Aktien- Liebling 2001

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eröffnet am: 19.12.01 20:12 von: Arbeiter Anzahl Beiträge: 4
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19.12.01 20:12
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4428 Postings, 7151 Tage ArbeiterAktien- Liebling 2001

Liebling 2001
Viva mit neuer Größe nach Kölner Medien-Ehe

von Ralf Andreß  

Die sonst so schillernde Medienwelt gehörte im Börsenjahr 2001 zum Trübesten was der deutsche Aktienmarkt überhaupt zu bieten hatte. Einst märchenhaft anmutende Erfolgsgeschichten erwiesen sich am Ende als Horrorklamotten mit mäßiger B-Movie-Qualität - stellvertretend hierfür stehen Namen wie Em.TV ETV.ETR oder Kinowelt KNM.ETR. Beide stiegen am Börsenhimmel auf wie Kometen und sind inzwischen fast im Orbit der Anekdoten einer vergangenen Hausse verglüht. Aber das Großreinemachen bei Medienaktien traf auch große und klangvolle Namen wie Pro Sieben SAT 1 Media PSM.ETR. Die Fernseh-Aktie brach seit Januar um mehr als 80 Prozent ein.

Gründe für den Kursverfall der Fernseh-Aktie gibt es zwar mehrere, eine wichtige Rolle spielte aber in jedem Fall der brachliegende Werbemarkt mit dem die Privatsender unrettbar verbunden sind. Die Werbeeinnahmen brachen 2001 ein und verhagelten den Fernsehsendern die Bilanzen. Bei Pro Sieben SAT 1 spiegelt sich dies in einer imposanten Kette von Umsatz- und Gewinnwarnungen wider. In mehreren Schritten wurde aus einem erwarteten Ergebnisplus im zweistelligen Prozentbereich ein prognostizierter Einbruch von beinahe 50 Prozent beim Gewinn und ein Umsatzrückgang von rund sieben Prozent. Und damit steht die Kirch-Senderfamilie nicht allein da. Auch bei der RTL Group RTL.ISE AUO.ETR wird der Gewinn deutlich hinter dem Vorjahr zurückblieben. Trübe Aussichten im ganzen Fernsehland...



Vivas Erfolg verspottet die Spötter


Im ganzen Fernsehland? Nein! Ein von unbeugsamen Kölnern betriebener Kleinsender hört nicht auf Widerstand zu leisten und sich gegen die maue Lage am TV- und Aktienmarkt zu stemmen. Im Gegensatz zu den übrigen Medien-Titel steht die Aktie der Viva Media AG VVM.ETR heute annähernd da, wo sie auch zu Jahresbeginn stand, angesichts der desaströsen Lage am Neuen Markt ein schöner Erfolg, der auch von den Geschäftszahlen untermauert wird. Statt in das allgemeine Wehklagen einzustimmen, konnte Viva seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des ?ach-so-schlechten?-Jahres um mehr als 12 Prozent steigern. Zu verdanken ist dies zwar vor allem der Auslandsexpansion, aber auch im Deutschland-Geschäft konnte Viva nach eigenen Angaben einen kleinen Zuwachs vorweisen. Damit trotzte der Musikkanal-Betreiber nicht nur dem negativen Markttrend sondern auch den Spöttern, die beim Börsengang im Sommer 2000 am Erfolg des Konzeptes von Viva-Chef Dieter Gorny gezweifelt hatten und sich im Wettstreit der Musiksender unmissverständlich auf die Seite von MTV stellten.

Sie haben sich getäuscht. Marktstudien zufolge hat Viva seinen härtesten Kontrahenten bei der für die Werbung hochattraktiven Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen deutlich abgehängt und auch den meisten anderen beim Börsengang genannten Zielen ist Dieter Gorny deutlich näher gekommen. So steht der Einstieg ins Radiogeschäft jetzt unmittelbar bevor und die Internationalisierung geht zügig voran. Nach den bereits in 2000 realisierten Markteintritten in Polen und der Schweiz folgte in diesem Jahr die Expansion nach Österreich, Ungarn und Italien. Weitere Schritte werden mit Sicherheit folgen.



Innovative Konzepte füllen die Kasse


Aber auch da, wo die Pläne zunächst nicht aufgingen, haben die Kölner Wege und Lösungen gefunden, die zum Teil sogar geschickter erscheinen als die einstigen Absichten. Dies gilt etwa für das bislang nicht realisierte Projekt einer eigenen Viva-Zeitschrift. An deren Stelle ist eine wöchentliche Beilage in der Bild am Sonntag getreten, womit Viva einen intelligenten und kostengünstigen Ersatz für ein eigenes Kiosk-Abenteuer gefunden hat. Gut gelöst wurden auch die Probleme der Verlustgeschäfte Internet und Viva Zwei. Für beide hat Viva mit AOL Time Warner AOL.NYS AOL.FSE einen potenten Joint-Venture-Partner gefunden, der zudem noch einen großzügigen 30-Millionen-Euro-Scheck in die ohnehin gut gefüllte Viva-Kasse (Cash-Bestand rund 50 Mio. Euro) legen wird. Der Startschuss für den neuen, gemeinsam mit AOL betriebenen Sender Viva plus fällt im Januar.

Das ist allerdings noch nicht alles, was der umtriebige Gorny im Jahr 2001 auf die Beine gestellt hat. Den letzten Coup landete Viva mit der inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Übernahme der ebenfalls am Neuen Markt notierten Brainpool TV BTV.ETR. Durch den Zusammenschluss mit dem Produktionsunternehmen (TV-Total, Die Wochenshow) entsteht ein kleines aber feines Kölner Medienhaus, in dem auch mancher Querdenker eine Heimstatt findet, der mit den Glamour?Attitüden anderer Medienhochburgen wenig oder gar nichts am Hut hat. Für den Brainpool-Erfolg stehen Namen wie Stefan Raab oder Anke Engelke, die über ein Beteiligungsmodell am Erfolg ihrer eigenen Sendungen profitieren. Neu hinzu gekommen ist jetzt die ehemalige Big-Brother-Moderatorin Aleksandra Bechtel, für die im Hause Brainpool ebenfalls neue Programm-Konzepte entwickelt werden. Bemerkenswert ist dies vor allem deshalb, weil potenzielle Bechtel-Shows vermutlich nicht im Comedy-Genre angesiedelt sein dürften ? für Brainpool bedeutet dies den Schritt aus der Lach- und Klamauk-Ecke in Richtung allgemeine Abendunterhaltung.



Break-Even für 2002 erwartet


Die Verbindung der Kölner Nachbarn scheint dabei durchaus sinnvoll, was sich schon darüber erklären ließe, dass sich sowohl Viva als auch die Brainpool-Produktionen vor allem bei den werberelevanten Jung-Sehern großer Beliebtheit erfreuen. Aber auch darüber hinaus ergeben sich einige überzeugende Vorteile. So kann Brainpool auf den nationalen und internationalen Viva-Kanälen neue Sendeformate oder neue Gesichter testen. Viva indes bleibt am Erfolg seiner Eigengewächse beteiligt, wenn diese in höhere Medien-Sphären aufsteigen (erinnert sei daran, dass etwa Stefan Raab oder Heike Makatsch ihre Karriere bei dem Musik-Sender begonnen haben). Gleichzeitig macht sich Viva durch das Lizenz-Geschäft von Brainpool unabhängiger von dem wankelmütigen Werbemarkt, der bis dato für weit über 90 Prozent der Erlöse verantwortlich war. Entscheidend ist dabei, dass keiner der beiden Partner den anderen subventioniert.

Im Gegenteil. Unternehmen und Analysten gehen davon aus, dass sowohl Viva als auch Brainpool im kommenden Jahr schwarze Zahlen vorlegen werden, was im Falle von Viva eine Vorziehung des angepeilten Break-Even um mehr als ein Jahr bedeutet. In der Summe soll die ?neue? Viva in 2002 einen Umsatz von rund 125 Millionen Euro und ein Ergebnis von 40 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen erwirtschaften. Darin enthalten ist allerdings die einmalige Sondereinnahme aus dem Joint-Venture mit AOL Time Warner in Höhe von 30 Millionen Euro, so dass sich ein bereinigter Gewinn von gut 10 Millionen Euro ergibt.



Hoffnungen auf Nemax-50 Kandidatur


Aber auch aus aktientechnischer Sicht wird der bislang oft vernachlässigte Medien-Titel attraktiver, da sich mit der Übernahme der Streubesitzanteil erhöht. Gleichzeitig steigt Viva auch mit Blick auf die Börsenkapitalisierung in eine neue Liga auf, die in zunehmendem Maße auch institutionelle Investoren anlocken könnte. Wenn damit auch eine Belebung der Börsenumsätze einhergeht, dann kann Viva in absehbarer Zeit auch ein Kandidat für den Nemax-50 werden. Die ersten Reaktionen auf Analystenseite waren in jedem Fall sehr positiv und sowohl nationale als auch internationale Adressen bescheinigen der Aktie weitere Kurs-Chancen. Sowohl die Commerzbank als auch HSBC empfehlen die Kölner zum Kauf, Merrill Lynch rät zu akkumulieren, während WestLB Panmure zum Ergebnis "Outperformer" kommt.

Ob und wann das Potential erschlossen wird, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wie sich der weitere Nachrichtenfluss aus Köln gestaltet. Mögliche Themen gibt es genug: Im Laufe des ersten Halbjahres sind erste Erkenntnisse über den Erfolg des neuen Fernsehsenders Viva plus und der Radio-Aktivitäten zu erwarten. Mit Spannung warten die Börsianer auf die Verwendungspläne des hohen Cash-Bestandes und die Bestätigung der Break-Even-Prognose. Hinzu kommt die Wette auf die Konjunkturerholung, bei der die werbeabhängigen Fernseh-Werte zu den ersten Gewinnern gehören könnten, und die Hoffnung auf eine breitere Beobachtung durch die Analystengemeinde mit der Viva endgültig aus dem Schatten treten könnte. Möglich, dass damit die mit Blick auf die Wertentwicklung beste deutsche Medien-Aktie des Jahres 2001 auch im neuen Jahr zu den Gewinnern zählt.



Viva-Barometer


 
  • Break-Even für 2002 erwartet


tripod.de  
  • hoher Cash-Bestand


tripod.de  
  • erfolgreiche Übernahme von Brainpool TV


tripod.de  
  • Partnerschaft mit
    AOL Time Warner


 
  • Innovative Konzepte


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  • Werbemarkt weiterhin unsicher


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  • Realisierung des Potentials hängt stark von weiterem Newsflow ab


tripod.de  
  • Wert von Analysten noch unbeachtet

multexinvestor

 

19.12.01 21:32

4428 Postings, 7151 Tage ArbeiterOpenTV

Liebling 2001
OpenTV steht vor einer großen Karriere

von Michael Heimrich  

Mangelnde Bequemlichkeit ist ein wesentlicher Grund, warum sich das Internet bislang nicht zum Netz aller Netze entwickelt hat. Während Internet mit Maus, Tastatur und Web-Adressen funktioniert, reicht bei den Anwendungen von OpenTV OPTV.NAS OTVA.FSE, dem weltweit führenden Entwickler und Anbieter von interaktiven TV- und Medienlösungen, eine Fernbedienung völlig aus. Die Deutsche Banc Alex. Brown erwartet deshalb auch, dass der Fernseher das Internet als Verkaufskanal ausstechen wird.

OpenTV dürfte nach Einschätzung vieler Analysten erst am Anfang einer großen Karriere stehen. Denn das als Joint Venture aus dem französischen Elektronikkonzern Thomson PTMM.PSE TNM.ETR und dem US-Serverspezialisten Sun Microsystems SUNW.NAS SSY.FSE hervorgegangene kalifornische Unternehmen hat sich mit der Übernahme des Internetsoftwarespezialisten Spyglass die Schlüsselposition beim Aufbau einer Infrastruktur für interaktives Fernsehen (iTV) geschaffen.



?Flimmerkiste? entwickelt sich zu einem multifunktionalen Gerät


Mit Hilfe der Technik von OpenTV können sich ?couch potatoes? per Knopfdruck zum Beispiel alle Filme, die ein Sender via ?pay per view? zur Verfügung stellt, auf der Mattscheibe anzeigen lassen. Ein weiterer Tastendruck und der favorisierte Film beginnt zur gewünschten Uhrzeit. Nutzer können sich obendrein mit Online-Spielen die Zeit vertreiben, aktuelle News und Wetterberichte abrufen, Bankgeschäfte erledigen, Mails versenden oder auf Shoppingtour gehen. Das ?One-Click-Shopping?, mit dem Zuschauer per Tastendruck einkaufen können, ließ sich OpenTV sogar patentieren. Die Beispiele zeigen: Die gute alte Flimmerkiste entwickelt sich durch die Lösungen von OpenTV zu einem multifunktionalen Gerät. Der Markt ist riesig: Bis 2006 soll die Zahl der Haushalte, die iTV empfangen können, weltweit auf 357 Millionen anwachsen.

Eine wichtige Einnahmequelle für OpenTV ist der Softwareverkauf. Der iTV-Spezialist kooperiert hier mit allen namhaften Set-Top-Box-Herstellern. Diese Zusatzgeräte machen iTV erst möglich. Ein zweites Standbein bilden Lizenzerlöse von Sendeanstalten und Softwareentwicklern. Ein Vorteil: Die Stellung als sogenannter Rundumanbieter macht das Unternehmen aus Mountain View unabhängig vom Wachstum der Endkunden. Die Lösungen von OpenTV sind inzwischen weltweit in mehr als 20 Millionen Set-Top-Boxen installiert. Sieben Millionen davon haben auch den ebenfalls von OpenTV entwickelten Internet-Browser Device Mosaic eingebaut. Zum Vergleich: Ende 2000 liefen die Lösungen der Amerikaner erst in 13,4 Millionen Set-Top-Boxen. Mehr als 45 digitale Kabel-, Satelliten- und terrestrische Kommunikationsnetzwerke in über 50 Ländern - darunter auch der europäische Pay-TV-Marktführer BSkyB - nutzen inzwischen die Technologie der Kalifornier.



Rekorderlöse ebnen den Weg zum ?break even?


Trotz deutlich gestiegener Erlöse ist OpenTV im dritten Quartal 2001 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust pro Aktie kletterte von 0,06 auf 0,10 Dollar, lag damit aber im Rahmen der zuvor von J.P. Morgan Chase und Merrill Lynch abgegebenen Schätzungen. Das EBITDA sank um 31 Prozent auf 8,8 Millionen Dollar. Der Umsatz gab gegenüber dem Vorquartal um 11 Prozent auf 25,1 Millionen Dollar nach. Nach Einschätzung von Merrill Lynch wird das vierte Quartal etwas schlechter verlaufen.

Die Analysten haben deshalb ihre Prognosen für das Gesamtjahr etwas gesenkt. Nachdem OpenTV im vergangenen Geschäftsjahr bereits Rekorderlöse in Höhe von 63,1 Millionen Dollar erzielt hatte, dürfte nach Einschätzung von J.P. Morgan Chase und Deutsche Banc Alex. Brown der Umsatz 2001 um gut 50 Prozent auf etwa 96 Millionen Dollar in die Höhe schnellen. Für das kommende Jahr erwarten beide Investmenthäuser Erlöse in Höhe von 111 bzw. 133 Millionen Dollar. OpenTV wird nach Analystenkonsens 2001 einen Fehlbetrag von -0,22 Dollar pro Anteilsschein bilanzieren. Ein Jahr später soll dann schon mit -0,08 Dollar der ?break even? fast in greifbare Nähe rücken. Derzeit sind die Titel auf Basis der konservativsten 2002er Schätzung mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 5,3 noch immer recht ambitioniert bewertet.



Massenmärkte USA und Deutschland im Visier


Um so rasch wie möglich den Sprung in die Gewinnzone zu schaffen, hat sich OpenTV einiges vorgenommen. So sollen jetzt die Massenmärkte USA und Deutschland ins Visier genommen werden. Denn hier sind die Umsätze noch marginal. Erste Brückenköpfe in Deutschland sind der Kabelnetzbetreiber Primacom und das FUN-Netzwerk, über das unter anderem die öffentlich rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF ihre digitalen Angebote senden. Doch die Entwicklung schreitet zügig voran: So will der US-Konzern Liberty Media für 5,5 Milliarden Euro einen Großteil der Fernsehkabelnetze der Deutschen Telekom übernehmen und für digitales Fernsehen ausbauen. Die konkurrierende Callahan-Gruppe hatte bereits Anfang Oktober in Nordrhein-Westfalen die ersten Internet-Zugänge über das Fernsehkabel gestartet. Zwar liegt trotz aller bisherigen Bemühungen nach einer Studie des US-Marktforschungsunternehmens Forrester Research der Anteil der mit digitalen Fernsehkabeln ausgerüsteten deutschen Haushalte noch weit unter zehn Prozent. Doch schon 2006 könnte es nach einer Studie der Unternehmensberatung Mummert + Partner interaktives Fernsehen in ganz Deutschland geben. Dann böte sich erstmals die Chance, auch die 26 Millionen Internet-Verweigerer und Netz-Aussteiger für digitale Geschäfte zu erobern. Gute Chancen also für OpenTV, sich von dem noch zu verteilenden Kuchen ein großes Stück abzuschneiden.

In den USA ist der Satellitenbetreiber EchoStar ein erster bedeutender Partner. Mit Motorola hat obendrein der größte amerikanische Anbieter von Set-Top-Boxen OpenTV zum bevorzugten Entwicklungspartner für iTV-Applikationen erkoren. Nach Forrester sollen in den USA bis Ende des Jahres 15 Millionen Haushalte an ein digitales Fernsehkabelnetz angeschlossen sein, nach 8,7 Millionen im vergangenen Jahr. Besonders großes Interesse gibt es nach Einschätzung der amerikanischen Kabelbranche am Bezahlfernsehen auf Bestellung.



Japan lockt mit 55 Millionen TV-Haushalten


Auch in Japan hat OpenTV inzwischen erfolgreich Fuß gefasst. So haben der US-Softwarehersteller und der große Kabel-TV-Betreiber Jupiter Telecommunications vereinbart, gemeinsam interaktive Fernsehservices zu entwickeln. Beim Bieterverfahren konnte OpenTV übrigens neben anderen auch die Konkurrenten Liberate LBRT.NAS">http://www.investorscreen.de/entrium/chart/...hist=&bFunds=0>LBRT.NAS LBS.BER und Microsoft MSFT.NAS MSF.FSE aus dem Feld schlagen. Wichtiger noch ist allerdings, dass der japanische Markt mit etwa 55 Millionen TV-Haushalten als sehr lukrativ gilt. Nach Einschätzung von Merrill Lynch ist OpenTV auf einem guten Weg: Der Vertrag mit Jupiter Telekommunications werde in Zukunft weiter für großes Wachstum sorgen. Die Analysten stufen die Aktie deshalb mit ?Buy? ein.

Vor dem Jupiter-Deal hatten OpenTV und die in Europa unter ihrem Markennamen Panasonic bekannte Matsushita Electric Industrial Co Ltd. MSE.SQ1 MAT1.BER eine strategische Allianz zur Entwicklung einer interaktiven TV-Plattformlösung für den japanischen Markt geschlossen, die auch digitale Rundfunkstandards des Landes unterstützen soll. Ebenfalls in trockenen Tüchern sind Abkommen mit Austar United Communications, dem ersten Anbieter kommerzieller interaktiver TV-Services in Australien, und DIRECTV, einem Produzenten von Satellliten-TV-Services in Lateinamerika.



Analysten raten überwiegend zum Kauf


Konkurrenz muss Vorstandschef Jan Steenkamp derzeit kaum fürchten. Denn die Hauptrivalen Liberate und Microsoft können bisher nur vergleichsweise wenige bedeutende Kunden vorweisen. J.P. Morgan hat denn auch die Aktien von OpenTV in einer Ersteinschätzung mit dem Prädikat ?Long Term Buy? belegt. Mit einem Netto-Cash von 2,81 Dollar pro Aktie - bei 65,5 Millionen im Umlauf befindlichen Papieren sind das rund 184 Millionen Dollar - verfüge das Unternehmen über beste finanzielle Voraussetzungen, die Konkurrenten hinter sich zu lassen. Zudem machten solide Bilanzen und zahlreiche Kooperationen mit Netzwerkbetreibern die Titel für Anleger interessant. Das US-Investmenthaus erwartet, dass sich die Aktie in den nächsten zwölf Monaten allerdings zunächst einmal in einer Trading-Range zwischen vier und 10 Dollar bewegen wird. Käufe seien im unteren Bereich dieser Spanne anzuraten. Von zehn Investmenthäusern stufen drei die Papiere mit ?Strong Buy?, fünf mit ?Buy? und zwei mit ?Hold? ein. Das von ihnen formulierte durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 23 Dollar.

Und ganz aktuell: Open-TV und der Technologieprovider Amadeus AAD.FSE planen, gemeinsam einen Reisedienst für interaktives Fernsehen zu entwickeln und zu vermarkten. Amadeus bringt sein Vertriebssystem ein, das weltweit mit Airlines, Hotels, Reiseveranstaltern und Mietwagenfirmen verbunden ist. Anwender, die das Open-TV-Betriebssystem nutzen, können dann Reiseinformationen und Buchungsdienste in Zusammenarbeit mit Reisebüros und Fluggesellschaften einführen. Die Kooperation sollte sich auszahlen. Denn Untersuchungen haben ergeben, dass Reisen einer der wichtigsten Umsatzträger im interaktiven Fernsehen sein werden.



Neubewertung nach dem Crash


Dem Aktienkurs ist die bisherige Erfolgsstory nicht mehr anzusehen. Der Grund: Der Börsengang von OpenTV Anfang 2000 fiel noch in die Phase der Interneteuphorie. Damals schossen die Papiere vom Emissionspreis 20 Dollar um mehr als das Zehnfache in die Höhe. Als dann die Spekulationsblase platzte, stürzten die Aktien um 98 Prozent (!) ab. Inzwischen haben die Anleger umgedacht: Sie bewerten nun feste Kunden deutlich höher als virtuelle Clicks. Und da überzeugt OpenTV auf der ganzen Linie. Kein Wunder also, dass der Börsenwert des Unternehmens inzwischen wieder um mehr als 50 Prozent auf 548 Millionen Dollar gestiegen ist.

Die jüngste Kursrallye dürfte aber erst der Auftakt für eine längere Aufwärtsbewegung gewesen sein. Denn: Entwickelt sich das interaktive Fernsehen -wie von Experten erwartet - zu einem boomenden Markt und erreicht OpenTV die mittelfristig angestrebten Gewinnwachstumsraten von 75 Prozent, sind weitere Kurssprünge programmiert. Aktien von Internet-Firmen werden da kaum mithalten können.



Open TV Barometer


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  • Riesiges Marktpotential


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  • Nutzerfreundliche Technologie


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  • Wachstumsraten im hohen zweistelligen Bereich


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  • Gewinnschwelle in Sicht - Hoher Cash-Bestand


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  • Kooperationen mit großen Netzwerkbetreibern


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  • Branche noch in der Entwicklung


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  • Zwei große Konkurrenten im Nacken


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  • Aktie noch immer ambitioniert bewertet


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  • Angespanntes Börsenumfeld für Technologieaktien

multexinvestor

 

22.12.01 18:10

4428 Postings, 7151 Tage ArbeiterSenator

Liebling 2001
Senator, schon ein Schnäppchen?

von Wolfgang Mulke  

Hanno Huth tritt gerne im schwarzen Abendanzug auf, am liebsten im Kreise prominenter Schauspieler. Dann gönnt sich der Vorstands-Chef der Senator Entertainment AG  SNM.ETR gerne eine dicke Zigarre, aus gutem Grund. Anlass solcher Treffen ist oft die Verleihung eines Filmpreises, für beste Darsteller, Drehbücher, Regie- oder Verleihleistungen. Wenn im deutschen Filmgeschäft Ehrenlaub vergeben wird, räumte Huth bisher direkt oder indirekt kräftig ab. Erst vor wenigen Tagen erhielt der Kinofilm ?Chocolat? die ?Goldene Leinwand? der Filmtheaterbetreiber. Diese Auszeichnung wird für Filme vergeben, die innerhalb von 18 Monaten drei Millionen Zuschauer in die Lichtspielhäuser locken.

Höchst zufrieden dürfte Huth auch mit einer anderen Eigenproduktion sein. Der Kinofilm ?Das Experiment? brachte den Beteiligten reihenweise Anerkennung ein. Schauspieler Moritz Bleibtreu wurde vom Publikum zum ?Besten Hauptdarsteller? erkoren, die Produktion zum ?Besten Film des Jahres?. Schließlich landete ?Das Experiment? gar als deutscher Nominierungskandidat für den Oskar für die besten nicht-englischsprachigen Filme. Ob Huth sich bald mit Hollywood-Schönheiten ablichten lassen darf, wird im Februar 2002 entschieden.



Lieblinge enttäuschen oft am meisten


Der Blick in die eigenen Geschäftsbücher und die Notizen der Analysten dürfte dem Vorstand derzeit weniger Freude bereiten. Ende November musste die Berliner Filmfirma ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr kräftig nach unten korrigieren. Statt 40 gut Millionen Euro bleiben vor Zinsen und Steuern weniger als fünf Millionen Euro in der Kasse hängen. Damit verblasste der Glanz des letzten börsennotierten Sterns am Medienhimmel etwas. Aber es ist wohl häufig der Fall, dass die Lieblinge am meisten enttäuschen. Anders ist der Kurssturz in der Folge kaum zu erklären. Nachdem das Papier bei der Aufholjagd den Neuen Marktes um über hundert Prozent nach oben schoss, hat sich der Wert seit Preisgabe der Gewinnschätzung wieder mehr als halbiert. Für weniger als 2,40 Euro ist Senator derzeit zu haben. Das könnte ein Schnäppchenpreis sein. Immerhin hat ein Anteil schon einmal 35 Euro gekostet.

Das Konzept der am Kurfürstendamm residierenden Firma ist für langfristige Anleger interessant. 1979 hat Huth Senator als Verleihbetrieb gegründet und nach und nach zu einer festen Größe im deutschen Film ausgebaut. Seit 1991 produziert das Unternehmen Kinostreifen auch in Eigenregie. Den Auftakt bildete der Kassenschlager ?Manta - Der Film?. Eine Reihe von erfolgreichen Eigen- oder Koproduktionen folgten. Zu Schlagern an der Kinokasse oder bei den Kritikern avancierten beispielsweise die Streifen ?Comedian Harmonists? oder ?Aimee und Jaguar?. 1999 ging Senator an die Börse, um Expansionspläne voranzutreiben.



Klasse statt Masse


Das Unternehmen will die gesamte Wertschöpfungskette des Filmgeschäfts nutzen. Dazu gehört neben dem Filmverleihgeschäft in deutschen Kinos die Vermarktung der Rechte von Eigen- und Fremdproduktionen bei TV-Stationen, Video- oder DVD-Anbietern und neuen Medien. Wesentliche Grundlage dafür ist die Produktionsparte Senators, die durch verschiedene nationale und internationale Beteiligungen ausgebaut wurde. Damit erwirbt sich das Unternehmen unbegrenzte Rechte an Stoffen und Produktionen, die, erst einmal abgeschrieben, den Firmenwert ohne weiteren Aufwand steigern.

Senator konzentriert sich auf Qualitätsstoffe und will eher Klasse denn Masse ins Kino bringen. Vorerst letztes Glied in der Kette ist die im Jahr 2000 erfolgte Beteiligung an Deutschlands wichtiger Kinokette Cinemaxx AG  MXC.FSE. Die Hamburger betreiben bundesweit 34 Multiplex-Paläste mit 82000 Plätzen. Das Kalkül Senators ist schlüssig. Die Beteiligung erleichtert es dem Verleih, seine Filme in einspielträchtigen Häusern zu zeigen und in den Cinemaxx-Sälen für die eigenen Filme mit Trailern kostengünstig zu werben. Der Erfolg an der Kinokasse ist wiederum wesentlich für den weiteren Vermarktungserfolg. National sind die Wachstumsmöglichkeiten für Senator begrenzt. Deshalb baut das Unternehmen vor allem die internationalen Verbindungen aus. In den kommenden vier Jahren soll der Auslandsumsatz auf drei Viertel der Gesamterlöse steigen. Viele Analysten finden die Strategie überzeugend.



Beeindruckende Umsatzsteigerung


Die Umsatzsteigerungen der letzten Jahre waren beachtlich. 28 Millionen Euro erwirtschaftete Senator 1996, im vergangenen Jahr waren es bereits 108 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden gut 115 Millionen Euro erwirtschaftet, im Gesamtjahr werden bis zu 135 Millionen Euro erwartet. Das Ergebnis hielt nicht mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wird im laufenden Jahr von 34 Millionen Euro auf knapp fünf Millionen Euro sinken. Doch andere Ziele hat Senator erreicht. So konnte das Unternehmen seinen Marktanteil in deutschen Kinos binnen Jahresfrist von 2,4 Prozent auf sechs Prozent steigern. Eine neue Prognose über den weiteren Geschäftsverlauf und die Ertragsplanungen will das Unternehmen derzeit nicht abgeben.

Schon häufiger musste Senator unverhoffte Rückschläge hinnehmen. Die 25,1 Prozent schwere Beteiligung an Cinemaxx bescherte den Berliner im vergangenen Jahr einen herben Verlust. Der Anteil wurde nach Meinung vieler Kritiker zu teuer bezahlt und fraß durch die plötzliche Schieflage der Kinokette zusätzlich einen großen Teil des Jahresgewinns auf. 2001 muss Senator trotz Sanierung nach eigenen Angaben noch mit einem einstelligen Millionenbetrag für Ausgleich sorgen. Ab dem kommenden Jahr verspricht Huth einen Ergebnisbeitrag durch die Hamburger. Dennoch hält Senator an Cinemaxx als festen Baustein der Verwertungskette fest.



Aktie leidet unter schlechtem Sentiment


Eine Fehleinschätzung verhagelt Huth auch in diesem Jahr die Bilanz. Die britischen Blockbuster ?Harry Potter? und ?Herr der Ringe? räumen auf den Zuschauerbänken ab. Senator zog daraufhin den mit großen Erwartungen verbundenen Film ?The Others? aus dem Startblock zurück und verlegte die Premiere auf den Januar 2002. Derlei Ungewissheiten gehören ebenso wie erfolglose Produktionen zum Geschäft. Dies dürfte die langfristigen Aussichten Senators kaum beeinflussen.

Unangenehmer ist für Huth schon eher das schwere Fahrwasser, in das die Aktie geraten ist. Seit 18 Monaten kennen die Kurse von Medienaktien nur eine Richtung, es geht abwärts. Die Krise von EM-TV ETV.ETR, die Pleite von Kinowelt  KNM.ETR oder die schwache Entwicklung der ProSieben Media AG PSM.ETR  haben den Anlegern die Lust auf Medienwerte verhagelt. Senator selbst sieht sich klar unterbewertet. Der Buchwert Pro Aktie liegt Sprecher Karl-Wilhelm Homburg zufolge bei 6,10 Euro, zusammen mit den Assets errechnen sich danach 18 Euro. Dazu gehört vor allem der Filmstock von derzeit 400 Streifen.



Januar könnte neue Erfolge bringen


Analysten und Fondsmanager sind ob des trüben Umfelds der Medienwerte und vor allem der reduzierten Prognosen alles andere als begeistert. Die Landesbank Baden-Württemberg stufte das Papier auf ?reduzieren? zurück. Es sei davon auszugehen, dass die Planzahlen für das kommende Jahr deutlich nach unten revidiert werden müssen und die hohe Wachstumsdynamik nicht beibehalten werden könne, heißt es von der Bank. Helaba Trust gewährt den Berlinern ebenfalls nur eine Bewertung als ?neutral?. Die Hypovereinsbank sieht in Senator einen ?Underperformer?. Die Reihe solcher Empfehlungen ließe sich fortsetzen.

Kurzfristig erscheint die Hoffnung auf kräftige Kursgewinne daher gering zu sein. Erst müssen aus dem Unternehmen wieder gute Nachrichten kommen. Zunächst ist dies nicht in Sicht. Im Gegenteil. Senator will seine Finanzschulden neue ordnen. Wie dieser Schritt an den Märkten ankommt, wird sich in diesen Tagen zeigen. Freundlicher könnten die Aussichten im Januar werden. Dann bringt Senator mit ?The Others? und der deutsch-britischen Koproduktion ?Enigma? zwei aussichtsreiche Filme in die Kinos. Wenn Senator auf die Erfolgsspur zurückkehren kann, wird dies an den Börsen sicher honoriert.



Senator Barometer


tripod.de  
  • überzeugende Strategie


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  • internationale Expansion


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  • zahlreiche
    Kinoerfolge in den letzten Jahren


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  • starke Umsatzsteigerungen


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  • korrigierte Umsatzprognose


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  • Kurssturz seit Ausgabe von 35 auf 2,40 Euro


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  • stark sinkendes EBIT


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  • Sentiment gegenüber Medienwerten schlecht


multexinvestor


 

22.12.01 18:19

2529 Postings, 7591 Tage Linusklasse Darstellung, Arbeiter

bestens analysiert, werde mir vor allem Open TV nochmal genauer anschauen, gerade zum Thema MHP (Multimedia Home Plattform) passt die gesamte Strategie. Der Wert ist meines Erachtens ein gutes Langfristinvestment.

Gruss Linus  

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