Das amerikanische Tschernobyl

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eröffnet am: 26.03.09 11:26 von: danjelshake Anzahl Beiträge: 1
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13393 Postings, 6033 Tage danjelshakeDas amerikanische Tschernobyl

Das amerikanische Tschernobyl

Knapp an der Katastrophe vorbei: Vor 30 Jahren schockte der Beinahe-GAU im Atomkraftwerk Three Mile Island die Welt. Sieben Jahre vor Tschernobyl drangen radioaktiv verseuchte Gase in die Luft und kontaminierte Kühlflüssigkeit in den Fluss des US-Ortes Harrisburg. Nur Glück verhinderte Schlimmeres. Von Insa van den Berg

 

Die Lichter an der Schalttafel blinken wie verrückt. Überall leuchtet es rot. Alarm! Schichtleiter William Zewe und Fred Scheimann aber können die Vielzahl der Signale nicht deuten - die Informationsflut verwirrt sie. Nichts in ihrer Ausbildung zum Reaktortechniker hat sie auf diese Situation vorbereitet.

Es ist Mittwochmorgen, der 28. März 1979 und in dem Atomkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania passiert gerade das Undenkbare, das Unfassbare, das, was auf keinen Fall passieren darf: eine teilweise Kernschmelze im Reaktorblock.

Um vier Uhr früh bemerken die Männer in der Schaltzentrale die ersten Probleme. Eine Pumpe im Kühlkreislauf des Reaktors ist ausgefallen. Das Wasser soll die Brennstäbe kühlen, die sich bei der Kernspaltung auf etwa 1.100 Grad Celsius erhitzen. Routinemäßig schaltet sich der Reaktor ab - aber die Nachzerfallswärme treibt den Druck im Kühlkreislauf in die Höhe, denn die Wärme kann nicht mehr abgeführt werden.

Die Kernschmelze beginnt

Ein Sicherheitsventil öffnet sich. Der Druck entweicht; das heiße Wasser schießt heraus. Doch als sich Druck und Wasserstand wieder auf das normale Maß einpendeln, schließt sich das Ventil nicht wieder. Pro Minute rauscht nun eine Tonne Kühlwasser aus dem geöffneten Ventil, ohne das die Schichtleiter es bemerken - die Anzeige auf der Schalttafel gibt fälschlicherweise an, dass das System übervoll mit Kühlungsmittel sei.

Der Auffangtank für das ablaufende Wasser aus dem Kühlkreislauf fließt schon bald über. Um 4.38 Uhr treten erstmals radioaktives Wasser und Dampf durch einen Abluftschacht aus dem Reaktor nach außen. Gegen sechs Uhr ist der obere Teil des Reaktorkerns statt von Kühlwasser nur noch von Dampf umgeben. Die gigantische Hitze kann nicht entweichen. Die Brennstäbe beginnen, sich zu zersetzen. Bei der Reaktion entsteht Wasserstoff, der sich mit dem Sauerstoff zu einem hochexplosiven Gas vermischt.

Um 6.18 Uhr beginnt der Alptraum der Atomphysik: Die Kernschmelze, bei der das Reaktorgebäude nicht mehr standhält, radioaktive Stoffe austreten und die zulässigen Strahlengrenzwerte weit überschritten werden. Fachleute nennen dieses Szenario "Größter Anzunehmender Unfall", kurz GAU. Er bringt Tod und Krankheit in unvorstellbarem Ausmaß. Endlich bemerkt ein Techniker das offene Sicherheitsventil im Kühlkreislauf. Gerade noch rechtzeitig schließt er ein Notventil und verhindert so eine die Katastrophe.

Evakuierung erst nach zwei Tagen

Doch die Situation ist nach wie vor kritisch. Um 7.24 Uhr löst Schichtleiter Zewe die höchste Alarmstufe aus. Der Gouverneur von Pennsylvania, Richard Lewis Thornburgh, erfährt von dem Störfall. Eine halbe Stunde später informiert die zuständige US-Atombehörde den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter.
 

weiter: http://einestages.spiegel.de/static/...amerikanische_tschernobyl.html

kiiwii hat mir erzählt, dass sowas NUR die russen zu doof sind, sichere kernreaktoren zu bauen... merkwürdig.

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mfg ds

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