China - Lust auf Luxus

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Asien - Lust auf Luxus (EuramS)

11.07.2004 11:23:00


   
Den Asiaten sitzt das Geld locker in der Tasche. Ihre Konsumlust ist enorm. Gut für Anleger. Der Abschwung der Börsen wird bald vorüber sein. Jetzt ist die zweite Chance da, in China, Indien und Co einzusteigen
von Jörg Billina und Joachim Spiering, Euro am Sonntag 28/04

Dichtes Gedränge "Am Bund". Täglich strömen Tausende von Menschen in die Konsumtempel, die entlang der berühmten Einkaufsmeile Shanghais in die Höhe schießen. Heiß begehrt: Mode von Gucci oder Kosmetik von Evian Spa. Seit einem Monat bilden sich auch Menschentrauben vor den Geschäftsräumen von Ferrari. 200 Sportwagen wollen die italienischen Autobauer noch in diesem Jahr im Reich der Mitte verkaufen.

Yang Lan könnte sich einen leisten. Auch wenn der 612er-Scaglietti drei Millionen Yuan, also rund 270 000 Euro, kostet. Selbst die sechs Millionen Yuan, die DaimlerChrysler für den Maybach verlangt, könnte Yang Lan locker hinblättern. Schließlich zählt die 35-Jährige zu den erfolgreichsten Unternehmern Chinas.

Was die attraktive Dame noch interessanter macht: Sie wurde reich aus eigener Kraft. Der wirtschaftliche Reformprozess erlaubte es Yang Lan, ihre zahlreichen Talente zu versilbern. Zu Zeiten Mao Tse-tungs hätte die Welt wohl nie von ihr gehört. Für den großen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei waren westliche Werte und Gewinnstreben ein rotes Tuch. Yang Lan aber nutzte die Aufstiegs-Chancen, die das moderne China heute seinen Menschen bietet.

Yang Lan startete ihre Karriere als Quizmasterin im Staatsfernsehen. Ihr Charme lockte Woche für Woche 220 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Doch nur berühmt zu sein, genügte Yang Lan nicht. Nach einem Politikstudium in den Vereinigten Staaten gründete sie 1999 in Shanghai ihren eigenen Fernsehsender, die Sun Television Cyber Networks. Seitdem interviewt sie VIPs wie Jack Welch, den ehemaligen Chef von General Electric, oder die frühere amerikanische Außenministerin Madeleine Albright. Ihr Erfolgsrezept: Sun TV erklärt die globalen Zusammenhänge anhand von Persönlichkeiten, die die Welt maßgeblich beeinflusst haben. Politik und Geschichte nicht abstrakt, sondern von Menschen erzählt, genau das komme an, meint Yang Lan.

Auch Zhang Yue hat dem Aufbruch in China viel zu verdanken. Der heute 44-Jährige hatte Anfang der 80er-Jahre keine Lust mehr auf seinen Job als Lehrer. Als Alternative begann er, mit seinem Bruder Heizkessel herzustellen. Die waren qualitativ deutlich besser als die Produkte aus den Kombinaten. Dank der steigenden Nachfrage verfügte Zhang Yue bald über ausreichende Mittel, um in neue Bereiche zu expandieren. Heute ist er Besitzer von über 20 Fabriken in China, den USA und dem Mittleren Osten. Seinen unternehmerischen Erfolg genießt Zhang Yue nun in vollen Zügen. Er residiert in der Nähe der Stadt Changsa in einem Schloss und jettet mit seinem Privatflugzeug zu internationalen Unternehmerveranstaltungen. Dort spricht er gerne über die soziale Verantwortung von Managern in aufstrebenden Märkten.

Zu Chinas neuen Reichen gehört auch William Ding Lei. Mit ein paar Freunden rief er 1997 das Internetportal Netease ins Leben. Nur sieben Jahr später ist er schon Chef von 300 Mitarbeitern. Seine Firma ist nicht nur den chinesischen Internet-Usern ein Begriff. Auch die internationalen Anleger kennen das Unternehmen. Netease ist an der Tech-Börse Nasdaq gelistet.

Yang Lan, Zhang Yue und William Ding Lei sind nicht die Einzigen, die es ganz nach oben geschafft haben. Heute gibt es in China über 200 000 Millionäre. Sie sind die Gewinner des Umbaus von der Plan- zur Marktwirtschaft.

"Reichwerden ist ruhmvoll", hatte der Reformer Deng Xiaoping Ende der 70er-Jahre gesagt und damit den Startschuss zur Öffnung des Landes gegeben. Seitdem glänzt China mit Konjunkturdaten, die weit über denen der westlichen Industrieländer liegen. So wuchs die Wirtschaft in den vergangenen 13 Jahren um durchschnittlich sieben Prozent. Für 2004 wird ein Plus von neun Prozent erwartet. Zum Vergleich: Für Deutschland rechnet man mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von lediglich 1,6 Prozent.

Angesichts des chinesischen Wachstumstempos zweifeln die Experten nicht, dass das Riesenreich mit seiner Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen schon in wenigen Jahrzehnten die USA überholen und zur Wirtschaftsmacht Nummer 1 aufsteigen wird. Bereits heute ist das Land der viertgrößte Exporteur und der drittgrößte Importeur der Welt. Davon profitieren auch die Nachbarländer. Malaysia, Korea, Taiwan, Indonesien und Singapur schicken nur zu gerne ihre Rohstoffe, Waren und Dienstleistungen nach China. Über den Export stabilisieren sie ihre Wirtschaft und sichern so die Arbeitsplätze zu Hause.

Wie in China entsteht in diesen Ländern eine kaufkräftige Mittelschicht, und auch die Zahl der Millionäre wächst. Nicht wenige der Superreichen drängt es in die Politik. Wie etwa den thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Der frühere Geschäftsmann kennt die Gesetze des Marktes und weiß, wie wichtig für die Entwicklung seines Landes ausländische Investoren sind. Ihm ist es zu verdanken, dass Thailand gestärkt aus der Asienkrise der 90er-Jahre hervorging. Shinawatra reformierte das Bankensystem, verbilligte die Kredite und kurbelte so die Binnenkonjunktur kräftig an. Die Folge: Thailands Bürger stehen heute besser da als je zuvor.

Die wirtschaftliche Dynamik im Osten kommt daher nicht nur einer Minderheit zugute. Die Lebensverhältnisse in Asien haben sich verbessert, stellt der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer Studie fest. Beispiel China: Heute liegt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen bei 1000 Dollar, 1980 mussten sich die Bürger laut IWF noch mit 300 Dollar zufrieden geben. 200 bis 400 Millionen Chinesen haben in den vergangenen 20 Jahren den Sprung aus der Armut in die Mittelschicht geschafft.

Mehr Geld im Portemonnaie belebt den Konsum: Nach Angaben des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG sind in den vergangenen fünf Jahren in den östlichen Landesteilen Chinas die Pro-Kopf-Ausgaben im Einzelhandel um 57 Prozent gestiegen.

Und das Geld wird nicht nur in West-Produkte gesteckt, sondern auch viele chinesische oder asiatische Waren sind gefragt. Bei Unternehmen wie der Tsingtao-Brauerei, dem Fleisch-Fabrikanten People?s Food und dem Kosmetikunternehmen Natural Beauty klingelte daher die Kasse. Auch bei China Ressources und dem Telekomunternehmen China Mobile kletterten die Umsätze.

Allerdings: Der vernünftige Umgang mit Geld gelingt nicht jedem. Nicht alle bringen die Einnahmen in Einklang mit den Ausgaben. Die Kreditaufnahme steigt daher kräftig. 30 Prozent der jungen Shanghaier sollen verschuldet sein. Irgendwann werden auch sie ihre Konsumlust zügeln müssen.

Die private Verschuldung ist jedoch nur eine von mehreren Fehlentwicklungen des rasanten Wachstums, die bei China und Asien-Investoren rund um den Globus Bedenken auslöst. Mit wachsender Besorgnis sehen sie die Gefahren einer generellen Konjunkturüberhitzung.

Klar ist: Die chinesische Regierung muss handeln. "Überkapazitäten etwa in der Stahlindustrie sind ein Prob-lem. Auch in der Automobilindustrie wird künftig der heimische Markt die Produktion nicht aufnehmen können" , sagt Monika Stärk, Geschäftsführerin des Ostasiatischen Vereins.

Schuld an der prekären Situation tragen die Banken. Ihre großzügige Kreditvergabe machte die ungezügelten Investionen erst möglich. Auch die Provinzen sind für die Überhitzung verantwortlich. Sie schufen immer größere Industriezonen und bauten ihre Staatsbetriebe weiter aus.

Nun treten der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao und Notenbank-Chef Zhou Xiaochuchan auf die Bremse. Erste Maßnahme: Statt wie bisher zu 70 Prozent dürfen Invesitionen im Stahl- und Aluminiumbereich nur noch zu 60 Prozent kreditfinanziert werden. Um die Kreditvergabe noch weiter einzudämmen, erwägt die chinesische Zentralbank die Zinsen zu erhöhen.

"Das Ganze ist ein schwieriger Balanceakt", sagt Stärk. Doch sie ist optimistisch. "Die chinesische Regierung ist kompetent genug, um für eine weiche Landung zu sorgen."

An der Börse gehen die Abkühlungsmaßnahmen nicht spurlos vorüber. Mit aktuell 12119 Punkten notiert der Hongkonger Hang-Seng-Index deutlich unter seinem Jahreshoch von 14058 Punkten. Yvonne Yeoh rechnet aber mit einer baldigen Erholung. "Die Anleger werden bemerken, dass von den Maßnahmen in erster Linie die Staatsunternnehmen betroffen sind, die nicht an der Börse gelistet sind", sagt die Managerin des Magna Greater China Fonds.

Auch Klaus Martini, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, ist zuversichtlich. Zwar müsse man auch künftig mit hoher Volatiliät rechnen. "Die längerfristigen Perspektiven bleiben jedoch nach wie vor positiv." Gleiches gelte für Indien, meint Experte Martini. "Hier bieten sich langfristig denkenden Anlegern nach dem Kursrutsch günstige Kaufgelegenheiten."

Auch auf dem Subkontinent boomt die Wirtschaft. Die Experten rechnen in den kommenden Jahren mit Wachstumsraten von sechs bis sieben Prozent. Und wie im Reich der Mitte wächst auch in Indien die kaufkräftige Mittelschicht. Das indische Wirtschaftsforschungsinstitut National Council of Applied Economic Research schätzt, dass aktuell 300 Millionen Inder ein jährliches Einkommen zwischen 2000 und 4000 Dollar beziehen. Bis 2006 soll die Zahl auf 445 Millionen anwachsen.

Die steigenden Gehälter eröffnen zum Beispiel der Automobilbranche allgemein und speziell Unternehmen wie Tata Motors riesige Chancen. Denn bislang kommen im Schnitt auf 1000 Inder nur sechs Autos.

Doch nach wie vor klaffen die Einkommen weit auseinander. So müssen immer noch 40 Prozent der Bevölkerung mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen. Auf der anderen Seite gibt es einen immensen Reichtum. So sorgte der indische Stahlbaron Lakshmi Mittal jüngst für Aufsehen. Er ließ für die sechs Tage dauernden Hochzeitsfeiern seiner Tochter Vanisha rund 64 Millionen Euro springen. Die 6000 Gäste wurden unter anderem von der Sängerin Kylie Minogue unterhalten. Zur Erinnerung: Die Kosten der spanischen Traumhochzeit von Kronprinz Felipe beliefen sich lediglich auf 24 Millionen Euro.

Deutlich bescheidener als Lakshmi Mittal tritt dagegen Azim Premji auf. Trotz eines geschätzen Vermögens von rund sieben Milliarden Dollar fliegt der Chef des Software-Konzerns Wipro Economy-Class und steigt bevorzugt in Mittelklassehotels ab. Nur wenn er nicht abhebe, könne er die Jugend motivieren, ihm nachzueifern und selbst unternehmerisch tätig zu werden.

Doch vielen Menschen in Indien fehlen hierfür die Grundvoraussetzungen wie Lesen und Schreiben. Die durchschnittliche Analphabetenrate liegt bei Männern bei 24 Prozent und bei Frauen bei 45 Prozent. Die im Mai neu an die Macht gekommene Regierung von Ministerpräsident Manmohan Singh will dies nun ändern. Der am Donnerstag vorgestellte Haushalt sieht Milliardenausgaben für die Armutsbekämpfung, für die Gesundheit und die Bildung vor.

Bei den Anlegern stoßen die Pläne nur bedingt auf Beifall. Sie fürchten zum einen eine Ausweitung der Verschuldung. Mit einem Haushaltsdefizit von fast zehn Prozent liegt Indien im internationalen Vergleich an der Spitze. Zum anderen plant Singh, sowohl die Einkommens- als auch die Unternehmenssteuern zu erhöhen.

Dennoch: Die Pläne der Regierung gehen in die richtige Richtung. Zwar werden die Steuern auf Dienstleistungen um ein Fünftel erhöht. Doch ein großer Teil der Mittel wird zum Ausbau der Infrastruktur verwendet. Zudem will die Regierung die Liberalisierungspolitik fortsetzen. So werden die Höchstgrenzen für Beteiligungen von Auslandsinvestoren im Telekom- und im Versicherungsbereich kräftig angehoben. Und trotz des Widerstands der Kommunisten will die Regierung weiter Privatisierungsvorhaben durchsetzen. Fünf Prozent des Stromkonzerns National Thermal Power sollen demnächst an die Börse in Bombay gebracht werden.

Auch die Sozialprogramme liefern den Investoren keinen Grund, sich vom indischen Aktienmarkt zurückzuziehen. "Das Budget Singhs zielt auf sozialen Ausgleich. Die Notwendigkeit weiterer Wirtschaftsreformen hat man aber erkannt", sagt Stärk. Politische Stabilität, mehr Chancen für die Jugend Indiens und der angestrebte Ausgleich mit dem Nachbarn Pakistan schaffen also gute Voraussetzungen für einen lang anhaltenden Aufschwung in Indien.

Zudem gibt es viele indische Unternehmen, die kräftig wachsen. Vor allem im Software-Bereich, der von den Outsourcing-Tendenzen des Westens profitiert. Auch die indische Biotech-und Pharmaindustrie boomt.

Die durch Chinas Abkühlung und Indiens neue Regierung ausglöste Schwäche der Börsen in Hongkong und Bombay düfte daher nur vorübergehend sein. Anleger sollten die Chance nutzen. Ansonsten verpassen sie möglicherweise eine der letzten günstigen Gelegenheiten am Boom in Asien mit zu verdienen.

Auch der Blick auf andere Länder des Kontinents lohnt. Der mögliche Gewinner der Präsidentenwahl in Indonesien, Ex-General Bambang Yudhoyono, tritt an, den Reformstau in seinem Land aufzulösen.

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CHINESISCHE AKTIEN Wem der Boom die Kassen füllt

China brummt. Das macht sich auch bei vielen Firmen bemerkbar. Bestes Beispiel ist die an der Börse in Hongkong gelistete Firma Cosco Pacific. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft von Chinas größtem Schiff-Fahrtsunternehmen, der China Ocean Shipping Company, und macht so ziemlich alles, was mit Schiffscontainern zu tun hat: vom Leasing über den Betrieb von Häfen bis hin zu den logistischen Anforderungen.

Cosco Pacific profitiert damit von dem ständig wachsenden Warenverkehr, der zwischen China und dem Rest der Welt herrscht. Und das nicht schlecht. Seit 1996 ist der Umsatz, ausgenommen im Jahr 2000, kontinuierlich gestiegen. Das Gleiche gilt für den Nettogewinn. Ein Ende der Wachstumsstory scheint nicht in Sicht. Die Banker von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Transportspezialisten im August starke Halbjahreszahlen präsentieren.

Nach der jüngsten Kurskorrektur sollten sich Anleger schon jetzt positionieren. Für das Gesamtjahr erwartet Goldman Sachs ein Gewinnwachstum von über 21 Prozent, 2005 sollen es 17 Prozent sein. Um das weitere Wachstum zu sichern, ist Cosco Pacific derzeit in Verhandlung mit drei weiteren Containerhäfen. Auch die Dividendenrendite von drei Prozent spricht für das Papier.

Wo die Wirtschaft brummt, blüht auch der Handel. Gut für China Resources Enterprise. Der Mischkonzern hat in vielen Geschäftsbereichen seine Finger im Spiel: Vom Bierbrauen über das Herstellen von Nahrungsmitteln, Textilien oder Klimaanlagen bis hin zum Betreiben riesiger Supermärkte. Das Umsatzwachstum ist beeindruckend. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Erlöse verdreifacht. Schwach war dabei jedoch die Effizienz, die Gewinne traten nämlich auf der Stelle. Das soll sich ändern. Mit plus 3,5 Prozent fallen die Schätzungen für das laufende Jahr zwar moderat aus, für 2005 erwarten Branchenkenner jedoch ein Plus von über neun Prozent. ABN Amro sieht auf Zwölf-Monats-Sicht eine Kurs-Chance von 20 Prozent, Goldman Sachs sogar von 30 Prozent. Aber Achtung: Andere Banken sind weniger optimistisch. Noch trauen sie dem Braten nicht ganz.

Als heiße China-Wetten gelten traditionell die Telekomfirmen. Zwar wächst der Mobilfunkmarkt immer noch um 15 Prozent pro Jahr, doch erstmals erwartet die Regierung für die zweite Jahreshälfte eine leichte Abschwächung des Wachstums. Das dürfte die fundamental gute Aktie von China Mobile mittelfristig belasten. Klar im Aufwärtstrend ist der Festnetzbetreiber China Telecom, der stark in das profitable Geschäft mit schnellen Breitbandanschlüssen investiert.

Für alle drei Werte gilt, dass sie in Deutschland nur wenig gehandelt werden. Kauforder deshalb streng limitieren.

Zertifikate Emittenten setzen vor allem auf China

Langfristig spricht schon die demografische Struktur für Investments in Asien: Probleme wie die Überalterung der Gesellschaft in den westlichen Industrienationen sind in den meisten fernöstlichen Ländern noch kein Thema. Die jüngsten Rückschläge, vor allem in Indien und China, sind deshalb eine gute Gelegenheit, erste Positionen aufzubauen.

Als Basisinvestments bieten sich klassische Indexzertifikate an. Produkte auf den Hang-Seng-China-Enterprise-Index und den indischen Nifty-Fifty sind ebenso erhältlich wie auf den koreanischen Kospi-Index. Auch Indonesien ist kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte: Ein bei ABN Amro erhältliches Open-End-Zertifikat enthält die 30 größten Werte aus dem indonesischen Leitindex LQ-45.

Wegen der kurzfristigen Unsicherheit, die sich in starken Schwankungen - zum Beispiel am chinesischen Aktienmarkt - ausdrückt, sind für konservative Anleger Discountzertifikate eine überlegenswerte Alternative. Durch den Rabatt auf den jeweiligen Indexstand, den die Emittenten gewähren, sind Rückschläge bis zu einem gewissen Grad abgesichert.

Da bei Discountern eine Obergrenze (Cap) die Performance deckelt, sind offensivere Investoren mit Bonuszertifikaten besser beraten. Diese Art von Zertifikaten hat eine untere Barriere eingebaut, die bis zu einem bestimmten Kursniveau einen Risikopuffer bietet, ohne dabei die Chancen nach oben zu limitieren.

Wer von einem raschen Aufschwung in Fernost überzeugt ist, hat mit Turbozertifikaten die Möglichkeit, überproportional vom Anstieg der Indizes zu profitieren. Wegen der starken Schwankungen der asiatischen Märkte ist es allerdings empfehlenswert, auf relativ konservative Papiere zu setzen, deren Knock-out-Levels weit unter den aktuellen Indexständen liegen. Sie bieten in der Regel zwar einen geringeren Hebel als offensivere Turbos, minimieren jedoch die vorhandenen Risiken. So wird an den asiatischen Börsen gehandelt, wenn in Deutschland die Märkte geschlossen sind. Daher ist es kaum möglich ist, intraday auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Zudem ist auch das Währungsrisiko nicht zu unterschätzen. Da der Hongkong-Dollar an die US-Währung gekoppelt ist, kann ein fallender Greenback für Verluste sorgen. Umgekehrt ergeben sich Chancen, falls der Euro gegenüber US- und Hongkong-Dollar nachgibt.
 
red / -red-
 

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