DaimlerChrysler droht mit Job-Verlagerung

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eröffnet am: 12.07.04 19:29 von: Happy End Anzahl Beiträge: 9
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12.07.04 19:29

95441 Postings, 7320 Tage Happy EndDaimlerChrysler droht mit Job-Verlagerung

DaimlerChrysler setzt seine Mitarbeiter unter Druck: Die Produktion der C-Klasse soll aus dem Stammwerk Sindelfingen nach Bremen oder gar Südafrika verlagert werden. Sollte der Betriebsrat sich nicht auf Millionen-Zugeständnisse einlassen, wären 6000 Arbeitsplätze bedroht.

Stuttgart - Erforderlich sei eine Senkung der jährlichen Kosten um 500 Millionen Euro, sagte Mercedes-Pkw-Chef Jürgen Hubbert bei einer Pressekonferenz. Die Kosteneinsparungen müssten im Jahr 2008/09 erreicht sein. Es war das erste Mal, dass sich der Vorstand offiziell zu dem umstrittenen Sparprogramm geäußert hatte.

Von den Einsparungen sei abhängig, wo die neue C-Klasse von Mercedes gebaut werde. Sollte es keine Einigung mit dem Betriebsrat geben, dann werde die C-Klasse-Produktion in Bremen auf 1200 Fahrzeuge täglich und in Südafrika auf 300 aufgestockt. In Sindelfingen würde die C-Klasse dann nicht mehr produziert. Gegenwärtig werden in Bremen rund 700 bis 750 C-Klasse-Wagen hergestellt.

Hubbert sprach mit Blick auf die Mercedes-Werke in Baden-Württemberg von gravierenden Kostennachteilen gegenüber anderen Tarifgebieten in Deutschland. Dazu zählte er insbesondere die "Steinkühler-Pause" von fünf Minuten pro Stunde sowie Spätschicht-Zuschläge von 15 Prozent im Südwesten schon von mittags zwölf Uhr an. Diese tariflichen Regelungen gebe es nur in Baden-Württemberg. Insgesamt werde in Bremen pro Jahr zwei volle Wochen mehr bei gleichen Kosten produziert.

Hubbert betonte, DaimlerChrysler wolle alles tun, damit die baden-württembergischen Standorte wettbewerbsfähig blieben. Dabei müssten aber auch der Betriebsrat und die Mitarbeiter mitziehen. Hubbert sagte: "Wir wollen in Baden-Württemberg wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen". Die "Steinkühler-Pause" sei 30 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß.

Der Pkw-Chef unterstrich auch, dass die neue C-Klasse einen festen Anlauftermin habe. Um alle dafür notwendigen Bestellungen - von Maschinen bis Robotern - vornehmen zu können, brauche man jetzt eine schnelle Entscheidung. Hubbert: "Dafür läuft die Frist Ende diesen Monats ab»". Deshalb könne er nur an die Adresse des Betriebsrates appellieren: "Wir brauchen die Einigung bis Ende dieses Monats".

Sollte der Betriebsrat auf den Vorschlag des Vorstandes nach einer Einsparung von 500 Millionen Euro pro Jahr eingehen, dann werde auch der Vorstand für ein Jahr auf eine Erhöhung seiner Gehälter verzichten. Hubbert betonte, bei allen Sparvorschlägen des Vorstandes werde es keinen unmittelbaren Eingriff in das jetzige Gehalt geben. Die Einsparungen würden angerechnet.

Für den Standort Sindelfingen hätte die Verlagerung der Produktion der neuen C-Klasse gravierende Folgen. Rund 6000 Arbeitsplätze stehen nach Angaben von Personalvorstand Günther Fleig auf dem Spiel.

Der Betriebsrat zeigt sich zwar bereit, bei der Umsetzung des Entgeltrahmentarifvertrages auf 180 Millionen Euro zu verzichten. Weitergehende Kostensenkungspläne, die nach seinen Schätzungen auf bis zu eine Milliarde Euro pro Jahr hinauslaufen könnten, lehnte er aber bislang ab. "Wir sind in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Produktionsplanung und einigen Bereichen der Zentrale zur Einführung der 40-Stunden-Woche bereit, wenn die Mehrarbeit bezahlt wird", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Erich Klemm.

Das Angebot, die wöchentliche Arbeitszeit auszudehnen, gelte aber nicht für die Produktion. Die Beschäftigten könnten sich freiwillig für die längere Arbeitszeit entscheiden. Um seiner Position Nachdruck zu verleihen rief der Betriebsrat für Donnerstag an allen deutschen Standorten zu Protestaktionen auf.

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Bremer Werkes, Uwe Werner, sagte es sei nicht das erste Mal, dass versucht werde, die Bremer gegen die Sindelfinger Kollegen auszuspielen. "Wir sind aber nach wie vor solidarisch mit den Kollegen in Sindelfingen. Das ist ein Angriff auf den Tarifvertrag."

Aus Protest gegen die Sparpläne hatten am Sonnabend 12.000 Beschäftigte im Pkw-Werk Sindelfingen die Ableistung von Überstunden verweigert. Nach Angaben des Betriebsrates standen die Bänder still. Eine Schicht sei komplett ausgefallen. Insgesamt konnten rund 1000 Autos nicht produziert werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,308352,00.html  

12.07.04 19:35

191 Postings, 6059 Tage haerte10Endlich geht es auf breiter Front los!

Das gibt auf Dauer dem Mittelstand die nötige Luft zum Atmen und schafft und bewahrt somit Arbeitsplätze in Deutschland. Von mir aus könnte dies noch schneller vorangetrieben werden. Ein Schritt der überfällig ist.  

12.07.04 19:36

10041 Postings, 6792 Tage BeMiLieber Happy,

schaust Du bitte hier:
http://www.ariva.de/board/199438/..._talk&search_id=&search_full=&609  

12.07.04 19:41

95441 Postings, 7320 Tage Happy EndLieber Bernd

...so etwas gehört halt ins Börsenboard. :-p  

12.07.04 19:47

129861 Postings, 6275 Tage kiiwiiDie Daimler-Unternehmensleitung hat die Pflicht,

das durchzusetzen.
Sie hat lange genug durch viel zu hohe Abschlüsse dem Mittelstand und dem Handwerk in Baden Württemberg den Hals zugedreht. Die haben jetzt einiges gut zu machen!

"Steinkühler-Pause"; wenn ich das schon höre !!

Ich kenn den Kerl; der ist ´ne Pest.  

12.07.04 19:51

120 Postings, 6055 Tage MegafishWenn wir schon am reformieren sind, dann sollte

man auf jeden Fall auch dieses leidige Handwerkermonopol zerschlagen.

Abschaffung des Meisterzwangs. Weg mit dem ganzen wettbewerbsfeinlichen Dreck.

Es lebe der Kapitalismus. Es muss jetzt konsequent alles zerschlagen werden. Dann gehts auch wieder aufwärts.  

12.07.04 20:35
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33758 Postings, 7449 Tage DarkKnightNach den Managementfehlentscheidungen

Chrysler und Mitsubishi, zahlt also der Arbeitnehmer und nicht das Management?  

12.07.04 20:54

191 Postings, 6059 Tage haerte10Fehlentscheidungen

bei Unternehmen dieser Größenordnung zahlen in erster Linie die Aktionäre und in zweiter Linie alle Steuerzahler.

Aktionäre und Steuerzahler fordern in der Folge allerdings auch wieder Entscheidungen zur Gesundung.

Hier allerdings findet Marktwirtschaft auf dem Arbeitsmarkt statt. Nach Jahren hoher Forderungen durch die Gewerkschaften, hat sich nun das Blatt gewendet und die Arbeitgeber stellen ihrerseits ihre Forderungen.

Zur allgemeinen Diskussion der 50 Stunden Wochen sei noch angemerkt. Wer vielleicht 42 Stunden im Endergebnis erzielen will, wird erstmal eine überhöhte Forderung stellen. Einfachste Verhandlungstaktik, die immer noch zu funktionieren scheint, wenn man bedenkt, wieviel User in einem Börsenboard diese Zahl wirklich für bare Münze nehmen.  

12.07.04 21:04

969431 Postings, 6202 Tage moyaWir brauchen Strafzölle auf Ausländische Produkte!

So machen die Amis das auch. Dann würde jedes Deutsche Unternehmen wieder im Lande produzieren alles.  

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