Das Ende der Kampfpreise

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neuester Beitrag: 31.10.05 15:03
eröffnet am: 31.10.05 12:03 von: B Ghost Anzahl Beiträge: 24
neuester Beitrag: 31.10.05 15:03 von: 54reab Leser gesamt: 909
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31.10.05 12:03
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3379 Postings, 5582 Tage B GhostDas Ende der Kampfpreise

SPIEGEL ONLINE - 31. Oktober 2005, 10:58
URL: 
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,382472,00.html

Rabattschlacht im Handel
 
Schwarz-Rot will Kampfpreise stoppen

Union und SPD erwägen Maßnahmen gegen Preisdumping bei Discountern wie Aldi und Lidl. Die künftige Regierung will die ruinöse Rabattschlacht im Handel per Gesetz untersagen.

Berlin - Die Koalitionsarbeitsgruppe unter Leitung des designierten Bundesverbraucherschutzministers Horst Seehofer (CSU) und der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) habe sich auf entsprechende Maßnahmen verständigt, berichtet die "Berliner Zeitung". Demnach wollen die Koalitionäre den Verkauf von Lebensmitteln unter Einstandspreis künftig grundsätzlich untersagen.

DPADiscounter-Kundin: Kein Verkauf unter Einstandspreis
Im Zuge einer Novelle des Kartellrechts solle der ruinöse Preiswettbewerb zwischen den Lebensmitteldiscountern begrenzt und kleinere und mittlere Betriebe vor Wettbewerbsnachteilen geschützt werden. Das Vorhaben stehe noch unter dem Vorbehalt einer Gesamteinigung zwischen Union und SPD, hieß es weiter. Sollte es umgesetzt werden, dürften die Discounter auch kurzzeitig keine Lebensmittel mehr zu Billigstpreisen anbieten.

Zwar verbietet das Kartellrecht schon heute den dauerhaften Verkauf von Produkten unter dem Einstandspreis. Doch gegen kurzfristige Aktionen, die zum Teil nur wenige Tage dauern, gibt es bislang keine Handhabe.

Unter dem sogenannten Einstandspreis versteht das Bundeskartellamt den Herstellerpreis abzüglich aller Rabatte und Vergünstigungen. Verbraucherschützer und Erzeuger fordern schon lange ein schärferes Vorgehen gegen solche Billigangebote bei Lebensmitteln.

 

31.10.05 12:05

61594 Postings, 6102 Tage lassmichreinNa also... Wieder einen schönen

Knüppel in die Beine des kleinen Mannes geworfen !!!

Immer weiter so !!!  

31.10.05 12:07

4030 Postings, 7178 Tage Nobody IIWie dumm sind die eigentlich

Das Gesetz hat vor der EU eh keine Bestand. Sinnlose Zeitverschwendung.

Gruß
Nobody II
 

31.10.05 12:09

13436 Postings, 7323 Tage blindfishist das eine ernsthafte frage, nobody!? ;-) o. T.

31.10.05 12:18
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3483 Postings, 6301 Tage ich_willdie sollen lieber den Verkauf von Aktien


unter meinem Kaufkurs verbieten!!!  

31.10.05 12:26

3379 Postings, 5582 Tage B GhostSchwere Entscheidung

Da muss man sich entscheiden was man nun will:

Den Einzelhandel vor dem endgültigen AUS schützen (wozu diese Maßnahme dienen könnte) oder den Verbrauchern einen günstigen Kauf ermöglichen.



Ich tendiere dazu die Maßnahme zu befürworten  

31.10.05 12:34

7336 Postings, 6389 Tage 54reababsoluter blödsinn.

dann wird es eben koppelgeschäfte über dritte geben. die eine produktgruppe wird dann eben deutlich über herstellungskosten und die andere deutlich unter herstellungskosten eingekauft. zusammenfassung: bürokratischer unsinn. viel sinnvoller wäre es, effektiv wirkende kartelrechtliche vorschriften in die welt zu setzen und auf deren einhaltung zu achten.

noch von früher her sind bei uns alle möglichen unsinnigen vorschriften zum schutz der krämerläden im umlauf wie z.b. einschränkung der verkaufsfläche, schmale gänge, einschränkung der produkte, ... der unsinn lebt immer noch und die krämer sind tot.

mfg 54reab  

31.10.05 12:41

3379 Postings, 5582 Tage B GhostWie das Kartellrecht bei uns "funktioniert" sieht

man ja anden Gas- und Spritpreisen....


:-(  

31.10.05 12:45
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1238 Postings, 5407 Tage Jabldie lernen es einfach nicht

Deregulierung ist der Schlüssel und nicht Regulierung. Der Staat soll die Spielregeln schaffen aber das Spielen soll er den Spielern überlassen. Wettbewerb schafft Arbeitsplätze. Die DDR ist nicht umsonst gescheitert. Dort hatten wir einen vollständig regulierten Markt. Jeder hatte angeblich Arbeit (zumindest wurde jeder so bezahlt als hätte er welche) aber der Staat war Pleite und das trotz angeblicher Vollbeschäftigung. Leider geht die Richtung dort hin und nicht in die andere Richtung.  

31.10.05 12:45
1

4030 Postings, 7178 Tage Nobody IIWir bewegen uns

auf einen neuen Kohlepfennig zu. Ineffizenzen werden künstlich am Leben gehalten. Haben wir irgendwie schon fast überall und es überall gescheitert.

Kohle - Bauern - ...

Die Branchen sind tot - diese künstlich am Leben zu halten, geht nur solange bis die bösen Billigländer den Todesstoß geben. Aber das der Druck notwendig ist, damit der Markt bereinigt wird und/oder Innovationen ausgelöst werden, versteht keiner.

Typisches Besitzstand wahren.

Die Bauern hätten schon mit der Alternativen Energiegewinnung 10 Jahre weiter sein können. Aber es ist ja lukrativer die Förderung einzustreichen und die Milch wegzugiessen.

Gruß
Nobody II
 

31.10.05 13:18

21799 Postings, 7522 Tage Karlchen_IDas riecht nach Protektionismus - wahrscheinlich

zugunsten der Landwirtschaft.


Dann nach dem Kartellrecht sieht es bereits schon heute so aus:

Verkauf unter Einstandspreis
Unternehmen, die gegenüber kleinen und mittleren
Unternehmen überlegene Marktmacht haben,
dürfen ihre Marktmacht nicht dazu ausnutzen,
die kleinen und mittleren Unternehmen unbillig
zu behindern. Eine unbillige Behinderung
wird angenommen, wenn Waren oder gewerbliche
Leistungen nicht nur gelegentlich unter Einstandspreis
angeboten werden.
Das Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis
greift also nicht erst ein, wenn ein Unternehmen
marktbeherrschend ist. Es gilt vielmehr bereits
für Unternehmen, die im Vergleich zu den auf
dem gleichen Markt tätigen kleineren und mittleren
Wettbewerbern eine überlegene Position innehaben,
etwa aufgrund ihrer Finanzkraft. Werden
Waren nicht nur gelegentlich, sondern systematisch
über längere Zeit unter ihrem Einstandspreis
angeboten, ist dies nur dann ausnahmsweise
zulässig, wenn hierfür eine sachliche
Rechtfertigung gegeben ist. Eine sachliche
Rechtfertigung kann vorliegen, wenn es sich bei
dem Angebot unter Einstandspreis um die Anpassung
an einen Wettbewerbspreis handelt, sofern
dieser nicht ebenfalls unter Einstandspreis
gebildet ist.  

31.10.05 13:48

129861 Postings, 6074 Tage kiiwiiNur: was für Lebensmittel haben wir denn heute ?

"Billich und schlecht".

In vielen Fällen besseres Hundefutter.

Und wenn's nicht explizit auf den Dosen stehen würde, würden die auch noch für die menschliche Ernährung gekauft.

Denn: Lebensmittel dürfen "nix kosten".  


"Der Mensch ist, was er ißt".


MfG
kiiwii  

31.10.05 13:51

7336 Postings, 6389 Tage 54reabdie einstandspreisregelung kann man

beliebig umschiffen. kartellrechtlich braucht nur darauf geachtet zu werden, dass kein händler eine marktbeherrschende stellung erreicht, auch nichr regional. wenn jemand seine waren verschenken will, soll er doch.

bei den discounter im lebensmittelbereich haben wir alles andere als marktbeherrschende stellungen. hier hat sich die letzten jahre mit lidl sogar die situation gebessert. sieht vollkommen anders im energiesektor aus. hier wäre die politik gefordert.

mfg 54reab  

31.10.05 13:53
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1443 Postings, 5406 Tage HardstylisterViele können aber gar nicht anders kiiwii.

Das gute Biofleisch kann sich zum Beispiel eine Alleinerziehende Mutter mit "Normaleinkommen" oder auch ein "normaler" Berufseinsteiger gar nicht leisten.

Klar muss man nicht jeden Ramsch kaufen, aber so wie das hier immer dargestellt wird, von wegen ich trinke nur Milch von Glücklichen Kühen, die noch vor einer Stunde im Euter war, das können sich viele nur leisten, wenn sie grade ein Kind bekommen haben oder mit Ramona Drews verkehren.  

31.10.05 13:55

7336 Postings, 6389 Tage 54reab@kiiwii: so schlecht kann

dieses "hundefutter" nicht sein. gegenüber früher, diesen "gloreichen zeiten", wird der bürger älter und ist weniger krank.

der einzelne bürger soll entscheiden wofür er seinen mühsam erwirtschafteten euro ausgibt. wenn er lieber reisen als teures futter kaufen will, soll er das tun.

mfg 54reab

 

31.10.05 14:07

129861 Postings, 6074 Tage kiiwiireab, von Besserung kann man wohl nicht sprechen

Wir haben vielmehr Handelsoligopole, die durch ihre Nachfragemacht und ihre Preisdrückerei die Vorstufe der Produzenten völlig zerstört haben.

Ergebnis:
Schlechte Massenware für ein Massenpublikum; keine flächendeckende Versorgung mehr.

MfG
kiiwii  

31.10.05 14:11

10991 Postings, 6995 Tage andyyEs wäre viel einfacher zu regulieren

diese Lebensmittel, welche zu Dumpingpreisen verkauft werden, sind keinesfalls in Deutschland hergestellt (selbst wenn sie deutsche Ausschilderung tragen).

Ich würde alle Importwaren mit saftigen Zöllen belegen und alles regelt sich von allein.
Es würde sich dann für LIDL / ALDI & Co. nicht mehr rechnen in Polen, Russland und sonstwo einzukaufen und Sachen über tausende Kilometer heranzukarren.
Man würde wieder in Deutschland produzieren, es würden Arbeitsplätze entstehen usw. !

AMIS belegen alles mit Zoll, was aus Ausland günstiger reinkommt, als wo sie selbst produzieren können.
 

31.10.05 14:16

129861 Postings, 6074 Tage kiiwiiund: in den sog. "glorreichen" Zeiten

haben die Menschen nicht schlechter gegessen, aber viel mehr - und vor allem unter sehr viel härteren Bedingungen - gearbeitet, und das zumeist körperlich, nicht auf dem Bürostuhl. Und das täglich, wöchentlich und lebensarbeitszeitlich.

Es gibt heute keine wirklich harten Arbeitsbdingungen mehr, denn
es gibt kaum noch
-Untertagebergbau,
-Schiffbau
-Landwirtschaft
-Bauwirtschaft
und wenn, passiert alles maschinell.

Die Wirtschaft heute ist eine unterbeschäftigte Dienstleistungsgesellschaft, wie man aus den Beschäftigungsstatistiken bei "destatis" sehen kann.

Krank werden die Leute trotzdem, aber später und anders als früher.


MfG
kiiwii  

31.10.05 14:20

7336 Postings, 6389 Tage 54reab@kiiwii: der konsument

und nicht der politiker soll bestimmen, welcher händler erfolg und welcher händler keinen erfolg haben soll. deine, von dir beobachtete zerstörung der vorstufe ????? eine duckvorstufe kenne ich ??? kann ich nicht nachvollziehen. für die qualität der lebensmittel ist das lebensmittelrecht zuständig und nicht der schutz von ineffektif geführten klitschen à la tengelmann. die versorgung der fläche ist überall dort gewährleistet, wo der verbraucher das will. wo er es nicht will und sich sogar weigert bei den fliegenden händler zu kaufen, muss er eben selbst ins auto und zum supermarkt hinfahren. hat allerdings nichts mit lidl und aldi zu tun.

@andyy: viel freude beim annanasanbau und beim hungern.

mfg 54reab  

31.10.05 14:22

129861 Postings, 6074 Tage kiiwiies lebe Donald Duck

31.10.05 14:32

7336 Postings, 6389 Tage 54reabdie gleiche koalition

(arbeitsgruppe für agrar- und verbraucherpolitik), die

"Mit der Kartellrechtsnovelle soll der Verkauf von Lebensmitteln unter dem Einstandspreis verboten werden, berichtete die Berliner Zeitung. Dabei handelt es sich um den Preis einer Ware, aus dem Preisnachlässe herausgerechnet sind. Die jetzige Regelung erlaubt gelegentliche Aktionen."

will gleichzeitig

"Der Haftungsfonds für Landwirte, aus dem ein Schadensausgleich bei möglicher Vermischung gentechnisch veränderter und herkömmlicher Pflanzen bezahlt werden soll, gilt als unstrittig."


dient sicherlich nicht dem verbraucherschutz und der lebensmittelqualität. reiner argrarlobyismus! für unsere unsinnige agrarpolitik können sicherlich aldi und lidl nichts! das hat uns unsere agrarlobby über jahrzehnte beschert.

mfg 54reab  

31.10.05 14:43

129861 Postings, 6074 Tage kiiwiiVerbraucherschutz ist wichtig, aber nicht alles !

Er führt zwangsläufig zu großindustrieller Massenproduktion.
Auch kleinteilige Produktionsstrukturen haben einen Wert an sich.
Denk nur mal an die Tiertransporte!
Oder an die unkontrollierte und von uns nicht kontrollierbare Verwendung von Pestiziden in nichtdeutschen Herstellerländern!
Oder den Arbeits-Einsatz von Kindern!

Bon Apétit!


MfG
kiiwii
 

31.10.05 15:02

7336 Postings, 6389 Tage 54reabes reicht fürs erste

in der eu zu verbleiben. alle regeln, die dort zur massenproduktion geführt haben, wurden von unserer lieben argrarlobby gefordert. die subventionierung führte zwanghaft in die massen- und überproduktion.

ein betrieb, der klein ist, wirtschaftet nicht zwangsweise umweltgerecht. dort wird oft, ohne bodenanalysen, auf teufel komm raus gedüngt und vergiftet. einem großbetrieb wäre das viel zu teuer. die unsinnigen tiertransporte haben auch sehr viel mit unseren unsinnigen fördermaßnahmen zu tun unserer agrarlobby.

beim import in die eu ist sehr wohl eine kontrolle auf pestizide und andere schadstoffe möglich. diese kontrollen, die auch eu-intern nur sehr wenig durchgeführt werden, könnten manche unapetitlichkeit verhindern. würde man allerdings derartige lebensmittelkontrollen in voller breite durchführen käme es zu einem riesigen aufschrei von .

mfg 54reab

ps.: seit längerem werden auch schuhe großindustriell hergestellt. trotzdem gibt es erhebliche qualitätsunterschiede.

 

31.10.05 15:03

7336 Postings, 6389 Tage 54reabdie agrarlobby muss ein abschnitt tiefer o. T.

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