Breiter Einfluss des Wirbelsturms "Katrina"

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eröffnet am: 09.09.05 07:46 von: quantas Anzahl Beiträge: 1
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15324 Postings, 5710 Tage quantasBreiter Einfluss des Wirbelsturms "Katrina"

Seit Jahresbeginn um 59 Prozent gestiegene Energiepreise

Der Wirbelsturm «Katrina» hat nicht nur die Energiepreise in die Höhe getrieben, sondern gleichzeitig auch jene für Kaffee, Zink und Sperrholz. Eine genaue Bestandesaufnahme der entstandenen Schäden ist vorläufig absolut noch nicht möglich.

Fdr. Vancouver, 8. September

Der Monat August wird Beobachtern der internationalen Rohwaren-Branche hauptsächlich als jene Periode in Erinnerung bleiben, gegen deren Ende der Wirbelsturm «Katrina» für zum Teil massive Preiserhöhungen bei einer breiten Palette von Produkten gesorgt hat. Primär ging es dabei zwar um den Energiesektor, doch begannen unvermittelt auch die Preise für Kaffee und teilweise auch Zucker zu klettern. Zudem unterlagen die Notierungen für Agrarprodukte wie Sojabohnen und Mais ebenfalls Schwankungen, und Baumaterial wie Bauholz oder Sperrholz tendierte unvermittelt höher. Teils ging es dabei um den Verlust von Warenlagern wie bei Kaffee und Zucker, teils um den Verlust von Produktionsanlagen wie vor allem im Energiesektor oder auch beim Baumaterial. - Zu diesen Verlusten, die vorläufig noch gar nicht abzuschätzen sind, gesellen sich die Schwierigkeiten, welche durch die Verwüstung der Hafenanlagen in New Orleans und anderen Städten der Region wie Biloxi, Mobile, Gulfport und Pascagoula entstanden sind.

Zinkpreis erreicht Acht-Jahre-Hoch

Die meisten dieser Verladestätten blieben zeitweise geschlossen, so dass sich Schiffsladungen von Mais, Weizen und Sojabohnen stauten. Zwar scheint sich die Situation in den ersten Septembertagen verbessert zu haben, doch dürften die Verwüstungen nachwirken. Allein über den Hafen von New Orleans werden in der Regel mehr als 50% der amerikanischen Getreideexporte abgewickelt. - Marktbeobachter interpretieren die Avancen, die nach der Verheerung der amerikanischen Golfküste bei einzelnen Basismetallen und bei Gold festzustellen waren, teilweise als die Konsequenz von Absicherungskäufen. Mit den Preisavancen bei Zink hat es dabei seine besondere Bewandtnis, da gut die Hälfte der Zinkvorräte der London Metal Exchange (LME) in verschiedenen Lagerhäusern in New Orleans eingelagert ist. Die vorübergehende Einstellung der Lieferungen ab diesem Standort hat in den ersten Septembertagen zu starken Preissprüngen nach oben geführt, und das Basismetall erreichte vorübergehend den höchsten Stand der vergangenen acht Jahre. Gestützt wurde diese Entwicklung zudem durch den anhaltenden Streik in den Produktionsanlagen von Teck Cominco in Trail (Britisch- Kolumbien). Die Nachricht, wonach die auf mehr als 20 Lagerhäuser verteilten Zinkvorräte weitgehend intakt sind und in guter Qualität ausgeliefert werden können, führte aber wieder zu einer gewissen Beruhigung. - Von den Folgen des Wirbelsturmes «Katrina» am stärksten betroffen war zweifellos die amerikanische Energieindustrie. Der Golf von Mexiko beherbergt einen Viertel der amerikanischen Erdölproduktion. Eine Vielzahl von mit Milliardeninvestitionen erstellten Bohrplattformen fördert das schwarze Gold, das via Rohrleitungen an die Küste transportiert und dort in mehreren Raffinerien unter anderem zu Heizöl und Benzin verarbeitet wird. Der Sturm hat nicht nur die Erdölförderung unterbrochen, sondern auch den Raffinerie-Ausstoss um bis zu 10% reduziert.

Die Energy Information Administration (EIA) betonte am Mittwoch, es werde voraussichtlich bis November dauern, bis das Produktionsniveau wieder erreicht werde, das vor «Katrina» bestanden hatte. Nach Angaben von EIA-Direktor Caruso wird sich dagegen die Raffineriekapazität schneller als erwartet erholen. Die Kosten für Autobenzin an der Tankstelle werden aber den amerikanischen Konsumenten nicht vergessen lassen, dass seit rund 25 Jahren im amerikanischen Raffineriesektor keine grösseren Investitionen mehr getätigt worden sind.

Die Energie dürfte teuer bleiben

Insgesamt hat sich der Reuters-Index, der nur gerade Anfang August auf über 1700 Punkte gestiegen ist, im gesamten Monat bis in die ersten Septembertage kaum verändert. Dagegen ist die stark energielastige Kennzahl von Goldman Sachs (GSCI) von 409 Punkten vorübergehend um rund 16% auf ein vorläufiges Höchst von 476 Punkten gestiegen. Seit Jahresbeginn hat sich der Energiekomplex somit um rund 59% verteuert; Industriemetalle haben um 7% zugelegt, derweil Getreide um 4% und sogenannte Frühstück-Rohwaren um 6% abgenommen haben.

 
 

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