Benzin kommt bald vom Acker - Ostdeutschland...

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neuester Beitrag: 20.04.06 00:47
eröffnet am: 29.06.04 22:09 von: danjelshake Anzahl Beiträge: 22
neuester Beitrag: 20.04.06 00:47 von: nonguru Leser gesamt: 1271
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29.06.04 22:09

13393 Postings, 6256 Tage danjelshakeBenzin kommt bald vom Acker - Ostdeutschland...

Vorreiter!

Zörbig (dpa) - Benzin soll künftig nicht nur aus Erdölquellen stammen, sondern auch von ostdeutschen Äckern. So will es die Politik. Drei in Bau befindliche industrielle Großanlagen in Ostdeutschland werden in Kürze den aus Getreide produzierten Rohstoff dafür liefern: Alkohol. Im Fachjargon heißt der Bioethanol.



© 2004 DPA
Bioethanol-Werk

In verarbeiteter Form verbrennt er optimal im Motor. «Schon Ende des Jahres werden Autofahrer in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern an unseren Tankstellen Super-Benzin mit fünf-prozentigen ETBE-Anteil (Ethyl-Tertiär-Butyl-Ether) aus Bioethanol tanken können», sagt Shell-Sprecher Rainer Winzenried.

Der Ölkonzern ist an einer Raffinerie im brandenburgischen Schwedt beteiligt, auf deren Gelände die Nordbrandenburger Bioenergie GmbH derzeit eine Alkohol-Fabrik baut. Auch Aral und BP haben Pläne für den Einsatz von Bio-Komponenten in ihren Otto-Kraftstoffen. Die Rahmenbedingungen für die Produzenten sind gut. «Eine EU-Richtlinie sieht vor, dass 5,75 Prozent der Kraftstoffe bis 2010 aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen sollen», erklärt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Bioenergie mit Sitz in Bonn, Bernd Geisen. In Deutschland sind beigemischte Biokomponenten wie Alkohol seit Jahresbeginn von der Mineralölsteuer befreit. Mit einem Zoll schützt sich die EU vor Billigimporten etwa aus Brasilien, wo das Benzin schon seit langem mit Ethanol aus Zuckerrohr versetzt wird.

Für Bauern eröffnen sich neue Absatzmöglichkeiten. «Die Bioethanol-Fabriken brauchen Massengetreide», erklärt Armin Vetter von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. «Der Anbau ist einfacher. Es muss weniger gedüngt werden, da Getreide für die Vergärung so wenig Protein wie möglich enthalten soll.» Die in Bau befindlichen Bioethanol-Werke in Zörbig, Zeitz (beide Sachsen-Anhalt) und Schwedt wollen pro Jahr nach eigenen Angaben insgesamt über 1,5 Millionen Tonnen Getreide zu rund einer halben Million Tonnen industriellem Alkohol verarbeiten. «Sämtliches Getreide kaufen wir aus der Region», sagt Michael Kuhn von der Mitteldeutschen Bioenergie GmbH in Zörbig.

Die Herstellung von Alkohol für den Tank unterscheidet sich kaum von der Produktion für das Schnapsglas. «Es ist etwas einfacher, weil man nicht auf den Geschmack achten muss», sagt Thomas Senn vom Institut für Gärungstechnologie an der Universität Hohenheim. Einen Unterschied gibt es allerdings. Beim herkömmlichen Schnapsbrennen verdampft immer auch Wasser, weshalb das Destillat höchstens 95,6 Prozent Alkohol enthält. Für das Auto muss es mehr sein. Mit chemischen Zusätzen oder mit keramischen Granulaten, die das Wasser binden oder aufsaugen, wird der Alkoholanteil auf 99,8 Prozent erhöht.

Eine spezielle Technik, die das Konzentrations-Verfahren vereinfacht und den Energieverbrauch um bis zu 25 Prozent reduziert, wurde nun in Thüringen entwickelt. «Mit Druck wird ein 90- prozentiges Destillat durch Rohre gepresst, an deren Innenseite so genannte Zeolith-Membranen sitzen», erklärt die Geschäftsführerin des Hermsdorfer Instituts für Technische Keramik Bärbel Voigtsberger. «Die Poren sind so klein, dass sie nur das Wasser passieren lassen, aus dem Rohrende tropft reiner Alkohol.»

Experten erwarten, dass alkoholhaltiger Sprit schon bald den aus Raps gewonnen Biodiesel an den Tankstellen abhängt. «Drei Viertel des Kraftstoffmarkts entfällt auf Benzin», sagt Verbandssprecher Geisen. Der Anbau von Getreide sei für viele Landwirte attraktiver als der Rapsanbau. Bei der Produktion des Biosprits könnte Ostdeutschland langfristig wegen der großflächig strukturierten Landwirtschaft und der Fördermittel für Industrieansiedlungen die Nase vorn behalten. Rund ein Dutzend weitere Bioethanol-Anlagen sind geplant - alle in den neuen Bundesländern.

naja is doch mal ne alternative oder??
aller anfang ist schwer!

mfg ds  

30.06.04 01:12

13393 Postings, 6256 Tage danjelshakeDiesel-Treibstoff aus Biomasse


Alternativen in
heimischen Wäldern

Wie verwandelt man Komposthaufen in Ölquellen? Nicht Zauber-, sondern Ingenieurkunst ist gefragt. Die Autokonznerne Volkswagen und DaimlerChrysler sowie die im sächsischen Freiberg angesiedelte Start-Up-Firma CHOREN gewinnen aus Holz und Pflanzenresten Biosprit. Der Vorzug des Bio-Diesels: Bei der Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie die Pflanzen vorher gebunden hatten.


Informationen zum Verfahren  

 Die Umwandlung von Holz und trockener Biomasse in Kraftstoff erfolgt im mehrstufigen Prozess: In einem Vergaser wird die Biomasse bei Temperaturen bis etwa 500 Grad in Biokoks und teerhaltiges Gas zerlegt. Diese Produkte gelangen in eine zweite Vergasungsstufe, die mit Temperaturen bis 1600 Grad arbeitet. Einer solchen Hitze können organische chemische Verbindungen nicht standhalten. Es entsteht ein Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, das nur noch Spuren von Kohlendioxid enthält. Im katalytischen Fischer-Tropsch-Verfahren wird aus dem gereinigten Synthesegas schließlich biologischer Kraftstoff hergestellt.  

quelle: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,2136063_HOME,00.html

mfg ds  

30.06.04 01:24

24273 Postings, 7675 Tage 007BondTreibstoff aus Biomasse ...

na hoffentlich ist für die Herstellung dieses "Bio"-Treibstoffes nicht mehr Energie erforderlich, als zu guter Letzt produziert wird ;-) Aber wenn's Arbeitsplätze schafft ...  

30.06.04 01:31

1 Posting, 6044 Tage BiotechfanSachen gibt´s o. T.

30.06.04 09:05

2935 Postings, 6214 Tage MeikoSüdzucker baut schon erste Bioethanolraffinerien. o. T.

30.06.04 12:04

13393 Postings, 6256 Tage danjelshakeob dies das ergebnis der mineralölsteuer ist? o. T.

30.06.04 12:49

13008 Postings, 7624 Tage TimchenVorher sehen wir wohl

Segelboote auf der Autobahn.

Timchen  

30.06.04 17:36

13393 Postings, 6256 Tage danjelshakesegelboote??

wasserstoff
elektro
oder biogas...
aber segelboote???

was hast du denn genommen??

:) mfg ds  

30.06.04 18:26
1

1319 Postings, 6193 Tage Nussriegelehrenwerter Danielshake,

IMHO bist du genau auf dem richtigen Dampfer
(habe beruflich mit dem Thema zu tun)
wer sich für den Bereich interessiert, schaut mal unter
www.inaro.de
(=Informationssystem NAchwachsende ROhstoffe), sehr umfangreich!!!
und klickt sich über Rohstoffe-> Bioenergie ->
zu Treibstoffen
einige Infos zu Sunfuel und Synfuel sowie zu Rapsöltreibstoffen und Biodiesel
(auch ein Verzeichnis der bestehenden Anlagen und deren Kapazitäten)

Die Seite wird zwar seit nem halben Jahr nicht mehr aktualisiert, bietet aber gute grundlegende Infos und zahlreiche weiterführende Links.

Leider sind die Flächenkapazitäten fürm Raps in Deutschland sehr begrenzt
und überall will man das Zeug ja auch nicht rumstehen haben.
Wer mehr infos will, mailt mich über boardamail an.

@ Timchen: eher als was?
Ich war auch schon mit nem Segelboot auf der Autobahn. Der Hänger wurde aber von nem
Konventionell betriebenen Fahrzeug gezogen.
Du würdest dich allerdings wundern, womit z.T. heute schon rumgefahren wird!
MFG,
Nussriegel  

30.06.04 18:56

8030 Postings, 6518 Tage RigomaxWie ist das dabei eigentlich mit

der Umweltverschmutzung? Mir fallen da auf die Schnelle zwei Dinge ein:
1. Früher verheizten die Engländer viel Holz in ihren Kaminen. Das soll ganz kräftig zum britischen Smog beigetragen haben.
2. Bei der trockenen Destillation von Holz bleiben eine Menge gruseliger Stoffe zurück (Teer und andere).
Nun wird man mit modernen Aufbereitungsverfahren die damit zusammenhängenden Probleme sicherlich besser in den Griff bekommen als früher, aber dennoch: Wie hoch ist der Anteil von Nicht-Kohlenwasserstoffen am Endprodukt, im Vergleich zu z.B. Erdöl? Und ist das Endprodukt nach dem ganzen Reinigungsprozeß vom Preis her konkurrenzfähig (dabei meine ich jeweils die Preise vor Steuern).
 

30.06.04 19:07

1319 Postings, 6193 Tage NussriegelDer Kohlenwasserstoffanteil selbst

ist nicht so wichtig (Klimamäßig) wie die CO2-Bilanz, d.h. wieviel CO2 der Rohstoff beim Wachstum der Pflanze aufgenommen hat, was er wieder an die Luft abgibt, wieviel energie (in CO2-Äquivalenten) ich dafür für Aufbereitung, Transport etc reinbuttern muss und was dem nachher an Energieausbeute entgegen steht.
Den Rest kann man nicht pauschalisieren.
Fängt schon bei den Erzeugerpreisen an, die sich im laufe der wertschöpfungskette multiplizieren. Rentabilität hängt natürlich auch mit von gesetzlichen regelungen (besteuerungen fossiler Produkte, einspeisevergütungen etc) ab.
und langfristig wird das ganze richtig interssant durch den Handel mit CO2-Zertifikaten, der aber erst noch richtig in schwung kommen muss.
Das Thema ist sehr komplex, aber ich hoffe, ich habe zumindesteinen Teil deiner Fage beantwortet.  

30.06.04 19:08

1319 Postings, 6193 Tage NussriegelDer Kohlenwasserstoffanteil selbst

ist nicht so wichtig (Klimamäßig) wie die CO2-Bilanz, d.h. wieviel CO2 der Rohstoff beim Wachstum der Pflanze aufgenommen hat, was er wieder an die Luft abgibt, wieviel energie (in CO2-Äquivalenten) ich dafür für Aufbereitung, Transport etc reinbuttern muss und was dem nachher an Energieausbeute entgegen steht.
Den Rest kann man nicht pauschalisieren.
Fängt schon bei den Erzeugerpreisen an, die sich im laufe der wertschöpfungskette multiplizieren. Rentabilität hängt natürlich auch mit von gesetzlichen regelungen (besteuerungen fossiler Produkte, einspeisevergütungen etc) ab.
und langfristig wird das ganze richtig interssant durch den Handel mit CO2-Zertifikaten, der aber erst noch richtig in schwung kommen muss.
Das Thema ist sehr komplex, aber ich hoffe, ich habe zumindesteinen Teiil deiner Fage beantwortet.  

30.06.04 19:09

1319 Postings, 6193 Tage Nussriegeloh, sorry! o. T.

30.06.04 19:26

7336 Postings, 6584 Tage 54reabmit welchem geld soll der staat

zukünftig diesen unsinn subventionieren, sollten diese methoden erfolgreich sein? proportional zum umsatz entfällt mineralölsteuer.

*grübel*

nur was für träumer und zur selbstbeschäftigung der neuen bundesländer.


 www.baer45.de.vu">  

30.06.04 19:26

13393 Postings, 6256 Tage danjelshakedanke nussriegel... o. T.

30.06.04 19:34

1319 Postings, 6193 Tage Nussriegel@54reab

das Problem ist zu komplex um es auf den Niveau zu diskutieren.
Und mir ist es zu lästig.
 

30.06.04 20:07

8030 Postings, 6518 Tage Rigomax@Nussriegel

Daß das CO2-mäßig optimal ist, ist klar. Denn was an CO2 verbraucht wird, wird beim Aufbau der Pflanze auch der Atmosphäre entnommen. Aber meine Frage ging weiter.
Wie ist das mit den anderen verschmutzenden Stoffen (insbesondere Schwefel)?
Und bei den Kosten dachte ich an die volkswirtschaftlichen Kosten. Also vor Steuern. Daß man mit Subventionen oder Steuervorteilen die Angelegenheit für den Erzeuger sehr lukrativ machen kann, ist banal.
 

30.06.04 20:44

392 Postings, 6421 Tage FFM1_TheCrow@Rigomax

Ich bin zwar nicht direkt "vom Fach", aber Schwefel dürfte kein Problem sein. Woher soll der kommen? Schwefel ist ein Stoff, de leider im Erdöl enthalten ist und schwer zu entfernen ist, aber in Nutzpflanzen?
Stickoxide und Ozon können evt. entstehen, denn das sind Produkte, die bei der Verbrennung aus der Umgebungsluft entstehen.  

01.07.04 11:14

8030 Postings, 6518 Tage Rigomax@ffm1

Ich bin auch nicht vom Fach, aber ich weiß, daß bei der Verbrennung von Holz recht viele Nebenprodukte freiwerden. Siehe mein Posting 8.
Alter Chemieversuch aus der Schule: Trockene Destillation. Stecke ein Stück Holz in eine Reganzglas und erwärme es kräftig. Dabei geht eine Menge Gas ab, das man verbrennen kann. Im Reagenzglas zurück bleiben: Holzkohle (OK), Teer (mit allem möglichen darin und nicht mehr so OK) und ein gelblicher Belag. Letzterer enthielt, soweit ich mich erinnere, Schwefel.
Früher wurden manchmal Autos mit "Holzgas" betrieben. Das waren die übelsten Dreckschleudern.
Der Köhlerberuf seligen Angedenkens (das ist im wesentlichen trockene Destillation im großen zum Zweck der Holzkohleherstellung) war wegen der dabei entstehenden Abgase recht ungesund.
Wie gesagt, die Reinigungsmöglichkeiten sind heute sicherlich besser. Aber im Ausgangsmaterial ist alles mögliche drin.
Was mich nur immer wundert, ist die Tatsache, daß man über diesen Aspekt so wenig lesen kann. Es wird immer nur auf die (unzweifelhaft gute) CO2-Bilanz geguckt.
Wenn man eifrig googelt, wird man sicherlich was finden. Aber - ehrlich gesagt - das sollen Leute tun, die davon mehr verstehen als ich. Ich wollte nur einen Denkanstoß geben. Wenn ich falsch liege, lerne ich gern dazu.  

01.07.04 22:03

1319 Postings, 6193 Tage NussriegelHi Rigo,

hab´s voll versaut mit der Antwort und sie nich hier rein, sondern in nen eigenen Thread gestellt.
du findest sie unter
http://www.ariva.de/board/198726/..._talk&search_id=&search_full=&413

sorry!  

05.07.04 14:29

1319 Postings, 6193 Tage NussriegelHabe im anderen Thread ne Antwort reingeschrieben

aber wollen wir nicht lieber hier weiter diskutieren mit aussagekräftigerem Titel anstatt drüben
unter
http://www.ariva.de/board/198726/...earch_id=&search_full=&413#bottom
?

NR  

20.04.06 00:47

339 Postings, 5422 Tage nonguruUmrüstung auf Bioethanol (E85)

unterstüzt folgende Seite:
http://www.ethanol-statt-benzin.de/

Autoumrüster:
www.rmg-rapsol.de
www.e85.biz

eine Umrüstung kostet rund 1.000 ? Das könnte sich, ja nach fahrweise bei diesen hohen Benzinkosten schon bald amortisieren. Der Verbrauch steigt allerdings um 10-20%, jedoch auch die Leistung des Motors --> Tanktuning.  

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