AT&T Dein Abgesang hat begonnen!!!

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eröffnet am: 02.10.01 10:54 von: mothy Anzahl Beiträge: 1
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Aus der FTD vom 2.10.2001  
AT&T verschwindet Stück um Stück
Von Ulrike Sosalla, New York

Die Aufspaltung des ehemaligen US-Telefon-Monopolisten führt zum Ausverkauf.

Wie genau es geschehen wird, ist noch offen. Doch über den Ausgang des Dramas um den bis vor kurzem größten US-Telefonkonzern AT&T gibt es unter Analysten wenig Zweifel: Das Unternehmen, einst ein amerikanisches Markenzeichen wie Coca-Cola, wird verschwinden und allenfalls als Teil eines anderen Unternehmens weiterbestehen.

"AT&T löst sich in seine Einzelteile auf, und es ist gut möglich, dass keiner dieser Teile auf Dauer als eigenständiges Unternehmen weiter besteht", sagt Kevin Calabrese, Telekommunikationsanalyst bei Argus Research. Das Interesse der Konkurrenten an den Einzelteilen hat schon jetzt den geplanten Aufspaltungsprozess durcheinander gewirbelt. Im Juli hatte AT&T, wie neun Monate zuvor angekündigt, den ersten Schritt vollzogen und seine Mobilfunktochter AT&T Wireless in die Selbstständigkeit entlassen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Der Kabelkonzern Comcast legte ein feindliches Angebot für die AT&T-Kabelsparte vor, die ursprünglich im Herbst abgespalten werden sollte. AT&T verschob den Termin und ringt seither um eine Entscheidung, was geschehen soll.



AT&T-Chef im Dilemma


AT&T-Chef Michael Armstrong steht dabei vor dem Dilemma, dass nach den beiden großen Abspaltungen auch sein Kerngeschäft, die Festnetztelefonie, vor Verfolgern nicht mehr sicher ist. Denn mit einem Börsenwert von nur noch 30 bis 40 Mrd. $ hätte dieses Rest-AT&T dann eine Größe, die für viele Konkurrenten eine geeignete Beute wäre.


Armstrong hat nichts dagegen, Teil eines größeren Ganzen zu werden, doch will er den Kurs selbst bestimmen, um für seine Aktionäre das Maximum herauszuholen. "Ob wir am Ende allein bleiben, fusionieren oder Teil einer Konsolidierungswelle der Branche werden - wenn ein attraktives Unternehmen dabei herauskommt, ist es gut für den Aktienkurs", sagte er kürzlich.


Die jüngsten Versuche des AT&T-Managements, mit einer der vier regionalen Telefongesellschaften anzubandeln, passen genau in Armstrongs Strategie. Denn seit der Manager 1997 bei AT&T das Ruder übernahm, ist er der Überzeugung, dass AT&T wieder einen direkten Zugang zu seinen Kunden braucht. Den hatte der Konzern 1984 verloren, als er in eine Ferngesprächsgesellschaft - das heutige AT&T - und sieben regionale Telefonanbieter aufgespalten wurde.



Im Zickzack-Kurs um die Kartellwächter


Schon 1998 versuchte Armstrong, diesen Schritt zum Teil rückgängig zu machen, als er eine Fusion mit SBC, einer der größeren Regionalgesellschaften, versuchte. Die Wettbewerbshüter untersagten den Plan, so dass Armstrong auf einen anderen Zugangsweg verfiel: das Fernsehkabel. In den folgenden Jahren machte er AT&T für 100 Mrd. $ zum größten Kabelbetreiber der USA. Dann allerdings verloren die Investoren die Geduld: Der Abwärtskurs der Aktie bewegte Armstrong im Oktober 2000 zu dem Aufspaltungsplan.


Dass Armstrong jetzt wieder eine Fusion mit einer Regionalgesellschaft versuchen kann, liegt am Kurswechsel der Kartellwächter. "Angesichts des derzeitigen wirtschaftlichen Umfelds und des möglichen Kollapses der Telekommunikationsbranche ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Regulierer einen solchen Zusammenschluss erlauben, wesentlich höher als jemals zuvor", sagt Brian Adamik, Präsident der Yankee Group. Kevin Calabrese von Argus sieht Bell South, die drittgrößte der vier Regionalfirmen, als wahrscheinlichsten Partner. "Bei SBC und Verizon wäre die Furcht vor einem marktbeherrschenden Riesen zu groß", meint er.


Sollte AT&T in einer ihrer ehemaligen Tochtergesellschaften aufgehen, wäre das wahrscheinlich der Auftakt für weitere Fusionen zwischen Ferngesprächs- und Regionalanbietern.




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Jedes Mittel recht


Gescheiterter Retter

Als AT&T-Chef Michael Armstrong 1997 antrat, galt er als Wunder-Manager, der den kraftlosen Konzern neu beleben sollte. Doch die Investoren folgten ihm nur kurz. Nach einem Zwischenhoch 1999 dümpelt der Aktienkurs wieder vor sich hin.


Entschlossener Zerleger

Um den Aktienkurs in die Höhe zu treiben, ist Armstrong jedes Mittel recht. Zuerst zerlegte er das Unternehmen, jetzt denkt er über den Verkauf der Einzelteile nach. Die Firma, einst ein amerikanisches Markenzeichen wie Coca-Cola, wird wohl verschwinden.

 

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