Dax & Co. dürften wenig verändert starten

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26.10.05 08:12

8970 Postings, 6124 Tage bammieDax & Co. dürften wenig verändert starten

26. Oktober 2005

Der deutsche Aktienmarkt geht mit gemischten Vorgaben in den Mittwoch. An der Wall Street sind die Kurse anders als in Asien zwar leicht gefallen - allerdings schloß die Börse deutliich oberhalb der Tagestiefkurse. Auch fallende Ölpreise dürften Dax & Co. stützen.

Rentenmarkt in der Defensive

Der deutsche Rentenmarkt geht mit schwachen Vorgaben aus Amerika, wo Kurse von Anleihen und der Terminkontrakt T-Bond-Future gefallen sind, in den Tag und sieht sich nicht nur deshalb wieder in der Defensive. Aufgrund des überraschend gut ausgefallenen Ifo-Index meinen Marktteilnehmer, eine Leitzinserhöhung in Euroland sogar noch in diesem Jahr könne nun nicht mehr ausgeschlossen werden. Diese Spekulation dürfte den wegweisenden Terminkontrakt Bund-Future weiter unter Druck setzen.

Euro zum Dollar wenig verändert

Der Euro tendiert am Mittwoch im frühen Handel in Fernost mit Kursen knapp um 1,21 Dollar kaum verändert. Bereits am Dienstag hatte der überraschend deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex dem Euro Auftrieb gegeben. Für zusätzliche Unterstützung sorgte ein überraschender Rückgang des amerikanischen Verbrauchervertrauens. Auch Äußerungen von Bundesbankchef Axel Weber stützten den Euro. Die Risiken für die Preisstabilität im Euro-Raum seien deutlich gestiegen, sagte Weber. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde daher mit einer Zinserhöhung nicht zögern, falls Inflationsgefahren eintreten sollten. ?Es wurde zuletzt spekuliert, daß die EZB im kommenden Jahr die Zinsen anheben könnte?, sagte Hideaki Inoue von Mitsubishi Trust and Banking. ?Und nun gibt es einige Leute, die vermuten, das es schon in diesem Jahr soweit sein könnte.? Zum Yen tendiert der Dollar ebenfalls wenig verändert bei 115,09 Yen. Der Schweizer Franken notiert bei rund 1,2766 Franken je Dollar und etwa 1,5447 Franken je Euro.

Tokios Börse im Verlauf freundlich

Freundlich präsentiert sich die Börse in Tokio am Mittwoch, wobei Rohstoff-, Öl-, Schiffahrts- und Technologieaktien besonders gefragt sind. Der Nikkei gewinnt Ortszeit 0,7 Prozent oder 94 Punkte auf 13.374, während der Topix um 0,8 Prozent oder knapp zwölf Zähler auf 1.405 anzieht. Die Nominierung von Ben Bernanke zum Nachfolger von Fed-Chairman Alan Greenspan sowie der überraschend positiv ausgefallene deutsche Ifo-Index trügen zu der guten Stimmung bei, erklären Händler. Daneben habe der Nikkei-225 den gleitenden 25-Tage-Durchschnitt nach oben durchbrochen, was das technische Bild aufhelle, so Marktbeobachter. Nächstes Ziel sei nun die psychologisch wichtige Marke von 13.400 Punkten. Schiffahrts- und Technologiepapiere profitierten von günstigen Gewschäftszahlen wichtiger Branchenunternehmen, heißt es. Unter den Einzelwerten verlieren im Automobilsektor Mitsubishi Motors gegen die Tendenz 1,4 Prozent auf 278 Yen im Zuge von Gewinnmitnahmen und nach einer Abstufung durch Goldman Sachs vom Vortag.

Börse Hongkong gut behauptet

Gut behauptet tendiert die Börse in Hongkong am Mittwoch. Der Markt habe offenbar sein kurzfristiges ?Gleichgewicht? gefunden, kommentieren Marktteilnehmer das kleine Plus des Hang Seng Index (HSI) von 0,1 Prozent oder 15 Punkten auf 14.440. Bei rückläufigen Umsätzen habe trotz der grassierenden Vogelgrippe der Verkaufsdruck nachgelassen, beobachtet ein Fondsmanager. Das Tief vom Freitag bei 14.308 Punkten scheine zunächst der Boden für den Index gewesen zu sein, glaubt er. Vom wieder deutlich gestiegenen Ölpreis profitieren CNOOC, die um 1 Prozent anziehen auf 4,925 Hongkong-Dollar. Denway Motors leiden dagegen unter einer negativen Brancheneinschätzung und rutschen um 5,2 Prozent auf 2,275 Hongkong-Dollar und damit ein 52- Wochentief.

Neuigkeiten und Meldungen nach Börsenschluß

Nachbörslich zeigten sich die Aktienkurse an der Wall Street am Dienstag etwas leichter. Der Nasdaq 100 After Hours Indicator fiel um 0,17 Prozent auf 1583,16  Zähler.

Stark unter Druck haben im nachbörslichen Handel am Dienstag die Aktien von Amazon.com gestanden, nachdem das Unternehmen einen verhaltenen Ausblick auf das vierte Quartal gegeben hatte. Hier rechnet Amazon.com mit einem Umsatz zwischen 2,86 Milliarden und drei Milliarden Dollar. Die Prognose der Analysten lag bislang bei 3,08 Milliarden Dollar. Die Zahlen für das dritte Quartal lagen dagegen über den Konsensschätzungen der Analysten. Hier wies Amazon.com einen Gewinn je Aktie von 0,12 Dollar aus, während die Prognose der Analysten lediglich bei 0,10 Dollar lag. So fielen Amazon.com auf der Handelsplattform nasdaq.com um 7,5 Prozent auf 42,71 Dollar.

Ebenfalls mit deutlichen Abschlägen zeigten sich nach der Schlußglocke die Aktien von Flextronics, die um 13,6 Prozent auf 10,45 Dollar verloren. Der Gewinn je Aktie für das zweite Quartal fiel mit 0,17 Dollar unter der Schätzung der Analysten von 0, 19 Dollar aus. Die Einnahmen lagen bei 3,9 Milliarden Dollar, während hier 4,1 Milliarden Dollar erwartet worden waren. Adobe Systems verbesserten sich bis 17.57 Uhr um 0,8 Prozent auf 32,25 Dollar, nachdem das Unternehmen in einem Zwischenbericht zum Quartal gemeldet hatte, beim Ergebnis am oberen Rand der Prognosen zu liegen. Computer Associates International zogen minimal an. Das Unternehmen hatte einen im Rahmen der Erwartungen liegenden Gewinn berichtet.

Wall Street schließt mit leichten Abgaben

Deutlich über ihren Tagestiefstständen haben am Dienstag die Kurse an Wall Street die Sitzung beendet. Zunächst hatten der überraschend schwache Index für das amerikanische Verbrauchervertrauen und der wieder über die Marke von 62 Dollar gestiegene Dollar das Sentiment belastet. Das Verbrauchervertrauen lag im Oktober mit 85,0 unter den Schätzungen der Volkswirte von 88,0. Auch die Zahlen der Unternehmen fielen am Berichtstag eher enttäuschend aus. Doch im späten Handel glichen die Kurse ihre Verluste fast wieder aus und schlossen nur noch mit einer knapp behaupteten Tendenz. ?Die Erholung ist sehr ermutigend, hat doch der Markt damit seine deutlichen Gewinne vom Wochenbeginn quasi verteidigt?, so ein Händler.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) ging mit einem Abschlag von 0,1 Prozent oder 7 bei 10.378 Punkten aus dem Handel, nachdem er zuvor bereits bis auf 10.317 Zähler gefallen war. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,2 Prozent oder drei Punkte auf 1.197. Der Nasdaq- Composite fiel um 0,3 Prozent oder sechs Punkte auf 2.109.

Tagesverlierer waren die Aktien von Texas Instruments, die um 7,7 Prozent auf 28,55 Dollar einbrachen. Das Unternehmen hat mit seinem Quartalsergebnis die Prognosen der Analysten zwar knapp übertroffen, mit einem zurückhaltenden Umsatzausblick aber für Enttäuschung gesorgt. In den Monaten Juli bis September verbuchte der Halbleiterhersteller ein Umsatzwachstum von elf Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar und lag damit nur knapp über der Prognose der Analysten von 3,55 Milliarden Dollar.

Dagegen legten DuPont im DJIA um 3 Prozent auf 40,80 Dollar zu, obwohl das Unternehmen einen Verlust im dritten Quartal vermeldet hatte, was mit einer Sonderaufwendung sowie den Auswirkungen der Hurrikans ?Rita? und ?Katrina? begründet wurde. Die Prognose für das vierte Quartal lag deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Teilnehmer führten die Gewinne auf das Aktienrückkaufprogramm des Unternehmens in Höhe von fünf Milliarden Dollar zurück. Dagegen verloren eBay an der Nasdaq 3,6 Prozent auf 38,01 Dollar. Zur Begründung verwiesen Teilnehmer auf den Test eines neuen Online-Dienstes durch Google, der ein echter Konkurrent für Ebay werden könnte. Google fielen um 0,5 Prozent auf 346,91 Dollar.

Die Aktien von Lexmark verzeichneten einen Abschlag von 6,5 Prozent auf 39,69 Dollar, nachdem das Unternehmen enttäuschende Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hatte. Vor allem das verlangsamte Umsatzwachstum wurde negativ bewertet. Im Sog von Lexmark gaben die Titel von Mitbewerber Hewlett-Packard um 2,7 Prozent auf 27,48 Dollar nach. Lockheed Martin verloren 1,8 Prozent auf 61,23 Dollar, obwohl die Ergebnisse für das dritte Quartal und der Ausblick für das Gesamtjahr über den Erwartungen der Analysten lagen. Allerdings fiel der Umsatz für den Berichtszeitraum leicht unter der Schätzungen der Analysten aus.

Amerikanische Anleihen wieder leichter

Die Anleihen konnten am Dienstag im späten Handel ihre Gewinne vom Sitzungsbeginn nicht verteidigen und schlossen sehr schwach. Zunächst hatte noch der unter den Erwartungen gelegene Index für das Verbrauchervertrauen die Notierungen beflügelt. Dieser lag im Oktober mit 85,0 unter den Schätzungen der Volkswirte von 88,0. Ein Analyst verwies zur Begründung für den überraschenden Rückgang auf die Auswirkungen der Hurrikans ?Katrina? und ?Rita? sowie die recht schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt. Doch im Verlauf sorgten dann Bedenken über weiter steigende Zinsen in den Amerika für fallende Notierungen. Zehnjährige Titel fielen um 20/32 auf 97-26/32 und rentierten mit 4,53 Prozent nach 4,45 Prozent. Der 30jährige Treasury gab um 1-1/32 auf 109-15/32 nach. Seine Rendite erhöhte sich damit auf 4,73 Prozent nach 4,66 Prozent.

Analysten rechnen bis zum Jahresende 2006 mit einem Anstieg des Zinsniveaus von aktuell 3,75 Prozent auf 4,50 Prozent. Allerdings herrsche weiter Ungewißheit, was für die Fed ein ?angemessenes Zinsniveau? darstellt. Bereits auf der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses dürfte es eine erneute Anhebung um 25 Basispunkte auf 4,00 Prozent Prozent geben. Zwar sei die Ernennung von Ben Bernanke zum Nachfolger von Fed-Chairman Alan Greenspan keine Überraschung gewesen, doch erwarten die Anleger für das kommende Jahr nun eine gewisse ?Unsicherheit?, sagte ein Analyst. Der Markt spekuliere derzeit, ob es zur Einführung eines Inflationsziels kommt und wenn ja welchen Einfluß dies hat, hieß es weiter.

Bernanke tritt dafür ein, daß Notenbanken explizite Inflationsziele verfolgen sollten.
Damit steht er allerdings im Gegensatz zu Greenspan, der eine solche einseitige Ausrichtung der Geldpolitik ablehnt. Insofern könnte Bernankes Ernennung zum Fed-Chairman einen Paradigmenwechsel bei der Fed einleiten. Allerdings ist auch der Chairman der Notenbank Fed an ihre Statuten gebunden, welche die Förderung des Wirtschaftswachstums gleichberechtigt neben das Ziel der Preisstabilität stellen.

Quellen: FAZ.NET  

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