Auto-Image: Der Unterschied von Sein und Schein

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eröffnet am: 27.11.04 11:50 von: chrismitz Anzahl Beiträge: 5
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27.11.04 11:50
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16429 Postings, 6879 Tage chrismitzAuto-Image: Der Unterschied von Sein und Schein

(Teil I)
Das Beispiel Opel: Kundenzufriedenheit. Verkehrte Welt? Da ist das Image von Opel im Keller. Die deutsche Tochter des weltweit größten Automobilherstellers General Motors leidet nach Ansicht von Ferdinand Dudenhöfer, Fachhochschulprofessor für Autombilwirtschaft in Gelsenkirchen, unter dem Image »langweiliges Design, Billigprodukt, schlechte Pannenstatistik«. Und Gregor von Opel, Ururgroßenkel des Firmengründers Adam Opel meint, dass die aufgetretenen Qualitätsprobleme vor zehn Jahren als direkte Folge des rigiden Sparkurses durch den Kostenkiller Lopez vor zehn Jahren das Image nachhaltig beschädigt hätten. »Man hat auf billige Massenwaren gesetzt und den Chic vergessen«, meint der einzige Sproß der Familie, der noch mit Opel-Autos Geld verdient. Jetzt die dramatische Schieflage mit Schließungs- und Sanierungsplänen.
   

Aber die Kunden von Astra, Vectra und Signum sind von ihren Autos höchst angetan und geben ihnen auf der letzt gemessenen Zufriedenheitsskala aus dem Frühjahr 2004 mit satten 79 Prozent Bestnoten. Die Steigerung von 3,8 % ist selbst für Insider beachtlich. Aber wie kann in der öffentlichen Wahrnehmung etwas mies sein, wenn die Käufer, die es eigentlich wissen müssten, begeistert sind?

   

Wie sich Widersprüche auflösen

Für den Marketingexperten Jochen Pläcking ist dies überhaupt kein Widerspruch. Denn beide Werte spiegeln, so der Kenner der Automobilbranche, "zwei unterschiedliche Einschätzungen verschiedener Gruppen jeweils aus ihrem persönlichen Blickwinkel wider". Da ist einmal die öffentliche und "ver-öffentlichte" Meinung. Nicht zu unterschätzen sei das Gerede am Stammtisch oder die Straßenbefragung von Passanten. Dagegen stehen aber die persönlichen Erfahrungen der Käufer mit ihrem Produkt. Das sind authentische Aussagen. "Im Falle von Opel sind sie nicht enttäuscht worden. Ihre Erwartungen haben sich erfüllt."
Das damalige Bekenntnis des Autoherstellers "Wir haben verstanden" als Eingeständnis der Qualitätsmängel sei bei den Kunden angekommen, die gelobte Besserung akzeptiert. Nun könne im nächsten Schritt mit dem Motto "Frisches Denken" das Image wieder verbessert und der Verkauf der neuen Modelle beflügelt werden. Lange kann Opel jetzt nicht mehr warten, wenn heute die alten Kunden wegbleiben und die neuen noch nicht in ausreichender Zahl da sind. Da blutet die Firma finanziell und die Marke imagemäßig aus.
   

Keine Rennen gewinnen, aber sportliches Image haben

Das Beispiel Porsche: Motorsport. Eine ähnlich Wahrnehmungsdifferenz für das Image einer Automarke haben Marktforscher in den letzten Monaten auch für die Ikone der Sportwagenbauer, Porsche, herausgefunden. Seitdem die Stuttgarter übermaßen erfolgreich den Geländewagen Cayenne verkaufen, gelten sie bei ihren Kunden als weniger sportlich, obwohl weiterhin die reinen Sportwagen, der neue 911 und der ebenfalls aufgefrischte Boxster, bestens abgesetzt werden.
   

Gänzlich unverständlich muss es Außenstehenden erscheinen, dass Porsche nach wie vor ein hohes sportliches Image besitzt, ohne als Werksteam im internationalen Motorsport präsent zu sein, ohne Podestplätze einzufahren. Für den erfahrenen Werber aber passt auch dieses Paradox. "Ein Image reift langsam, braucht viele Jahre", doziert der Hobbyrennfahrer historischer Sportwagen. Soll das Ansehen einer Marke wachsen, dann gehören auch die Dramen von Sieg und Niederlage im Rennsport dazu. Sie stilisieren sich im Laufe der Jahre zu Mythen.

Das Beispiel Mercedes: Wertewandel. Der nur in einer Auflage von knapp 1200 Stück gebaute 300 SL-Flügeltürer oder die Formel-1-Silberpfeile sind solche in Alublech gehämmerten Legenden. Auch der legendäre fünffache Formel-1-Weltmeister Manuel Fangio, den Mercedes für sich vereinnahmte, obwohl der Argentinier nur 1954 und 55 für die Marke fuhr und mehr die italienischen Marken wie Maserati und Alfa Romeo bevorzugte.
   

Es mag zur Chronik und zu glorreichen Geschichte einer Automarke gehören, über die Championate von anno dunnemals zu erzählen und die Heroen von damals nicht sterben zu lassen. Moderne Kommunikationstechnik und die Lehre vom Marketing aber versuchen mit wissenschaftlichen Kriterien das Geheimnis von Erfolg und legendärem Ruf der Autofirmen in der öffentlichen Wahrnehmung zu erfassen - und auch zu steuern. Denn in dem Maße, wie die Produktion von Automobilen rationalisiert und beschleunigt wird, wachsen die Marketingabteilungen, die den "guten Ruf" einer Firma festigen oder ausbauen wollen.

Produkte werden zu Botschaften

   

Wenn sich die Fahrzeuge aufgrund technischer Gegebenheiten und gesetzlicher Notwendigkeiten immer mehr angleichen, wird der Autokauf, wie der verantwortliche Vertriebsvorstand von Mercedes, Joachim Schmidt weiß, "immer stärker nicht allein von rationalen Entscheidungen getroffen, sondern auch im weitesten Sinne von emotionalen Werten". Da werden nach Erkenntnissen der Psychologin Helene Karmasin vom Institut für Motivforschung an der Universität Wien "Produkte zu Botschaften".

   

Eingezwängt zwischen beiden gesellschaftlichen Werten Disziplin, etwa zu arbeiten, um Geld zu verdienen, und sozialer Korrektheit, um nicht mit den Gesetzen und Erwartungen in Konflikt zu geraten, hat der Einzelne einen dritten Wert für sich entdeckt: den Hedonismus. Ich belohne mich, tue mir etwas Gutes, streife meine Zwänge ab. Menschen wollen sich stärker herausheben, sich unterscheiden. Diese stärkere Ich-Orientierung braucht auch ein Publikum, will öffentlich zeigen, dass ich mir nicht nur einen Mercedes leisten, sondern auch mit den Werten, die diese Marke repräsentiert, identifiziere.

   

Also »basteln« die Automobilfirmen auch an ihrem Image, geben viel Geld dafür aus. Image ist machbar. Seit die Imageprofile deutscher Konzerne 1987 erstmals erhoben wurden, wanderte ein durchschnittliches Unternehmen in der Rangliste um bescheidene acht Plätze nach oben oder unten. Das Beharrungsvermögen ist noch größer, wenn Firmen ein sehr gutes oder sehr schlechtes Ansehen haben. Hartnäckig halten sich diese Urteile. Sie zu bewahren oder zu ändern ist Aufgabe der Spezialisten. Dafür sind die Spin Doctors zuständig, jene schlauen Köpfe, die bei Kunden und in der Öffentlichkeit nachforschen, was sie mit der Marke verbinden.

So kann man Kriterien etwa Bekanntheit im allgemeinen Bewußtsein, Markeneigenschaften wie Sympathie, und Erwartungshaltungen auf Produkt und Aussehen abfragen. Von Interviewern werden Eigenschaften wie Qualität, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Wiederverkaufswert der Produkte aufgenommen. Dann kann es passieren, dass, wie es das Institut Interbrand getan hat, am Ende für Mercedes-Benz ein Markenwert von 230 Milliarden Euro ermittelt wird.

   

Ob fiktiv oder real, bei all solchen Zahlenspielen ist es Mercedes-Vorstand Schmidt wichtiger, das Image selbst zu bestimmen und die eigenen Profilwerte zu schärfen, für die die älteste Automobilfabrik der Welt steht und als solche gesehen werden will. Mit den drei Eigenschaften Qualität, Innovation und Faszination soll die Marke mit dem Stern beschrieben werden. "Dabei ist Qualität mehr als die Werthaltigkeit der Produkte", erläutert der Vertriebschef. "Sie muss sich auch in der Kundenbetreuung, den Materialien, in all den Grundwerten, für die Mercedes-Benz steht, subsumieren". Unter Innovation fallen technische Highlights wie die Fahrsicherheitszelle, ABS und ESP, von denen das Unternehmen will, dass diese Sicherheitstechnik als ein Puzzlestein im positiven Image des Unternehmen wahrgenommen und akzeptiert wird. Die kompletten Fahrzeuge oder Engagements in Motorsport und Kultur-Sponsoring fallen unter den Begriff Faszination einer Marke nach dem Motto: "Ja, das gefällt mir, finde ich toll".

 

27.11.04 11:59

16429 Postings, 6879 Tage chrismitzAuto-Image:Wer mit dem Elch tanzt, gewinnt

Auto-Image (II):Wer mit dem Elch tanzt, gewinnt Sympathie

Den Wertewandel innerhalb der Gesellschaft muss auch eine Marke nachvollziehen, um mit ihrem Image up-to-date zu sein. Früher wurde Mercedes mit der Tugend "Disziplin" identifiziert. »Nahezu 75 Prozent der Befragten verbanden diesen Begriff mit Mercedes", erinnert sich Pläcking. CLK, der SLK, die A-und der M-Klasse sowie das "Vieraugengesicht" der vier Frontscheinwerfer der E-Klasse sind jetzt die Ergebnisse dieses Wertewandels. Lifestyle und Lebenslust, Sportlichkeit und Avantgarde haben die alten Werte zurückgedrängt. Diese Neuorientierung eines sich ändernden Image wird noch weiter vorangetrieben und findet in Nischenmodellen wie CLS, Sporttourer und B-Klasse ihren Niederschlag.

   

Wenn sich die großen Firmen derartigen Zielen verschreiben und sie als Philosophien nach innen für die Mitarbeiter und nach außen für Publikum und Kunden "verkaufen", dann können Wunsch und Urteil schnell auseinanderklaffen. Denn je höher die Erwartungen an ein Produkt einer Marke mit einem bestimmten Image, "umso gnadenloser straft der Kunde dies ab, wenn das Versprechen, welches der Käufer mit eben dieser Marke verbindet, nicht erfüllt wird", weiß Päcking.

   

Wird ein Image über Nacht zerstört?

Gerade die elektronisch hochgerüsteten Fabrikate der Nobelmarken müssen sich diesem Druck aussetzen und sind "schnell unten durch", wenn etwas immer komplexer werden Elektronik zu sich häufenden Störungen führt. Hier hilft nach Meinung des Imageberaters nur "größtmögliche Offenheit", ein Vertuschen der Fehler "führt unweigerlich in die Katastrophe und kann über Nacht ein Image zerstören".

So ist nach übereinstimmender Überzeugung von Marketingexperten das Elch-Desaster der A-Klasse deswegen positiv für Mercedes ausgegangen, "weil wir es ernst genommen, die Produktion gestoppt und den Fehler beseitigt haben", wie Schmidt betont. Ex-Mercedesmann Pläcking fügt hinzu: "In der Öffentlichkeit ist es auch deswegen mit verständnisvoller Sympathie aufgenommen worden, weil mit einem Mal die perfekte Firma einen Fehler eingestehen mußte." Der perfekte Streber, der immer nur Einser geschrieben hat, ist auch fehlhaft. Ein Indiz dafür, wie der grinsende Elch schließlich zum Sympathieträger für eingestandene und behobene Fehler wurde, zeigt der Verkaufs des Plüschtieres in den Mercedes-Niederlassungen oder jüngst die Anzeigenaktion des Siemenskonzerns, die auf einen möglichen Fehler bei einem Handymodell mit einem Elchgesicht aufmerksam machte.

   

Ist der gute Ruf erst mal ruiniert, lebt es sich...?

So kann sich zwar leicht ein gutes Image schnell durch negative Ereignisse verschlechtern, doch erstaunlich ist, wie schnell sich starke Firmen ihren alten guten Ruf wieder zurückerobern. Neben dem Elchdesaster hatte auch Daimler-Benz mit der gescheiterten Vision seines damaligen Vorstandsvorsitzenden Edzard Reuter 1994 den freien Fall von Platz 1 der Imageliste auf Platz 26 durchlitten. Heute belegt Mercedes bei den Imageprofile wieder Platz 2. Auch VW musste im Jahr der Lopez-Affäre (ebenfalls vor zehn Jahren) Federn lassen und stürzte von Platz 5 auf Position 67. Zwei Jahre später schwammen die Wolfsburger mit Rang 9 wieder obenauf.
Das Beispiel BMW: Design. Jeder Automobilhersteller versucht sich von den anderen zu unterscheiden. So ist das Credo von Mercedes anders als das von BMW. "Aus Freude am Fahren" signalisiert bereits die Dynamik der Fahrzeuge und die aktive Rolle der Fahrer, wenn sie in einen BMW steigen. Motoren- und Fahrwerkstechnik stehen stärker im Vordergrund als gefälliges Design. Wenn dies auch polarisiert, so ist die innovative Technik bei der Firma mit dem Flugzeugpropeller im Logo unbestritten. Mercedes grenzt sich von BMW stark ab. Wie zwei unterschiedliche Glaubensbekenntnisse von katholisch und evangelisch, so haben die Marktforscher herausgefunden, schwören ihre Kunden auf eine der beiden Marken, ohne sie zu wechseln.

   

Das Beispiel Harley-Davidson: Tradition. Das stärkste, nahezu ein fundamentalistisches Glaubensbekenntnis liefern die Fans der Motorradmarke Harley-Davidson ab, die von ihren bulligen Zweizylindern aus Milwaukee nahezu verächtlich auf die "japanischen Yoghurtbecher" herabblicken – ähnlich wie ein "gußeiserner Porschefahrer auf die weichgespülten Sportwagen von Toyota oder Nissan. Die geringe Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. Die Biker von Honda, Suzuki oder Yamaha spötteln über die »Füße-vorn-Fahrer«. Im Gegensatz zu ihnen, die die Motorradstiefel auf die nach hinten gelegten Fußrasten abstützen, hätten die Altherren-Rocker-Darsteller Angst vor schnellen Kurven und Schräglagen.

   

Was Wahres muss dran sein, denn die bekannteste Motorradmarke der Welt hat sich mit der Marke Buel eine sportliche Tochter zugelegt, um nicht am Easy-Rider-Image kleben zu bleiben. Aber "da konvertiert keiner", meint Pläcking. Weder von einer Harley zu einer Kawasaki, noch vom Elfer zum Nissan Z 300 oder von BMW zu Mercedes.

Warum BMW einen Designsprung machen musste

   

Das Beispiel Audi: Hightech. Mit "Vorsprung durch Technik" greift Audi den bayerischen Nachbarn BMW an. Der Aufsteiger aus Ingolstadt der Autohersteller, macht mit seinem "versöhnlichen Design", mit moderner, aber zurückhaltender Formensprache und sportlicher Performance in der Premiumklasse BMW mehr zu schaffen als Mercedes. So hatte BMW, nach Ansicht des Marketingexperten "überhaupt keine Wahl", als mit den von Chris Bangle neu gestalteten Modellen von Einser, Fünfer, Sechser und Siebener in die Offensive zu gehen. Mit betont modernem und kontroversen Design mußte mit der Tradition gebrochen werden, um sich innerhalb der Liga der Champions zu behaupten. "Ein evolutionäres Design hätte da nicht mehr geholfen."

   

Für das Image von Audi sind technologische Wegmarken wie die erfolgreiche Einführung der Allradtechnologie und des Aluminiumbaus, sind die direkteinspritzenden Dieselmotoren sowie ein stufenlosen Automatik- und das Doppelkupplungsgetriebe Beweise, um den Werbeslogan »Vorsprung durch Technik« als Versprechen glaubhaft einzulösen. Mit diesen Innovationen ging das Konzept der »Imageberater« auf, aus der eher bläßlichen und profillosen Marke Audi aus den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine technologische Premiummarke zu formen. Audi hatte seinen USP geschaffen, wie die Analysten sagen. USP ist die einzigartige, die unique Verkaufsposition (Selling Position), ein Ausgangspunkt, den die Konkurrenz nicht besetzt hat.

Dies ging nicht von heute auf morgen. Und dieser langwierige Prozess wurde von intelligent-pfiffiger Werbung unterstützt. Einer der Highlites war zum Beispiel die Fahrt eines Quattro eine schneebedeckte Skisprungschanze hinauf, während der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl im allradgetriebenen Urquattro von Sieg zu Sieg eilte. Quasi Stein für Stein wurde so das jetzige Imagegebäude für Audi errichtet, jetzt technisch höchst anspruchsvolle, höherwertige Autos der Premiumklasse zu bauen.

Einmal ein solche geändertes Image erreicht zu haben, muss kontinuierlich an dem Bild der Marke gefeilt werden. Neben den weiter entwickelten Produkten bestimmen auch Aktionen wie das Sponsern von klassischen Musikfestivals oder die Unterstützung des Deutschen Skiverbandes das Image von Audi.
 

27.11.04 12:07

16429 Postings, 6879 Tage chrismitzAuto-Image Folge III: Das Beispiel VW

Auto-Image Folge III: Das Beispiel VW und der neue Golf

Generation Golf. Zum Image einer Firma gehört besonders die Beständigkeit und Zuverlässigkeit sowie ihr Wiedererkennungswert. Dass die Evolution einer erfolgreichen Form nicht unendlich lang weiter getrieben werden kann, muss der neue Golf erleben. In der fünften Generation schwächelt er. Von der "Generation Golf" hatten die Werber bereits in ihrer 2000er Kampagne gesprochen. Wie der Astra auch nicht mehr Kadett heißen kann, so beginne sich das Erfolgskonzept von 1974 abzunutzen, meinen Marketingexperten.

   

Mit dem Golf verbinden sich nach Ansicht des Leiters für Marketing bei Volkswagen, Jörn Hinrichs, "rationale Werte wie Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und moderne Technik mit den emotionalen eines treuen Freundes". Gleichzeitig ist der Golf ein "klassenloses Auto, das Junge wie Alte, Reiche wie Arme fahren". Ja, der Golf selber habe eine automobile Klasse, die Golfklasse, begründet.

   

Das Rudel der "Gölfe" bildet Hierarchien aus

Gerade das nicht eindeutig einer gesellschaftlichen Gruppe zuordnungsbare Image des Golf hat aber in Zeichen von Hedonismus und Selbstdartellung Patina angelegt. Was die überaus lebendige VW-Szene der Tuner, Bastler und Schrauber vorlebt, hat das Marketing in Wolfsburg auch erkannt: "Das Rudel der Gölfe" muss sich neu sortieren, Hierachien herausbilden, Unverwechselbarkeiten formen. So kündigt Hinrichs an, dass eine Vielzahl an Golfderivaten auf den Markt kommt, die alle mit dem Thema Golf und seine Ableger spielen. Hochdach-, Kombi- und Cabrioversion, Motorenvielfalt - von rational sparsam bis emotional turbogeladen. So lebt die Marke VW von den Modellen und ihrer Ausstrahlung. Auch wird die Legende GTI wiederbelebt. Denn das Image des alten GTI aus den späten Siebziger Jahren war gleichzusetzen mit Lebensfreude, Leistung, mit Jungsein und Wildsein. Der neue GTI soll diese Emotionen ins dritte Jahrtausend transportieren.

   

Gerade das nicht eindeutig einer gesellschaftlichen Gruppe zuordnungsbare Image des Golf hat aber in Zeichen von Hedonismus und Selbstdartellung Patina angelegt. Was die überaus lebendige VW-Szene der Tuner, Bastler und Schrauber vorlebt, hat das Marketing in Wolfsburg auch erkannt: "Das Rudel der Gölfe" muss sich neu sortieren, Hierachien herausbilden, Unverwechselbarkeiten formen. So kündigt Hinrichs an, dass eine Vielzahl an Golfderivaten auf den Markt kommt, die alle mit dem Thema Golf und seine Ableger spielen. Hochdach-, Kombi- und Cabrioversion, Motorenvielfalt - von rational sparsam bis emotional turbogeladen. So lebt die Marke VW von den Modellen und ihrer Ausstrahlung. Auch wird die Legende GTI wiederbelebt. Denn das Image des alten GTI aus den späten Siebziger Jahren war gleichzusetzen mit Lebensfreude, Leistung, mit Jungsein und Wildsein. Der neue GTI soll diese Emotionen ins dritte Jahrtausend transportieren.

   

Volkswagen ist nach Mercedes die bekannteste Automarke. Und der Golf steht für VW. Wenn er hüstelt, haben die anderen Marken einen grippalen Effekt. Die Ausstrahlungskraft des Golf auf die weit gespreizte VW-Produktfamilie mit Lupo, Polo, Passat, New Beetle, Touran, Touareg und Phaeton ist so beherrschend, dass, wie Kritiker meinen, die Luxuslimousine Phaeton im Preissegment der Mercedes S-Klasse und des BMW-Siebener immer den Stallgeruch von Volkswagen und Golf mit sich tragen wird. Zumal Spötter seine Form als aufgeblasenen Passat ablästern. So passt es nicht, auf jeden Fall noch nicht, zum Image von Volkswagen sich in der gehobenen Luxusklasse zu tummeln. Das kann sogar ein gutes Image schwächen, sagen die Spin doctors.

Wenn Plattformstrategien den Markenkern verwässern

Durch gefährliche Überschneidungen und nicht ausreichende Differenzierungen lassen sich Markenprofile leicht verwässern. Die Plattformstrategie hat bei VW neben all ihren Vorteilen bei Technik und Kosten aber auch den Nachteil, das Einzigartige eines Automodells zu vernebeln. Wenn die Autos von Skoda die billigeren VWs sind und sich nur minimal unterscheiden, ist der Erfolg der tschechischen Traditionsmarke vorprogrammiert. Ähnlich wie die kleinen Jaguars darunter leiden, auf der Plattform des Allerweltsautos Mondeo von Ford zu stehen und sich viele, auch von den Sinnen des Fahrers und der Passagiere wahrnehmbaren Bauteile, teilen zu müssen. Weniger darüber reden und Gleichteile aus dem Blickfeld entfernen, ist die erfolgreichere Strategie. Dies hat BMW schon vor vielen Jahren mit dem Vorvorgänger des Siebener auf Basis des Fünfer exerziert und damals die Imagewerte für BMW und den neu auf den Markt gekommenen Siebener deutlich erhöht.

   

Das Beispiel die Besitzer. Für das Image einer Marke, da sind sich alle Beobachter einig, wird das Design immer wichtiger. Ob nun mit dreißig oder mehr Prozentanteilen gewichtet, ohne ausdruckstarkes und unverwechselbares Design wird es schwer, den vielen konkurrierenden Automarken ein starkes Image zu schneidern. Gleichzeitig dokumentieren wiederkehrende Formelemente bei Kühler, Scheinwerfer, Karosserielinien, die Zugehörigkeit zur Familie der Marke. Der schwedische Autobauer Volvo, seit gut zehn Jahren nicht mehr selbständig und nun in Fordhänden, ist ein derartiges Beispiel. Früher als schnellster Traktor bekrittelt, aber mit dem Image von Solidität und Sicherheit behaftet, hat er mit neu gefundener Formensprache Sportlichkeit und einen Schuß Dynamik ins Image gebracht. Die PS-starken Turbomotoren und ein, zum ersten Mal in der Firmengeschichte zu bauender Achtzylindermotor unterstreichen den Anspruch, in der automobilen Oberklasse mitzureden.

   

Das Auto ist und bleibt der teuerste Konsumartikel

In dieser, aber auch in den unteren Fahrzeugklassen, ist nach wie vor der Kauf eines Autos die teuerste Investition in einen Konsumartikel. Wer sich für eine bestimme Marke entscheidet, will etwas markieren. Der Stammtisch hat seine Meinung über die Marke. Der Besitzer entdeckt die Leidenschaft für sein Modell. Mit ihm wird er gesehen, gemustert und eingeordnet.

   

So transportieren die Produkte einer Marke auch immer eine Bedeutung. Dieses Image einer Marke und auch Modells schlagen auf seinen Benutzer durch, geben ihm und der Umwelt Orientierung. Der Fahrer umgibt sich mit diesen Insignien eines bestimmten Images. Da kommen mythische, tief im Unterbewußtsein des Menschen liegende Rituale auf, die an Opferrituale erinnern, bei denen die bewunderten Fähigkeiten der Beute und des Beutemachens auf den Fahrer übergehen. Daher umgeben wir uns besonders beim Auto mit Marken, deren Image ein Teil unseres Selbst sein soll. (Ende)
   
   

27.11.04 12:09

14308 Postings, 6170 Tage WALDYWaldy's Senf:



"Aber die Kunden von Astra, Vectra und Signum sind von ihren Autos höchst angetan und geben ihnen auf der letzt gemessenen Zufriedenheitsskala aus dem Frühjahr 2004 mit satten 79 Prozent Bestnoten. Die Steigerung von 3,8 % ist selbst für Insider beachtlich. Aber wie kann in der öffentlichen Wahrnehmung etwas mies sein, wenn die Käufer, die es eigentlich wissen müssten, begeistert sind?"


Ist doch logisch....wer gibt schon gerne zu viel Geld
für etwas wie einen OPEL aus, der dann auch noch ein OPEL
ist ,und ein Image von einen OPEL hat......
ERGO....für den OPEL Neuwagenkäufer ist ein OPEL
natürlich das Ding der Dinge!!!

( hier im board nennt mann solche Typen....
DUMMPUSHER)

siehe auch:

  "Apfelbaumpflanzer"

 

 

Zu Benz.......

Ich hasse diese Firma!!!

Aber Fakt ist......die Karren von den sind zu 80-90%

einfach nur zum hinknien.....einfach nur genial .

Genial ist auch der Wiederverkaufswert......

(tja...warum wohl)

 

Deutscher Sportwagen?

PORSCHE!

........911!!!

.....und Wiedekind ist einfach nur der allerbeste von allen!!!!

 

 

29.11.04 09:54

16429 Postings, 6879 Tage chrismitzDanke Waldy! ;-) o. T.

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