Ausgangssperre für Teenager

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eröffnet am: 02.08.08 21:44 von: Happy End Anzahl Beiträge: 1
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Operation "Gute Nacht"

Ausgangssperre für Teenager

Für Teenager in Redruth ist abends um neun Zapfenstreich in diesem Sommer. Das kleine Städtchen in Cornwall hat genug von der "Unruhe auf unseren Straßen". Die Klage vieler Bewohner Redruths über freches und aggressives Jungvolk hat zu einer Ausgangssperre geführt, der zufolge dieses Jahr in den Sommerferien Jugendliche unter 16 Jahren nach 21 Uhr nicht mehr ohne die Begleitung von Erwachsenen in den Straßen unterwegs sein dürfen. Für Kinder unter zehn Jahren gilt die Sperre schon ab 20 Uhr.

"Operation Goodnight", Operation Gute Nacht, haben der Stadtrat und die Polizei von Redruth die neue Sperre genannt. Die Maßnahme diene nicht nur dem Schutze jener Bürger, die sich belästigt fühlten von trunkenen Rabauken und üblen Herumlungerern, sondern auch den Jugendlichen selbst, die so nicht Opfer nächtlicher Attacken werden könnten, meinen die Ordnungshüter.

Wo Jugendliche diesen Sommer nach 21 Uhr allein aufgefunden werden, kann sie die Polizei jedenfalls stoppen, verhören und gegebenenfalls nach Hause eskortieren. Eltern, die ihre Kinder nicht im Zaum halten, können verwarnt werden und müssen anschließend mit einem Besuch der Sozialbehörden rechnen: Den Behörden steht es frei, solche Eltern zur Teilnahme an speziellen Erziehungskursen zu verpflichten. 700 Briefe sind bereits an Familien abgesandt worden, die in bestimmten Wohnblöcken im Norden Redruths, in den "unsicheren Quartieren" der Stadt, wohnen. Um deren Nachwuchs geht es letztlich bei der Aktion - wiewohl die Polizei betont, dass sie ausnahmslos jeden Jugendlichen anhalten werde, "auch wenn der nur von einer Band-Probe kommt".

(...)

Nicht jeder in England hält die Operation für eine gute Idee. Dem Bürgerrechtsverband Liberty etwa gefällt nicht, dass die Polizei "nun automatisch davon ausgeht, dass junge Leute, die abends unterwegs sind, nichts Gutes im Schilde führen". Jugendliche sollten nicht einfach angehalten werden, weil sie sich außerhalb ihres Hauses aufhielten. Statt die Freiheit von Kindern und Jugendlichen pauschal einzugrenzen, sollte die Polizei lieber mehr Beamte zu Patrouillengängen aussenden, um für echte Störfälle gewappnet zu sein, meinen Kritiker der neuen Ausgangssperre.

Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/magazin/...6073&em_cnt=1365694
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