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neuester Beitrag: 23.03.10 15:37
eröffnet am: 21.12.09 11:23 von: Pichel Anzahl Beiträge: 20
neuester Beitrag: 23.03.10 15:37 von: Pichel Leser gesamt: 1052
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bewertet mit 7 Sternen

21.12.09 11:23
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25951 Postings, 6951 Tage PichelBleiben Sie stark!

alle Jahre wieder: Tannenbaum, Christkind, Weihnachtsmann und natürlich Rudi, der Elch. Aber alle Jahre wieder - gibt?s auch Krach. Jeder 6ste Bundesbürger (17%) sagt, dass am Weihnachtsfest zu Hause meist dicke Luft herrscht. Laut einer GfK-Umfrage gibt jeder 4te an, dass die Feiertage ihn massiv unter Druck setzen und fast jeder 5te (18,6%) würden Weihnachten am liebsten ganz abschaffen, um Druck und Streit aus dem Weg zu gehen.

Weihnachten ist nicht mehr das, was es mal war. Kirche und Brauchtumsexperten kritisieren schon lange die Kommerzialisierung des christlichen Festes. Allerdings hatten auch schon im 15. Jahrhundert Händler das Weihnachtsfest als Erwerbsquelle entdeckt und die ersten Weihnachtsmärkte ins Leben gerufen. Die heutige Kommerzialisierung kommt aus den 60?er Jahren. Seitdem sind Kitsch und Kommerz so eng beieinander - wie jetzt zur Weihnachtszeit.

Das Fest Christi Geburt ist eine hässliche Mischung aus Kommerz, Nostalgie und Varieté geworden. Mit dem ursprünglichen "Fest der Liebe" hat es nur noch wenig gemein. Trotzdem, die meisten Deutschen  schaffen sich zuhause eine vorweihnachtliche Atmosphäre. 7% outen sich als nörglige Totalverweigerer. Tucholsky sagte: "Die meisten Menschen feiern Weihnachten, weil die meisten Menschen eben Weihnachten feiern". Was wäre dem hinzuzufügen? Nun denn ...


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John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)

21.12.09 11:30
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25951 Postings, 6951 Tage PichelDubai: Die Wüste lebtDie Wüste lebt

Dubai: Die Wüste lebtDie Wüste lebt
Von Jakob Strobel y Serra

18. Dezember 2009
Salami Mohammed Hyanoon schweigt, lange, bedrohlich. Das war jetzt wohl die falsche Frage. Aber eine bessere gibt es derzeit nicht in Dubai. Dann streicht der mächtige Mann, der wie ein Zerberus den alten Palast der Herrscherfamilie Al Maktoum bewacht, huldvoll seine wallende Dischdascha zurecht, wiegt das von Kufiya und Iqal bekrönte Haupt und seufzt, als sei es sein letzter Seufzer, als denke er gerade an das arabische Sprichwort vom fallenden Schwert, das den Boden noch nicht berührt hat: Ja, die Krise, nein, nein, sie ist nicht schwer, aber auch nicht leicht, keine Sache von Monaten, eher von Jahren, ein, zwei, Inschallah. Ob wir uns zu viel vorgenommen haben, zu viel auf einmal gewollt? Salami Mohammed deutet mit dem Kinn zur gegenüberliegenden Wand auf das Porträt eines ernsten Mannes mit makellos gestutztem Vollbart und sagt: Das weiß nur einer, das muss man Scheich Mohammad fragen.

Scheich Mohammad Bin Rashid al Maktoum, Sohn des Raschid bin Said al Maktoum, Herrscher über das Emirat Dubai, werden seit dem 25. November viele unangenehme Fragen gestellt. An diesem Tag hat die Staatsholding Dubai World bei ihren Gläubigern um ein Schuldenmoratorium gebeten. Seit diesem Tag drischt die ganze Welt auf Dubai ein. All das, was jahrelang in den Himmel der Visionen gehoben wurde, wird jetzt mit einer solchen Häme, einem solchen Furor in den Wüstensand getreten, als habe Dubai die Menschheit arglistig getäuscht, als habe es lauter Potemkinsche Dörfer errichtet und nicht innerhalb einer Generation aus dem Nichts eine ganz und gar erstaunliche Stadt geschaffen. Mitgefühl oder Bedauern ist nicht das Gefühl der Stunde, eher Genugtuung, denn Dubais Erfolg, sein Allmachtsanspruch, der Rausch seiner Superlative, hat immer schon genauso viel Neid und Missgunst wie Bewunderung provoziert.


Die Strafe Gottes

Jetzt wird so getan, als sei die Krise eine Art Gottesurteil, eine Strafe für all die Sünden Dubais - für Hybris und Hochmut, Prahlerei und Prunksucht, Gier und Maßlosigkeit, vor allem aber für die doppelte Ketzerei der Scheichs: Sie haben sich zu Weltenschöpfern aufgeschwungen, nicht nur metaphorisch, sondern auch tiefbautechnisch, indem sie die fünf Kontinente nach dem Vorbild der künstlichen Palme von Jumeirah vor ihrer Küste aufgeschüttet haben, um sie meistbietend zu verkaufen - ein Projekt, das wie so viele andere inzwischen gestoppt worden ist. Und sie haben gegen das zivilisatorische Grundgesetz verstoßen, nach dem Städte langsam, organisch, mit menschlichem Maß wachsen und nicht binnen zweier Dekaden wie Stein gewordene Fata Morganas in die Wüste gerammt werden. Doch die vielleicht größte Sünde Dubais ist es, uns allen die verlockendste aller Illusionen geraubt zu haben: dass es Wunder gibt auf dieser Welt und Träume, die nicht irgendwann an der Wirklichkeit zerschellen.

Das Morgenwunderland ist jetzt ein Schuldnerstaat, einer mehr auf dieser Erde. Und, o Wunder, das Leben geht weiter, ohne Massenselbstmorde und Hungeraufstände, ohne Depression und Selbstzweifel. Es wird immer noch wie von Sinnen gehämmert und geschweißt, vor allem in der Dubai Marina, in der die Wohnwolkenkratzer mit der Geschwindigkeit von Bambus in den Himmel wachsen. Auch die Metro, das jüngste Prestigeobjekt und selbstredend das längste vollautomatische Schienensystem des Planeten, funktioniert tadellos. Wenn man mit diesem fünf Milliarden Euro teuren Luxusnahverkehr unterwegs ist, sehnt man sich ganz gewiss nicht nach der S-Bahn daheim - Stationen wie Foyers von Fünfsternehotels, handverlesene orientalische Schönheiten im Kassenhäuschen statt Schnapsnasen auf der Wartebank, kein Schmuddel und Schimmel, sondern Marmor und gebürsteter Stahl und dazu Loungemusik in den Waggons, dass man am liebsten gleich nach dem Kellner rufen würde. Er kommt aber nicht, stattdessen kommt die Station Mall of the Emirates, in der eine Gedenktafel mit roten Leuchtbuchstaben an die Eröffnung der Metro erinnert. Darauf steht unter der Zeile "In the Name of Allah, the Merciful, the most Compassionate" die rätselhafte Ziffernreihe "9.09.09.09.09.09." Sie ist kein kabbalistischer Hokuspokus, sondern bedeutet schlicht, dass Scheich Mohammad am 9.September dieses Jahres um neun Sekunden und neun Minuten nach neun Uhr das Startsignal für den ersten Zug gegeben hat.


Eisbär im Weihnachtsmannkostüm

Nicht nur Scheich Mohammad liebt solche Spielereien. Auch die Mall of the Emirates, unglücklicherweise nur noch die drittgrößte der Erde, weil ein paar Kilometer weiter gerade die zweitgrößte aufgemacht hat, spielt munter mit Lebens- und Architekturstilen. Sie ist eine Mischung aus Palladio und Topkapi, hat Platz für die Dependancen sämtlicher existierender Luxusmarken und eine gigantische Skihalle mit Vierhundertmeterpiste, wird friedlich bevölkert von Touristen aus Orient und Okzident, von Männern in Fußballtrikots und Jesuslatschen, Frauen in allen Abstufungen islamischer Orthodoxie von vollverschleiert bis schulterfrei und stark verhaltensauffälligen arabischen Kindern, die ihre philippinischen Dienstmädchen tyrannisieren, was den Eltern der Bälger vollkommen gleichgültig ist.

Nicht nur die gelebte Geschmacksglobalisierung kann man in der Mall of the Emirates bestaunen, sondern auch den Archetypus eines kosmopolitischen Konsumkosmos, der bis zur Schmerzgrenze tolerant ist: Weder Allah noch Scheich Mohammad haben etwas dagegen, dass im Zentrum der Mall ein haushoher Plastikweihnachtsbaum steht, behängt mit schätzungsweise einer Milliarde Christbaumkugeln, umzingelt von lebensgroßen Stoffeisbären in rosafarbenen Weihnachtsmannkostümen und Paraden schlittschuhlaufender Plüschpinguine.


Ein paar Milliarden von der reichen Verwandtschaft

Spätestens vor dieser süßlichen Weihnachtsscheußlichkeit - derzeit übrigens das beliebteste Fotomotiv weit und breit unabhängig von Rasse und Religion, Status und Einkommen - wird einem klar, dass Dubai alles andere als eine sinnlose Prahlerei verrückt gewordener Scheichs ist. Es hat eine Funktion, einen Daseinszweck: Es ist der Beweis dafür, dass die arabische und die globalisierte Welt keine Gegensätze, sondern kompatibel sind, dass islamische Länder zugleich konservativ und visionär sein können. Dubai versöhnt das Abendland mit dem Morgenland und geht dabei so weit, in den Supermärkten "Pork Shops for Non-Muslims" mit Schinken und Schnitzel einzurichten. Und en passant hat das Emirat noch etwas ganz anderes geschafft: Es hat der arabischen Welt ein Gesicht gegeben. Von Kairo oder Damaskus, Teheran oder Riad hat man kein Bild, keinen Eiffelturm, keine Freiheitsstatue im Kopf. Dubais künstliche Palme oder das Hotel Burj al Arab mit seinem stilisierten Segel kennt die ganze Welt. Das dürfte doch ein paar Milliarden Euro Schulden wert sein und sollte jene kleinlaut werden lassen, die eher Experten für den Niedergang als das Erblühen sind - Milliarden haben wir in den vergangenen zwanzig Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern gepumpt, das jetzt auch Milliardenschulden hat, aber immer noch wüst und leer aussieht, viel wüster und leerer als die Wüste Dubais.

Dubai lebt. Niemand hat hier das Gefühl, gerade das Drama von Aufstieg und Fall einer Stadt mitzuerleben. Redet man mit Ausländern, die seit Jahren am Golf leben, hört man die immer selben Antworten, die auch von Salami Mohammed Hyanoon stammen könnten, verschanzte er sich nicht hinter Scheich Mohammad: Die Krise ist ernst, aber nicht existentiell, es ist keine Systemkrise, sondern eine notwendige Korrektur und Konsolidierung; Dubai hat sein Geld nicht verschleudert, sondern ein solides Fundament gegossen, die Infrastruktur ist ausgezeichnet, die Rolle als Handelszentrum und Verkehrsknotenpunkt unbestritten. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja immer noch die reichen Cousins aus Abu Dhabi, die auf knapp zehn Prozent der Welterdölreserven sitzen und vor drei Tagen freundlicherweise zehn Milliarden Dollar für die klamme Verwandtschaft lockergemacht haben.


Die Vertreibung der Stille aus der Wüste

Dass Dubai leidet, steht außer Frage. Der Flugverkehr ist um ein Viertel eingebrochen, der Hotelsektor um fünfzehn Prozent, wobei die Auslastung immer noch bei achtzig Prozent liegt, ein Wert, nach dem man sich anderswo die Finger leckt. Der Tourismus wächst nicht mehr so stürmisch wie bisher, er muss sich aber auch nicht den Vorwurf gefallen lassen, falsche Versprechungen gemacht zu haben. Dubai hat sich nie als der Traum von 1001 Nacht mit krummdolchschwingenden Wüstenreitern angepriesen, sondern immer als Großbaustelle menschlicher Kühnheit, klimatisierte Einkaufszentren inklusive.

Manchmal hat man den Eindruck, dass viele Menschen in Dubai gar nicht so unglücklich über die Krise sind. Sie hat ja auch ganz praktische Vorteile. Der Verkehr fließt jetzt viel reibungsloser, der rituelle Dauerstau während der Rushhour auf der zwölfspurigen Scheich-Zayed-Straße, die das Emirat durchschneidet und mit ihrem permanenten Rauschen wie eine Austreibung der Stille aus der Wüste wirkt, ist wie von Geisterhand verschwunden. Die Mieten sind jetzt wieder erträglich, die Lebenshaltungskosten treiben niemanden mehr aus dem Land, die Touristen als klassische Krisengewinnler können sich über niedrige Preise freuen. Auch die aberwitzige Immobilienzockerei des "Flipping", bei der Häuser schon dreimal den Besitzer gewechselt hatten, bevor sie überhaupt gebaut waren, ist jetzt Geschichte. Und mit der Gelassenheit des Wüstensohns sieht das Ganze der Herrscher höchstselbst. Er lässt sich mit den weisen Worten zitieren, dass die Krise nach so vielen anstrengenden Jahren eine gute Gelegenheit zum Nachdenken und Atemschöpfen sei - aber nur bis zum 4.Januar, denn dann wird das nächste riesengroße Superlativ-Fass aufgemacht.


Eine 818 Meter hohe Provokation

Der Burj Dubai, der an diesem Tag mit Allahs Segen von Scheich Mohammad eröffnet wird, ist eine Provokation, eine Infamie, die nächste Ketzerei, ein Turmbau zu Babel, errichtet in einem Land, in dem Menschen aus zweihundertzwei Staaten arbeiten. Seit es Hochhäuser gibt, haben sich die jeweiligen Weltrekordhalter immer um zehn, zwanzig, höchstens fünfzig Meter übertroffen, das war eine Art Gentlemen's Agreement. So hat man sich vom Empire State Building bis zum aktuellen Rekordinhaber Taipei101 in dreiundsiebzig Jahren maßvoll von 381 auf 509 Meter gesteigert. Und jetzt kommt dieser magersüchtige Gigant daher, der aussieht wie ein Teleskopstab, den man so lange in die Länge gezogen hat, bis er unfassbare 818 Meter maß, dreihundert Meter mehr als der Gartenzwerg aus Taipeh. Kopfschüttelnd steht man vor dem klapperdürren Koloss und schwankt zwischen Empörung und Bewunderung. Denn trotz seiner absurden Höhe hat der Burj Dubai eine seltsame Zartheit, eine Zerbrechlichkeit fast, eine stille, in sich gekehrte Schönheit bar jeder Protzerei und Präpotenz. Er ist ein scheuer Riese, von dem man die Augen nicht wenden kann und von dem man sich beim letzten, langen Blick aus dem Flugzeug mit Wehmut verabschiedet.

Zu Füßen des Burj Dubai breitet sich die Dubai Mall wie ein Versailles des Konsumismus aus, die zweitgrößte Mall der Welt, die superlativistischste von allen, das Wort muss jetzt für Dubai erfunden werden. Von allem gibt es hier noch mehr - noch mehr Luxus und Prunk, noch mehr Gucci und Armani, noch mehr Ferraris und Lamborghinis auf den Valet Parkings, noch mehr Mobiltelefone für zehntausend Euro und Armbanduhren für hunderttausend Euro, noch mehr Eislaufbahnen in der Wüste und Palmen im Weihnachtsglitzerkleid, noch mehr Burkaschönheiten wie aus dem Serail Suleimans des Prächtigen und platinblonde Töchter Slawiens, einsachtzig Meter hoch, davon einsvierzig Beine, mit Absatz zwanzig Zentimeter mehr, noch mehr und noch mehr, bis aus dem Überfluss Überdruss wird und man stehenbleibt und sich plötzlich ganz leicht fühlt, weil man sich fragt, was man zum Glücklichsein braucht und was nicht.


Champagner in der brandneuen Altstadt

Zum Glück gibt es die Altstadt. Sie liegt genau neben der Dubai Mall, ist natürlich brandneu, kaschiert das aber meisterhaft. "The Old Town" sieht aus wie Medina, Souk und Kasbah in einem, ein Labyrinth aus ockerfarbenen Häusern mit Zinnen und Erkern, Springbrunnen und Kaskaden, Hufeisenböden und Pergolen, gefüllt mit den üblichen Dubai-Zutaten, Luxushotels, Luxusapartments, Luxusläden, Restaurants, Cafés, Wasserpfeifenkneipen. In den Lokalen mit Alkohollizenz tobt das Leben, der Champagner fließt nicht in Magnumflaschen, sondern gleich im Nebukadnezar - die Krise ist hier entweder nicht der Rede wert oder sehr, sehr groß, ein Prosit auf das Carpe diem! Und in den Pseudoantiquitätengeschäften gehen mannshohe Vasen und kleinlastergroße Intarsientruhen weg wie warme Semmeln, Raritäten im allerbesten Zustand, was kein Wunder ist, denn das mit Abstand Älteste in diesen Läden sind die Verkäuferinnen, eine schöner als die andere und jede einzelne so jung und frisch wie eine Rosenknospe.

Dubai wird immer wieder der Vorwurf gemacht, so künstlich, klinisch und aseptisch wie ein Disney-Themenpark zu sein. Das ist absurd, denn was anderes kann eine Stadt denn sein, die aus dem Nichts geschaffen wird? Wer keine Geschichte hat, muss sie simulieren wie in der "Old Town" oder besser noch gleich selbst schreiben wie mit dem Bau des Burj Dubai. Das macht Dubai radikaler, rücksichtsloser als jeder andere Ort auf Erden, immer dem ketzerischen, jeden Abendländer brüskierenden Credo folgend, dass Abwesenheit von Geschichte kein Manko, sondern die Chance der Ballastfreiheit ist.


Der Kapitän mit der Kinderschrift

Um seine bescheidene historische Erbschaft macht das Emirat kein Aufheben. Die echte Altstadt mit ihrem Goldsouk überlässt es den Touristen, meist Dubai-Neulingen von den Kreuzfahrtschiffen, die Thrombosestrümpfe statt High Heels tragen und auch noch siebzigjährig mit Schmerbauch im Muscleshirt herumlaufen. Einen Anflug von Pittoreske erlaubt sich die Stadt nur am Creek, dem Meeresarm, der sich tief in die Wüste schneidet. An seinem Ufer sind wie seit Generationen die Dhaus festgemacht, hölzerne Frachtschiffe mit verwegenen Besatzungen und stolzen Kapitänen - einer hat mit ungelenker Kinderschrift "Captan Mohammad Kalifa" auf ein Holzschild an seiner Brücke geschrieben -, während sich am Kai ihre Fracht stapelt, Kühlschränke und Waschmaschinen Wassertanks und Abflussrohre, Linsen und Reis, solide Realwirtschaft seit den fernen Zeiten, als Dubai noch an der Piratenküste lag.

An der Mündung des Creek stehen die Reste des alten Palastes der Al Maktoums, eher ein geduckter Gutshof mit lehmverputzten Wänden, farblos wie die Wüste, bescheiden wie das Leben in ihr, aber so perfekt restauriert und blankgefegt, dass man schon wieder zweifelt, ob das alles echt ist oder wieder nur simuliert, manchmal traut man Dubai doch nicht über den Weg. Als Scheich Mohammad ein Junge war, haben die Al Maktoums diese Häuser verlassen, um in richtigen Palästen zu leben. Wohnten sie noch immer hier, sähen sie von ihrer Dachterrasse aus die Wolkenkratzer mit Rolex-Reklame und die Minarette mit Halbmond links und rechts des Creek, am Horizont den gertenschlanken Burj Dubai, der wie eine Schimäre im Wüstensand schimmert, so unwirklich hoch, so phantastisch leicht. Und über sich hörten sie das Donnern der startenden Dreiachtziger-Airbusse, die ganz langsam im Dunst verschwinden. Die Staatslinie Emirates hat mehr Exemplare von ihnen bestellt als jede andere Fluggesellschaft auf Erden, dreiundfünfzig Stück für siebzehn Milliarden, zahlbar in Dollar, nicht in Illusionen.

Originalartikel hier

Anmerkung:
Lesen ist manchmal Genuss pur - beziehe ich zuvorderst auf die Schreibe von Jakob Strobel y Serra, aber auch ein wenig auf den Inhalt.

Gruß aus Dubai

Quelle: http://gomopa.net/Finanzforum/wirtschaft/...820963.html#post942820963
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John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)

21.12.09 11:55
15

33545 Postings, 7253 Tage DarkKnightMan kann die Araber verstehen, wenn man will.

Ich selbst hatte mal das Glück, den saudischen Scheich A.Z. zu treffen, Inhaber einer der größten Oil-Companies dieser Welt.

Es war vor einigen Jahren, wir trafen uns in einem Hotel in London, das er für dieses Meeting komplett gemietet hatte. Außer seiner Security war niemand sonst anwesend, nur ein alter Engländer, der zusammengekauert wie ein geprügelter Hund in der Eingangsecke saß.
Ob er denn nichts essen dürfe, habe ich ihn gefragt, als ich zu einer Zigarettenpause rausgegangen bin.
?Psst. Reden Sie nicht mit mir.? Er sah meinen ungläubigen Blick und setzte sofort nach, ganz leise. ?Ich bin der Fahrer. Sie behandeln uns wie den letzten Dreck. Immer. Tag und Nacht. Das ist ihre Rache. Speziell für uns Engländer.?

Es ging da, in London, um die Frage, wie die Familie ihre erworbenen Milliarden sinnvollerweise investiert. ?Recurring Sales? hieß das Zauberwort, das A. als Strategie einbrachte.
Nahrungsmittel und Vermietung, sonst nichts.
Er war ungefähr so alt wie ich, mit Harvard Examen und mindestens fünf Fremdsprachen ausgestattet. Das also, dachte ich mir, ist das Ergebnis eines Elite-Studiums.
Er sollte ein paar Hundert Millionen in das Food-Business investieren und war auf der Suche nach geeigneten Partnern. Am Ende des Tages sind wir nicht zusammengekommen.
Was er mir aber hinterlassen hat, in einem kurzen privaten Gespräch unter vier Augen, war die Antwort auf meine Frage, wie denn die Zukunft aussehen würde. Am Ende des Ölrauschs.
?Wissen sie?, meinte er knochentrocken und ohne nachzudenken, ?wir kommen aus der Wüste. Ich selbst bin dort aufgewachsen, in einem Zelt mit Kamelen davor. Wenn es soweit ist, dann gehen wir wieder dahin. Mehr als ein Zelt und Kamele brauchen wir nicht. Wir wissen das, und im Unterschied zu Euch, können wir das auch. Bis dahin nutzen wir unseren Verstand, um all das zu machen, was überhaupt möglich ist. Inshallah.?

Mein Fazit daraus ist, und ich sehe es ständig bestätigt: die leben den absoluten Größenwahn ganz bewußt. Denn sie wissen: nach uns die Sintflut. Und es ist ja Allah's Wille.
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DARKKNIGHT - - - The Art of Harassing

21.12.09 12:44

413 Postings, 4322 Tage flitzer99In Zelten leben !

ob das die Amis können weis ich nicht, aber das sie es müssen das weis ich.
http://www.youtube.com/watch?v=LnVTqJjV5Uc

hmmmm ? meist kommt doch alles vom Amiland, früher oder später zu uns upps......  

04.01.10 10:38
1

25951 Postings, 6951 Tage PichelBleiben Sie stark!

Für die Meisten ist dieser Montag der erste Arbeitstag in einem neuen Jahrzehnt. Es startet mit Eis und Schnee. Züge und U-Bahnen fallen aus, Tausende kommen zu spät zur Arbeit. In Leipzig eskalierte am Samstag eine Schneeballschlacht. Rund 200 Menschen bewarfen sich zunächst mit Schneebällen, dann zielten sie auf vorbeifahrende Fahrzeuge - und auf Polizisten. Zum Schluss flogen Flaschen und Steine. Zwei Beamte wurden verletzt.

Straßenbahnen und Busse mussten umgeleitet werden. Die Polizei stellte die Personalien von insgesamt 67 Teilnehmern fest und beschlagnahmte einen Schlagring und ein Messer. Auch das momentane Wetter in China ist ungewöhnlich. In Peking wird gezittert. Schnee und Kälte machen der chinesischen Hauptstadt zu schaffen, die wichtigsten Hauptstraßen sind nicht befahrbar. In Nordchina wurden Schulen wegen anhaltender Schneestürme geschlossen.

Auch auf dem Flughafen in Peking herrschte gestern Chaos: 90% der Flüge wurden gestern  gestrichen. Gleiches erleben Passagiere auf dem Airport der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, wo Hunderte Fluggäste warteten. 30 Menschen starben wegen Unfällen, die das kalte Wetter verursachte. Sie werden zugegeben müssen, im Gegensatz zum geschilderten asiatischen Wetter  ist unser Wintereinbruch noch als "ganz erträglich? zu bezeichnen.

Nun denn ...


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11.01.10 14:57

25951 Postings, 6951 Tage PichelBleiben Sie stark

die ersten überlieferten Rechtsvorschriften und Gesetze stammen aus der Zeit 2100 v.Chr. Nicht "Auge um Auge, Zahn um Zahn" waren der Grundsatz in den Vorschriften. Es ging um finanziellen Ausgleich für zugefügte Schäden, die Armen und Schwachen sollten vor den Mächtigen und Reichen geschützt werden. Die Strafe für eine Körperverletzung mit einer Waffe betrug in etwa 500g Silber. Wenn beide Parteien auf ihre Versionen des Hergangs bestanden gab es das Gottesurteil, der Angeklagte wurde in einen Fluss geworfen, wenn er nicht unterging, war er unschuldig.

Später wurden die Vorschriften und Gesetze härter, die Strafen grausamer. Für Raub oder falsche Mordanklagen, gab es die Todesstrafe. Aber auch für schlampige arbeiten gab es harte Strafen, der Erbauer des Hauses das einstürzte - und es gab dadurch Tote - wurde hingerichtet. Kunstfehler bei Ärzten wurde mit dem abhacken der Hand oder der Hände bestraft. Auch sexueller Missbrauch wurde bereits schwer bestraft. Später konnte die Ehefrau für die Strafe des Mannes geopfert werden, sie musste die Strafe erleiden - für das Vergehen des Ehemann's.

Heute sind die Rechtsvorschriften und Gesetze sehr umfangreich und manchmal kaum verständlich. Oft empfinden Betroffene, dass der Recht bekommt, der sich den guten Anwalt leisten kann. Manchmal entsteht der Eindruck, dass der weniger bestraft wird, der einen größeren Schäden angerichtet hat. Heute können Sie von einem Prozessgegner vor Gericht gezogen werden, den Prozess gewinnen, aber trotzdem verlieren. Zahlt der Gegner nicht, müssen Sie für die Kosten gerade stehen. Damit die Funktionsfähigkeit des Staates erhalten bleibt .. Nun denn ...

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15.01.10 15:40

25951 Postings, 6951 Tage PichelAustralien

Australien gewinnt auf der Weltbühne immer mehr an Bedeutung. Das Land ist schuldenfrei, modern, vorbildlich in seiner Integrationspolitik und obendrein gestärkt aus der Finanzkrise hervorgegangen. Keine einzige Bank war angeschlagen. Schon in den 80er-Jahren wurden die Märkte liberalisiert. In den 90er-Jahren Staatsunternehmen privatisiert, Sozialstaat und Arbeitsmarkt reformiert und ganz radikal ein neues Steuersystem eingeführt.

Die Wirtschaft des 21. Jahrhundert wird vom asiatisch-pazifischen Raum bestimmt werden und kein anderes Land wird so davon profitieren wie Australien. Das zeigt sich besonders im Wachstum. Im Zeitraum 1991 bis 2008 wuchs die australische Wirtschaft durchschnittlich um 3,5% / Jahr. In Deutschland waren es kümmerliche 1,5%. Im selben Zeitraum wurde die australische Arbeitslosigkeit halbiert ? und in Deutschland quasi verdoppelt.

Auch Australien musste einen massiven, migrationsbedingten Bevölkerungszuwachs verkraften. Die Einwanderer wurden erfolgreich in Gesellschaft und Arbeitsmarkt integriert. Europa, und vor allem Deutschland, hat es verpasst, Wirtschaft und Gesellschaft zukunftsfest zu machen und bevor Deutschland nicht in der Schulden-, Demografie- und Segregationsfalle versinkt, wird sich nichts bewegen. Deutschland wird noch immer verwaltet ?  nicht regiert! Nun denn ...

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15.01.10 16:00

15491 Postings, 7618 Tage preisich hab die ganze woche mit australischen freunden

gefeiert .
ich befürchte , die müßten sterben , wenn sie nur mit einem zelt zurück in die wüste müßten .  

15.01.10 17:33
1

10616 Postings, 4081 Tage rüganerAustralien ?

gerade neulich einen Bericht gesehen.
Das Land  lebt nur von seinen großen Bodenschätzen. Kohle und Eisenerz ohne Ende, aber fast keine Industrie.
Sind total von den Chinesen abhängig.
Eine ältere Bekannte von mir lebt schon seit 40 Jahren in Au., hat dort 35 Jahre als Lehrerin gearbeitet und ist jetzt in Pension. In der Zeit, in der sie ausser Landes ist (Besuch Europa) bekommt die keine Pension !
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Früher war alles besser,sogar die Zukunft.
Bitte nicht alles so ernst nehmen !

20.01.10 14:48

25951 Postings, 6951 Tage PichelNacktscanner

während in Deutschland noch über Nacktscanner an Flughäfen diskutiert wird sind andere Länder schon weiter. So müssen Touristen in vielen anderen Staaten bei der Einreise lange Fragebögen ausfüllen. Geschulte Beamte stellen sodann Fragen wie: ?Warum kommen Sie in unser Land? oder ?wohin wollen Sie weiterreisen? und achten mit geschultem Auge genau auf etwaige Nervositäten in den Gesichtszügen des Befragten.

Doch Menschen können irren. Darum hat das israelische Unternehmen WeCU (We see you) eine Methode entwickelt, in welcher ein Computer den Job des Beamten an der Bordercontrol übernimmt, der Gedanken lesen kann. Die Geräte messen, für den Reisenden unmerklich, Körpertemperaturschwanklungen, mögliche Beschleunigung des Herzschlags und das filigrane Vibrieren der Augenlieder, während der Beantwortung.

Gibt es sodann in den Messungen geringste Abweichungen zu den Voreinstellungen darf sich der Einreisende einer peinlich genauen und persönlichen Sonderkontrolle unterziehen. In Israel werden zunächst sechs Flughäfen mit dem neuen System ausgestattet, in den USA wird von 2011 an der Flughafen Boston die Vorreiterrolle spielen, allerdings wird dort das System vorerst nur bei Ausländern angewendet werden. Nun denn ...


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29.01.10 15:23
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25951 Postings, 6951 Tage Picheldie Schweizer wieder

der angesehene Zürcher "Tagesanzeiger" schreibt, dass die Hemmschwelle der Schweizer ihren Unmut Deutschen gegenüber zu äußern stark gesunken sei. Im Schweizer TV empfiehlt man mit Deutschen in der Schweiz nicht mehr hochdeutsch zu sprechen. Bei der Polizei Zürich nimmt die Zahl der Drohbriefanzeigen gegen Deutsche zu. "Die Kugel für Dich steht schon bereit, Du elende Deutsche Hure", hieß es in einem dieser Briefe an eine Deutsche.

Mögen sie die Deutschen tatsächlich nicht, die Schweizer? Kaum ist Minarettdebatte  vorbei, wenden sich die Alpenländler wieder den germanischen Vettern zu. Solange diese brav Geld  und Gold ablieferten waren sie gern gesehene Gäste. Nach dem Freizügigkeitsabkommen ist das anders geworden. Die Anzahl der Germanen in der Schweiz hat sich seit 2002 nahezu verdoppelt. 250.000 Deutsche zog es in ?Heidis Heimat?, davon leben 28.000 in Zürich.

Viele von ihnen sind Akademiker. Die meisten Krankenhäuser im deutschsprachigen Teil der Schweiz könnten ihren Betrieb ohne hochqualifizierte deutsche Mitarbeiter einstellen. So kommen in Thurgau oder St. Gallen bereits 33% der Ärzte und Pflegekräfte aus Deutschland und in Zürichs Universitäten geben sich Deutsche Professoren die Klinke in die Hand. Einwanderer die, die Wertschöpfungskette anreichern sind gern gesehen - außer in der Schweiz. Nun denn ...

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03.02.10 12:54

25951 Postings, 6951 Tage PichelEmissionshandel

ein groß angelegter Datendiebstahl hat die amtlichen Register für den Emissionshandel in halb Europa lahmgelegt. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" überarbeiten die betroffenen Behörden derzeit ihre Sicherheitssysteme, nachdem Hacker am vergangenen Donnerstag die Zugangsdaten zahlreicher Unternehmen erbeuteten. Die Kriminellen stahlen Verschmutzungsrechte und verkauften sie weiter, so einfach geht das.

Die Betrüger haben in E-Mails an mehrere europäische sowie einige japanische und neuseeländische Unternehmen eine Mitteilung der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) in Potsdam vorgetäuscht. Darin hieß es, dass sich zur Abwehr drohender Hackerangriffe die Empfänger neu registrieren müssten was die meisten auch taten. Danach  übertrugen die Täter Emissionsrechte auf Konten vor allem in Dänemark und Großbritannien.

Von dort wurden sie sehr schnell weiterverkauft. Die neuen Besitzer gingen davon aus, dass sie die Rechte legal erworben hätten. Der Angriff wird als hochprofessionell bezeichnet. Die Schadenshöhe lässt sich noch nicht eingrenzen. Sollten sich die Täter nicht ermitteln lassen, blieben die betroffenen Unternehmen auf den Schäden sitzen. Viele verloren Rechte in Millionenhöhe. Betroffen sind auch Stromversorger und Händler. Nun denn ...

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03.02.10 12:57

24273 Postings, 7485 Tage 007BondWer sind die Täter??

Andere Frage: Wer waren die Nutznießer? ;-)  

12.02.10 11:52
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25951 Postings, 6951 Tage PichelInselaffen:

die Regierung Großbritanniens will, dass möglichst schnell und möglichst viele zugewanderte Kriminelle das Königreich wieder verlassen. Nicht nur, dass eine englische Knastnacht statistisch gesehen 100 Pfund (rund 110 Euro) kostet, nein, die Briten haben mit ihren eigenen Verbrechern genug zu tun, die sie aufgrund ihrer Staatsbürgerschaft nicht einfach aus dem Land werfen können. Bei Ausländern ist das etwas anders und diesen kann man mit recht eigenartigen Mitteln ?den Abgang? sogar finanziell versüßen.

In britischen Haftanstalten wird eine ?Kriminellen-Kreditkarte? beworben - und ist dort mittlerweile der Renner schlechthin. 6000 Gefängnisinsassen haben sich bereits für diese Art der Ausreise entschieden, wurden zusätzlich mit einem kostenlosen ?One Way Ticket? ausgestattet und durften nach Ankunft im Ausland ihre ?Knacki Card? belasten. Wie die Daily Mail berichtete, erhalten ausländische Gefängnisinsassen eine Kreditkarte mit bis zu 6.000 Euro Guthaben. Bedingung: Die Insel verlassen ? und das so schnell wie möglich!

Die Höhe, der von der englischen Regierung zur Verfügung gestellten, individuellen Prämie ist von der Schwere des Verbrechens abhängig. Vergewaltigung und Mord werden höher ?entlohnt? als Diebstahl oder simpler Betrug. Ob Intensivstraftäter und Gewohnheitsverbrecher zukünftig mit einer goldenen (Präventiv) AMEX davon abhalten werden, die Insel erst gar nicht zu betreten, oder ob auch eine Platin Card für die Königsklasse des Verbrechens, Terrorismus und Kidnapping, eingeführt werden wird, ist nicht bekannt. Nun denn ...

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"Kurzfristig helfen Schulden. Langfristig gehen wir alle tot"
John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)

17.02.10 10:28

25951 Postings, 6951 Tage Picheldie Bahn schafft Anglizismen ab.

?Meeting-Points?, ?Hotlines?, ?Kiss & Ride? ? diese Begriffe aus dem Englischen bei der Deutschen Bahn sollen bald Geschichte sein. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, will die Bahn Schritt für Schritt diese Mischung zwischen Deutsch und Englisch abschaffen. Aus "Call a bike" wird "Mietrad-Angebot", aus  Flyern wieder Handzettel werden und Hotlines heißen schön altdeutsch Kundennummern.

Aber - die Bahn wird nicht gleich alles über Bord werfen. Etablierte Markennamen wie BahnCard oder Intercity, die jeder verstehe, will die Bahn weiterhin verwenden. Bei der Dienstleistung "Call a bike" ist man nicht sicher. Der Slogan soll Kunden mit der Erläuterung "das Mietrad-Angebot der Deutschen Bahn" schmackhaft machen. Auf große Zustimmung trifft die Kehrtwende der Bahn bei Verkehrsminister Peter Ramsauer.

Für sein Ministerium ist ein striktes "Denglisch"-Verbot  erlassen. Die Vermengung deutscher und englischer Sprachelemente ist seitdem tabu. "Travel Management" heißt jetzt wieder "Reisestelle". Statt "Task Forces" arbeitet man bei Ramsauer in "Projektgruppen" und anstelle des "Inhouse Meeting" versammelt man sich zum  "hauseigenen Seminar". "Ich will, dass im Haus wieder deutsch gesprochen wird", erklärte der Minister. Nun denn ...

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John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)

17.02.10 11:51
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14716 Postings, 4291 Tage Karlchen_VIm Falle der Deutschen Bahn könnte man auch den

Begriff "Management" und in "Versagertruppe" umwandeln.  

19.02.10 11:25
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25951 Postings, 6951 Tage PichelBushido zieht es in die Politik.

Deutschlands berüchtigtster Rapper - Bushido ? zieht es in die Politik. In einem Interview verkündete der Berliner, dass er ernsthafte Ambitionen habe, Bürgermeister der Bundeshauptstadt zu werden ?Man kokettiert ja mit vielem. Wenn ich Bürgermeister oder Bundeskanzler sage, lacht man darüber, auch ich. Aber ich kann mir das gut vorstellen.? Er erklärte, dass er gegen Bürgermeister Wolwereit nichts habe ? aber es eben besser könne.

Nun legte er noch einmal nach und definierte seine Ziele anders: ?Wenn alle Menschen, die im Moment der Ansicht sind, das ich wirklich ein vernünftiger Typ bin, mich wählen, habe ich mehr Stimmen als die FDP. Das bedeutet, Außenminister werde ich auf jeden Fall?, so Bushido. Für ihn sind die in Deutschland etablierten Parteien kein Problem, aber auch keine echte Alternative. Die Gründung einer eigenen Partei sei für ihn auch denkbar.

Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, will nun  prüfen, was nötig ist, um eine Partei zu gründen. Für die Auswirkungen der Wirtschaftskrise hat Bushido ebenfalls eine einfache Lösung parat: ?Ich würde mich nicht von General Motors erpressen lassen, die würde ich rausschmeißen und die Opel-Mitarbeiter würden trotzdem ihre Arbeit behalten. Auch wenn ich es mit Gewalt durchsetzen müsste.? Nun denn...

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John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)

24.02.10 09:25
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25951 Postings, 6951 Tage Pichel"Du sollst nicht stehlen"

"Du sollst nicht stehlen" - so lautet das 7. Gebot, doch auch wenn der Arbeitgeber das katholische Bistum Limburg war, der Leiter des kirchlichen Rentamtes hielt sich nicht an das Gebot und tätigte regelmäßig seit 1983 ?Griffe in die Kollekte?. Zu Beginn des Prozesses um Veruntreuung von mehreren Millionen Euro legte der 55-Jährige ein umfassendes Geständnis ab. "Meine Taten sind nicht entschuldbar, und ich bereue sie zutiefst", sagte er.

Als sorgender Vater stellte er sich dar, dem seine Verpflichtungen in Familie, Geschäften und Ehrenämtern über den Kopf gewachsen seien. Dabei vergas er zu erwähnen, dass er mit  dem Geld für sich und seine beiden Töchter Häuser baute, sich teure Urlaube und große Autos leistete. Getreu dem Motto: "Geben ist seliger denn nehmen" unterstützte er eine seiner Töchter mit monatlich 5500 Euro, um so das Defizit ihrer Selbstständigkeit zu decken.

Der Staatsanwalt warf ihm Missbrauch seiner Amtsstellung vor. Mit einem raffinierten System veruntreute er die Kirchen-Gelder. Mehrmals pro Woche hob er 7500 Euro ab ? offiziell um Überweisungsgebühren zu sparen. Das Bild des liebevollen Vaters bekam Risse, als der Angeklagte einräumen musste auch gegen das 6. Gebot ?Du sollst nicht ehebrechen? verstoßen zu haben. Mit Mitarbeiterinnen hatte er sexuelle Beziehungen, eine davon war - die Buchhalterin. Nun denn ...

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John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)

01.03.10 14:35

25951 Postings, 6951 Tage Pichel"Was findest Du bloß an dieser Tante?"

"Was findest Du bloß an dieser Tante?" Keine andere Person erzeugt diesen Kommentar häufiger aus weiblichem Munde, als Paris Hilton. Ob die nun wiederum unheimlich clever oder unwahrscheinlich dämlich ist, wer weiß das schon? Aber, die Millionenerbin ist das Party-Luder schlechthin und ihr eilt tatsächlich der Ruf voraus nichts anderes zu können als Tätigkeiten, die mit einem B, wie ?Blubbern?, ?Bus fahren?, oder ?Bier trinken? beginnen.

Die Werbeagenturen jedenfalls stehen Schlange bei dem Partygirl. Für den brasilianischen Getränkekonzerns Schincariol bewirbt Paris nun die neue Biermarke "Devassa Bem Loura", was soviel bedeutet: "Zügellos Ziemlich Blond" ? und das passt! Aufreizend sexy, bekleidet mit einem knappen, schwarzen, hautengen Kleid, welches genauso viel zeigt, wie es zeigen darf, tanzt sie in dem Spot vor einer Fensterfront ihres Apartments in Rio. Gewagt, fürwahr.

Das brasilianische Frauenministerium und das nationale Frauenrechts-Sekretariat finden den Spot alles andere als erotisch, er soll blonde Frauen erniedrigen. Klagen, die beim Verband zur Selbstregulierung der Werbung eingereicht wurden könnten den Werbespot mit Paris teilweise oder ganz verbieten lassen. Man befürchtet, dass die Kampagne als Aufforderung zum exzessiven Alkoholgenuss gesehen wird - was meinen Sie gehört der Spot verboten? Nun denn ...

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John Maynard Keynes (Brit. Wirtschaftswissenschaftler, 1883-1946)

23.03.10 15:37

25951 Postings, 6951 Tage PichelGericht verurteilt Bushido

VERMISCHTES: Song-Teile geklaut - Gericht verurteilt Bushido
   HAMBURG/BERLIN (dpa-AFX) - Der Berliner Rapper Bushido (31) hat Song-Teile
einer französischen Band geklaut und muss den Original- Komponisten dafür nun
63.000 Euro zahlen. Das entschied das Landgericht Hamburg am Dienstag. Es geht
um 13 Lieder, bei denen Bushido unerlaubt Teile aus Stücken der Gruppe Dark
Sanctuary verwendete. Außerdem verurteilte das Gericht den Rapper zu
Schadenersatz. Die Höhe ergibt sich aber erst, wenn die Verkaufszahlen
offengelegt sind. Bushidos Label ersguterjunge und die Plattenfirma Universal
Music dürfen elf CDs, auf denen die Songs vorkommen, nicht mehr verkaufen.
Ausgelieferte Tonträger müssen sie zurückrufen und vernichten./gt hn/DP/edh
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2010-03-23 14:27:58
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