Aktienexperten halten an Prognosen fest

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eröffnet am: 01.02.05 11:20 von: bammie Anzahl Beiträge: 1
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CHRISTIAN SCHNELL HANDELSBLATT, 1.2.2005 FRANKFURT/M. Der schlechte Start ins Börsenjahr 2005 hat nach Ansicht internationaler Aktienstrategen keine negativen Auswirkungen auf die insgesamt positiven Prognosen für das Gesamtjahr. Entgegen den optimistischen Vorhersagen, mit denen nahezu alle Banken ins neue Jahr gingen, hatten gerade die bedeutenden Indizes an der Wall Street im Januar deutlich verloren. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schaffte durch zwei starke Handelstage zum Monatsausklang zumindest noch ein ausgeglichenes Ergebnis. Dabei hatten doch alle auf den "Januar-Effekt" gesetzt: Unter Börsianern gilt der erste Monat des Jahres als besonders renditereich.

Nur elf Mal verzeichnete der Dax in den vergangenen 40 Jahren im ersten Monat des neuen Jahres einen Verlust. Für den weiteren Jahresverlauf verhieß dies nichts Gutes: Misslang der Auftakt an der Börse, lag die Rendite zum Jahresende im Schnitt bei mageren 1,7 Prozent, haben die Analysten der WestLB errechnet.

Für den schlechten Start in das laufende Jahr macht Peter Oppenheimer, Chefstratege bei Goldman Sachs in London, zwei Gründe verantwortlich. Zum einen seien die weiter anziehenden US-Leitzinsen der Grund für Belastungen an den Aktienmärkten. Für die Sitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch gilt es unter Strategen als ausgemacht, dass dort die Leitzinsen zum sechsten Mal in Folge seit Juni vergangenen Jahres auf dann 2,5 Prozent angehoben werden. Des Weiteren müssen die internationalen Aktienmärkte noch den starken Anstieg im Dezember verarbeiten.

"Wir haben weiterhin eine Schaukelbörse", sagt Gerhard Schwarz von der Hypo-Vereinsbank. Im vergangenen Jahr entwickelten sich die Märkte im ersten und dritten Quartal negativ, im zweiten und vierten Quartal hingegen positiv. Solange der generelle Trend aber nach oben zeigt, ist der unerwartet schlechte Start ins Börsenjahr nicht beängstigend. Ausschlaggebend ist dabei auch, dass es derzeit keine neuen Trends an den internationalen Aktienmärkten gibt. "Themen wie die Abschwächung der Frühindikatoren, die starke Nachfrage nach Öl und Rohstoffen und die Schwankungen am Devisenmarkt haben bereits im vergangenen Jahr das Geschehen bestimmt", sagt Gerhard Schwarz.

Dabei spielt die Stärke des Ölpreises nach Ansicht von Peter Oppenheimer aktuell keine so dominante Rolle mehr wie in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. "Der Ölpreis notiert nun bereits seit längerem auf hohem Niveau, so dass er zwar weiterhin das Wachstum bremst, aber auch ein gewisser Gewöhnungseffekt eintritt", sagt er.

Eine Erklärung haben die Experten auch dafür, dass die hohen Ausschüttungen, die traditionell im Januar zu beobachten sind, den Aktienmarkt nicht nach oben treiben. Die vielen Platzierungen von Paketen großer Titel wie beispielsweise der Allianz hätten einen Großteil dieses Kapitals gebunden, heißt es.

Insgesamt deckt sich die aktuelle Entwicklung mit einem von Goldman Sachs vorgelegten dreistufigen Modell, das in seiner ersten Phase zwischen März 2003 und März 2004 eine starke Erholung, anschließend ein Abflachen der Kurve und nun in der dritten Phase ein deutlich komplizierteres Szenario zeigt. Hier spielen als positive Indizien die insgesamt größere Klarheit über die volkswirtschaftliche Entwicklung, die attraktive Bewertung von Aktien vor allem gegenüber Anleihen, die anhaltend starken Unternehmensbilanzen und der durchaus überschaubare Dollar-Verfall ein Rolle. Auf der Gegenseite stehen dem ein langsameres Gewinnwachstum und das Risiko steigender Anleiherenditen gegenüber, die insgesamt für größere Schwankungen sorgen.

Manch einer betrachtet den verhaltenen Start ins Jahr denn auch als heilsamen Schock zur rechten Zeit. "Was die Märkte jetzt brauchen, ist eine größere Stabilität der Erwartungen", heißt es von den Experten der WestLB. Die starken Schwankungen der ökonomischen Szenarien in den vergangenen Wochen hätten die Investoren indes eher zur Zurückhaltung veranlasst.

Fehlstart im Januar.

Deutschland: Zwei starke Handelstage zum Monatsausklang haben den Dax zumindest das Niveau vom Jahresanfang erreichen lassen. Gleiches gilt für den TecDax.

Europa: Deutlich besser als der deutsche Aktienmarkt begannen die Märkte in London, Paris, Zürich und Amsterdam das Jahr. Spitzenreiter ist der niederländische AEX mit einem Plus von über drei Prozent.

USA: Wesentlich schlechter fällt die Monatsbilanz an der Wall Street aus, die den schlechtesten Start seit über 30 Jahren hinlegte. Dort hat der maßgebliche Dow-Jones-Index etwa drei Prozent eingebüßt.

Japan: Mit einem Verlust von rund einem halben Prozent startete der Nikkei-225-Index ins Jahr 2005.  

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