Billigflieger-Boom torpediert Klimaschutz

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eröffnet am: 06.07.04 12:35 von: BeMi Anzahl Beiträge: 3
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06.07.04 12:35

10041 Postings, 6791 Tage BeMiBilligflieger-Boom torpediert Klimaschutz

SPIEGEL ONLINE - 06. Juli 2004, 6:34
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,307343,00.html
Studie

Billigflieger-Boom torpediert Klimaschutz

In 20 Jahren werden sich die geflogenen Kilometer verdreifacht und die Flugzeuge in der Luft verdoppelt haben, berechnet das Stockholmer Umweltinstitut. Die Forscher halten die Zunahme des Flugverkehrs für eine der größten Gefahren für das globale Klima und fordern eine Fluggastabgabe.


Startendes Flugzeug: Eine der größten Gefahren für das globale Klima
Stockholm/York - Das ständige Wachstum des Luftverkehrs stehe den Bemühungen der Umweltpolitik entgegen, die Treibhausgase zu reduzieren und die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden, führen John Whitelegg und Howard Cambridge von der Forschungsstelle des Stockholmer Umweltinstituts an der britischen Universität York in ihrer Studie an. Die Entwicklung werde durch großzügige Steuernachlässe und staatliche Beihilfen noch begünstigt.

In den kommenden 20 Jahren sei ein jährliches Wachstum des Luftverkehrs von drei bis sieben Prozent zu erwarten, berechneten die Forscher. Gründe seien vor allem das Auftreten von Billigfliegern und die ständige Zunahme des Luftfrachtverkehrs. Schon jetzt erzeuge die Luftfahrt mit einem Verbrauch von 205 Millionen Tonnen Treibstoff (Kerosin) jährlich 300 Millionen Tonnen Treibhausgase. Da die in oberen Luftschichten entlassenen Schadstoffe dreimal so schädlich seien wie solche in unteren Schichten, müsse damit gerechnet werden, dass im Jahr 2050 rund 15 Prozent der Wirkung von Treibhausgasen durch den Luftverkehr verursacht werden. Nach derzeitigen Mengen und ohne die Berücksichtigung der erhöhten Schädlichkeit beträgt der Anteil ein bis zwei Prozent.

Generelles Nachtflugverbot

Die britischen Forscher plädieren dafür, dass Kerosin besteuert werden soll und Fluggäste eine Umweltabgabe entrichten, die der durch den Flug verursachten Umweltzerstörung entspricht. Das können umgerechnet 60 bis 75 Euro pro Flug sein. Wegen der Lärmbelästigung als zweiter wichtigen Umweltbelastung müsse ein generelles Nachtflugverbot eingeführt werden. Mindestens 50 Prozent der Fluggäste sollten die Flughäfen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können.

Wenn Reisende Strecken bis zu 560 Kilometer mit der Bahn statt per Flugzeug zurücklegen würde, wären das allein 45 Prozent weniger Flüge. Die Regierungen sollten Unternehmen auffordern, als Alternative zu Flugreisen elektronische Medien für die Kommunikation zu nutzen, zum Beispiel Video-Konferenzen. Die bisher nicht in den Bestimmungen des Kyoto-Protokolls enthaltenen Kohlendioxid-Emissionen aus der Luftfahrt müssten außerdem besser gemessen und überwacht werden. Das sei die Voraussetzung für eine weitergehende Strategie mit dem Ziel, die Menge dieser Emissionen bis 2050 um 60 Prozent zu vermindern.

Deutsches Projekt Atmosfair

Vor kurzem warb auch die deutsche Regierung für eine Initiative für klimabewusstes Fliegen. Mit dem Projekt Atmosfair könnten Menschen die schädlichen Folgen der eigenen Flugreise wettmachen, sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Die Idee ist, dass ein Passagier freiwillig für die von ihm zu verantwortenden Klimagase zahlt. Für einen Hin- und Rückflug Frankfurt-Mallorca würden beispielsweise zehn Euro fällig. Das Geld investiert Atmosfair in Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern wie Indien und Brasilien.

 

06.07.04 12:36

13786 Postings, 7777 Tage Parocorpgab's schon o. T.

06.07.04 12:47

10041 Postings, 6791 Tage BeMiSorry o. T.

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