Bankräuber mit Kohl-Masken

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eröffnet am: 15.09.05 10:24 von: Kalli2003 Anzahl Beiträge: 1
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58960 Postings, 6494 Tage Kalli2003Bankräuber mit Kohl-Masken

Bankräuber mit Kohl-Masken

Das Trio soll fünf Banken überfallen, ein Bandenmitglied zudem vier Frauen missbraucht haben.

SEK-Kräfte überraschten die Bandenmitglieder gestern Morgen im Schlaf. Um sechs Uhr stürmten die Beamten eines Spezialeinsatzkommandos eine Wohnung in der Venloer Straße in Ehrenfeld. Der 36-jährige Mieter, der seit 2002 fünf Banken im Erft-Kreis überfallen und vier Frauen vergewaltigt haben soll, lag im Bett, er leistete keinen Widerstand. Zeitgleich überwältigten Polizeikräfte in Hürth und Kerpen seine beiden mutmaßlichen Komplizen (39, 40) - zwei Brüder. Gemeinsam soll das Trio vermutlich weit über 100 000 Euro bei den Raubzügen erbeutet haben. Alle sind vorbestraft, heute sollen sie einem Haftrichter vorgeführt werden.

Insgesamt durchsuchten die Ermittler gestern sieben Wohnungen und ein Schließfach. Sie stellten Waffen, Munition und Karnevalsmasken sicher, die die Männer bei den Überfällen getragen haben sollen. Eine Maske zeigt das Konterfei von Helmut Kohl. Die Razzia kam offenbar keinen Tag zu spät, denn in den Wohnungen fanden die Polizisten Skizzen von Geldinstituten im Rheinland sowie Pläne, auf denen entsprechende Fluchtwege markiert waren. ?Die Bande hatte bereits weitere Taten geplant?, sagte Polizeisprecher Jürgen Göbel. Mit dem erbeuteten Geld finanzierten die Männer offenbar ihren luxuriösen Lebensstil. ?Ihre Autos und die Möbel sind vom Feinsten, ausgesucht teuer, sozusagen nichts von der Stange?, berichtete ein Fahnder. Einer der Verdächtigen fuhr einen wertvollen Ford Mustang.

Auf die Spur der Männer kam die Kripo durch Parallelen in ihrer Vorgehensweise. Bei allen Banküberfällen trugen die Täter Masken, stets kamen sie gegen 18.30 Uhr, bedrohten Kunden und Angestellte mit Pistolen. In drei Fällen flüchteten die Täter in Autos, die wenige Tage zuvor als gestohlen gemeldet worden waren. Erhärtet wurde der Verdacht durch die Übereinstimmung von gesicherten DNA-Spuren an den Tatorten. Beim Überfall auf eine Kreissparkasse in Elsdorf, einen Tag vor Heiligabend vergangenes Jahr, drückte einer der Täter einem uniformierten Bundeswehrsoldaten eine Maschinenpistole ins Kreuz und dirigierte den Mann aus dem Vorraum in den Schalterraum der Bank. Um die übrigen Kunden und die Bankangestellten einzuschüchtern, gab der Räuber einen Schuss ab. Verletzt wurde niemand.

Dem 36-Jährigen, der wegen Gewaltdelikten bereits mehrere Jahre im Gefängnis verbracht hat, legen die Ermittler zudem drei Sexualstraftaten in Köln und eine in Aachen zur Last. Anfang 2002 soll der Mann eine Joggerin an der Militärringstraße in Klettenberg in ein Gebüsch gezerrt haben. Weil das Opfer sich heftig wehrte, ließ der Täter von ihr ab und flüchtete. Vier Monate später soll sich der Kölner an einem Baggersee in Vogelsang an einer 14-jährigen Schülerin vergangen haben. Bevor er flüchtete, drohte er ihr so massiv, dass das Mädchen erst Tage später in der Lage war, mit seinen Eltern zur Polizei zu gehen. Ebenfalls erst 14 Jahre alt war ein Opfer, das der Mann erneut zwei Monate später in Müngersdorf missbraucht haben soll. Am Gerhard-Marcks-Weg soll er das Mädchen von seinem Fahrrad gezerrt und in ein Waldstück geschleppt haben. Als sich die Schülerin wehrte, schlug ihr Peiniger mehrfach auf sie ein.

Die drei Verdächtigen verweigerten gestern jede Aussage. Der 36-Jährige lässt sich von einem Anwalt vertreten. Möglich ist, dass die Ermittler ihnen weitere Taten nachweisen können. Im Falle einer Verurteilung müssen sie mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen.

So long (oder doch besser short?)  

Kalli  

 

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