AEG-Mitarbeiter sind geschockt

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eröffnet am: 28.02.06 14:17 von: .Juergen Anzahl Beiträge: 23
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28.02.06 14:17
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12162 Postings, 6210 Tage .JuergenAEG-Mitarbeiter sind geschockt

HANDELSBLATT, Dienstag, 28. Februar 2006, 13:41 Uhr

Verhandlungsergebnis wird schlecht aufgenommen
AEG-Mitarbeiter sind geschockt
Nach wochenlangem Arbeitskampf haben sich die IG Metall und das Management des Nürnberger AEG-Hausgerätewerks auf einen Sozialtarifvertrag für die rund 1 700 Beschäftigten geeinigt. Die Gewerkschaftsspitze frohlockt. Die Betroffenen selbst sind fassungslos. Sie könnten das Verhandlungsergebnis im letzten Moment noch kippen.
Die AEG-Werker können nicht fassen, dass ihre Fabrik letztlich doch geschlossen wird. Die IG Metall hatte ihnen Hoffnung gemacht, dass es weitergehen könnte. Foto: dpa
Die AEG-Werker können nicht fassen, dass ihre Fabrik letztlich doch geschlossen wird. Die IG Metall hatte ihnen Hoffnung gemacht, dass es weitergehen könnte. Foto: dpa

HB NÜRNBERG. In den Gesichtern der streikenden AEG-Mitarbeiter steht Ratlosigkeit. Einige hundert AEG-ler haben sich am Dienstag noch einmal vor dem Werkstor in der Muggenhofer Straße und im Streikzelt versammelt, um über die Ergebnisse der Verhandlungen informiert zu werden. Vereinzelt gab es Beifall für das Erreichte, doch die Buhrufe überwogen. Frühestens am Donnerstag soll die Belegschaft in einer Urabstimmung über ein Ende des seit 40 Tagen dauernden Streiks befinden. Ein Ja ist keineswegs sicher.

?Ich muss mir das alles erst noch durch den Kopf gehen lassen?, sagt die 55-jährige Hilde Thierbach. Seit 1989 arbeitet sie im Nürnberger AEG-Werk, zuletzt im Controlling, wie sie erzählt. Die vergangenen Wochen verbrachte sie vor allem damit, in meist klirrender Kälte vor dem Werkstor als Streikposten Wache zu schieben. Ja, der Streik habe sich gelohnt, betont sie. ?Wir hätten es doch noch schlimmer treffen können.? Glücklich sei sie aber nicht. ?Das Wichtigste wäre doch gewesen, den Standort zu erhalten?, erzählt sie. ?Da sind wir eindeutig gescheitert.?

Auch Lagerarbeiter Mehmet Gramzi bringt nur ein gequältes Lächeln über seine Lippen. ?Der Abschluss ist nicht gut?, sagt der 38-Jährige, während er sich an einer Tonne mit Feuer wärmt. ?Das meiste Geld aus der Abfindung geht doch für die Steuer drauf?, schimpft er. Viel zu wenig sei bei den Verhandlungen herausgekommen. Eigentlich habe er doch Anspruch auf 2,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr und nicht nur, wie jetzt vereinbart, auf 1,8.

Und tatsächlich sind die AEG-Mitarbeiter trotz der nach mehr als fünf Wochen Streik erzielten Einigung letztlich die großen Verlierer dieses Arbeitskampfes. Für die meisten von ihnen dürfte es schwierig sein, in der Region um Nürnberg einen angemessenen Ersatzjob zu finden. Schon Mitte dieses Jahres wird nach den Plänen des AEG-Mutterkonzerns Electrolux die erste Entlassungswelle anrollen. Bis Ende 2007 wird dann auch der letzte Arbeitsplatz abgebaut und die Produktion von Wasch- und Geschirrspülmaschinen vollends nach Polen und Italien verlagert worden sein.

Und das, obwohl IG Metall und Betriebsrat mit aller Kraft für einen Erhalt des Standortes gekämpft und Electrolux sogar einen Abbau von etwa einem Drittel der Stellen angeboten hatten, um das Werk nicht ganz schließen zu müssen. Auch während der Verhandlungen hatte die IG Metall noch einmal einen Vorstoß unternommen und Electrolux den Verkauf des Werkes vorgeschlagen. Einen Interessenten wollte die Gewerkschaft zwar nicht benennen, unter der Hand war jedoch zu erfahren, dass es tatsächlich einen ernsthaften Anwärter gegeben haben soll. Doch auch auf diesen Vorstoß, das Nürnberger Traditionswerk mit seiner mehr als 80-jährigen Geschichte zu erhalten, reagierte Electrolux mit Ablehnung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: IG-Metall-Spitze ist zufrieden, Gewerkschaftler vor Ort sind nachdenklich.

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?Es wäre halt schön gewesen, wenn wenigstens 1 000 Arbeitsplätze erhalten worden wären?, sagt der stellvertretende AEG-Betriebsrat Roland Weiß zerknirscht. Er wisse aber natürlich selbst, dass einige Forderungen nicht wirklich hätten durchgesetzt werden können.

Auch Nürnbergs IG Metall-Vize Jürgen Wechsler gibt sich verhalten. Das Ergebnis sei ?kein Traum?, sagt er. Er könne es auch verstehen, dass nicht jeder in der Belegschaft dem Kompromiss zustimme. Er sei aber davon überzeugt, dass die IG Metall letztlich zur rechten Zeit auf eine Einigung gedrängt habe. Ob bei einem längeren Streik ?mehr drin? gewesen wäre, wisse er nicht.

Ganz anders klingt das aus dem Mund derjenigen, die weiter weg residieren und höher in der Gewerkschaftshierarchie stehen. Als ?gutes Ergebnis unter den gegebenen Umständen? hat der Zweite IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber die Vereinbarung gelobt. Der Erhalt der 1 700 Arbeitsplätze sei zwar an der rigorosen Haltung der Arbeitgeber gescheitert. Aber die Entschlossenheit und Kampfbereitschaft der AEG-Belegschaft habe dazu geführt, ?dass sich Electrolux nach fast sechswöchigem Streik bewegt hat?, erklärte Huber er am Dienstag in Frankfurt.

Die Mitarbeiter bekämen pro Beschäftigungsjahr 1,8 Monatsgehälter als Abfindung; Electrolux habe nur 0,77 Monatsgehälter geboten. Zudem seien Eckpunkte für eine Beschäftigungsgesellschaft und für Pensionierungen gefunden worden. Außerdem seien Haustarifverträge für weite Teile der Electrolux-Gesellschaften vereinbart worden. Für die Geschirrspülerentwicklung gelte eine Standort- und Beschäftigungssicherung bis Ende 2009. Für das AEG-Werk in Rothenburg versuche die Gewerkschaft gleiches auszuhandeln. Das hilft den Nürnberger Kollegen allerdings herzlich wenig.

Um auf diesen Artikel zu verweisen, benutzen Sie bitte folgenden Link:
http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1199105


 

28.02.06 14:24

16755 Postings, 6982 Tage Thomastradamusbedauerlich...

aber "Eigentlich habe er doch Anspruch auf 2,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr"...wo hat er das denn her?

Gruß,
T.  

28.02.06 14:25

44542 Postings, 7249 Tage Slaterda wäre ich auch geschockt

wenn ich 20 Jahre dort gearbeitet habe, bekomme ich eine sechsstellige Summe plus ALG...dann ab zum Posten  

28.02.06 14:29

21880 Postings, 6782 Tage utscheck...da bleibt nicht so viel von über, Slater...

jedoch kenn ich genügend Leute, die nicht mal nen feuchten Händedruck bekommen haben!

"Andere Länder" andere Sitten!
utscheck  

28.02.06 14:32

44542 Postings, 7249 Tage Slateraber hallo bleibt da was über o. T.

28.02.06 14:37
2

1840 Postings, 6070 Tage WärnaTraurig das ganze

und wieder sind tausende von Arbeitsplätzen in D verschwunden.
Die Verlagerung kostet zwar Geld, aber das holt sich Electrolux über Polen´s Billigproduktion und der Verkauf dieser Produkte in Hochlohnländern wieder herein. Bezahlt wird diese Verlagerung (und damit der  Arbeitsplatzabbau in D) letztendlich von jedem Kunden, der ein AEG-Produkt "Made in Polen" kauft.
Ich persönlich spiele dieses Spiel jedenfalls nicht mit - und werde diese Produkte einfach nicht mehr kaufen.

Gruß
Wärna  

28.02.06 14:41

2065 Postings, 7161 Tage olejensenGesetze über die

Abfindungen haben sich seit den 01.01.2006 geändert.
Müssen ab diesen Jahr voll versteuert werden,finde das nicht
in Ordnung,was geht den Staat die Abfindung der einzelnen
Personen an.
g-oj  

28.02.06 14:43

8001 Postings, 5523 Tage KTM 950@Slater

Das lohnt sich nur, wenn man danach wieder eine Arbeit bekommt. Ansonsten können die sich arbeitslos melden und bekommen so lange eine Sperre, bis die Abfindung bis auf einen kleinen Rest aufgebraucht ist.
Rutscht du dan in Hartz4, können die deine Konten durchforsten und bekommen wieder eine Sperre. Die geht so lange bis das Geld, je nach Alter und was zur Alterssicherung dient aufgebraucht ist.

 

28.02.06 14:44

44542 Postings, 7249 Tage Slaterna ja, das ist nicht in Ordnung

aber 2006 haben die AEG-ler ja noch nicht viel verdient. Ergo holen sie sich einige tausend  ? durch die Einkommensteuererklärung wieder  

28.02.06 14:46

44542 Postings, 7249 Tage Slatertja KTM und wenn das Geld in der Spielbank

durchgebracht wurde...?  

28.02.06 14:50

25551 Postings, 7077 Tage Depothalbiereroder bei 3-5 ganzjährigen weltreisen? o. T.

28.02.06 14:55

2065 Postings, 7161 Tage olejensen@KTM

"Ansonsten können die sich arbeitslos melden und bekommen so lange eine Sperre, bis die Abfindung bis auf einen kleinen Rest aufgebraucht ist."
Deine Aussage ist so nicht richtig,er muss seine Abfindung nicht aufbrauchen,da kein eigen
verschulden vorliegt.(Verlust des Arbeitsplatzes)
anders sieht es dann bei H4 aus.
g-oj  

28.02.06 14:56

8001 Postings, 5523 Tage KTM 950*g*

Von so einem Fall hab ich noch nichts mitbekommen.
Wenn die sich aber als AEGler arbeitslosen melden, wissen die bei der Arbeitsabentur was da läuft und Abfindungen da sein müssen. Notfalls wollen die eine Bestätigung vom Betrieb über die Höhe der Abfindung.
 

28.02.06 14:59
2

12162 Postings, 6210 Tage .Juergen jahrelang wurde der stellenabbau

die geringen lohnabschlüße
und die gefahr der produktionsverlagerung in billiglohnländer
von den politikern schön und runtergeredet.

inzwischen haben sie das dilemma selber erkannt
stehen aber der situation hilflos u. angeblich machtlos gegenüber.

schröpfen aber weiterhin die arbeitnehmer mit immer
neuen höheren versteuerungen von abfindungen
bzw.anrechnungen aufs arbeitslosengeld.  

28.02.06 15:00

2065 Postings, 7161 Tage olejensenhmmmmm@ktm

glaube nicht das Sie dazu befugt sind zu fragen,geht sie nichts an,
werden sie auch nicht.
g-oj  

28.02.06 15:00
3

8001 Postings, 5523 Tage KTM 950In der Gesetzgebung hat sich einiges geändert

Abfindung und Arbeitslosengeld
Wenn der Arbeitnehmer durch einen Aufhebungsvertrag oder durch eine Kündigung mit vereinbarter Abfindung  arbeitslos wird, kann das auch Auswirkungen auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. In bestimmten Fällen kann die Abfindung direkt den Anspruch mindern (z.B. wenn dadurch auch Gehaltsansprüche oder Urlaubstage abgegolten werden). Außerdem kann die Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung von der Agentur für Arbeit (Arbeitsamt) als Mitwirkung an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgelegt werden und zu einer Sperrzeit von meist 12 Wochen führen. Das Bundessozialgericht hat am 18.12.2003 entschieden, daß dies nicht nur bei Aufhebungsverträgen möglich ist, sondern auch bei "Abwicklungsverträgen": wenn der Arbeitnehmer nach Erhalt einer Kündigung in einer entsprechenden Vereinbarung gegen Zahlung einer Abfindung der Beendigung zustimmt, kann die Arbeitslosigkeit als selbst verschuldet gelten (zum Urteil im Volltext).

Deshalb ist es empfehlenswert, vor einer solchen Vereinbarung bei der Agentur für Arbeit anzufragen. Eine Zusicherung, daß keine Sperrzeit eintritt und daß die Abfindung nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet wird, ist aber nur verbindlich, wenn sie in schriftlicher Form erfolgt (§ 34 SGB X).

Abfindung und Arbeitslosengeld II (Hartz IV)
Wenn AlG II bezogen wird, kann eine Abfindung als Einkommen gelten und das AlG II entsprechend vermindern. Das trifft aber nur zu, wenn sie während des Bezuges der Sozialleistung ausgezahlt wird. In den meisten Fällen wird der gekündigte Arbeitnehmer zunächst ein Jahr lang Arbeitslosengeld (I) beziehen, dann gelten die Regelungen im vorherigen Absatz.

Falls beim Beginn des Bezuges von AlG II noch ein Restbetrag der Abfindung vorhanden ist, zählt er als Vermögen und kann ebenfalls dazu führen, daß kein AlG II gezahlt wird. Die Vermögensfreibeträge hängen u.a. vom Lebensalter des Arbeitslosen und von der Art des Vermögens (z.B. für Altersvorsorge festgelegt, Wohneigentum) ab. Es kann sinnvoll sein, das Geld aus der Abfindung rechtzeitig vor dem Beginn der AlG-II-Leistungen in eine geschützte Vermögensform umzuwandeln, z.B. durch den Kauf  von Wohneigentum. Dazu sollte man sich vorher von einem Experten für Sozialrecht beraten lassen.

http://www.erwin-denzler.de/abfindung.html  

28.02.06 15:04
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15292 Postings, 5656 Tage quantasDer Niedergang des Traditionsuntermen AEG

«AEG - Aus Erfahrung gut» - mit diesem Slogan warb der Nürnberger Hausgerätehersteller jahrzehntelang für seine Produkte. Im Dezember vergangenen Jahres verkündete der schwedische AEG-Mutterkonzern Electrolux das Aus für das Traditionswerk, am Dienstag einigten sich Vertreter des Unternehmens und der IG Metall auf einen Sozialtarifvertrag. Die Nachrichtenagentur ddp/Dow Jones (Nachrichten) (ddp.djn) dokumentiert die Geschehnisse:

19. April 1883: Der Ingenieur Emil Rathenau gründet die «Deutsche Edison.

-Gesellschaft für angewandte Elektricität». Den Durchbruch schafft das Unternehmen allerdings 1887 unter dem Namen «Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft» (AEG).

1922: AEG gründet in Nürnberg in der Muggenhofer Straße 135 an der Stadtgrenze zu Fürth ein Werk für die Produktion elektrischer Heizungen und Kochgeräte.

1945: Durch Demontage und Enteignung gehen drei Viertel der Unternehmenssubstanz verloren. Die im Zweiten Weltkrieg zerbombte Fabrik wird wieder aufgebaut.

1950: Produktion der ersten Waschmaschine im Werk Nürnberg.

1974: AEG schreibt rote Zahlen.

1982: Der Konzern meldet Vergleich an.

1985: Der frühere Daimler-Benz-Konzern übernimmt die Mehrheit an AEG. Doch die Firma kommt nicht wieder in die Erfolgsspur. Sanierungsversuche scheitern, der Konzern wird zerschlagen.

1992: Die ersten Bereiche werden an Electrolux verkauft.

1. Juli 1994: Electrolux übernimmt AEG Hausgeräte mit den Werken Herborn, Kassel, Nürnberg und Rothenburg ob der Tauber für 960 Millionen Mark vom Daimler-Benz-Konzern.

31. Dezember 2003: AEG meldet einen neuen Produktionsrekord: 1,8 Millionen Geräte laufen in diesem Jahr von den Nürnberger Bändern.

15. Februar 2005: Electrolux gibt bekannt, die europäischen Produktionsstandorte neu auszurichten. Etwa die Hälfte aller Werke in Hochlohnländern sei potenziell gefährdet und müsse möglicherweise verlagert oder geschlossen werden.

29. März 2005: Electrolux-Deutschland-Chef Martin Wolgschaft spricht von «gravierenden Auslastungsproblemen» des Nürnberger AEG-Werks. Die Arbeitszeit der 1750 Beschäftigten in der Produktion wird um fünf auf 30 Stunden reduziert, um Kündigungen zu vermeiden.

7. Juni 2005: Der Aufsichtsrat des schwedischen Mutterkonzerns Electrolux gibt dem deutschen Management den Auftrag, eine mögliche Schließung des Nürnberger Werks zu prüfen, weil es nicht mehr wettbewerbsfähig sei.

12. Dezember 2005: Der Elektrolux-Aufsichtsrat in Stockholm und das AEG-Management in Nürnberg verkünden das Aus für den Traditionsstandort Nürnberg.

13. Dezember 2005: AEG-Mitarbeiter am Standort Nürnberg legen spontan die Arbeit nieder. In den folgenden Tagen legen so genannte wilde Streiks immer wieder die Produktion lahm.

9. Januar 2006: Die erste Verhandlungsrunde zwischen Vertretern von Management und Arbeitgebern über einen Sozialtarifvertrag bleibt ohne Annäherung.

18. Januar 2006: Bei einer Urabstimmung sprechen sich 96,4 Prozent der IG-Metall-Mitglieder des von der Schließung bedrohten Werkes für Streik aus.

20. Januar 2006: 1750 Nürnberger AEG-Beschäftigte treten in unbefristeten Streik.

29. Januar 2006: Der Chef des schwedischen AEG-Mutterkonzerns Electrolux, Hans Straberg, und der bayerische IG-Metall-Vorsitzende Werner Neugebauer verständigen sich auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen, die am 2. Februar beginnen.

28. Februar 2006: Bei einem nächtlichen Verhandlungsmarathon einigen sich die verhandelnden Parteien. Der Konflikt um einen Sozialtarifvertrag für die 1700 Beschäftigten des Nürnberger AEG-Werks ist nach 40 Tagen Streik beigelegt.

 

28.02.06 15:06

2065 Postings, 7161 Tage olejensenhmmm,also Einzelfallprüfung

kann zwar nicht für alle sprechen, aber ich kenne Fälle da ist es
nicht so,deswegen hatte ich das geschrieben.
g-oj  

28.02.06 15:18

8001 Postings, 5523 Tage KTM 950@ olejensen

Es kommt auch oft auf den Sachbearbeiter an, aber grundsätzlich haben die Behörden einiges an Möglichkeiten, sich um deine Besitzstände zu informieren.

Ich hab das selber schon in einem anderen Fall mitgemacht, ging um die Unterbringung meiner Oma und Opa im Pflegeheim, das es meine Tante trotz Berufsaufgabe nicht mehr schaffte sie zu versorgen. Da ein Teil der Kosten vom Sozialamt hätten bezahlt werden sollen wurden sämtliche Konten von ihnen auf die letzten 10 Jahre durchgeforstet und alle Gelder zurückverlangt, die auf ein Konto der Kinder und Enkel überwiesen wurden.
Meiner Tante und meiner Mutter wurde eine gewisser Teil für ihre Pflegearbeit zugesprochen. Ich habe mich auf einen 4 jahre dauerten Rechtstreit eingelassen, der dann in einem Vergleich endete. Ich hab nicht eingesehen, warum ich ein Geld, das vor 9,5 Jahren geschenkt bekam und für meine Technikerausbildung eingestzt habe, zurückzahlen sollte. Mein Anwalt denn ich erst später hinzuzog, meinte, hätte ich das Geld versoffen müsste ich nichts zurück bezahlen.

 

28.02.06 15:24
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24273 Postings, 7568 Tage 007BondDas ist doch mal wieder

ein typisches Beispiel, wie deutsche Traditions- bzw. Vorzeigeunternehmen platt gemacht werden. Es lebe die "Globalisierung"! Und AEG an einen interessierten Investor zu verkaufen, der dann den Standort Nürnberg erhalten hätte, wollte man bei Elektrolux auch nicht. Menschenschicksale interessiert diese Bude offensichtlich nicht. Vielleicht sollte man Produkte von Elektrolux generell meiden? Elektrolux würde vemutlich über solch eine Drohung nur müde lächeln - welche Kaufkraft, die meisten Deutschen haben doch eh bald nichts mehr - wäre die wahrscheinlichste der möglichen Antworten.

- bye bye Germany ...

"Der grösste Fehler der EU war die Osterweiterung!"  

28.02.06 15:37

2065 Postings, 7161 Tage olejensen@KTM es ist schon eine Frechheit

Was sich dieser Staat erlaubt,es gibt noch viele Dinge wo man sein
Geld lieber unter Die Leute Bringt.
g-oj  

28.02.06 19:31

1840 Postings, 6070 Tage Wärna@KTM

was ich dabei nicht verstehe:
Wo ist der Unterschied, ob das Geld für die Ausbildung verwendet wurde oder ob es versoffen wird?
Es war doch so oder so nicht mehr vorhanden... oder?

Außerdem hättest Du doch einfach sagen können, dass Du es komplett versoffen hast...*gg*



 

28.02.06 20:01

8001 Postings, 5523 Tage KTM 950Der Unterschied liegt darin,

dass ich einen Geldwerten Vorteil hatte und mir dadurch etwas geleistet habe, was ich mir sonst eventuell nicht hätte leisten können. Genauso ist es mit wertstabilen Anschaffungen, die kannste dann verscheppern und das Geld dann abdrücken.
Ausnahmen sind Luxusreisen, versauffen, verhuren... ist einfach so.

Als ich das erste Schreiben bekam, war ich so ehrlich und unwissend und hab die Technikerschule als Verwendungszweck angegeben, Obwohl ich in der Zeit auch einige Kohle fürs Bergsteigen verbraten habe und es auch als Verwendungszweck hätte angegeben können. War halt einfach Pech, was solls.

Bei der Vorverhandlung als mich der Richter um ein statement bat, hab ich ihn gefragt, wäre ich nach Thailand geflogen, hätte mich 3 Monate durch gef.... und mit Aids angesteckt und würde jetzt dem Staat auf der Tasche liegen müsste ich nichts zurück zahlen? Er hat die Stirn gerunzelt und ein zögerliches Ja rausgebracht. Dann meinte ich zu ihm, ich Volldepp hab das Geld nicht auf so ne Art durchgebracht oder versoffen und in meinen Techniker investiert, wovon der Staat später durch ein höheres Einkommen und eventuell höheren Steuerzahlungen profitiert bzw. ich war noch so ehrlich und hab den wirlichen Verwendungszweck angegeben. Darauf hin meinte er nur, in dem Fall ist der ehrliche der Dumme.
Der Richter hatte aber irgendwie einsehen und drängte das Sozialamt auf einen Vergleich, bei dem ich auf den ersten Blick recht gut weg kam, dadurch, dass die Rechtschutzversicherung nicht zahlte kostete es mich soviel als wenn ich gleich ans Sozialamt bezahlt hätte.

Jetzt war ich mal wieder um ne Erfahrung reicher und kann nur Empfehlen, Schenkungen nicht zu überweisen. :-)  

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