BP und Dea auf der Kippe

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Tankstellen
BP und Dea auf der Kippe

05. März 2003 Die Autofahrer in Deutschland müssen sich an eine neue Tankstellen-Farbenlehre gewöhnen. Das Ende der ?grünen Marke? BP zum Jahresende steht schon länger fest und nun wackelt auch die ?rote? Tankstellen-Kette Dea. Bei Shell, die Dea übernommen hat, rauchen die Köpfe.

Es mehren sich die Anzeichen, dass eine Strategie-Wende bevorsteht. Bislang wollte Shell in Deutschland zwei Marken mit jeweils eigenem Marktauftritt parallel betreiben, um einen möglichst großen Marktanteil abzuschöpfen. Nach dem Verkauf von mehr als 600 Stationen könnte es aber vernünftiger sein, die Dea-Tankstellen auf Shell umzurüsten, um Marketing-Aufwand und Doppelarbeit zu sparen. ?Noch ist nichts entschieden?, beteuerte ein Shell-Sprecher.

Der Wettbewerb wird intensiver

Falls die Shell-Manager sich für das Ende der Dea entscheiden, stehen sich Aral und Shell als die beiden mit Abstand größten Tankstellenmarken in Deutschland gegenüber. Die beiden Giganten im Markt werden jeweils rund 3.000 Stationen betreiben und Marktanteile von 20 bis 23 Prozent beherrschen, also zusammen fast die Hälfte des deutschen Benzinmarktes. ?Der Wettbewerb wird trotzdem intensiver?, sagt Ulrich Winkler von Aral/BP. ?Und das hat das Kartellamt ja auch gewollt.? Die Wettbewerbsbehörde hatte durchgesetzt, dass die fusionierten Unternehmen Aral/BP und Shell/Dea sich von Marktanteilen trennen mussten.

Im Osten Deutschlands rüstet TotalFinaElf zudem seine Elf- Tankstellen nach und nach auf die künftige einheitliche Konzernmarke Total um. In Zukunft stehen den beiden Platzhirschen Aral und Shell damit drei Unternehmen mit einem gemeinsamen Marktanteil von 25 bis 30 Prozent gegenüber, gleichsam die zweite Reihe: ExxonMobil als größte der kleineren Tankstellenketten mit rund 1300 Esso-Stationen und elf Prozent Marktanteil, Total und Conoco mit der Marke Jet.

Neue Wettbewerber

Zu diesen bekannten Marken treten neue Wettbewerber, deren Verhalten auf dem deutschen Markt noch nicht kalkulierbar ist. Im Norden und Osten Deutschlands, bis hin nach Nordrhein-Westfalen, wird sich der polnische Anbieter PKN Orlen mit knapp 500 Stationen auf dem Markt etablieren. Die Polen wollen nach ihren bisherigen Äußerungen nicht als Billig-Anbieter antreten. In einem Interview mit dem Energie-Informationsdienst EID hat Geschäftsführer Jean-Jacques Verschueren eine Doppelstrategie seines Unternehmens angedeutet: Die großen Stationen mit dem Orlen-Logo werden genauso teuer wie Shell, Aral und Esso, die kleineren Tankstellen an schlechteren Standorten etwas billiger.

Im Süden der Republik hat sich die österreichische OMV eine sehr günstige Marktposition verschafft, die ihren Markt in Zentral- und Osteuropa sieht. Die OMV hat ihr Netz in dem von ihr definierten Markt entlang der Donau mittlerweile auf mehr als 1600 Stationen ausgebaut und wird regional im Wettbewerb kräftig mitmischen. Die Branche erwartet, dass auch die großen Wettbewerber Aral und Shell sich nichts schenken. Mit ihren größeren Marktanteilen haben sie sich Vorteile beim Einkauf verschafft, die zumindest zum Teil beim Kunden landen werden. Und schließlich gibt es auf dem überbesetzten deutschen Markt auch noch tausende von freien und mittelständischen Tankstellen.

dpa
Bildmaterial: dpa
 

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