lachte sie aus. "Da bist du völlig auf dem Holzweg, meine Liebe. Ich wundere mich manchmal, daß er noch zum Arbeiten kommt und daß ihre sechs Kinder nicht verhungern - wo die beiden sich ständig im Bett wälzen."

"Woher weißt du das?"

"Von Pfeifenberger. Er rühmt sich gerne seiner sexuellen Großtaten."

Elke seufzte. "Typisch Mann. Du müßtest mal seine Gattin zu diesem Thema hören. Die spricht eine andere Sprache. Dein Freund ist ein Aufschneider. In Wirklichkeit ist in seinem Schlafzimmer schon lange nichts mehr los. Wie bei fast allen anderen Paaren, die wir kennen."

Wenn Elke damit recht hatte, dann mußte Schmalenbach sein Weltbild revidieren. Hatte er doch immer angenommen, daß sich vor allem das muntere Nordend mit seinen lebensfrohen Menschen unentwegt kopulierte. Und nun konfrontierte ihn Elke mit einer trostlosen, lustfeindlichen, absterbenden Welt. Wie konnte es so weit kommen? Wo sollte das enden?

"Vielleicht sind Germersheimer und Pfeifenberger bedauerliche Einzelfälle."

"Mach dir nichts vor, Schmalenbach! Diese Gesellschaft hat sich längst vom Sex losgesagt. Die Menschen haben einfach anderes im Kopf. Und das Leben wird immer schwieriger - da ist den meisten die Lust am Sex gründlich vergangen. Manderscheid und sein Freund, der Feuerschlucker aus Preungesheim - du weißt, daß sie früher so taten, als hätten sie's erfunden -, die sind wie zwei alte Kameraden. Sie richten ihre Wohnung ständig neu ein, aber sie rühren sich nicht mehr an."

Schmalenbach und Elke kannten vor allem ihresgleichen, also kopflastige Intellektuelle mit bisweilen schwer nachvollziehbaren Schrullen. Als besonders libidinös war diese Spezies sowieso nicht bekannt. Zum Glück gab es noch andere Menschen: Die nichtintellektuelle Mehrheit war tatkräftig, sinnenfroh und unkompliziert. Diese Glücklichen grübelten nicht lange - sie hatten einfach Sex miteinander.

"Die Primitiven sind so gut wie ausgestorben", sagte Elke. "Entweder sie haben auf dem zweiten Bildungsweg Abitur gemacht und sind nun ebenso depressiv wie wir. Oder sie haben ihre Arbeit verloren - dann vergeht dir auch der Spaß am Sex. Die von dir so angebetete Bodybuilderin aus Darmstadt hat doch seit Jahren keinen wirklichen Sex mehr gehabt. Unter Frauen redet man über solche Dinge offener. Sie liebt ihren Körper viel zu sehr, als daß sie ihn einem ungehobelten Kerl aussetzen würde."

Das war allerdings ein herber Tiefschlag für Schmalenbach - ausgerechnet die Bodybuilderin aus Darmstadt. "Dann scheinen wir beide die einzigen weit und breit zu sein, die noch gesund leben und zumindest ab und zu Sex miteinander haben", sagte er nach langem und trübsinnigem Nachdenken.

"Ab und zu? Wir haben doch unentwegt Sex. Ich traue mich schon gar nicht mehr, mit meinen Freundinnen darüber zu reden. Wo die alle so enthaltsam leben. Man kommt sich richtig verkommen vor."

Das klang ja gerade so, als bedauere Elke, daß sie immer noch ein ausgewogenes Sexleben praktizierten.

"Andere kommen einfach weiter im Leben. Sie haben mehr Zeit für ihren Beruf. Kommen morgens ausgeschlafen zur Arbeit, sind ausgeglichen, weil sie interessante Hobbys haben, und quälen sich nicht unentwegt mit Versagensängsten."

Das war ganz neu: Elke hatte Versagensängste beim Sex. "Ich kann dir versichern, mein Schatz, daß du für mich im Bett immer noch die erste Wahl bist. Du brauchst keine Angst zu haben, daß du irgend etwas falsch machst oder gar versagst."

Doch damit stach er bei Elke in ein Wespennest. "Ich bin deshalb die erste Wahl, weil du gar keine andere Wahl hast. Und was nun die Versagensängste angeht: Da habe ich dich gemeint, nicht mich. Frauen können beim Sex gar nicht versagen, Männer hingegen versagen regelmäßig. Insofern verstehe ich auch die Männer, die sagen: Gut, das reicht, für mich ist diese Sache längst zu stressig geworden."

Nein, Schmalenbach würde nicht so leicht kapitulieren. "Weißt du, was unser Problem ist? Die Menschen haben keinen Mut mehr."

Elke schaute ihn skeptisch an. "Du meinst, es gehört Mut dazu, miteinander ins Bett zu gehen und all diese Sachen zu machen?"

Jetzt verlor Schmalenbach die Geduld. "Für mich hört sich das an, als würdest du auch auf Sex verzichten wollen?"

Elke wagte nicht, ihm in die Augen zu schauen, als sie antwortete: "Es ist auf jeden Fall hygienischer. Und man kommt endlich dazu, ab und zu ein gutes Buch zu lesen."

"Erstens weißt du nicht, was ein gutes Buch ist. Und zweitens würdest du es auch nicht lesen, wenn du's wüßtest."

"Ich verstehe deinen Zorn. Es ist nicht einfach, alt zu werden", tröstete sie ihn. "Aber glaube mir: Das Leben hält Entschädigungen für uns bereit."

Das war zuviel für Schmalenbach. Er zog sich in eine Ecke zurück und schmollte. Sollte sie doch austrocknen wie ihre Freundinnen. Er würde jedenfalls nicht ohne Sex leben. Wenn nicht mit Elke, dann mit einer anderen. So einfach war das. Ja, wenn er es recht überlegte: Elkes Entscheidung gegen den Sex eröffnete ihm ganz neue Perspektiven. Zur Eifersucht hatte sie ja keinerlei Berechtigung mehr, wenn sie sich zu einem sexlosen Dasein entschloß. "Ich gehe noch mal kurz weg, Schatz", verkündete er.

Schon war sie bei ihm. "Wo möchtest du jetzt noch hin?"

"Ein bißchen frische Luft schnappen."

"Wir könnten . . . zusammen fernsehen."

"Da kommt nichts."

"Oder uns unterhalten."

"Heute abend möchte ich lieber schweigen."

"Wir könnten auch zusammen schweigen."

"Davon werde ich depressiv."

"Und wenn wir uns . . . ein wenig Sex gönnen würden?"

"Ich bitte dich, Elke. Das ist doch passe. Keiner tut es mehr."

"Man muß behutsam damit beginnen aufzuhören", erklärte Elke. "Alles andere wäre unsensibel."

Schmalenbach dachte an die offenherzige Kellnerin Elvira. Sicher war Pfeifenberger auch schon auf die Idee gekommen, sich bei ihr schadlos zu halten. Und Germersheimer sowieso. Bei diesem Andrang würde es eng werden.

"Was ist jetzt? Willst du oder willst du nicht?" fragte Elke. Sie klang sehr entschlossen.

Als es vorbei war, lagen sie still nebeneinander. "Aber morgen fangen wir damit an", sagte Elke dann. "Man kommt sich ja vor wie ein Kaninchen."



Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.09.2005, Nr. 36



MfG
kiiwii  

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