Dem Dax droht Unheil

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neuester Beitrag: 23.04.03 19:04
eröffnet am: 23.04.03 15:02 von: calexa Anzahl Beiträge: 10
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23.04.03 15:02

4691 Postings, 6836 Tage calexaDem Dax droht Unheil

Der Dollar ist wieder auf Talfahrt, weil die Investoren den hohen Preisen an der Wall Street misstrauen.

Die Bullen muss man heutzutage mit der Lupe suchen. Obwohl der Dax seit dem Tiefstand von 2200 Punkten beinahe ein Drittel zugelegt hat, regiert die Skepsis. Die Umsätze an der Börse sind gering. Das heißt, wenig neue Investoren steigen ein. Institutionelle und private Anleger rechnen offenbar damit, dass es noch bessere Kaufgelegenheiten gibt. Bei dieser Rally muss man noch nicht dabei sein.

Vermutlich haben die Abstinenzler sogar Recht. Dennoch hat speziell der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen zwei Wochen besondere Stärken gezeigt. Das übliche Verhaltensschema der Finanzmärkte ist an einigen Stellen durchbrochen. Das allein ist wahrlich kein Grund, Hurra zu schreien. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass die lange Aktien-Baisse sich dem Ende zuneigt.

Am auffälligsten ist, dass sich europäische Aktien derzeit besser entwickeln als amerikanische. In Europa wiederum liegen die deutschen Aktien vorne. Der Dax ist unter den großen nationalen Indizes lange der schwächste gewesen. Nun zeigt er schon seit zwei Wochen die stärkste Performance. Übertreibungen werden rückgängig gemacht. Ohne auf die Ursachen dafür einzugehen, kann man daraus schließen, dass der Malus, der auf deutschen und teilweise anderen europäischen Aktien lastete, nicht mehr so stark ist.


Zwischenparkdeck Bonds

Auch das Zusammenspiel der Renten- und Aktienmärkte hat sich verändert. Monatelang sanken die Kurse der Staatsanleihen, wenn der Aktienmarkt einen guten Tag hatte; bei sinkenden Aktienkursen profitierten dagegen die Bonds, und die Renditen der Staatsanleihen gaben nach.

Das Wechselspiel ist kein Naturgesetz. Es ist vielmehr ein Krisenzeichen. Der stete Austausch zwischen Aktien- und Rentenmärkten wird erst in langen Baisse-Perioden zur Regel. Die Investoren flüchten aus Aktien in sicherere Staatsanleihen. Diese dienen also weniger als Medium für mittel- und langfristige Anlagen, sondern als Zwischenparkdeck für Fluchtgeld aus dem Aktienmarkt. Bei nächster Gelegenheit strömt das Geld wieder zurück, und die Preise für Bonds sinken.

Als der Krieg in Irak begann, war es wieder so weit. Das Parkdeck lehrte sich. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen schnellte von 3,8 auf 4,2 Prozent hoch, während der Dax von 2200 auf 2600 Punkte stieg. Nach einer Zwischenphase des Zweifels wurden beide Bewegungen kurz vor Ende des Krieges bestätigt.

Seitdem aber bewegen sich Staatsanleihen und Aktien nicht mehr gegenläufig, sondern im Einklang. Diese neue Harmonie wirkt so freundlich wie ein beginnender Konjunkturfrühling. In mäßigem Tempo sinkende Renditen bei länger laufenden Staatsanleihen regen Anleger wie nach dem Lehrbuch an, sich nach höher rentierlichen Aktien umzusehen. Das Bild des Konjunkturfrühlings wird dadurch abgerundet, dass der Bondmarkt weniger als zuvor von der Hoffnung auf Aktionen der Zentralbank befördert wird. Wenn Renditen sinken, weil Anleger darauf hoffen, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen senkt, ist das ein Krisenzeichen. Die Anleger rechnen dann damit, dass sich die Konjunktur weiter verschlechtert und die Notenbank zu Lockerungsübungen veranlasst. Wenn die Renditen aber sinken, wie es derzeit der Fall ist, weil Anleger auf längere Sicht wegen des gesunkenen Ölpreises mit geringeren Inflationsraten rechnen und weil sie vermuten, dass der Euro weiter aufwertet, dann sind sinkende Renditen freundliche Signale. Sie können konjunkturelle Belebung und steigende Aktienkurse signalisieren.


Dreh- und Angelpunkt Ölpreis

Der niedrigere Ölpreis ist denn auch Dreh- und Angelpunkt aller positiver Konjunktur- und Aktienmarktszenarien. Ein Barrel-Preis von 25 statt von 35 $ stützt die Kaufkraft der Konsumenten erheblich. Ob dieser Schub ausreicht, um in der zweiten Jahreshälfte das Wachstum zu beschleunigen, bleibt dagegen zweifelhaft. Als Unterstützungsfaktor für den Aktienmarkt wird der gesunkene Ölpreis aber nicht mehr viel hergeben.

Der steigende Euro bleibt für den Rentenmarkt positiv. Den Aktienkursen in Europa wird er aber auf Dauer nicht gut tun. Fast immer sind deutsche Aktien, vor allem Exportwerte, bei Dollar-Schwäche gefallen und bei Dollar-Stärke eher gestiegen. Wichtiger noch ist, dass die aktuelle Euro-Stärke kein Ausdruck des Zutrauens der Investoren in die Wirtschaft Eurolands ist. Sie ist vielmehr Ausdruck des Misstrauens in die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft.

Der Glaube, dass die US-Ökonomie noch in diesem Jahr zu alter Stärke zurückfindet, ist in den drei Monaten vor dem Irak-Krieg stetig geschrumpft. Der Ausgang des Krieges hat daran nichts geändert. Der nach unten gerichtete Dollar-Trend wurde durch die militärischen Erfolge der amerikanischen Truppen lediglich unterbrochen. Er hält offensichtlich auch an, obwohl die Volkswirte sich einig sind, dass das Wachstum in den Vereinigten Staaten zwar gering ist, aber dennoch höher bleiben dürfte als in Euroland.

Als eigentliches Problem für den Dollar erweist sich dabei, dass US-Aktien für das recht anämische Wachstum einfach zu teuer sind. Das setzt auch dem europäischen Markt die entscheidende Grenze. Die aktuell freundliche Verfassung des Dax muss also mit äußerster Vorsicht genossen werden. Es droht noch Unheil aus Übersee.

So long,
Calexa
www.investorweb.de  

23.04.03 15:14

159 Postings, 6256 Tage Betendereines der besten Postings, die ich jeh bei

Ariva gelsen habe!! Klasse, mach weiter so, dann werden selbst wir 2 noch Freunde!!  

23.04.03 15:16

4691 Postings, 6836 Tage calexaAch Du liebe Güte

Spiel weiter mit Allianz und Siemens. Da ist ja heute Verkaufsdruck....

So long,
Calexa
www.investorweb.de  

23.04.03 15:17

159 Postings, 6256 Tage BetenderWas macht eingentlich Deine HOMEpage?

Gibt`s die noch? Wo erreich ich denn die??  

23.04.03 15:19

4691 Postings, 6836 Tage calexaHomepage

ist offline. Wenn ich wieder mal Zeit habe, dann überarbeite ich sie. Arbeite momentan nur an meiner Börsenseite.

So long,
Calexa
www.investorweb.de  

23.04.03 15:22
1

159 Postings, 6256 Tage BetenderWAS Du hast ne Börsenseite?

Wo find ich denn die? Wenn Du willst, dann werde ich einmal wöchentlich meinen GASTkommentar abgeben!!
Wird die auch von vielen süßen kleinen Mädls besucht?  

23.04.03 15:25

4691 Postings, 6836 Tage calexaTja überleg man...*g*

Mädels sind da im übrigen nicht zu finden. Nur harte Kerle, denen es ums Geld geht...*lol*

So long,
Calexa
www.investorweb.de  

23.04.03 15:25

159 Postings, 6256 Tage Betenderach, der blaue link unter Deiner ID, JETZT

verstehe ich!!!  

23.04.03 15:29

4691 Postings, 6836 Tage calexaUnd

wo ist nu der Verkaufsdruck hin?

So long,
Calexa
www.investorweb.de  

23.04.03 19:04

4691 Postings, 6836 Tage calexaIst wirklich weg....

So long,
Calexa
www.investorweb.de  

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