Biodieselmarkt: "Tod auf Raten"

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eröffnet am: 30.06.06 06:53 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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888254 Postings, 6082 Tage moyaBiodieselmarkt: "Tod auf Raten"

Biodieselmarkt: "Tod auf Raten"  
  

Die Zukunft des Biodiesels ist bedroht. Diese Befürchtung äußert der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). VDB-Geschäftsführerin Petra Sprick: "Das Vorhaben der Bundesregierung bedeutet den Tod auf Raten für die Biodieselbranche. Ab 2008 werden die ersten mittelständischen Hersteller in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können." Die Koalitionsspitze hat sich darauf geeinigt, den Steuersatz auf Biodiesel in Reinform ab 2008 jährlich um 6 Cent zu erhöhen, ohne wie bisher die Marktentwicklung zu berücksichtigen. 2012 wird dann der volle Mineralölsteuersatz erhoben. In den vergangenen Wochen haben sich laut VDB die Mehrheit der SPD-Abgeordneten sowie Umwelt-, Agrar- und Energiepolitiker der Unionsfraktionen für eine Begünstigung bis 2015 ausgesprochen. Petra Sprick: "Die Zukunft der aufstrebenden Biokraftstoffbranche fällt jetzt einem politischen Kuhhandel zum Opfer."

Biodiesel wird in Deutschland zu rund 60 Prozent dezentral als Reinkraftstoff vertrieben. Wenn die höheren Produktionskosten von Biodiesel im Vergleich zur mineralischen Konkurrenz ab 2008 nicht mehr steuerlich kompensiert werden, droht dieser zentrale Absatzmarkt weg zu brechen. Der ab 2007 geltende Biokraftstoffanteil von 4,4 Prozent in herkömmlichem Diesel wird laut VDB diese Volumenverluste bei weitem nicht ersetzen können. Hinzu kommt, dass Mineralölgesellschaften als Abnehmer für mittelständische Hersteller oftmals nicht in Betracht kommen, da sie Biokraftstoffe ausschließlich in großen Liefermengen beziehen und zunehmend auf Importprodukte zurückgreifen. Petra Sprick: "Die regionale Wertschöpfung vom Landwirt über den Kraftstoffhändler bis zum Endverbraucher wird so vernichtet."  


Gruß Moya

 

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