BUSH: Sein Charme kommt in Europa nicht an

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eröffnet am: 07.09.05 08:12 von: B Ghost Anzahl Beiträge: 3
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07.09.05 08:12

3379 Postings, 5730 Tage B GhostBUSH: Sein Charme kommt in Europa nicht an

SPIEGEL ONLINE - 07. September 2005, 06:09
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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,373418,00.html

Umfrage
 
Europäer lassen sich von Bush nicht betören

Auch nach einem halben Jahr hat die Charme-Offensive des US-Präsidenten George W. Bush in Europa noch nicht verfangen. Die meisten Europäer wollen laut einer neuen Umfrage sogar größere Distanz zu den USA.

AFPGeorge W. Bush: Sein Charme wirkt in Europa nicht
Berlin - Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit schlug US-Präsident Bush einen neuen, ungewohnten Ton gegenüber den Europäern an: Drei Mal reiste er seit seiner Inauguration im Januar in die Alte Welt, Außenministerin Condi Rice kam sogar noch öfter. Die Eiszeit der Beziehungen sollte vorbei sein, der diplomatische Ton endlich wärmer werden.

Doch die Europäer mögen Bush immer noch nicht. Die öffentliche Meinung über die Beziehungen zu den USA hat sich im vergangenen Jahr nicht verändert, fanden Forscher des German Marshall Fund in ihrer jährlichen Umfrage, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, heraus. Befragt wurden je rund tausend Personen in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien und Großbritannien.

72 Prozent der Europäer missbilligen demnach die Außenpolitik der Bush-Regierung. In Deutschland sind es sogar 83 Prozent. Allerdings lehnen nur 59 Prozent der Europäer die globale Führungsrolle der USA ab. Die Forscher schließen daraus, dass es kein US-feindliches Klima gibt.

"Es gibt keine Beweise für einen gestiegenen Anti-Amerikanismus", schreiben die Autoren. "Die Europäer unterscheiden weiterhin zwischen ihrer negativen Einstellung gegenüber Präsident Bush und ihrer Einschätzung der USA als einer führenden Nation auf der Welt."

Europa erwidert Gefühle der Amerikaner nicht

Während eine Mehrheit der Amerikaner (54 Prozent) eine engere Beziehung zu Europa wünscht, will eine Mehrheit der Europäer eine größere Unabhängigkeit von der Supermacht (55 Prozent).

Auf einer Thermometer-Skala von 1 bis 100 stufen die Europäer die Amerikaner bei durchschnittlich 50 ein. "Mäßig warm" wird das in der Studie genannt. Die Briten haben mit 62 die wärmsten Gefühle, die Spanier mit 42 Prozent die kühlsten. Deutschland liegt im Durchschnitt. Die Amerikaner hingegen haben deutlich wärmere Gefühle für die Europäer: der Durchschnitt liegt bei 67. Die Spanier sind mit 74 am beliebtesten, die Deutschen schneiden mit 68 im Mittelfeld ab.

"Allen Bemühungen zum Trotz bleiben unsere Wahrnehmungen voneinander und von der Welt unterschiedlich", kommentiert Craig Kennedy, der Präsident des German Marshall Funds.

In einer Sache allerdings ist man sich auf beiden Seiten des Atlantiks einig: dem Wunsch nach mehr Demokratie in der Welt. Mit 74 Prozent Zustimmung ist die Unterstützung bei den Europäern sogar stärker als bei den US-Amerikanern, die sich nur zu 51 Prozent dafür einsetzen. In dieser Frage stehen die Menschen in Europa den amerikanischen Republikanern (76 Prozent) näher als den Demokraten (43 Prozent). Allerdings will eine große Mehrheit auf beiden Seiten Demokratie nur mit zivilen Mitteln exportieren. Nur ein Drittel sieht auch Kriege als legitimes Mittel.

EU soll Supermacht werden

Angesichts der US-Vorherrschaft wünschen sich 70 Prozent der Europäer, die EU möge ebenfalls zu einer "Supermacht" aufsteigen - aber sie sind sich nicht einig, welche Art von Supermacht. Ein Viertel davon meint, die EU sollte sich auf ihre Wirtschaftskraft, die sogenannte "soft power", konzentrieren. Aber immerhin 35 Prozent wünschen sich auch mehr militärische Stärke.

60 Prozent der Europäer sind für einen europäischen Sitz im Sicherheitsrat. Die Franzosen sind sogar bereit, dafür auf ihr Privileg zu verzichten: Fast zwei Drittel würden ihren ständigen Sitz zu Gunsten der EU aufgeben. Ebenso viele Deutsche wären für einen europäischen Sitz statt des bisher angestrebten deutschen Sitzes zu begeistern. In Großbritannien nimmt die Begeisterung allerdings schon ab - dort möchte nur ein Drittel der Menschen, dass Premier Tony Blair sein Vetorecht im Rat aufgibt. Eine Mehrheit von 55 Prozent ist dagegen.
 

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07.09.05 08:39

3379 Postings, 5730 Tage B GhostKein Wunder

SPIEGEL ONLINE - 07. September 2005, 08:09
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http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,373467,00.html

Uno-Reform
 
USA machen neue Vorschläge zur Entwicklungshilfe

Eine Woche vor dem Uno-Gipfel zur Reform der Weltorganisation haben die USA neue Vorschläge zur Entwicklungspolitik vorgelegt. Doch die Bush-Regierung weigert sich weiterhin, mindestens 0,7 Prozent des Sozialprodukts für Projekte in Entwicklungsländern auszugeben.

New York - Die von US-Botschafter John Bolton vorgelegten Vorschläge kommen der Forderung von Entwicklungsländern entgegen, konkrete Ziele für die Überwindung der Armut festzulegen. Bolton erklärte, dass die USA die Forderung zwar weiter ablehnten, mindestens 0,7 Prozent des Sozialprodukts für Projekte in Entwicklungsländern auszugeben.

Der Kompromissvorschlag nennt das 0,7-Prozent-Ziel jetzt aber als Teil eines Zeitplans von reichen Ländern, um die ehrgeizigen Vorhaben des Millenniumsgipfels der Vereinten Nationen vom September 2000 zu verwirklichen.

Mehrere Entwicklungsländer haben ihre Zustimmung zu Reformplänen der Vereinten Nationen davon abhängig gemacht, dass die Abschlusserklärung konkrete Ziele für den Kampf gegen die Armut enthält. Zu den geplanten Reformen gehört unter anderem die Bildung eines Rates für Menschenrechte an Stelle der umstrittenen Menschenrechtskommission.

Als Vertreter der EU bei den Verhandlungen über die Gipfel-Erklärung begrüßte der britische Uno-Botschafter Emyr Jones Parry die Vorschläge der USA. "Ich denke, das wird äußerst hilfreich sein", sagte der Diplomat. Die Unterhändler einer Kerngruppe von 32 Uno-Staaten setzten am Dienstag ihre Beratungen über das Dokument fort. Grundlage ist ein Entwurf von 45 Seiten, den der Präsident der Generalversammlung, Jean Ping, auf der Grundlage der bisherigen Beratungen erstellt hat.

In der Erklärung sollen die Grundlagen für den geplanten Rat für Menschenrechte festgelegt werden. Außerdem soll die Gipfelerklärung neue Verpflichtungen im Kampf gegen die Armut enthalten und auf so unterschiedliche Fragen eingehen wie die Bedrohung durch den Terrorismus, Abrüstung, Völkermord und die Reform der Uno-Verwaltung. Zu dem Gipfel werden vom 14. bis 16. September die Staats- und Regierungschefs von 175 Ländern erwartet.

Edith Lederer, AP

 

07.09.05 08:42
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4112 Postings, 7395 Tage Rexiniwie man in den wald ruft...

... so schallt es zurück.      normal oder?  

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