Arbeitnehmer sollen Kündigungsschutz verkaufen

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neuester Beitrag: 09.10.12 16:15
eröffnet am: 09.10.12 14:41 von: Happy End Anzahl Beiträge: 18
neuester Beitrag: 09.10.12 16:15 von: Karlchen_V Leser gesamt: 505
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bewertet mit 3 Sternen

09.10.12 14:41
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95440 Postings, 7263 Tage Happy EndArbeitnehmer sollen Kündigungsschutz verkaufen

Arbeitnehmer sollen Kündigungsschutz verkaufen

Irrwitziger Vorschlag aus Großbritannien: Finanzminister Osborne möchte, dass Mitarbeiter ihre Rechte verkaufen müssen ? gegen Firmenanteile. Damit hat er einen Proteststurm ausgelöst.

weiter: http://www.welt.de/wirtschaft/article109709537/...hutz-verkaufen.html  

09.10.12 14:46
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33693 Postings, 7392 Tage DarkKnightDann wird der Kündigungsschutz ein selbständiges

Wirtschaftsgut ... in Folge mit einem Marktwert ... in Folge mit einem Handelsplatz (Börse) zum austausch ... in Folge mit Derivaten auf dieses Gut.

Ich sehe eine glorreiche Zukunft für Spekulanten: wenn Hochwetter-Puts wegen Wirbelstürmen in Florida fallen, steigen Derivate auf Kündigungsschutzguthaben gleichzeitig mit konkurs von Florida-Exporteuren.


die Welt kann so transparent sein, wenn man es nur richtig anpackt.  

09.10.12 14:52

19522 Postings, 7245 Tage gurkenfredder engländer hatte schon

immer einen etwas bizarr-skurrilen humor.........
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Wir brauchen mehr Guidos!!!

09.10.12 14:53
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6678 Postings, 4915 Tage relaxedInteressante Idee ... bisher war es nur

üblich, seine Seele gegen Firmenanteile zu verkaufen.
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Das Copyright für den Inhalt (Text und Bilder) liegt bei relaxed.

09.10.12 14:55
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69017 Postings, 6231 Tage BarCodeDa muss man jetzt aber gut verhandeln!

Je besser der Kündigungsschutz im Vertrag, desto teurer kann man ihn dann zum Rückkauf anbieten! Oder einer Verbriefung anheimfallen lassen. Da können die findigen Investmentbanker die City of London sich schonmal ans Werk machen und geeignete Kündigungsschutz-Zertifikate ausbaldowern. Damit man den Kündigungschutz-Markt aus den engen Fesseln des doch sehr restriktiven und illiquiden Arbeitsmartes befreit!
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)

09.10.12 14:55
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33693 Postings, 7392 Tage DarkKnightDer Arbeitnehmer, der das macht, könnte sich

dann natürlich dadurch hedgen, indem er z.B. Streikrechte von anderen einkauft.

die sollten doch auch fungibel sein?

Ich denke, bei so einem Kurs von 1 Müllmann-Streiktag im Gegenwert von 14 Tagen Behörden-fuzzi sollte das Pakekt "Kündigungsschutz" soviel wert sein 180 Tage Müllmänner-Streik.

vielleicht könnte man das auch als strukturiertes Produkt zusammenfassen und mit abgezinsten Steinkühler-Pausen als vorgezogene Rente verscherbeln?  

09.10.12 14:57
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233908 Postings, 6035 Tage obgicouder zugrundeliegende Gedanke

einer Beteiligung des Mitarbeiters am Unternehmens(mis)erfolgs ist doch grundsätzlich interessant.

Allerdings ist die Verquickung mit dem Kündigungsschutz nicht geeignet. Der Arbeitnehmer unterliegt dabei nämlich einem Klumpenrisiko, denn:
Beim Eintritt des Ereignis Entlassung, wird es auch dem Unternehmen nicht gerade gut gehen, sprich seine Unternehmensanteile dürften wenig wert sein.  

09.10.12 14:58
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4005 Postings, 3791 Tage BundesrepHeißt das Ding

bei uns nicht Aufhebungsvertrag?  

09.10.12 14:59
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69017 Postings, 6231 Tage BarCodeAndererseits

gibt es ja auch den Fall, dass der Wert mit einem Sanierungskurs steigt. Man profitiert quasi von siner Entlassung!  
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09.10.12 15:01

17865 Postings, 4640 Tage TrashAch Osborne

ist der Prototyp des eiskalten Finanzspekulanten, der in London mit seinen obskuren Ideen schon eine ganze Weile rumfuhrwerkt. Glücklicherweise reicht sein Einfluss nicht soweit, dass er irgendwas von dem Mist, der ihm einfällt, umsetzen kann...weil so ziemlich jeder ihn hasst. ^^  
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100 % food speculation free - Don`t let your money kill people !

09.10.12 15:06

33693 Postings, 7392 Tage DarkKnightWas WIRKLICH witzige ist für mich, dass Thatcher

schon ne ähnliche Vision hatte Anfagn der 80er, nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Damals hieß es:

alle Arbeitnehmer sollen Aktionäre (Teilhaber, Mitgesellschafter) werden, damit die Firmen profitabler werden (weil dann jeder besser arbeitet) und so kommt es jedem Anteilseigner (=Arbeiter) zugute.


Das ging in die Hosen. Deshalb heißt es heute:

alle Arbeitnehmer sollen Aktionäre (Teilhaber, Mitgesellschafter) werden, damit die Firmen profitabler werden (weil dann keiner mehr arbeitet) und so kommt es jedem Anteilseigner (=ehemaliger Arbeiter) zugute.


Witzig, nicht wahr? Wie bastle ich mir die passende Wahrheit.  

09.10.12 15:07
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4005 Postings, 3791 Tage BundesrepWie man es auch dreht und wendet,

die armen Beamten dürften von den Dienstleistungen der modernen Wirtschaft wieder ausgeschlossen bleiben, ihr Wert unbestimmt.  

09.10.12 15:11

69017 Postings, 6231 Tage BarCodeAus einem Unkündbarkeits-Zertifikat

sollte sich doch auch was machen lassen.
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)

09.10.12 15:15

33693 Postings, 7392 Tage DarkKnightJa .. neee ... eher nich.

Ich meine, wer besitzt denn schon so ein Unkündbarkeitszertifikat?

Z.B. die Mitarbeiter der Behörde zur Abwicklung der olympischen Spiele 1972. Die sitzen hier in München ... ich kann mir nicht vorstellen, dass der "innere Wert" dieser Behörde signifikant zu erhöhen wäre.

Ein Mehrfaches von Null ist und bleibt Null.  

09.10.12 15:17

69017 Postings, 6231 Tage BarCodeUm so wertvoller

ist es doch für den Staat, wenn der das Recht auf Unkündbarkeit zurückkaufen kann!
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)

09.10.12 15:21
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10128 Postings, 6539 Tage big lebowskyVersteh das Theater nicht...Ist doch Realität

Jeder Kündigungsschutzprozess beginnt mit der Güteverhandlung: D.h. Kohle gegen Kündigung....Spätestens im kammertremin werden 75% der  KüSchKlagen verglichen.

Vergleich:

Die Parteien sind sich einig, dass das Beshäftigungsverhältnis des Klägers bei der Beklagten aus betriebsbedingten Gründen zum 31.12.2012 enden wird.

Zum Ausgleich für den Verlust des arbeitsplatzes zahlt die Beklagte an den Kläger einen Betrag von 35.000,-- Euro, der zusammen mit der Dezemberabrechnung fällig wird.

Der Kläger wird bis zum 31.12.2012 von jedweder Tätigkeit für die Beklagte freigestellt. Mit der Freistellung sind sämtliche Urlaubsansprüche des Klägers abgegolten.

Die Beklagte erstellt für den Kläger ein wohlwollendes Arbeitszeugnis.

Mit der Erfüllungung des Vergleichs sind sämtliche Ansprüche der Parteien aus diesem Rechtsstreit ausgeglichen.
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Quod licet Iovi non licet bovi...

09.10.12 15:21

33693 Postings, 7392 Tage DarkKnightJa .. neee ... eher nich.

Nur wenn der Staat seine ausstehenden Pensionszusagen als Verbindlichkeiten irgendwo drin hötte, dann könnte er das dagegen netten und sogar nen Gewinn machen.

Aber so wäre es nur ne große enmalige ausgabe sofort im Gegensatz zu vielen kleinen Ausgaben später.

Und das geht nie durch.  

09.10.12 16:15
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14716 Postings, 4430 Tage Karlchen_VSehr richtig BigL.

Das deutsche Kündigungsschutzrecht ist schon was sehr Spezielles. Ist ja faktisch irgendwie über die Zeit geronnenes Richterrecht. Und eher eine Aufforderung zum Feilschen. Basarrecht sozusagen.  

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