Ach, hätten wir doch...

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neuester Beitrag: 11.11.11 14:04
eröffnet am: 11.11.11 13:25 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 4
neuester Beitrag: 11.11.11 14:04 von: sportsstar Leser gesamt: 214
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11.11.11 13:25
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Clubmitglied, 44298 Postings, 7313 Tage vega2000Ach, hätten wir doch...

http://www.michael-schoefer.de/artikel/ms1019.html

Gebetsmühlenhaft

Abschlusserklärung G20-Gipfel 2008: "Wir verpflichten uns zu gewährleisten, dass alle Finanzmärkte, Produkte und Akteure reguliert oder überwacht werden." [1]

Abschlusserklärung G20-Gipfel 2009: "Alle Finanzmärkte, -produkte und Marktteilnehmer müssen lückenlos und unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben, einer angemessenen Aufsicht oder Regulierung unterstellt werden." [2]

Angela Merkel 2010: "Über das Ziel, dass jedes Finanzprodukt, jeder Finanzplatz und auch jeder Akteur in Zukunft geregelt werden müsse, herrsche 'große Einigkeit'." [3]

Angela Merkel auf dem G20-Gipfel 2011: "Jeder Akteur, jeder Platz, jedes Instrument muss einer Regulierung unterworfen werden." [4]

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Wetten, dass es auch 2012 wieder heißen wird: "Jeder Akteur, jeder Platz, jedes Instrument muss einer Regulierung unterworfen werden." So will man Schattenbanken (z.B. Hedgefonds, Private-Equity-Gesellschaften) künftig stärker überwachen, versprachen die Staats- und Regierungschefs auf dem G20-Gipfel in Cannes. [5] Doch das hatten sie bereits auf dem G20-Gipfel 2008 in Washington zugesichert. Und was ist seitdem passiert? Faktisch nichts. Im Gegenteil, der Schattenbankenbereich ist unterdessen sogar noch angewachsen und umfasst heute Schätzungen zufolge ein Volumen von 60 Billionen US-Dollar, das macht ungefähr 25 bis 30 Prozent des globalen Finanzsystems aus. [6] 60 Billionen Dollar entsprechen fast genau dem Bruttoinlandsprodukt der gesamten Welt (2009: 57,9 Billionen). [7] Wenn da etwas schief geht, hilft kein Rettungsfonds mehr, so viel Geld hat niemand.

"Dies ist die letzte Chance", warnte Sarkozy vor dem G20-Gipfel. "Wir wollen eine Neugründung des Systems." Das sagte er allerdings schon 2009, im Vorfeld des G20-Gipfels in London. [8] So wie es derzeit aussieht, haben die Politiker ihre "letzte Chance" wahrscheinlich versiebt, die "Neugründung des Finanzsystems" ist nämlich bislang ausgeblieben. Und daher werden wir auch in Zukunft gebetsmühlenhaft die Forderung nach einer stärkeren Regulierung der Finanzmarktakteure hören. Doch ob endlich einmal etwas Substanzielles passiert, ist fraglich. Aber wenn es dann zum ganz großen Crash kommt, wird es heißen: Ach, hätten wir doch...
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Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen wenn der Zorn ihr zur Hand geht

11.11.11 13:38
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50457 Postings, 6144 Tage SAKUWie, wo, was...?

Umsetzen?! Spinnst du? das wäre ja so, als ob man Wahlversprechen einlösen würde.

Also ehrlich, vega - das sind schon verwegene Ideen, die du hier postest!
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Doppel-ID, Doppel-D, alles eine Baustelle!

11.11.11 13:47
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69017 Postings, 6163 Tage BarCodeKlingt jedenfalls beunruhigend,

dass Angie das schon vor 2 Jahren gesagt hat. Da stehen wir doch kurz vor der 180-Grad-Volte.
Und die wird ja dann auch realisiert.

In Kürze müsste das dann aller Erfahrung nach so lauten:

"Alle Finanzmärkte, -produkte und Marktteilnehmer müssen lückenlos und unabhängig davon, wo sie ihren Sitz haben, einen angemessenen Freiraum erhalten oder Deregulierung erfahren."  
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Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig. (Nietzsche)

11.11.11 14:04

31030 Postings, 6931 Tage sportsstarDie G20 sind halt 20 Länder,die da am Tisch sitzen

und das Regulieren der Finanzmärkte blockieren allen voran immer noch die Briten...und das nicht nur in den Vorjahren, sondern immer noch:

London – das Zentrum für Finanzdienstleistungen in Europa - ist unter Dauerattacke aus Brüssel. Das macht uns große Sorge und wir müssen uns verteidigen“, unterstrich der britische Premier David Cameron vor wenigen Tagen. Kämpferische Töne eines Regierungschefs, der nie einen Zweifel daran gelassen hat, dass er dem nationalen Interesse Großbritanniens höchste Priorität einräumt und der nun zunehmend vom rechten Flügel seiner Partei zunehmend unter Druck gesetzt wird, endlich seine euroskeptischen Wahlversprechen umzusetzen.

Die Londoner City, die die konservative Partei mit großzügigen Spenden finanzierte ist mit der Bilanz der im Mai 2010 angetretenen konservativ-liberalen Regierung bisher nicht allzu zufrieden. Denn Cameron und sein Finanzminister George Osborne behielten den noch unter Labour eingeführten 50prozentigen Spitzensteuersatz für Topverdiener bei und führten eine Bankenabgabe ein – unpopuläre Maßnahmen, die die Geldhäuser am größten Finanzplatz Europas als Konsequenz der teuren Bankenrettung zähneknirschend akzeptierten.

Trotz intensiver Lobby-Bemühungen in Brüssel konnten die Banker außerdem nicht verhindern, dass auf EU-Ebene eine ganze Reihe von Finanzmarktregeln strikter gefasst werden sollen als bisher und das sorgt in ihren Reihen für großes Unbehagen. Die für 2013 geplante Verschärfung der Regulierung für alternative Anlagen in der EU, die der vor allem in London ansässige europäische Hedgefonds-Community ein Dorn im Auge ist, konnte der britische Finanzminister ebenso wenig blockieren wie das jetzt geplante Verbot von Leerverkäufen für sogenannte Kreditausfallversicherungen.


Damit soll jetzt Schluss sein. Die Vorschläge von Finanzminister Wolfgang Schäuble eine Finanztransaktionssteuer einzuführen, stoßen im Vereinigten Königreich auf massiven Widerstand – man fürchtet, das Geschäft könnte an andere außereuropäische Finanzplätze abwandern. Premierminister Cameron ist daher fest entschlossen, hier auf Konfrontationskurs zu gehen und ihre europaweite Einführung zu verhindern. Sollte sich die ungeliebte Steuer allerdings nur in der Euro-Zone selbst eingeführt werden, dann würden sich die Briten freuen – das würde die Attraktivität der Londoner City im Vergleich zu Frankfurt und Paris erhöhen.


http://www.wiwo.de/politik/europa/...-finanzplatz-london/5784608.html
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The only thing, that interferes with my learning, is my education...!

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