Abzocke an der Zapfsäule

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 26.02.03 16:17
eröffnet am: 26.02.03 16:17 von: Nassie Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 26.02.03 16:17 von: Nassie Leser gesamt: 402
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

26.02.03 16:17

15990 Postings, 6886 Tage NassieAbzocke an der Zapfsäule

Stolpe wirft Konzernen Preistreiberei mit "Kriegsangst" vor


Benzinpreise in Deutschland - sie scheinen nach oben keine Grenze zu kennen. Erst am Montag hatten die Mineralölkonzerne die Preise für Benzin um zwei Cent je Liter und für Diesel um drei Cent angehoben. Als Hauptgrund führen die Ölmultis die Irak-Krise an. Jetzt kommt Widerspruch von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD).

Er wirft den Mineralölunternehmen vor, die Kriegsangst als Argument für Preiserhöhungen zu missbrauchen. Die Entwicklung der Rohölpreise lasse er als Entschuldigung nicht gelten, sagte Stolpe dem Nachrichtensender N24. Stolpe: "Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass die Kriegsangst benutzt wird, um Preiserhöhungen vorzunehmen, die - soweit ich das übersehen kann - nicht gerechtfertigt sind durch die tatsächliche Preisentwicklung."


Preise mit vielen Vätern

Die Ölkonzerne sehen das anders. "Die Einschätzung der Irak-Krise hat sich bei vielen Markt-Teilnehmern wieder zugespitzt", sagte Birgit Layes vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg. Zudem wirke die Kältewelle an der Ostküste der USA preistreibend, besonders für Heizöl und Diesel. Andere Experten nennen die Lage in Venezuela als weitere Belastung für die Märkte, weil das Land noch nicht wieder so viel Öl liefere wie vor dem Streik. Außerdem gibt es einen Streik der Ölarbeiter in Nigeria.


Niedrige Lagerbestände

Dabei ist die Versorgung der Märkte bislang gut, das Angebot reicht aus, um die Nachfrage zu decken. Sollte es zu einem Krieg im Irak kommen, könnte Öl dennoch vorübergehend knapp werden. "Die Lagerbestände in den USA sind so niedrig wie seit 26 Jahren nicht mehr", sagte Ölexperte Klaus Matthies vom Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA). Gleichzeitig seien die freien Förderkapazitäten geringer als während der Golfkrise 1991.

Damals hätte Saudi-Arabien noch sechs Millionen Barrel pro Tag (bpd) zulegen können, heute seien es nur noch zwei bis drei Millionen bpd. "Wenn der Markt wenig zuzusetzen hat, werden Preisausschläge wahrscheinlicher", sagte Matthies. Darauf setzen auch Spekulanten an den Ölmärkten.


Preise über Marktlage

Wegen des drohenden Krieges sind die Ölpreise bereits seit Monaten um fünf bis zehn Dollar je Barrel höher, als es nach der Marktlage zu erwarten wäre. Diese Kriegs- oder Angstprämie hat die Verbraucherländer nach Matthies Einschätzung bislang bereits fünf bis zehn Milliarden Dollar gekostet.

Öl ist so teuer wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Rohölpreise hatten am Dienstag die Marke von 33 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent durchbrochen. Zeitweise seien sogar 34 Dollar bezahlt worden, sagte ein Sprecher von Aral/BP in Bochum. Ein ähnlich hohes Preisniveau gab es zuletzt im zweiten Halbjahr 2000, als Rohöl in der Spitze auf mehr als 37 Dollar je Barrel gestiegen war.

 

   Antwort einfügen - nach oben