Asien mausert sich zur Welt-Konjuktur-Lokomotive

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eröffnet am: 15.12.06 09:49 von: quantas Anzahl Beiträge: 3
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15332 Postings, 5721 Tage quantasAsien mausert sich zur Welt-Konjuktur-Lokomotive

In Fernost wächst ein mächtiger asiatischer Wirtschaftsblock heran. Ein Binnenmarkt mit vier Milliarden Menschen. Er ist dabei, sich von der Welt-Lokomotive Amerika abzukoppeln. "Die Tage sind vorbei, als Asien eine Lungenentzündung bekam, wenn Amerika Schnupfen hatte", sagt Malcolm Wood, Fernost-Experte bei Morgan Stanley.

Aus China und Indien wird "Chindia"

Das "Freundschaftsjahr 2006" geht zu Ende. Es folgt das Jahr des "indisch-chinesischen Tourismus". So will es Chinas Präsident Hu Jintao, und so will es Indiens Premierminister Manmohan Singh. Die beiden Politiker trafen sich in Delhi ? der erste Besuch eines chinesischen Präsidenten seit zehn Jahren. Worum es ihnen ging, zeigt der freundliche Slogan für 2007: Zuerst kommt das Geschäft, dann die Lösung von Konflikten.

Denn eigentlich sind sich die Nachbarstaaten in herzlicher Abneigung zugetan, seit Jahrzehnten gibt es Grenzstreitigkeiten. Doch Hu und Singh setzen Prioritäten. Wirtschaftliche. Sie wollen die Kräfte bündeln, schließlich leben mit 2,4 Milliarden Menschen fast 40 Prozent der Weltbevölkerung in Indien und China.

Singhs Vize-Industrieminister Ash-wani Kumar spricht daher schon von "Chindia" und vom "Stärken der Synergien". Bis 2020 soll Chindias Anteil an der Weltwirtschaft von derzeit sieben auf immerhin 17 Prozent steigen. Eine neue Achse in Fernost: Die Deals mit Europa und den Nachbarländern sind längst eingetütet, jetzt wird gemeinsame Sache gemacht.

Chinesen und Inder wollen ihren Handel vervielfachen

Um das Ziel zu erreichen, kommt dem Handel zwischen den beiden Ländern eine Schlüsselrolle zu. Denn der ist im Vergleich zum Warenaustausch zwischen den anderen asiatischen Staaten bisher kaum existent.

2005 schickten Inder und Chinesen Waren im Wert von 13 Milliarden Dollar über die gemeinsame Grenze, dieses Jahr sollen es 20 Milliarden sein. Aber: Bis 2015 wollen Hu und Singh den Grenzverkehr auf 100 Milliarden Dollar verfünffachen.

Das ist kein verwegenes Ziel, denn letztlich folgt die Politik den wirtschaftlichen Realitäten. Die indischen IT-Unternehmen Infosys, TCS und Wipro bauen genauso Büros und Fabriken in China wie Autozulieferer Bharat Forge und Maschinenbauer L&T.

Im Gegenzug hat sich Chinas Huawei mit einem Software-Entwicklungszentrum in Bangalore angesiedelt, während gleichzeitig Lenovo auf dem indischen Computermarkt zur Nummer 2 aufstieg.

Handschlag zwischen Hu und Singh

Die Politik zieht jetzt nach. Und versucht, selbst Akzente zu setzen. Der Handschlag der Herren Hu und Singh soll etwa helfen, das Energieproblem der beiden Länder zu lösen. Künftig sollen Zukäufe von ausländischen Öl- und Gasfeldern gemeinsam angegangen werden.

Auch in den Bereichen Nuklearenergie und Wasserversorgung wollen Indien und China zusammenarbeiten. So wächst die wirtschaftliche Macht der beiden größten Volkswirtschaften Asiens. Nicht von ungefähr sind die Börsen Bombay und Hongkong die besten des ganzen Kontinents.

Die sino-indischen Verflechtungen sind dabei nur das jüngste Beispiel für das Zusammenwachsen Asiens zu einem Binnenmarkt mit vier Milliarden Einwohnern und einem aktuellen Bruttoinlandsprodukt von zehn Billionen Dollar ? rund einem Viertel der gesamten Weltwirtschaftsleistung.

Asien ist sich selbst sein bester Handelspartner

China, Indien, Südkorea, Taiwan und Japan heißen die Kernstaaten, deren Binnenhandel neben Konsum und Investitionen zu einem Eckpfeiler der Entwicklung Asiens wird. Denn vom stagnierenden Europa und den schwächelnden USA sind in naher Zukunft weniger Impulse zu erwarten als bisher.

Die Statistiken und Prognosen zeigen die Entwicklung schon jetzt: Der Warenaustausch zwischen den einzelnen asiatischen Ländern stieg in Relation zum Gesamtexport von 35 Prozent im Jahr 1999 auf 40 Prozent im Jahr 2005.

Asien ist sich selbst sein bester Handelspartner, die Abhängigkeit von den USA nimmt ab. Und zwar so stark, dass das Wirtschaftsmagazin "The Economist" in einer seiner vergangenen Ausgaben gar bereits die Vereinigten Staaten von Asien ausrufen wollte.

Mehr Konsum wird zum Turbo für die Volkswirtschaften

Es gibt aber auch kritische Geister, die den Zuwachs des Handels in der Region nicht als Beleg für internes Wachstum sehen wollen. "Das reflektiert hauptsächlich den Handel von Zwischenprodukten für Waren, die dann vor allem nach außen exportiert werden", meint Michael Spencer, Asien-Chefökonom bei der Deutschen Bank.

So lässt etwa Sony seine Notebooks für den europäischen Markt in China zusammenschrauben. Die Chips werden von Taiwan geliefert, die Bildschirme aus Korea, die Batterien aus Japan ? eine typisch asiatische Handelskette.

Doch nicht alles wird aus der Region hinaus exportiert. Nur noch 18 Prozent der asiatischen Ausfuhren gehen per Containerschiff oder Frachtflieger zum Top-Handelspartner im Westen, den USA. Vor sieben Jahren lag die Quote bei 22 Prozent.

Auch die wachsende Bedeutung von Konsum und Binneninvestitionen unterstreicht die geringer werdende Abhängigkeit. In vielen Staaten wurde der Export als Kernstück der Konjunktur abgelöst. Malaysias Aufschwung etwa ist als Extrembeispiel zu 100 Prozent Binnenmarkt-getrieben. Quintessenz: Mehr Konsum wird zum Turbo für die Volkswirtschaften.

Die USA sehen den Aufstieg Asiens skeptisch

Dass der intra-asiatische Handel auf Hochtouren läuft, liegt vor allem an China, das mit nahezu allen Ländern des Kontinents bilaterale Handelsabkommen abgeschlossen hat.

Mit den Asean-Staaten rund um Singapur, Malaysia und Thailand will China bis 2015 gar eine Freihandelszone etablieren. Das schmeckt nicht jedem. Gerade die bilateralen Abkommen sind beispielsweise den USA ein Dorn im Auge.

US-Finanzminister Hank Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke werden die Problem nebst anderen Themen in dieser Woche bei ihrem Besuch in Peking adressieren.

Ihrer Meinung nach unterlaufen Chinas Aktionen WTO-Abmachungen und gefährden den freien Welthandel. Die Amerikaner nehmen die Reise ernst ? es ist die bisher größte aller US-Delegationen, die in das Reich der Mitte fliegt.

Jede Menge Pragmatismus

Jede Menge Pragmatismus und Verhandlungstalent machen die jüngsten Entwicklungen möglich. Beispiel Indien?China: Beim Treffen in Delhi bedurfte es keiner pathetischen Beschwörungen einer neuen gemeinsamen Ära. Beobachter sprachen von äußerst "sachlichen" Gesprächen. Dazu kommt diplomatisches Geschick:

Der Zehn-Punkte- Katalog wurde bewusst nicht als "bilaterales Abkommen" etikettiert. Zu groß sind in Indien noch die Sorgen, das Land würde bei zu viel Offenheit von chinesischen Billigprodukten überschwemmt.

Chinas Präsident Hu dürfte dennoch zufrieden sein: Mit dem jetzigen Deal könnten immerhin Indiens Anti-Dumping-Klagen gegen den großen Nachbarn ein Ende finden. Ebenso die Gängeleien chinesischer Unternehmen bei der Vergabe großer Infrastrukturprojekte.

Zuletzt wurde beispielsweise Hongkongs Hutchison Whampoa das Führen indischer Häfen aus Gründen der "nationalen Sicherheit" verwehrt. Und auch Lenovo und Huawei wurden nicht gerade mit offenen Armen empfangen.

"Die Situation in Taiwan mag für Ausländer schizophren wirken"

Aber Widrigkeiten gehören zum asiatischen Wirtschaftsleben dazu. Sie werden hingenommen, ignoriert oder pragmatisch umgebogen. Eine streng reglementierte Wirtschaftsunion nach europäischem Vorbild scheint zunächst nicht nötig, um den Handel zwischen den Ländern des Kontinents zu stärken und die Region zusammenwachsen zu lassen.

Das beste Beispiel ist Taiwan. "Unsere Situation mag für Ausländer schizophren wirken", sagt Sheng-Cheng Hu, Taiwans Minister für Wirtschaftsplanung.

"Unsere wirtschaftlichen Verflechtungen mit China sind so stark wie mit keinem anderen Land der Welt, und das obwohl 800 Raketen auf uns gerichtet sind." Für China ist Taiwan eine abtrünnige Provinz, die Insulaner dagegen streben nach Unabhängigkeit, werden aber international nicht anerkannt.

Das hat Konsequenzen für das Wirtschaftsleben. So gibt es für Businessreisende keine direkten Flugverbindungen zwischen Taipeh und den Wirtschaftszentren Shanghai und Peking. Es muss zeitraubend über Hongkong geflogen werden. Dasselbe gilt für die gelben Frachtflieger von DHL Taiwan ? alle Flüge nach China gehen über Hongkong.

"Asien wird zu einem gigantischen Wirtschaftsblock"

Doch das umständliche Lavieren nehmen die Menschen in Kauf. Es ist erstaunlich, wie viel Geschäft unter solchen Umständen abgewickelt wird:

50 Prozent der Hightech-Produkte in der Volksrepublik China werden unter taiwanesischer Regie zusammengeschraubt, der Chiphersteller TSMC baut gerade ein neues Milliardenwerk in Südchina, 21 Prozent aller Ausfuhren gehen ins Reich der Mitte, eine Million Taiwaner arbeiten auf dem Festland, und DHL Taiwan will ein neues Frachtzentrum am Flughafen bauen ? die Warenmengen nach China werden einfach zu groß.

Kaum vorstellbar, welches Potenzial noch vorhanden ist, wenn politische Institutionen irgendwann in der Zukunft für einen effizienteren Handel sorgen. Man denke an die frühen Tage der Europäischen Union, als das Nivellieren von Handelsbarrieren zu einem immensen Aufschwung führte.

"Auch unter den teils schwierigen organisatorischen Umständen wird Asien immer mehr zu einem gigantischen Wirtschaftsblock", findet daher Malcolm Wood, Fernost-Analyst beim US-Geldverwalter Morgan Stanley. "Die Tage sind vorbei, als Asien eine Lungenentzündung bekam, wenn Amerika Schnupfen hatte."

Asien koppelt sich von der Lokomotive USA ab

Die jüngsten Daten sprechen für Woods These: Während das Wirtschaftswachstum in den USA im dritten Quartal des Jahres auf 2,2 Prozent absackte, blieb das Plus in Asien über das Jahr hinweg stabil bei über acht Prozent. Das soll nach Meinung vieler Experten auch 2007 so sein.

"Decoupling" nennen die Wirtschaftsexperten dieses Phänomen, das Abkoppeln der Wirtschaftsentwicklung von der seit Jahrzehnten dominierenden Lokomotive USA.

Es wird trefflich darüber gestritten, ob es tatsächlich gelingt und die aktuellen Daten nicht doch nur ein Strohfeuer sind. Die Bandbreite an Meinungen reicht von euphorischem Bejahen über abwägendes "es kommt darauf an" bis hin zu kategorischem Verneinen.

Für den Experten Wood sind die wichtigsten Bedingungen jedenfalls erfüllt: "Der direkte Handel mit den USA hat an Bedeutung verloren, die Zinssituation ist in Asien besser, und die Märkte verkraften schlechte Nachrichten aus den USA weit besser als noch in den 90er-Jahren." Beispiel Mai dieses Jahres: Die damaligen Kursverluste haben die Börsen der neuen Wirtschaftsmacht Asien längst aufgeholt.



Asien ex Japan Fonds: Performance über 3 Jahre (in %)*
1. AXA R.berg Pacific exJap SC B?: 115,2
2. State Street Active Asie: 97,7
3. Fidelity Asian Special Situat.: 85,9
4. Fidelity South East Asia USD: 85,1
5. First State Asia Pacific A: 84,9
6. IXIS Pacific Rim Equities RC$: 84,5
7. Newton Oriental EUR: 83,7
8. M&G Asian Fund A: 81,0
9. Templeton Asian Growth A dis $: 80,4
10. UniAsiaPacific A: 78,0

Quelle: *FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 30.11.2006.

http://www.fundresearch.de/...p;pkBerichtNr=139125&pkRubrikNr=477

 

15.12.06 10:49
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15332 Postings, 5721 Tage quantasAchse: USA -Japan-Indien?

Japan macht Indien den Hof

Ein grosser roter Teppich für Premierminister Manmohan Singh

In Japans aussenpolitischem Kalkül kommt Indien eine wachsende Bedeutung zu. Durch eine engere Partnerschaft zwischen den beiden grössten Demokratien Asiens hofft Tokio nicht zuletzt, das aufstrebende China stärker eindämmen zu können. Entsprechend ehrenvoll wird derzeit Indiens Premierminister Manmohan Singh in Japan der Hof gemacht.

tf. Tokio, 14. Dezember

Mit Manmohan Singh weilt dieser Tage erstmals seit fünf Jahren ein indischer Premierminister zu einem offiziellen Besuch in Japan. Dem Gast widerfährt dabei eine äusserst ehrenvolle Behandlung. Dazu gehörte am Donnerstag nicht nur ein Empfang beim Kaiserpaar, sondern vor allem die nur sehr selten gewährte Ehre einer Rede vor beiden Kammern des Parlaments. Am Freitag steht dann ein Treffen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe auf dem Programm, ehe Singh am Samstag wieder nach Hause reisen wird. Wenn für den Gast aus Indien der rote Teppich besonders breit ausgerollt wird, hat dies nicht nur mit dem derzeit fast ungetrübten bilateralen Verhältnis zu tun. Aus japanischer Perspektive kommt Indien auch eine wachsende strategische Bedeutung zu, zumal man eine engere Beziehung zwischen den beiden grössten Demokratien Asiens als erfolgversprechendes Mittel betrachtet, um dem autoritären China ein potentes Gegengewicht in der Region entgegenzusetzen.

Aufwertung des Subkontinents

Anders als sein Vorgänger Koizumi, dessen Aussenpolitik fast ausschliesslich auf die Allianz mit den USA fokussiert war, scheint Japans neuer Ministerpräsident der Diplomatie in Asien wieder deutlich mehr Gewicht beizumessen. Dies manifestierte sich unter anderem in den unmittelbar nach Amtsantritt unternommenen Visiten in China und Südkorea. Angestrebt werden auch mehr Ebenbürtigkeit im Sicherheitsbündnis mit den USA und engere Beziehungen mit asiatisch- pazifischen Demokratien, die ähnliche Werte vertreten wie Japan. Dabei misst Abe neben Australien primär Indien eine grosse Bedeutung zu, und zwar sowohl wirtschaftlich als auch politisch. In einem unlängst veröffentlichten Buch wagt der Regierungschef gar die Prognose, dass Japans Beziehungen mit Indien in zehn Jahren allenfalls schon gewichtiger sein könnten als jene mit den USA oder mit China.

Von einem solchen Zustand ist man dieser Tage aber vor allem aus wirtschaftlicher Sicht noch weit entfernt. So investierten Japans Unternehmen im vergangenen Jahr in Indien weniger als drei Prozent jener Summe, die im gleichen Zeitraum in China ausgegeben wurde, und auch der bilaterale Handel liegt auf einem rund 30 Mal niedrigeren Niveau als im sino-japanischen Verhältnis. Als entsprechend gross wird in Japans Wirtschaft, die Indien bis vor kurzem etwas links liegen gelassen und primär als grossen Entwicklungshilfeempfänger wahrgenommen hatte, das künftige Steigerungspotenzial eingeschätzt.

Nuklearfrage kaum ein Stolperstein

Singh, der mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation in Tokio weilt, dürfte daher mit der japanischen Zusage für Gespräche über ein Freihandelsabkommen nach Hause reisen. Er hofft zudem auf japanische Investitionen im Infrastrukturbereich, etwa nach dem Vorbild des von Tokio grosszügig mitfinanzierten Baus neuer Untergrundbahnen in Delhi. Japans politisches und ökonomisches Interesse an Indien - einer der wenigen Freunde, die die ehemalige Kolonialmacht Japan in Asien hat - lässt Einigkeit in der strittigen Frage des indisch-amerikanischen Nuklearvertrages als wahrscheinlich erscheinen. In steter Rivalität mit dem Nachbarn China ist es Japan wohl kaum entgangen, dass im vergangenen Monat der chinesische Präsident Hu Jintao bei seinem Besuch in Indien gegenüber dem Nuklearvertrag vergleichsweise moderate Worte fand. Zwar reagiert Japan als das bisher einzige Land, das je zum Ziel feindlicher Atombombenabwürfe geworden ist, auf Ausbauschritte im Nuklearbereich traditionellerweise besonders gereizt. Abe scheint indes pragmatisch genug zu sein, dass er handfeste Interessen Japans über die reine Prinzipientreue stellt. Dies umso mehr, als angesichts des nordkoreanischen Atomprogramms auch in Japan die Idee einer nuklearen Aufrüstung nicht mehr in demselben Mass als Tabu erscheint wie noch vor wenigen Jahren. So regten unlängst selbst hochrangige Vertreter der Regierungspartei eine öffentliche Debatte über die Frage einer atomaren Bewaffnung Japans an.

 
 
 

http://www.nzz.ch/2006/12/15/al/articleEQZ90.html

 
 

15.12.06 11:49
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2590 Postings, 5790 Tage brokeboymal abwarten

indien wird einen gewaltigen rücksetzer erleben - wetten? die curry-euphorie wurde vor allem durch den vergleich/die scheinbare ähnlichkeit mit china geschürt: grosses volk, fetter markt, guter ausblick, neue wirtschaftspolitik - allerdings wird dabei gern vergessen, dass die inder weniger dirigistisch regiert werden, erheblich grössere spannungen ausleben als die chinesen und deshalb auch "störanfälliger" sind - zudem sind in indische papiere bereits zuwachsraten eingepreist, die jenseits von gut und böse liegen - das zeug ist teuer.
meine prognose: die vergessenen grössen thailand, taiwan und südkorea sind völlig unterschätzt und äusserst billig - die fettesten margen der nächsten 5 jahre werden dort erzielt werden. zudem meldet sich langsam vietnam zu wort.

was das andauernde "runterschreiben" der amerikaner angeht: wir sollten bei der betrachtung der usa mal die europäische brille absetzen - das ach so enttäuschende wachstum dort hätte bei uns vor ein paar jahren die sektkorken knallen lassen. interessant fand ich übrigens eine stimme auf ariva: auf mein argument, dass der schwache dollar den export ankurbeln würde, meinte jmd. ernsthaft, dass es doch nichts gäbe, was die welt den amerikaner abkaufen wolle. ein schönes beispiel für verlorene boden haftung.  

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