# Anschlagsgefahr und Wahlrallye #

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eröffnet am: 09.07.04 20:01 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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09.07.04 20:01

969654 Postings, 6203 Tage moya # Anschlagsgefahr und Wahlrallye #

Anschlagsgefahr und Wahlrallye - wie positionieren Sie sich richtig

von Jochen Steffens

Eigentlich passt heute alles ins Konzept. Die Ölpreise steigen, die Märkte fallen. Und dann kommt noch eine Terrorwarnung. Sie wissen, ich hatte fast schon angefangen mir Sorgen zu machen, dass die Rallye zu früh startet. Das wäre nicht gut gewesen, wo sollen die Märke hin, wenn alles 5 Monate lang steigen soll. Wahrscheinlich werden wir den Juli noch durchhungern müssen und dann, im August, werden die Ölpreis plötzlich fallen, schließlich erhöht offiziell die Opec ab August erneut die Förderquoten. Das könnte ein Auslöser sein. Wahrscheinlich ist bis dahin auch die Yukos Pleite aus dem Markt oder eingepreist, die Streiks in Nigeria haben ein gutes oder schlechtes Ende gefunden, die Amerikaner stellen ihre strategischen Käufe komplett ein, Ölfirmen, die Bush unterstützten wollen, drücken den Ölpreis zusätzlich - ein perfektes Szenario.

Doch immer, wenn man sich in ein Szenario "verliebt" hat, sollte man vorsichtig werden und dieses hin und wieder skeptisch überprüfen: Was wäre wenn ...

Und da bin ich über einige Ungereimtheiten gestolpert. Von einem amerikanischen Bürger habe ich gehört, dass einige religiös-konservativen Kreise in Amerika mit großem Entsetzten auf die Nachrichten über Folter durch US-Soldaten im Irak reagiert haben.
Insbesondere als immer deutlicher wurde, dass dieser Skandal Wellen bis in die US-Regierung schlug. Dieser Folter Skandal hat Bush in den eigenen Reihen eine Menge Rückhalt gekostet. Von der Stimmung der Bevölkerung in den USA ganz schweigen. Bush steckt im Moment in den USA im Umfragetief.

Könnte es sein, dass Bush durch die vielen Katastrophen in seiner Amtszeit, wie dem missratenen Irakkrieg, sich verschärfende Probleme im mittleren Osten, die Isolation der USA in der Weltengemeinschaft, aufgrund des desolaten Zustands seiner Regierung nach dem Folterskandal, den Rückhalt in der Großindustrie Amerikas verloren hat?

Das ist eine entscheidende Frage. Ich bin im Moment allerdings davon überzeugt, dass eine miserable Bushregierung den meisten Konservativen wesentlich lieber ist, als ein (aus ihrer Sicht) "wischiwaschi" Kerry.
Aus diesem Grund denke ich, dass sie immer noch Bush unterstützen.

Eins scheint jedoch sicher, sollte der Ölpreis weiter steigen, beziehungsweise hoch bleiben, sollten die Märkte weiter seitwärts oder abwärts tendieren, sollten die Unternehmen ihre Prognosen für das dritte Quartal nicht anheben, sollte die allgemeine US-Wirtschaftskraft bis zur Wahl weiter abflauen, dann wird Bush NICHT wiedergewählt. Es würde mich jedoch wundern, wenn die Bush Getreuen, das so einfach zulassen würden.

Immer noch gilt, wenn kurz vor oder im August die Ölpreise fallen, können Sie zunächst vorsichtig Long-Positionen aufbauen und diese nach und nach weiter ausbauen.

Ein Hinweis noch zur Terrorwarnung: Die neue Terrorwarnung hat noch nicht zu einer Erhöhung der Sicherheitsstufe in den USA geführt, dafür ist sie offensichtlich zu wenig detailliert. Nach einem Bericht der "New York Times" zufolge, soll Bin Laden selbst, seine Anhänger zu Anschlägen in den USA aufgerufen haben.

Insgesamt ist die Terrorgefahr vor der US-Wahl natürlich deutlich erhöht. Nach dem zweifelhaften Erfolg der EL-Kaida in Spanien, könnten die Terrororganisation natürlich auch in den USA versuchen, die Wahl zu beeinflussen. Das ist die Gefahr, die über allen Bullen schwebt.

Um sich gegen diese Gefahr abzusichern, empfiehlt es sich, Ihre Long-Positionen im Vorfeld der Wahl abzuhedgen (abzusichern). Das heißt, Sie kaufen ein paar langfristig ausgerichtete Short-Zertifikate auf den Dax, deren Strike weit genug weg ist. Sollten ein Anschlag die Märkte erschüttern, verkaufen Sie auf dem Tief die Short-Positionen und können damit einen Teil der Verluste der Long-Positionen ausgleichen. Dann warten Sie auf die übliche technische Gegenreaktion, um aus den Long-Positionen auszusteigen.

Sollte es keinen Anschlag geben, es aber zu einer Wahlrallye kommen, verkaufen Sie im Umfeld der Wahl die Long-Positionen und warten auf den Einbruch, der 2005 folgen sollte. Bei fallenden Märkten sollten Sie die Short-Zertifikate wieder verkaufen.
 

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