Das Ländle Handelspartner Nr. 1 für die Schweiz

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neuester Beitrag: 27.08.05 17:37
eröffnet am: 25.08.05 18:14 von: quantas Anzahl Beiträge: 21
neuester Beitrag: 27.08.05 17:37 von: quantas Leser gesamt: 425
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25.08.05 18:14
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15292 Postings, 5655 Tage quantasDas Ländle Handelspartner Nr. 1 für die Schweiz

Der badisch-schweizerische «Bauernstreit» ist beigelegt. Bundesrat Joseph Deiss hat baden-württembergische Einschränkungen für schweizerische Grenzlandbauern bei Kauf und Pacht deutschen Bodens akzeptiert.

(sda) Deiss empfing am Donnerstag in Bern den neuen baden-württembergischen CDU-Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Diskutiert wurden die guten Wirtschaftsbeziehungen, die Weiterentwicklung der Agrarpolitiken und der grenzüberschreitende Handel mit landwirtschaftlichen Grundstücken.

Wie Hauck ausführte, wird Baden-Württemberg bis Ende Jahr das Grundstücksverkehrsgesetz und das Land-Pachtgesetz so ändern, dass das Bundesland eingreifen kann, wenn die Land- und Pachtpreise 120 Prozent über dem Verkehrswert liegen. Heute liegt die Schwelle bei 150 Prozent. Damit soll verhindert werden, dass reiche Schweizer Bauern ennet dem Rhein Grundstücke zu Preisen kaufen oder pachten, die deutsche Bauern nicht zahlen können. Heute bewirtschaften Schweizer 3400 Hektaren in Baden-Württemberg. Dank einem Staatsvertrag von 1958 können sie ihre Produkte zollfrei in die Schweiz einführen.

Keine Direktzahlungen bei EU-Agrarbeiträgen

Rund 100 Schweizer Grenzbauern haben bei der EU Flächenbeiträge für Ackerland und Grünland beantragt. Die EU zahlt pro Hektare Ackerland 300 Euro pro Jahr. Bundesrat Deiss machte klar, dass in diesem Fall die schweizerischen Direktzahlungen auch für Äcker und Wiesen, die schon vor 1984 bewirtschaftet wurden, wegfallen. Deiss und Hauk rechnen damit, dass wegen des Strukturwandels in der Landwirtschaft das Preisgefälle zwischen der Schweiz und Baden-Württemberg abnehmen wird. Damit gehe der Anreiz für Grenzbauern verloren, süddeutsches Land zu kaufen oder zu pachten. Langfristig werde die Wettbewerbsverzerrung verschwinden. 

Die Gesprächspartner stellten im Übrigen fest, dass die Schweiz und die EU bei der Weiterentwicklung ihrer Agrarpolitik und bei den Verhandlungen innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) in die gleiche Richtung zielten.

Baden-Württemberg ist laut Deiss der Handelspartner Nummer 1 der Schweiz.

Das freut mich und ist mir ehrlich gesagt neu. Wusste das nicht. Die Baden-Württenberger eben, sie können alles, nur kein Hochdeutsch. Wir auch nicht.

salute quantas

 

 

 
 

25.08.05 22:31

15292 Postings, 5655 Tage quantasup für satyr


Es kommt jetzt zwar der Roland im
TV, zusammen mit dem Wolfgang und
anderen.  

25.08.05 22:34

42128 Postings, 7739 Tage satyrBilanz reize mich bloss nicht-sonst reiss ich dir

die Ohren ab und mache Hundespielzeug daraus.
 

25.08.05 22:36

33505 Postings, 5648 Tage PantaniGuter Beitrag Quantas o. T.

25.08.05 22:56

15292 Postings, 5655 Tage quantasDanke Pantani

Weiss nur nicht was das alles wieder
mit Ohren abreissen zu tun hat?

Unser Freund saty kann sich auch an gar
nichts erfreuen, derweil ist das doch eine
so positive Nachricht.

Im Moment schaue ich da auf ZDF eine Politsendung.
Da sagte doch der Wurstfabrikant und Manager von
Bayern München Uli Hoehnes soeben:
Der Schröder wird doch im Wahlkampf nur noch dafür
gebraucht, dass die SPD nicht noch weiter absackt.

Klare Worte.

Tschüss quantas


 

25.08.05 22:58

129861 Postings, 6161 Tage kiiwiiäh, Quantas, interessanter Artikel, nur leider

am rechten Rand abgeschnitten.

Kannst Du mir die Quelle verraten?


MfG
kiiwii
ariva.deWas hört man Neues von der SPD ?  

25.08.05 23:02

42128 Postings, 7739 Tage satyrJo der Hoehnes war schon immer ein armes Würstchen

Ich hab mal eine von seinen Würsten probiert-das grenzt an
Körperveletzung.  

25.08.05 23:06
1

33505 Postings, 5648 Tage PantaniWas Satyr

dem Hoehnes seine Wurst probiert,
hehehe,bist du mit Westerwelle verwandt?
grrrrrrrrrr.  

25.08.05 23:15

15292 Postings, 5655 Tage quantasgerne kiiwii


ich weiss nur nicht, warum er bei Dir abgeschnitten ist,
bei mir ist der Artikel korrekt drinn.

Die Quelle:http:

http://www.nzz.ch/2005/08/25/il/newzzECSY5IHY-12.html

Uebrigens der Hoehnes wirft sich  schwer ins Zeug für die CDU/CSU und erntet riesen Beifall unter dem zahlreichen Publikum bei Berlin Mitte. Der ist mir sehr sympatisch. Wolfgang Clemens kommt flach raus.

Gruss quantas

 

 

25.08.05 23:47

51340 Postings, 7406 Tage eckiSchweizhetze im Kommunistenblatt

Thomas Fricke: Stagnation erster Klasse

Die Schweiz hat niedrige Steuern, einen lockeren Kündigungsschutz und grundreformierte Sozialsysteme - und wächst noch schwächer als wir. Daraus könnte das eifrig reformierende Deutschland einiges lernen.

 Schwache Schweizer

Im Grunde haben die Schweizer alles richtig gemacht, zumindest nach klassischer Lehre. Nirgends gibt es so flexible Arbeitsmärkte, umgängliche Steuerregeln und grundreformierte Sozialsysteme - all das, was Professoren in Deutschland bitterlich vermissen. Nach Adam Smith und Paul Kirchhof müssten die Schweizer sozusagen durchboomen.

Die Sache hat nur einen klitzekleinen Haken: Die Schweiz boomt nicht. Im Gegenteil. Kaum einem Land der Welt mangelt es seit 15 Jahren so sehr an Dynamik. Und: Die Auflösung des Rätsels könnte für die Deutschen gerade jetzt sehr lehrreich sein. Denn den alpinen Reformlaureaten scheint seit Jahren vor allem eins dazwischenzukommen: dass die eigene Währung hochschnellt - ein Problem, das noch ein anderes Volk kennt: das stagnierende Deutschland. Kein Zufall.

Mehr Zeit im Büro

In der Schweiz wird ganz legal bis zu 50 Stunden die Woche gearbeitet, dafür kaum gestreikt und relativ wenig Zeit mit so Dingen wie Urlaub verbracht. Im Jahr kommen die Schweizer auf gut 1800 Stunden Arbeit und verbringen damit 200 Stunden weniger als wir vorm Fernseher oder sonstwo. Traumhaft.

Der Arbeitsmarkt kann das Problem nach orthodoxer Lehre nicht wirklich sein. In der Schweiz gilt kaum Kündigungsschutz, laut OECD sind Jobs nicht einmal halb so reguliert wie in Deutschland. Selbst der Staat gibt sich modern bescheiden. Die öffentlichen Ausgaben erreichen nur ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) - mageres US-Niveau weit unter der deutschen Quote von 47 Prozent. Entsprechendes gilt für Steuern und Abgaben, Spitzen- wie Konzernsteuern liegen niedrig. Das Staatsdefizit dümpelt bei einem Prozent statt Eichelscher 3,5 Prozent des BIP.

Reformiert haben die Schweizer ihr Gesundheitssystem. Seitdem gilt die gern von Reformpäpsten empfohlene Kopfpauschale. Die Rentenvorsorge fußt brav auf drei Säulen - samt geförderter Privatvorsorge. Wunderbar.

Nach allen Standardkriterien müsste die Schweiz also das China Europas sein, mit Wachstum von, sagen wir, neun Prozent. Die Deutsche Bank rechnet für 2005 aber nur mit 0,8 Prozent, dagegen wirken die Deutschen fast dynamisch. Seit 1991 expandierten die Schweizer im Schnitt jährlich um 1,1, die Deutschen um 1,2 Prozent. Die Schweizer Arbeitslosenquote verdreifachte sich von 1,5 auf nun 4,5 Prozent der Erwerbspersonen.

Nun könnte eine Erklärung sein, dass es sogar in der Schweiz Dinge gibt, die noch nicht verändert wurden. Irgendwas finden Ökonomen immer. Es fehle oft an Konkurrenz, sagt der Schweizer Chef des Hamburger HWWI-Instituts, Thomas Straubhaar. Die Schweizer leisteten sich zum Beispiel Postboten, die Briefe in die letzten Alpenwinkel trügen. Derlei könnte erklären, warum das Land in vielem so teuer und wenig dynamisch sei.

Ob das reicht, um 15 Jahre Wachstumskrise zu erklären, ist fraglich. Zwar seien die Preise unbestreitbar hoch, so Matthias Lutz von der Universität St. Gallen. Nur könne das kaum an durchweg mangelndem Wettbewerb liegen. Sonst müssten die Firmen hohe (Monopol-)Gewinne einfahren, was nicht der Fall sei. Unwahrscheinlich zudem, dass hochliberale Experten den Konkurrenzmangel übersahen, als sie die Schweiz stets ganz oben in ihre Freiheits- und Wettbewerbsrankings stellten.

Der Grund für die hohen Preise dürfte ein anderer sein. Der Schweizer Franken hat seit 1970 gigantische 265 Prozent aufgewertet, während Briten, Franzosen und Amerikaner bestenfalls mäßige Verteuerungen ihrer Währung verkraften mussten. Folge Nummer eins: Schweizer Exportwaren haben sich seitdem um mehr als 80 Prozent stärker verteuert als alle anderen OECD-Ausfuhren. Folge zwei: Die Aufwertung ließ via Umrechnung die Löhne und Preise im internationalen Vergleich immer höher ausfallen. Folge drei: Die Exporte stürzten rund um den Globus ab.

Seit 1980 bleiben die weltweiten Verkäufe der Schweizer um fast 40 Prozent hinter der Nachfragedynamik wichtiger Absatzmärkte zurück - ein atemberaubender Rückfall. Der Schweizer Weltmarktanteil sackte seit 1990 von 2,5 auf 1,5 Prozent. Das dürfte nur bedingt mit Postboten zu tun haben.

Teure Währung als transalpines Problem

Für die Deutschen ergibt das ein paar erschreckende Parallelen. Im Schnitt haben Mark und dann Euro seit 1970 um nominal 220 Prozent aufgewertet - eine ähnlich krasse Verteuerung von "Made in Germany", auf die Firmen nur etwas anders reagierten. Sie versuchten durch immer neue Kostenkürzungen gegenzusteuern, ließen die Exportpreise damit nur um 15 Prozent stärker steigen als die Konkurrenz und verloren so nur relativ bescheidende zwölf Prozent an "Export Performance" - mit der Folge, dass die Arbeitslosigkeit entsprechend stärker stieg als in der Schweiz.

Deutsche und Schweizer ähneln sich in der Krise weit stärker, als es die Lieblingslisten der Standortpäpste vermuten lassen. Beide sind in gewisser Art Opfer des eigenen Erfolgs. Gerade weil sie als Hort der Stabilität gelten, hat sich der Run auf die Währung verselbstständigt. Die Kurse stiegen und stiegen - bis heute.

Mit diesem gemeinsamen Handicap lässt sich erklären, warum die Wirtschaft beiderseits des Bodensees seit 15 Jahren auf so erschreckend gleichmäßige Weise lahmt - obwohl die Schweizer bei Ökonomen als Mustereinheit und die Deutschen eher als Schmuddelgruppe gelten. Es wird Zeit, dass wir uns mit Wichtigerem beschäftigen als mit Bierdeckelsteuern, längeren Arbeitszeiten und Kostenabbau. Könnte unter den heutigen Währungsverhältnissen sein, dass das gar kein Wachstum bringt. Wie in der Schweiz.

Thomas Fricke ist Chefökonom der FTD. Er schreibt jeden Freitag an dieser Stelle in der Zeitung.

Aus der FTD vom 26.08.2005
© 2005 Financial Times Deutschland

http://www.ftd.de/me/cl/19742.html?p=1

Hoppla ist ja von der

 

26.08.05 00:19

129861 Postings, 6161 Tage kiiwiiDanke, Quantas!

MfG
kiiwii
ariva.deWas hört man Neues von der SPD ?  

26.08.05 13:07
1

15292 Postings, 5655 Tage quantasSchlecht recherchierter Bericht der FTD!

Leichte Erholung am Arbeitsmarkt

Wieder mehr Stellen in der Industrie

Die Beschäftigungslage in der Schweiz hat sich in den letzten drei Monaten etwas verbessert. Sowohl die Zahl der Beschäftigten wie der Erwerbstätigen stiegen leicht an. Zum ersten Mal seit 2001 verzeichnete der industrielle Sektor wieder ein Wachstum.

http://www.nzz.ch/2005/08/25/wi/newzzECSQYCE3-12.html

Weniger Arbeitslose im Juli

Quote sinkt in der Schweiz auf 3,5 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli in der Schweiz leicht zurückgegangen. Neu beträgt die Arbeitslosenquote 3,5 Prozent. Sie sank damit gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Zugenommen hat hingegen die Zahl der ausgefallenen Arbeitsstunden durch Kurzarbeit. Die höchste Arbeitslosenquote weist nach wie vor der Kanton Genf auf.

http://www.nzz.ch/2005/08/08/wi/newzzEC4BNK1L-12.html

Prognosen Schweiz

Schweiz

Juni 2005; in %

2002

2003

2004

2005P

2006P

BIP

0.3

-0.4

1.7

1.6

1.8

http://www.ubs.com/1/g/ubs_ch/wealth_mgmt_ch/research/swiss.html

Es stimmen weder die Arbeitslosenzahlen, die bei 3,5% stehen noch die Konjukturaussichten, die mit 1,6% Wachstum, annähernd doppelt so hoch sind wie in Deutschland.

 

salute quantas

 

 

 

26.08.05 13:32

8001 Postings, 5522 Tage KTM 950Heimliche Vergrößerung der Schweiz?

quantas, kann es sein, dass ihr Schweizer klammheimlich vergrößern wollt? Zuerst pachtet ihr das Land, dann kauft ihr es und im nu ist der Rhein nicht mehr die Grenze sondern der Neckar! Der Schwarzwald würde vom Erscheinungsbild gut zu euch passen.
Aber am besten find ich, dass ihr auch kein Hochdeutsch könnt und dazu steht. In der Schweiz wurde ich wegen meinem Dialekt noch nie krumm angeschaut, nur belächelt. Ob es aus Mitleid war, weiss ich nicht.
Hier in Bayern, wohne hier seit 4 Jahren, stosse ich mit meinem Dialekt auf größere Probleme.

KTM 950  

26.08.05 13:37

129861 Postings, 6161 Tage kiiwiiDas bräuchte gar nicht heimlich zu geschehen.Hatte

das kürzlich hier im Board bereits vorgeschlagen.

Man ist sich mental einfach näher. Und bez. der Grenzen kann man sich getrost am Verlauf des Römischen Limes orientieren - oder daran, wo Wein wächst und wo nicht;-)


MfG
kiiwii
ariva.de  

26.08.05 13:54

8001 Postings, 5522 Tage KTM 950Grenzverlauf danach ausrichten, wo Wein wächst

oder nicht!!! Das war die beste Idee, die mir unterkam. Denn dieses Kulturgut können wir nicht aus den Händen geben. Im Wein ist die Begründung zu suchen das die Baden-Württemberger alles können, nur kein hochdeutsch. Ist ja auch schwierig mit 2 oder 3 Flaschen Wein im Schädel hochdeutsch zu reden, ich schaff´s ja nüchtern nicht mal.

Nur wie kriegen wir das hin, ohne einen großen Aufschrei in der Republik zu verursachen. No kommed se glei wiedr mit Fahneflucht ond so en Mischd.

Grüssle  
KTM 950  

26.08.05 14:01

15292 Postings, 5655 Tage quantasAlso i säg ä mol

Jo,jo do händ sich ä paar Buure schö usgwietät im Badischä.

Sprachlich und kulturell  haben wir ja keine Probleme
zusammen und wirtschaftlich sind
Württenberg und die Schweiz so eng verbunden,
es könnte nur gut gehen.

Ich wusste echt nicht bis gestern, dass Württenberg
der grösste Hendelspartner der Schweiz ist.

salute quantas

 

26.08.05 14:16

15292 Postings, 5655 Tage quantasEin sehr grosszügiges Geschenk

Die Schweiz hatte in den letzten beiden Jahren überschüssiges Gold der Nationalbank im Wert von rund 21 Milliarden Schweizer Franken verkauft.
14 Milliarden davon wurden von der Natioanlbank an die Kantone überwiesen.

Dem Bund blieben noch 7 Milliarden.

Nun hat die Regierung entschieden, dass dieses Geld der AHV (Rentenfonds) überwiesen wird.

Die 7 Milliarden Franken Bundesanteil aus dem Verkauf des Nationalbankgoldes werden dem AHV-Fonds zugewiesen, falls die KOSA-Initiative «Nationalbankgewinne für die AHV» abgelehnt wird. Darauf haben sich die vier Bundesratsparteien geeinigt.

Ein grosszügiges Geschenk
und ein Lob von mir an die Regierung

salute quantas  
 

26.08.05 15:23

8001 Postings, 5522 Tage KTM 950# 16

Sprachlich und kulturell haben wir mit Sicherheit keine Probleme und den Rest kann man auch regeln.

Das hätte ich jetzt auch nicht geglaubt. Bezieht sich das auf Landwirtschaftlich Produkte oder auf alle Erzeugnisse, Dienstleistungen?
 

26.08.05 21:15

15292 Postings, 5655 Tage quantasWichtige Fakten zur Bindung B-W und CH

10'000 Schweizer Staatsbürger leben in Badeb Württenberg.
An 900 süddeutschen Firmen sind Schweizer Investoren zu
mindesten 20% beteiligt.

Laut Berechnungen der Handelskammer Konstanz macht allein das Handwerk in den Landkreisen Konstanz und Waldshut jährlich rund 80 Millionen Umsatz mit Schweizer Kunden. Das ist der Gegenwert von über tausend Arbeitsplätzen.

Der Anteil Baden-Württenbergs an den deutschen Exporten in die Schweiz beträgt 24 Prozent. Der Anteil Baden-Württenbergs an den Gesamtausfuhren Deutschlands in die Welt beträgt 16%.
Für Schweizer Produkte spielt Baden-Württenberg als Absatzmarkt eine noch bedeutendere Rolle, selbst in Relation zu Gesamtdeutschland.
Folglich sind beide Länder überproportional miteinander verknüpft. Die Schweiz und Baden-Württenberg produzieren sehr viele Güter, die offensichtlich gerade für den Nachbarn interessant sind.
Generell ist eine starke Verflechtung von Zulieferberziehungen und arbeitsteiligem Veredlungsverkehr zu beobachten.

CH Exporte nach B-W 2004 rund 8 Milliarden Euro
CH Importe aus  B-W 2004 rund 7 Milliarden Euro

Kulturelle Beziehungen
Durch die gemeinsame alemannische Abstammung sind im Verlauf der Jahrhunderte tiefe vielfälfige kulturelle Beziehungen entstanden. Mehr als 40 Städte in Baden Württenberg pflegen Partnerschaften mit Schweizer Gemeinden, aus welchen zum Teil regelmässige Veranstaltungen mit überregionaler Bedeutung erwuchsen.
Unter www.konsulat-schweiz.de kann man sich über alle Anlässe informieren.

Beziehungen in den Bereichen Forschung und Bildung
Dei neun Universitäten des Bundeslandes pflegen traditionell enge und vielfältige Beziehungen mit den Schweizer Hochschulen. Schweizer Professoren nehmen zum Teil führende Positionen an Universitäten in Baden-Württenberg ein. Die Stiftung Weltethos (www.weltethos.org) mit Sitz in Tübingen wurde vom berühmten Schweizer Theologen Prof. Hans Küng gegründet und wird weiterhin von ihm präsidiert.
Eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und Fachhochschulen besteht auch im Rahmen der internationalen Bodenseehochschule: www.bodenseehochschule.org.

Es gäbe noch viel zu schreiben, doch versuchte ich das Wichtigste zusammen zu fassen.

salute quantas  

27.08.05 08:07

15292 Postings, 5655 Tage quantasDie schlimmen Separatisten

Obwohl in den ersten Nachkriegsjahren das Tor zur Schweiz geschlossen blieb, hätte mancher bei der Neugliederungsdiskussion auch das Nachbarland gerne als Teil des neuen Südstaates gesehen.

Baden-Württemberg würde es nicht geben; auch keine Landesregierung in Stuttgart, und Kreuzlingen wäre nicht schweizerisch, sondern gehörte mit Konstanz und Salzburg einem ganz anderen Staatsgebilde an - der "Alpinen Union". Statt mit den Fischbrötchenessern bilden die Spätzlespachtler einen Bund mit den Germknödlern drüben auf den Bergen, jodeln ein schwäbisches Schwyzerdütsch und freuen sich ihrer stämmischen Unabhängigkeit.

So abwegig diese Vorstellung heute scheinen mag: Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren diese und andere Neugliederungspläne den Bewohnern des Ländles mehr als nur Gedankenspiele. Der Bodenseeraum war 1945 als Teil des Übergangsstaates Württemberg-Hohenzollern unter Besatzung der Franzosen, die bei den Staatsgründungs-Plänen ein Wörtchen mitreden wollten. Ihr Regierungschef de Gaulle wollte mit seiner Politik der Dezentralisierung ein erneutes Erstarken des Nachbarn zur Großmacht verhindern.

Die Besatzer hielten daher die Zügel vergleichsweise straff und verfolgten die politischen Entwicklungen in ihrer Zone mit Skepsis. Für sie war die Sache klar: Baden, Württemberg und Bayern sollten entweder als souveräne Länder in einem großen Staatenbund oder als eigene süddeutsche Konföderation separat existieren. Die Etablierung eines von den Franzosen errichteten Südstaates scheiterte allerdings 1946 nicht zuletzt an der Uneinigkeit der Besatzer.

Währenddessen entwickelten die Deutschen eigene Ideen. Allen Denkansätzen war eine Überzeugung gemein: Man wollte keinen zentralistischen Bundesstaat mehr. Die Südstaaten erhofften sich nach den zentralistisch organisierten Regimes seit dem Kaiserreich von einer Konföderation ein friedlicheres Zusammenleben und mehr Autonomie.

Welche Möglichkeiten bestanden, den neuen Staat zu gestalten? Die Konzepte lassen sich unter die Begriffe Abendland, Alpenland, Alemannien subsumieren. Das "Abendland" wurde in überwiegend katholischen Kreisen und vor allem journalistisch propagiert. Der zu schaffende Staat sollte sich an abendländisch-christlichen Grundwerten orientieren. In Freiburg rief Leutnant Maurice Jordy, in der dortigen Bezirksmilitärregierung für Information und Propaganda zuständig, die "Vereinigung Abendland" ins Leben, die die Pläne konkretisieren sollte. Auf Befehl des Generalverwalters der französischen Zone, Emile Laffon, wurde deren Monatszeitschrift aber bald wieder eingestellt und Jordy 1946 versetzt.

Konkreter waren die alpenländischen Pläne einer stammesföderalistischen Union. "Alpenland - Vorschlag einer staatlichen Neugliederung" nannte Bernhard Dietrich sein Traktat, dessen Druck er im Sommer 1945 selbst finanzierte. Von den Nationalsozialisten als Gegner verfolgt, war der katholische Mediziner bei Kriegsende zum kommissarischen Oberbürgermeister Singens ernannt worden. Sein "Alpenland" sollte als wirtschaftliche Einheit Österreich mit Vorarlberg, Liechtenstein, Bayern (Franken ausgenommen) und die schwäbisch-alemannischen Teile Württembergs und Badens umfassen. Ohne es explizit zu fordern, hoffte Dietrich, der deutschsprachigen Schweiz durch eine Organisation des Landes in Kantone den Beitritt schmackhaft zu machen.

Im Oktober 1945 nahmen auf einer Versammlung in Bregenz die Pläne Form an und weckten das Interesse der Presse. "Separatisten am Bodensee", titelte das St. Galler Tageblatt, die Deutsche Volkszeitung verwies auf "deutschfeindliche Absichten". Auch die Franzosen beäugten die Entwicklungen mit Argwohn: De Gaulle stieß sich an einer Union Bayerns mit Österreich, zu gewichtig könne deren Position in der internationalen Politik werden. Die Besatzer konstatierten "unklare Ziele und mangelnden Rückhalt in der Bevölkerung", Laffon erteilte schließlich eine Abfuhr.

Ein "Voralpen"-Staat

Dietrich nahm 1946 mit dem "Schwäbisch-Alemannischen Heimatbund" einen zweiten Anlauf, den Staat "Voralpen" zu begründen: eine abgespeckte Version des Alpenlandes als Union der französischen Teile Badens, Württembergs und Bayern. Obwohl er damit der Angst der Franzosen vor Expansionsbestrebungen Rechnung trug, fürchteten diese nun den Einfluss des separatistischen Schwunges auf das jüngst zurück gewonnene Elsass. Dietrichs Appell "Mit Gott ins neue Alpenland!" konnte sich nicht durchsetzen.

Das dritte Konzept geht auf Otto Feger zurück. Er wurde 1942 Stadtarchivar von Konstanz, war Mitglied im "Heimatbund" und setzte sich in seiner Kampfschrift "Schwäbisch-Alemannische Demokratie" für einen weniger konfessionell als zuallererst demokratisch geprägten Staat ein: "Wenn wir wieder eine Demokratie werden sollen, hat jeder Staatsbürger die Pflicht, Stellung zu nehmen zu den Fragen der Zeit". In dem 1946 gedruckten Werk forderte Feger eine Einheit der alemannischen Teile Badens und der schwäbischen Teile Württembergs als "Kerngebiet" des zu schaffenden Staatenbundes. Dezentrale Organisation, Entmachtung des Parlamentes und stärkere Bürgerbeteiligung formulierte er als Prämissen. Das Werk stieß eine breite öffentliche Diskussion an, von der Feger sich eine Wendung hin zum schwäbisch-alemannischen Südstaat erhoffte.

Die kam in dieser Form nicht. Als die Bundesregierung im Mai 1951 das Neugliederungsgesetz erließ und für den süddeutschen Raum eine Volksabstimmung anordnete, votierten die Bürger für die Vereinigung von Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern sowie Baden. Baden-Württemberg wurde am 25. April 1952 gegründet.

Feger missfiel die Lösung, die Teile wie Bayrisch-Schwaben ausschloss. Schon allein der Name sei "eine Verlegenheitslösung ohne Tradition und Charakter". Dennoch ist die Gründung des Landes eine Lösung, die ganz demokratisch auf dem größtmöglichen Konsens aller Franken, Schwaben und Alemannen fußt: Bis heute bleibt Baden-Württemberg das einzige Bundesland, das durch eine Volksabstimmung legitimiert wurde. Die Autorin ist freie Mitarbeiterin des Südkurier und war Studentin im Uni-Kurs "Zeitgeschichte und Journalismus", den Stadtarchiv und Lokalredakton veranstalteten.

 Diesen Artikel finden Sie im Online-Angebot unter
http://www.suedkurier.de/lokales/konstanz/art1077,1678291.html  

27.08.05 17:37

15292 Postings, 5655 Tage quantasInteressantes zu Baden Württenberg

Wenn die Baden-Württemberger liebevoll von ihrem »Ländle« sprechen, mag sich dabei manch einer einen kleinen und überschaubaren Raum vorstellen. Dabei ist das Land im deutschen Südwesten mit 35.752 km2 der drittgrößte bundesdeutsche Flächenstaat. Nur Bayern und Niedersachsen sind der Fläche nach größer. Belgien ist beispielsweise kleiner, die Schweiz nur wenig größer als der Südweststaat.

Auch der Einwohnerzahl nach liegt Baden-Württemberg an dritter Stelle der deutschen Länder. Mit rund 10,7 Millionen Einwohnern leben hier mehr Menschen als etwa in der Schweiz oder in Österreich. Finnland, Dänemark und Luxemburg haben ebenfalls weniger Einwohner. Selbst im europäischen Rahmen hat Baden-Württemberg als Region also ein beachtliches Flächen- und Bevölkerungspotenzial. Die größten Städte des Landes sind Stuttgart (ca. 590.000), Mannheim (ca. 310.000), Karlsruhe (ca. 280.000) und Freiburg (ca. 210.000).

Gemeinsame Grenzen mit drei Staaten und drei deutschen Ländern

Baden-Württemberg hat auf einer Länge von 1.124 km gemeinsame Grenzen mit den Ländern Bayern (860 km), Hessen (171 km) und Rheinland-Pfalz (93 km). Im Westen bildet die Rheinmitte auf einer Länge von 179 km die gemeinsame Grenze mit dem Nachbarn Frankreich. Die Grenzen zu Österreich und der Schweiz sind auf der Bodenseefläche nicht festgelegt. Die Länge des Bodenseeufers von Konstanz bis zur Landesgrenze nach Bayern beträgt ohne die Uferlänge des Untersees 86 km. Die Landesgrenze zu den Schweizer Nachbarn ist 316 km lang.

Bodensee 

Naturräumliche Vielfalt

Baden-Württemberg ist geprägt von seiner naturräumlichen Vielfalt - das macht es auch als Urlaubsland attraktiv. Große zusammenhängende Waldflächen wie der Schwarzwald, der Schwäbische Wald oder der Odenwald geben dem Land sein Gepräge. Die höchste Erhebung des Landes ist der Feldberg im südlichen Schwarzwald mit 1.493 m. Die Hornisgrinde ist mit 1.164 m die höchste Erhebung im nördlichen Schwarzwald. Der höchste Berg der Schwäbischen Alb und des Albvorlandes ist der Lemberg mit 1.015 m.

Rund 40 Prozent der Fläche von Baden-Württemberg sind mit Wald bedeckt. Aber Baden-Württemberg ist auch ein wasserreiches Land. Das Wasser spielt eine wichtige Rolle im Land: als Trinkwasser, als Nutzwasser, als Mineral- und Heilwasser sowie nicht zuletzt für die Freizeit und Erholung der Menschen. Die größten Flüsse des Landes sind der Rhein (437 km), der Neckar (367 km), die Donau (251 km), die Jagst (203 km) und der Kocher (182 km). Hinzu kommt der Bodensee als einer der größten Süßwasserseen der Welt mit 572 km2 Fläche. Der niedrigste Punkt des Landes ist der Rheinpegel bei Mannheim mit 85 m über NN.

 

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