Armes Deutschland?

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neuester Beitrag: 16.04.03 09:05
eröffnet am: 16.04.03 08:10 von: Trader Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 16.04.03 09:05 von: C.F.Gauss Leser gesamt: 428
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16.04.03 08:10
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1943 Postings, 7438 Tage TraderArmes Deutschland?



Konjunkturaufschwung? Nicht mehr in diesem Jahr! Weniger Arbeitslose? Pustekuchen. Geringere Löcher im Staatshaushalt? Denkste.

Das Frühjahrsgutachten der sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute macht wenig Mut. Doch es beschreibt Lage und Aussichten in Deutschland wie sie tatsächlich sind: miserabel! Der deutschen Wirtschaft steht 2003 das dritte Jahr mit wirtschaftlicher Stagnation bevor. Selbst die wachstumsschwachen Neunzigerjahre erscheinen da im Rückblick noch wie ein Goldenes Jahrzehnt.

Wird es Deutschland damit ebenso ergehen wie Japan? Der einstige Shooting-Star der Weltwirtschaft liegt schon seit mehr als zehn Jahren wirtschaftlich am Boden. Noch weisen die meisten Ökonomen hierzulande den Vergleich mit Japan brüsk zurück. Doch die Parallelen sind unverkennbar: Ebenso wie Japan leidet auch Deutschland daran , dass hier eine gigantische Spekulationswelle am Aktienmarkt geplatzt ist. In beiden Ländern hat das die Banken in die Krise gestürzt. Nun droht auch in Deutschland der Kreditstrom, der die Wirtschaft am Laufen hält, zu versiegen. Parallelen auch in der Bauwirtschaft: In beiden Ländern befindet sich der Bau in der Dauerkrise, nachdem staatliche Förderprogramme ihn zuvor aufgebläht hatten. Und wie in Japan tickt auch in Deutschlands Sozialsystemen die Zeitbombe der Überalterung.

Die wichtigste Parallele zu Japan aber ist die Unfähigkeit der Politiker und die Unwilligkeit der Bevölkerung zu radikalen Reformen. Die Regierungschefs in beiden Ländern kämpfen mit ihren Reformideen gegen die Bataillone der Besitzstandswahrer in der eigenen Partei.
In Deutschland sammeln sich Gewerkschaften und SPD-Linke zum Widerstand gegen Schröders Reformagenda. Der Zuspruch großer Teile der Bevölkerung wird ihnen sicher sein. Denn die Mehrheit der Deutschen will zwar Reformen. Aber bitte nur, wenn sie nicht weh tun.

Die Aussichten, dass Kanzler Gerhard Schröder sich mit seinem ohnehin viel zu zaghaften Reformprogramm durchsetzen kann, sind daher gering. Da es ohne Reformen aber kein kräftiges Wachstum geben wird, müssen wir uns auf japanische Verhältnisse einstellen. Armes Deutschland, könnte man meinen. Doch das Mitleid hält sich in Grenzen. Schließlich hat jede Bevölkerung nicht nur die Regierung, sondern auch das Wirtschaftswachstum, das sie verdient. Die Leistungswilligen kümmert es eh kaum. Sie kehren Deutschland, wo sie für sich keine Perspektive mehr sehen, in zunehmender Zahl den Rücken.

MALTE FISCHER, Wirtschaftswoche

15.4.2003

Gruß
Trader


 

16.04.03 09:05

805 Postings, 6810 Tage C.F.GaussIst doch egal. Hauptsache unsere liebe Regierung

plant weiterhin so, als ob es 1,5% Wachstum gäbe.  

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