Arbeitgeber fordern jetzt Urlaubskürzung

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neuester Beitrag: 04.07.04 10:34
eröffnet am: 03.07.04 11:17 von: Happy End Anzahl Beiträge: 43
neuester Beitrag: 04.07.04 10:34 von: haerte10 Leser gesamt: 910
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03.07.04 11:17

95441 Postings, 7325 Tage Happy EndArbeitgeber fordern jetzt Urlaubskürzung

In der Debatte über die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland sehen die Arbeitgeber offensichtlich die Chance, das Rad kräftig zurückzudrehen. Zunächst waren es nur Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung und Lohnkürzung - jetzt steht die Streichung von Urlaubstagen auf dem Programm.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,307080,00.html
 
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03.07.04 13:52

21799 Postings, 7728 Tage Karlchen_IWie die das berechnen...

Lohnstückkosten = Arbeitskosten je Arbeitnehmer/Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen.

Und das ist die zentrale Kenngröße.  

03.07.04 15:04

167 Postings, 6761 Tage DoppelIDUnd nun?

Deutsche Lohnstückkosten deutlich über Konkurrenzniveau

IW Köln berechnet durchschnittlichen Nachteil von 16 Prozent

(02.10.2003) In Deutschland wird teurer produziert, als bei den meisten ausländischen Konkurrenten. Das ergaben jetzt Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln.

Demnach hatte die deutsche Industrie 2003 bei den Arbeitskosten je hergestellter Gütereinheit, also den Lohnstückkosten, gegenüber den zwölf wichtigsten ausländischen Konkurrenten im Schnitt einen Nachteil von 16 Prozent.

Nur in Norwegen, so das IW Köln, seien die Arbeitskosten je Outputeinheit noch um 7 Prozent höher als in Deutschland. Kanada und Japan hingegen könnten mit um 25 Prozent niedrigeren Lohnstückkosten aufwarten, Schweden und Frankreich unterböten das deutsche Niveau um etwa 20 Prozent.

Diese Unterschiede in den Lohnstückkosten, so die Analyse der Kölner Wissenschaftler, hätten sich im Laufe der letzten Jahre weiter vergrößert: Die produktionsbezogenen Lohnkosten seien in Deutschland von 1990 bis 2002 im Jahresdurchschnitt um 1,7 Prozent gestiegen, während sie in den wichtigsten Konkurrenzländern nur um durchschnittlich 0,3 Prozent pro Jahr geklettert seien.

Weitere Details zu den Lohnstückkosten erhalten Sie auf der Website des IW Köln.



© Handelskammer Bremen
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen.  

http://www.iwkoeln.de/data/pdf/content/trends03-02-5.pdf

 

03.07.04 15:29

21799 Postings, 7728 Tage Karlchen_IKannste ja nicht wissen, aber das

Arbeitgeberinstitut sind die Einzigen in Deutschland, die sich in dieser Weise lächerlich machen.

Insgesamt kann die prinzipiell begrenzte Aussagefähigkeit von internationalen Lohnstückkostenvergleichen wie folgt zusammengefasst werden:

?   Einigermaßen problemlos können nur Veränderungen im Zeitablauf, aber keine Niveauunterschiede gemessen werden.

?   Da weder gesamtwirtschaftliche noch sektorale internationale Lohnstückkostenvergleiche von strukturellen Verzerrungen frei sind, sind sie nur zwischen strukturell vergleichbaren Ländern oder nur für kurze Zeitabschnitte, d.h. solange Strukturveränderungen vernachlässigt werden können, sinnvoll.

Quelle:

 http://www.bundestag.de/gremien/welt/glob_end/4_2_1_2.html

 

Deshalb immer nur die Entwicklung betrachten:

 

 

03.07.04 15:38

21799 Postings, 7728 Tage Karlchen_IUnd das sind dann die Auswirkungen

Karstadt-Warenhäuser bauen 4000 Arbeitsplätze ab

Essen (dpa) - Die Karstadt-Warenhäuser streichen im Zuge ihrer Sparmaßnahmen 4000 Arbeitsplätze. Dies solle so weit wie möglich sozialverträglich geschehen, sagte ein Karstadt-Sprecher. Direkte Entlassungen würden sich dabei aber auch nicht vermeiden lassen. Der Stellenabbau in den 212 Waren- und Sporthäusern solle bis 2006 abgeschlossen sein. Der KarstadtQuelle-Konzern war nach einem bereits schwachen Geschäftsjahr 2003 schlecht in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal 2004 rutschte das Unternehmen tief in die Verlustzone.



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erschienen am 03.07.2004 um 15:21 Uhr
© WELT.de    

03.07.04 16:27

13786 Postings, 7783 Tage ParocorpIrland hat uns schon lange der Rang abgelaufen:

IRLAND !!

Mehr muss man glaube ich nicht sagen...

Den Deutschen geht es noch zu gut, geheult wird auf "sehr hohem Nivaeu!"
 

03.07.04 16:31

167 Postings, 6761 Tage DoppelIDAh Karlchen, ich verstehe

Bei uns blühende Landschaften, weil alles stabil im Lot ist laut Bundestags- und Gewerkschaftsstatistik und außerhalb Deutschlands Fehlentwicklungen und Ödnis.

Der Letzte macht das Licht aus!  

03.07.04 16:46

948 Postings, 6207 Tage ADDYKarlchen, ich als

diplomierter Volkswirt mit Wahlfach Statistik
und Ökonometrie mein dazu folgendes:
Käse, manipulierbare Rechengrößen, an die nur
Unbedarfte glauben.

Lohnstückkosten = Arbeitskosten je
Arbeitnehmer/Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen.

ist schon korrekt, aber was ist der Divisor
"Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen"?

Einmal sind es Panzer, ein anderes Mal sind es
Büstenhalter oder Kaugummis.

Schmeiß Deine obigen Grafiken in den Müll; sie
dienen nur der Massenverblödung.
Bei der Statistik muß man verdammt aufpassen:
"Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst
manipuliert oder gefälschst hast!"  

03.07.04 16:51

191 Postings, 6064 Tage haerte10Bei so hervorragenden Lohnstückkosten

hier in Deutschland muss man sich doch arg wundern, dass deutsche Unternehmen ins Ausland abwandern. OK wir wissen, der deutsche Unternehmer und Manager ist gemeinhin ein Volltrottel und Selbstbereicher. Warum füllen diese Lücken dann nicht ausländische Unternehmen? Diese müssten uns doch eigentlich die Bude einrennen. Immerhin wird der Wirtschaftsstandort Deutschland aufgrund seiner sonstigen Verhältnisse, wie hervorragende Infrastruktur, gute Ausbildung, stabile Verhältnisse etc., immer wieder doch gerade von ihnen so gelobt. Vermutlich ist die Dummheit eine angeborene Unternehmerschwäche.

Als ultimative Lösung bietet sich hier wohl nur ein neues Gesetz an, welches den Gewerkschaften endlich erlaubt weiter in die Unternehmen vorzudringen, um direkt mit Gewerkschaftpersonal die Führungspositionen zu besetzen. Zufriedene Arbeitnehmer und florierende Unternehmen, als Folge einer Kollektivbildung unter Ausschaltung des bösen, dummen und unfähigen Kapitals (Anm.: Meine dieses schon mal irgendwo gelesen zu haben).

Die Vorteile dieser Wirtschaftsform lässt sich auch für den politischen Gegner in alter, merzischer Tradition auf einem Bierdeckel am Stammtisch nachvollziehen. Ich taufe dieses Konzept mal "Karlsche Flutagenda 2006". Warum Kompliziert, wenn es auch einfach geht?  

03.07.04 16:57

948 Postings, 6207 Tage ADDYhärte 10

Volkswirtschaftliche Phänomene haben ihre
Ursachen überwiegend in massenpsychologisches
Stimmungen.
Jetzt ist seit Jahren angesagt:
Globalisierung führt zum Untergang des Sozial-
staates Deutschland.
Warum lief alles in Deutschland seit ca. 1950 so gut?
Die allgemeine soziale Balance war eine wesentliche
Ursache.
Nun soll alles Mist sein?

Aber alle glauben den Mist, tuten in das gleiche
Horn und stöhnen.

Warum wohl?
Massenpsychologie ...  

03.07.04 17:04

7336 Postings, 6595 Tage 54reabdie abwanderung von arbeitsplätzen ist ein

vernachlässigbare größe. es wandern mehr zu als abwandern. trotzdem verlieren wir jahr um jahr viele arbeitsplätze. ursache rist das wegsteben und wegrationalisieren von arbeitsplätzen. dieser treend wird anhaltn. ein licht am horizont stellt da die verrentung der babyboomer dar. ich fordere deshalb schon lange kinder zu bestueren.

prosit


 www.baer45.de.vu">
 

03.07.04 17:08

21799 Postings, 7728 Tage Karlchen_ITja Jungs - Jammern auf nem hohen Niveau.

Addy, Haerte hoch 10, DoppelID, paracorp. Alles klar.

Fehlt nu die Erklärung dafür, dass unsere Exporte von einem Rekord zum anderen rennen, dass unsere Außenhandelsüberschüsse immer mehr wachsen, dass die Entwicklung unserer  Löhne weit hinter ´den wichtigsten Konkurrenzländern zurück gebleiben sind. Jammern kann jeder - aber: Fakten zu interpretieren, da wird es eng.

Ach noch was: Könnt ihr mal erklären, warum die EU-Beitrittsländer trotz der niedrigen Löhne und offener Grenzen zum Westen Außenhandelsbilanzdefite haben?  

03.07.04 17:11

24273 Postings, 7686 Tage 007BondWie weit soll das noch gehen?

Die nächsten möglichen Schritte:

Der 12-Stunden Arbeitstag ohne Lohnausgleich - dann
Die 7-Tage-Woche ohne Lohnausgleich - dann

Einführung von Kinderarbeit, weil diese noch billiger ist?

Aber Kinderarbeit gibt es ja bereits heute - gerade Unternehmen und "Marken"-Artikel, die eine hohe Qualität bieten, werden nicht selten in Billiglohnländern eben besonders billig von Kindern produziert. Das wird in der "feinen" Gesellschaft eben nur totgeschwiegen ...

 

03.07.04 17:19

243 Postings, 6200 Tage Brody@007:Ganz Primitiv, bis Angebot und Nachfrage sich

aufheben. Ist leider so.

Gruß Brody

 

03.07.04 17:27

191 Postings, 6064 Tage haerte10ADDY

Nur ein paar Gedanken zu einem Thema mit dem man Bücher füllen könnte:
- Aufbau eines kriegszerstörten Landes
- ehemalige globale Blockbildung (daraus resultierendes Wettrüsten und entsprechende Innovationen)
- von Anfang an ein Leben auf Pump
- überzogene Forderungen der Gewerkschaften (z.B. 35 Std. Woche bei vollem Lohnausgleich), die auf die Unternehmen enormen Rationalisierungsdruck ausübten (Woher kommen denn die niedrigen Lohnstückkosten in einigen Bereichen und wieviel Beschäftigte haben diese Unternehmen im internationalen Vergleich?).
- schätzungsweise 15 Prozent der Bevölkerung leben mittlerweile komplett vom sozialen Netz plus die zusätzliche Verwaltung, die dies managen muss.
- noch heute ein fast barrierefreies Zugreifen auf die sozialen Systeme von allen Seiten ohne wirkliche Kontrolle
- Einbindung der DDR bei einer total verfehlten Zuwanderungspolitik plus Aufnahme der Russlanddeutschen
- immense handwerkliche und politische Verfehlungen in einem satten Staat (Fusch am Bau)
- ein viel zu schnelles Vorpreschen in ein offenes Europa mit einem gewaltigen Gefälle im Lebensstandard ohne in der Lage zu sein, dass eigene Heim in Ordnung zu halten.
- Vergleiche Konkurrenzfähigkeit und Flexibilität im Gesamten und in Einzelkomponenten im internationalen Vergleich.
- etc.
 

03.07.04 17:36

21799 Postings, 7728 Tage Karlchen_IJo - und dann noch die Rechtschreibschwächen in

deutschen Bevölkerung.  

03.07.04 17:37

12850 Postings, 6957 Tage Immobilienhaiwie wärs einfach mal damit, das die herren

unternehmer mal mit gutem beispiel vorangehen und anfangen den eigenen lebenstil der leistungskraft der firma anzupassen anstatt über die zu teure belegschaft zu meckern. kann ja nicht sein, dass in jeder 3-mann-malerklitsche der chef mit minimum dickem 5er eher 7er bmw, oder was vergleichbares von mercedes oder audi rumfährt, der zweitwagen der frau, der familienurlaub und alles mögliche über die firma abgerechnet wird, und dann wird geschriehen, das die angestellten, die den ganzen luxus erst ermöglichen zu teuer sind.

so siehts doch meistens aus. die firma faktisch pleite, aber der obermotz fährt immer noch die neuesten und größten autos und gönnt sich ein sattes chef-gehalt.  

03.07.04 17:37

24273 Postings, 7686 Tage 007Bond@Brody

Nonsens. So lange, bis die Masse sich dagegen wehrt! Karlchen_I hat es auf den Punkt gebracht. Deutschland war und ist auch heute noch Exportweltmeister. Wäre die Wettbewerbsfähigkeit nicht gegeben, wäre dies nicht so.

Ein wenig verwundert es mich schon, wie einige Wenige in dieser Gesellschaft in der wir leben es schaffen, die Massen wie Viehzeug zu halten, zu melken und anschließend auf die Schlachtbank zu führen. Meine Schlussfolgerung: Das Übel dieser Gesellschaft hat seine Wurzel im Egoismus.  

03.07.04 17:43

24273 Postings, 7686 Tage 007Bond@immobilienhai

Genau, das ist der Punkt!  

03.07.04 17:49

243 Postings, 6200 Tage Brody@007: Nonsens? bei über 10% Arbeitslosen

Wenn die Arbeitslosenqute zwischen 4 bis 5% liegen würde, könnte es die Wirtschaft verkraften, aber nicht dauerhaft über 10%. Ein Blick nach Schweden und England genügt. Reformen kommen früher oder später und sie tuen weh.

Gruß Brody  

03.07.04 18:09

24273 Postings, 7686 Tage 007Bond@Brody

Eine schwächelnde Wirtschaft lässt sich nicht durch eine schwächer werdende Kaufkraft stärken.  

03.07.04 19:03

191 Postings, 6064 Tage haerte10Karlchen und Co.

An eurer Stelle würde ich es mal mit einem eigenem Unternehmen probieren. Wenn Deutschland etwas wirklich braucht, dann sind es Unternehmensgründungen. Ihr könnt dann ja auch im Sinne eurer zukünftigen Mitarbeiter alles besser machen. Freue mich schon auf eure Erfahrungsberichte.  

03.07.04 19:09

129861 Postings, 6280 Tage kiiwiiWieso schwächeln Wirtschaft und Kaufkraft, wo wir

doch "Exportweltmeister" sind ?

Und wieso haben andere Länder, in die unsere Industrie gerade abwandert, Aussenhandelsdefizite ?

Und überhaupt: wieso wandert unsere Industrie gerade ab, wo unsere Lohnstückkosten doch so wettbewerbsfähig sind ?

Und wieso wandert eigentlich kein Industriebetrieb zu (ausser GE)?

Und wieso produziert Opel den Zafira in Gleiwitz und nicht in Rüsselsheim ?

(Und Deine Statistiken lass mal in der Schublade; Erklärungen sind gefragt)


Nur mal so ein paar Fragen.

Kerlchen, kanst Dir Zeit lassen mit der Beantwortung; ich geh jetzt zum Italiener.



 

03.07.04 19:14

129861 Postings, 6280 Tage kiiwiihaerte 10: wer in Deutschland ein Unternehmen

gründet, ist ein Rindvieh und steht mit einem Bein schon vor dem Insolvenzgericht.

Die Rendite eines investierten EUROs ist nirgends niedriger als in Deutschland.

Go east, young man.  

03.07.04 19:25

1025 Postings, 7007 Tage J.R. EwingKarlchen I

Zwei Anmerkungen:

Erstens: Das mit den angeblich so grandiosen Exportüberschüssen hatten wir hier schon mehrfach diskutiert. Ich habe dabei stets darauf hingewiesen, dass der wertmäßige Anstieg der deutschen Exportleistung in der Vergleichsstatistik primär darauf zurückzuführn ist, dass die Bewertung auf Dollarbasis erfolgt. Weil der Euro in den letzten 2 Jahren deutlich gegenüber dem Dollar zugelegt hat, fällt auch wertmäßige Exportvolumen naturgemäß höher aus.
Außerdem wird die deutsche Exportwirtschaft in erster Linie von der Großindustrie (speziell Automobil- und Maschinenbau) getragen. Das Gros der Arbeitsplätze aber wird im Klein- und Mittelstand bereitgestellt (70-80%). Und der hat unter hohen Personalkosten in Deutschland, die vor allem eine Folge der Lohnnebenkosten sind, zu leiden. Die Folge, noch verstärkt durch die schlechte konjunkturelle Situation: Arbeitsplatzverluste durch Personlakürzungen bzw. Insolvenzen

Zweitens: Was die Lohnstückkosten betrifft, so sollte man zunächst einmal genau definieren, was unter diesem betriebswirtschaftlichen Begriff eigentlich zu verstehen ist. "Die Lohnstückkosten ("Lohnkosten pro Stück") bezeichnen den Anteil der Arbeitskosten, die auf eine Produkteinheit entfallen ('Wie viel Lohnkosten stecken in einem Auto?'). Man errechnet die durchschnittlichen Lohnstückkosten für eine Volkswirtschaft, indem man die Arbeitskosten je Arbeitnehmer ins Verhältnis setzt zu der erbrachten Wirtschaftsleistung je Erwerbstätigen (Produktivität)." Soweit die Definition des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Die niedrigen Lohnstückkosten in Deutschland sind das Ergebnis massiver Rationalisierungen in den letzten 20-30 Jahren, hervorgerufen durch die hohen Arbeitskosten. Oder platter formuliert: Weil die menschliche Arbeitskraft hierzulande sehr teuer ist, haben die Unternehmen verstärkt in Maschinen investiert. Dank der Mikroelektronisierung sind es längst nicht mehr nur Großunternehmen, die Arbeit durch Kapital ersetzen, sondern auch klein- und mittelständische Unternehmen, in denen wie gesagt die meisten Menschen Beschäftigung finden.

Nun noch zur Frage, warum denn deutsche Unternehmen ins osteuropäische Ausland gehen, wenn dort die Lohnstückkosten scheinbar so hoch sind. Hierzu wiederum ein Zitat aus einem Bericht des IW Köln: "Die Lohnstückkosten sind dann besonders niedrig, wenn sich niedrige Arbeitskosten mit einer hohen Produktivität kombinieren lassen. Das ist oft bei Direktinvestitionen in Niedriglohnländer möglich. Denn bei einer Produktionsverlagerung ins Ausland wandern auch der heimische technische Standard und das Know-how mit."

Karlchen, die von Dir genannten Lohnstückkosten in Osteuropa sind eine Gegenwartsbetrachtung ausgehend vom technischen Standard der dortigen einheimischen Unternehmen. Wenn deutsche bzw. westeuropäische und US-Firmen dort aktiv werden, bringen sie ihr Know How mit. Das wird sich recht schnell auch auf die Lohnstückkosten auswirken, denn man braucht dank der modernen Technik in relativ geringem Umfang menschliche Arbeitskraft, die man erstens sehr produktiv einsetzen kann (hoher Output pro Mannstunde) und zweitens auch noch relativ preisgünstig bekommt.

J.R.  

04.07.04 10:34

191 Postings, 6064 Tage haerte10@54reab

zu deinen Ausführungen hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Deutschland. Ich halte Langfristprognosen nicht für besonders zuverlässig. Man sollte sie zwar mit ins Kalkül nehmen, aber nur darauf aufzubauen ist unverantwortlich.

Die Zuwanderung nach Deutschland ist nicht gestoppt. Was aus den neuen EU-Ländern noch alles auf uns zukommt, liegt allenfalls im Bereich der Prognose. Auch wenn gesagt wird, dass wir nun Möglichkeiten haben diese mögliche Zuwanderung wieder rückgängig zu machen, ist damit noch keinesfalls unser tatsächliches Handeln auch bestimmt. Auch schon heute hätten wir die Möglichkeiten mehr Menschen des Landes zu verweisen. Spätestens wenn die ersten Bilder von gebrochenen Menschen mit weinenden Kindern in den Armen über die Bildschirme flimmern, gehen die Diskussionen über Menschlichkeit und unsere Verantwortung wieder los. Und viele Entscheidungen werden zukünftig durch einen europäischen Einfluss bestimmt sein.

Wieviel Arbeitsplätze nun tatsächlich abwandern steht noch überhaupt nicht fest. Wir stehen hier gerade am Anfang einer Entwicklung. Welcher Unternehmer, der seine Abwanderung in den nächsten Jahren plant, wird dies jetzt öffentlich machen. Die Verhandlungen, die er dbzgl. jetzt schon führt, wird er höchstwahrscheinlich auch bei einer geänderten Lage in der BRD umsetzen. Und dies betrifft keinesfalls nur die grossen AGs, sondern den ganz normalen Mittelstand. Die Verlockungen und Möglichkeiten in den neuen EU-Ländern und vielleicht auch schon darüber hinaus sind viel zu gross, als dass nicht in jedem Unternehmen zumindest darüber nachgedacht wird.

Was ist eigentlich wenn in einigen Jahren das Kinderkriegen wieder in Mode kommt? Wir uns vielleicht sogar wieder über der Geburtenrate von 2,1 bewegen. Schon wäre sämtliche Planungen über den Haufen geworfen, bzw. würden sich extrem negativ auswirken.

Bei all den vielen Unwägbarkeiten beim Blick in die Zukunft, eines dürfen wir garantiert nicht tun: Weiterhin Armut in unser Land importieren  

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