Attentäter gesucht, 100.000 Dollar Lohn

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eröffnet am: 26.11.04 15:56 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 2
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26.11.04 15:56

Clubmitglied, 42598 Postings, 7031 Tage vega2000Attentäter gesucht, 100.000 Dollar Lohn

Ermordung Kennedys als Computerspiel

Das Attentat zur Wahrheitsfindung

Eine krude Programmierung kürt den historisch genauesten Attentäter des 35. US-Präsidenten. Dazu muss man nur in die Rolle von Lee Harvey Oswald schlüpfen und genau zum richtigen Zeitpunkt in den Kopf John F. Kennedys schießen. Bis zu 100000 US-Dollar winken dem glücklichsten Schützen.
bgr

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In einer Zeit, die bestimmt nicht darunter leidet, dass der Welt zu wenig Geschmacklosigkeiten geboten wären, überrascht die Computerspielbranche doch immer noch aufs Neue.

So bereichert der schottische Spiele-Hersteller ?Traffic? die Szene gerade mit etwas, das man weder Spiel noch Sonstwas nennen möchte.

?JFK Reloaded? hat der Hersteller das Ergebnis seiner Programmierbemühungen betitelt und es gewissermaßen termingerecht zum 22. November veröffentlicht.

An diesem Tag vor 41 Jahren wurde John F. Kennedy ermordet ? und das ist dann auch schon der ganze Inhalt des schottischen Machwerks.

Denn es digitalisiert die Ereignisse an der ?Dealey Plaza? in Dallas aus dem Jahr 1963 ? und zwar so, wie sie Lee Harvey Oswald mutmaßlich erlebt haben könnte. Das ist der Attentäter des 35. US-Präsidenten.

Wer sich also auf ?JFK Reloaded? einlässt, kann die Ermordung Kennedys, ?diese faszinierende Epoche der amerikanischen Geschichte?, nicht nur durch das Zielfernrohr seiner Mannlicher-Carcano Sniper Rifle verfolgen, sondern auch gleich das Feuer eröffnen ? auf wen und zu welchem Zeitpunkt auch immer.

?Du hast die Freiheit, so viele Schüsse abzugeben, wie du benötigst?, heißt es generös in der Spielbeschreibung auf der eigens aufgemachten Webseite. Aber ?du hast nur eine Gewinn-Chance, wenn deine Schüsse exakt dasselbe Timing haben und genau denselben Schaden anrichten wie die im Warren Commission Report bezeichneten?.

Gewinn-Chance?

Genau. Derjenige, der sich bis zum Februar 2005 dem Online-Harvey-Contest stellt und schließlich den Highscore anführt, kann bis zu 100000 US-Dollar gewinnen.

Die Familie Kennedy schäumt. Ein Sprecher des amerikanischen Senators Edward Kennedy nannte das nachgestellte Attentat abscheulich.

Traffic-Chef Kirk Ewing indes versteht die Aufregung nicht. Er verneige sich doch vor der Geschichte, biete alle Detailtreue ja nur auf, um ?Verschwörungstheorien zu widerlegen?, und beteuert, ?nichts außer den neuesten Technologien ausnutzen? zu wollen. Schließlich sei das Attentat auch schon in zahlreichen Büchern und Filmen ausführlich behandelt worden. Also habe seine Firma die Reihe der Medien lediglich um eine interaktive Form erweitert. Ach ja: die historische Akkuratesse der virtuellen Schüsse bewertet ein Server. Daran will sich schließlich niemand die analogen Hände schmutzig machen.

SZ

 

26.11.04 16:06

9045 Postings, 6954 Tage taosSelbstmord Attentäter

mit Berufserfahrung sind schwer zu finden.

Taos
 

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