Bananenrepublik

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eröffnet am: 25.11.06 09:26 von: AbsoluterNe. Anzahl Beiträge: 12
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25.11.06 09:26
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26159 Postings, 6045 Tage AbsoluterNeulingBananenrepublik

Mannesmann-Prozeß

Ohne Urteil

Von Jürgen Dunsch


"Aus eigener Tasche"
24. November 2006

Es klingt wie eine Neuauflage des Hornberger Schießens: Der Mannesmann-Prozeß um Millionenprämien und Managerverantwortung, immerhin eines der aufsehenerregendsten Wirtschaftsstrafverfahren der vergangenen Jahrzehnte, wird wahrscheinlich ohne Urteil beendet. Deutsche-Bank-Chef Ackermann zahlt aus eigener Tasche einen Millionenbetrag und bleibt ohne den Makel einer Vorstrafe. Die Staatsanwaltschaft darf für sich in Anspruch nehmen, keinen Fehlschuß abgegeben zu haben. Die Düsseldorfer Richter müssen sich nicht länger den Kopf über ein neues Urteil zerbrechen, nachdem der Bundesgerichtshof ihr erstes kassiert hatte.

Die Einstellung eines Prozesses gegen Geldauflage, wie jetzt wohl in Düsseldorf, ist nicht Kennzeichen einer Bananenrepublik, sondern rechtlich abgesicherter Alltag vor deutschen Gerichten. Gleichwohl müssen sich die Bundesrichter mit ihrem großen Zweifel an dem Freispruch in der ersten Runde vorkommen, als habe man ihnen eine lange Nase gedreht. Vieles deutet darauf hin, daß Ackermann und die Bank auf ein schnelles Ende ohne Urteil drangen.

Seltsam, wie schnell die Staatsanwälte einlenkten

Aus eigener Tasche

So wahrte man für den Vorstoß nach Beginn des zweiten Verfahrens in Düsseldorf nur die kürzestmögliche Schamfrist. Ursprünglich war eine solche Auflösung des gordischen Knotens nämlich erst für das kommende Frühjahr erwartet worden. Um so seltsamer mutet an, wie schnell die Staatsanwälte einlenkten. Dies ändert nichts an der Tatsache, daß das Mannesmann-Verfahren schon mit der Anklageerhebung sein Profil verändert hatte. Aus dem Fall des Vorstandsvorsitzenden Esser, dessen Abgang nach der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone millionenfach versüßt worden war, wurde immer mehr ein Fall Ackermann.

Mehr noch: Durch eigene Ungeschicklichkeiten - Stichwort: Victory-Zeichen - lenkte Ackermann zusätzliche Pfeile auf sich. Diese Akzentverschiebung ließ die wichtigste Bank Deutschlands nicht unberührt. Spekulationen über mögliche Nachfolger keimten auf und untergruben Ackermanns Stellung. Die Frage nach den Grenzen der Prämiengewährung für Manager dürfte aller Voraussicht nach in diesem Prozeß unbeantwortet bleiben. Die Manager selbst haben gleichwohl reagiert: Sie lassen sich die Abgangsentschädigungen schon in ihre Anstellungsverträge schreiben.

Text: F.A.Z., 25.11.2006  

25.11.06 10:03

12570 Postings, 6132 Tage EichiEs ist rechtskonform

was da geschieht.

Geldstrafen (und dazu noch in dieser enormen Höhe) sind durchaus adäquat. Ferner gehe ich von kurzen Freiheitsstrafen auf Bewährung aus.

Die Parteien einigen sich und verzichten auf Rechtsmittel.  

25.11.06 10:12

26159 Postings, 6045 Tage AbsoluterNeulingEichi

25.11.06 10:29
1

12570 Postings, 6132 Tage EichiHabe bereits

heute Nacht meditiert (da geht's automatisch).

Seltsamerweise mußte ich im Traum desöfteren urinieren. Das bedeutet: "Erleichterung einer Lage."

Ähnlich wie im o. g. Prozess.  
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25.11.06 10:31

26159 Postings, 6045 Tage AbsoluterNeulingDann geh das Bett beziehen oder...

...die Matratze verbrennen oder Windeln oder Betteinlagen kaufen.  

25.11.06 11:08

15416 Postings, 5777 Tage pfeifenlümmelBananen sind doch so beköömlich,

Affen fressen sie doch gern.  

25.11.06 11:15

8485 Postings, 5088 Tage StöffenMoin zusammen, o. T.

Gruß + Stöffen  
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25.11.06 11:47
2

12104 Postings, 6760 Tage bernsteindeutsche rechtssprechung

diese mistböcke die genug kohle haben können sich freikaufen um dann wieder
als saubermänner dazustehen und ein popliger trainer wie der sander von
cottbus,der es wagt die wahrheit zu äußern,bekommt ein verfahren an den hals.
bananenrepublik ist ja fast noch geprahlt.  

25.11.06 11:51

129861 Postings, 6155 Tage kiiwii...die waren auch Banane...

DER SPIEGEL 48/2006 - 25. November 2006
URL: http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,450664,00.html

DDR-GEHEIMDIENST
Stasi bespitzelte jahrelang Horst Köhler

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR hat den heutigen Bundespräsidenten Horst Köhler jahrelang bespitzelt. Dies bestätigte die Birthler-Behörde dem SPIEGEL. Was in Köhlers Stasi-Akte steht, bleibt jedoch vorerst geheim.

In den Achtzigerjahren wurde der heutige Bundespräsidenten Horst Köhler (CDU) von der Stasi ausspioniert. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage des SPIEGEL bei der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes hervor. Ehemaligen Stasi-Mitarbeitern zufolge wurde Köhler jedoch nicht von der Hauptverwaltung Aufklärung, dem DDR-Auslandsgeheimdienst, sondern von der Wirtschaftsabteilung der Stasi ausgeforscht.

Bundespräsident Köhler: Über Jahre von Stasi beobachtet
DDP

Bundespräsident Köhler: Über Jahre von Stasi beobachtet
Die Überwachungen fanden nach Informationen des SPIEGEL statt, als Köhler Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums war. Der heute 63-Jährige arbeitete 1982 zunächst als Büroleiter des damaligen Bundesfinanzministers Gerhard Stoltenberg (CDU). Später leitete er die Grundsatzabteilung des Ministeriums, anschließend die Abteilung für Geld und Kredit - bevor er als Staatssekretär unter anderem an den Verhandlungen über die Wirtschaftsund Währungsunion mit der DDR beteiligt war.

Die Birthler-Behörde verweigert die Herausgabe der Köhler-Akten mit der Begründung, dass personenbezogene Informationen über Amtsträger und Personen der Zeitgeschichte nur zur Verfügung gestellt werden dürften, wenn dadurch keine "schutzwürdigen Interessen" der betroffenen Personen beeinträchtigt würden.

Der Bundespräsident, der der Birthler- Behörde im Februar einen offiziellen Besuch abstatten will, weiß seit einigen Wochen von seiner Bespitzelung und hat die Aufzeichnungen der Stasi über ihn auch bereits eingesehen. Laut einem Sprecher des Präsidialamts hätte Köhler persönlich nichts gegen die Veröffentlichung der Akten einzuwenden.



MfG
kiiwii  

25.11.06 12:24

13393 Postings, 6142 Tage danjelshakejo... gab und gibt schon ziemlich viele deppen bei

euch...
und einen tollen staatsschutz. man hätte nach der wende den bnd auflösen und die stasi weiterführen sollen. *fg*

mfg ds


 

25.11.06 12:33

26159 Postings, 6045 Tage AbsoluterNeulingAckermann rettet seinen Job

SPIEGEL ONLINE - 24. November 2006, 20:00
URL: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,450623,00.html

MANNESMANN-PROZESS
Ackermann rettet seinen Job

Von Tim Höfinghoff und Anne Seith

5,8 Millionen Euro sollen Josef Ackermann und seine Mitangeklagten bezahlen - dann kann der Mammut-Prozess gegen sie beendet werden, der Deutsche-Bank-Chef bleibt im Amt. Ein trickreiches Prozess-Ende. Trotzdem dürfte das Verfahren Folgen für die deutsche Unternehmenskultur haben.

Hamburg - 5,8 Millionen Euro zahlen die fünf Angeklagten - die beiden größten Posten übernehmen Klaus Esser und Josef Ackermann, und rein finanziell gesehen käme Esser gut weg. Rund 1,5 Millionen Euro will er zahlen für die Einstellung des peinlichen Verfahrens über die Unsummen, die Ex-Mannesmann-Manager bei der Übernahme durch Vodafone kassierten. Die 31 Millionen Euro, die er damals bekam, darf er offenbar behalten.

Finanziell sieht es für Josef Ackermann deutlich schlechter aus. Er war damals als Aufsichtsrat nur für die Genehmigung der Prämien und Pensionen zuständig und profitierte nicht davon. Er will 3,2 Millionen Euro für die Einstellung des Verfahrens zahlen.

Und trotzdem dürfte der Deutsche-Bank-Chef ziemlich erleichtert sein, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf dem Deal zugestimmt hat. Zwar müssen die Richter des Düsseldorfer Landgerichts die Vereinbarung am kommenden Mittwoch noch abnicken, aber Rechtsexperten zufolge ist das weitgehend Formsache. Für Ackermann bedeutet das: Er hat heute wohl seinen Job gerettet.

Denn immer wieder waren Stimmen auch aus seinem Kreditinstitut laut geworden, dass Ackermann bei einer Verurteilung nicht zu halten sei. Für den Fall eines Schuldspruchs hatte Ackermann schon seinen Rücktritt angekündigt. Wird das Verfahren jetzt aber eingestellt, ist er ohne Makel. Vor dem Antrag dürfte sich der Schweizer in der Bank die Versicherung geholt haben, dass er unter diesen Umständen bleiben kann.

Kein Wunder also, dass die Erleichterung bei vielen Aktionären groß ist. Nun könne Ackermann sich wieder voll seinem Job widmen, sagte Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz - "und den macht er gut, wenn man sich die Zahlen ansieht". Auch Rüdiger von Rosen, Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, sagte zu SPIEGEL ONLINE: "Für die Stimmung am Finanzmarkt ist es sicher eine gute Nachricht, dass sich die Beteiligten jetzt wieder auf ihre Arbeit konzentrieren können."

Trotzdem sei dieses Prozess-Ende "unbefriedigend", findet Harald Petersen, Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger (SdK). Denn letztlich kommen die Angeklagten davon, ohne dass die Schuldfrage geklärt ist. Und das, obwohl der Prozess Jahre dauerte und dramatische Höhhepunkte hatte.

In dem spektakulären Verfahren ging es immerhin um rund 60 Millionen Euro Prämien, die nach der Milliarden-Übernahme durch Vodafone 2000 an Ex-Mannesmann-Manager geflossen waren. Erst wurden Ackermann und seine Angeklagten nach einem monatelangen Sitzungsmarathon freigesprochen. Dann zwang der Bundesgerichtshof das Düsseldorfer Landgericht, das Verfahren von vorne aufzurollen: Die Begründung der Freisprüche sei fehlerhaft, die Beweiswürdigung voller Lücken. Bei den Angeklagten Ackermann, Joachim Funk und Klaus Zwickel sahen die Richter gar "den Tatbestand der Untreue verwirklicht".

Trotz dieser scheinbaren Steilvorlage lenkte die Staatsanwaltschaft heute ein. "Eine Niederlage für die Ankläger", sagt Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft an der Universität Hohenheim. Offenbar hätten die Richter signalisiert, dass ein Schuldspruch anders als zunächst gedacht nicht sicher sei. Da hätten die Ankläger "das Gesicht nicht verlieren wollen" und dem Deal zugestimmt. "Für künftige Unternehmensfusionen ist das dramatisch", sagt Burghof. Denn die Frage, wie man in Deutschland mit Prämien für Manager umgehen soll, bleibe offen. Nun würden Aufsichtsräte stets auf Nummer sicher gehen und die Belohnungs- oder Abschiedsgelder für ihre Manager von vorneherein vertraglich festsetzen. "Dabei soll das doch auch ein Anreiz sein - je besser die Arbeit, desto mehr", sagt Burghof. "Das ist jetzt unmöglich. Außerdem können sich Unternehmen bei einer Übernahme genau ausrechnen, was sie einem Manager der Zielfirma in etwa bieten müssen, damit er überläuft."

Ganz anders schätzt der Bankexperte Martin Gerke die Folgen des Verfahrens ein. "Es ist gut, wenn die Höhe einer Prämie von vorneherein feststeht." Das schaffe Berechenbarkeit: "Eine Summe, wie sie Herr Esser bekommen hat, würde sicherlich in keinen Vertrag geschrieben."

Umsonst sei das langwierige Mannesmann-Verfahren trotzdem nicht gewesen. Denn für deutsche Aufsichtsräte sei es "mehr als ein Warnschuss", dass der Prozess zustande kam und dann auch noch neu aufgerollt werden musste. "Das wird für eine andere Kultur in den Kontrollgremien führen, die ihre Verantwortung vernünftiger tragen müssen", sagt Gerke. Ähnlich sieht es SdK-Vorstand Petersen: "Der Bundesgerichtshof hat ungewöhnlich klare Vorgaben gemacht, die nun für die Zukunft gelten."

Die Aufsichtsräte seien "nicht Gutsherren, sondern Gutsverwalter", sagte seinerzeit BGH-Richter Klaus Tolksdorf und begründete damit seine Entscheidung zur Wiederaufnahme des Verfahrens. Solch klare Worte spreche das Gericht sonst selten, sagt Petersen. "Das hat schon Wirkung gezeigt. Man hört inzwischen immer wieder mal: Da sei Vorsicht geboten, sonst werde das ein neues Mannesmann geben."
 
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25.11.06 13:07

8485 Postings, 5088 Tage StöffenGedanken zu Konzernlenkern

"Das wird für eine andere Kultur in den Kontrollgremien führen, die ihre Verantwortung vernünftiger tragen müssen"

Die Aufsichtsräte seien "nicht Gutsherren, sondern Gutsverwalter"

Hört und liest sich wirklich gut. Ob und wieweit es jedoch zu den hier beschworenen positiven Folgen für die deutsche Unternehmenskultur kommt, möchte ich dahingestellt lassen.

Mir erscheint es so, dass die Konzern ? Lenker eine Interessengemeinschaft bilden, die so eng miteinander verflochten ist, deren Verbindungen mit der Politik so eng geknüpft sind, dass ihr Wunsch mehr oder weniger spontan zum Gesetz wird.

Sie sind wie zahlreiche, von einem Gehirn gesteuerte Körper, und dieses Gehirn denkt nur eines : >Profit, Profit, Profit.<

Und alles was sie zum Erreichen dieses Ziels tun müssen, ist, die Regeln und Gesetze, die einzelne Regierungen dem Markt auferlegen, auszuhebeln, zu beugen und/oder außer Kraft zu setzen.

Und dieses Vakuum reguliert sich dann letztendlich automatisch nach der Maßgabe ihrer Interessen.

Die zu zahlenden Summen lassen Ackermann, Esser & Co kalt.

Gruß + Stöffen

 

 

 

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